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Baukindergeld: Der Unsinn mit der Obergrenze
DPA

Die Koalition streitet über die Flächenobergrenze beim Baukindergeld. Sie sollte das Vorhaben lieber gleich ganz fallen lassen - es profitieren allenfalls die Falschen von der Maßnahme.

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jozu2 23.06.2018, 22:33
1. Sowieso Unsinn

Am Baukindergeld verdient nur die Immobilienbranche. Am Tag der Einführung des Baukindergeldes steigen die Preise für Einfamilienhäuser nämlich genau in Höhe des Baukindergeldes. Und mit Obergrenze ist's erdt recht Blödsinn: Bauen/Kaufen kann nur, wer mind. 50T€ Eigenkapital und ein solides Einkommen hat. Die werden bestimmt durch die Obergrenze ausgeschlossen und dann kann's kaum jemand nutzen.

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supfred 23.06.2018, 22:54
2. Grunderwerbsteuer runter!

Bei eigennutzung keine grunderwerbsteuer ist die einzig sinnvolle Lösung. Und als Ausgleich schauen dass die schlupflöcher der grunderwerbsteuer für grosinvestoren gestopft werden!!!

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lothars.chmidt 24.06.2018, 23:15
3. Obergrenze / Fallbeileffekt

Da wird schon wieder eine Regelung mit Fallbeileffekt angedacht:
Wer die Obergrenze einhält, wird bedient;
wer auch nur 0,01€ darüber liegt, geht leer aus.

Ich denke, das widerspricht dem im Grundgesetz festgelegten Prinzip der Gleichbehandlung.
Es muss eine gleitende Übergangszone geben, auch wenn das komplizierter ist, aber die Berechnungen lassen sich alle automatisieren.
Dieser Unsinn findet sich leider auch noch an etlichen anderen Stellen, z.B. in der Sozialgesetzgebung.

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trafozsatsfm 24.06.2018, 00:49
4. Lachnummer!

Dass mich keiner falsch versteht: Ich begrüße jede Förderung für Familien mit Kindern. Aber dieses Baukindergeld ist ein Witz! Wer baut, der rechnet in ganz anderen Kategorien (zumindest, wenn er bei Verstand ist)! Die paar Tausend Euro, die das Baukindergeld bringen würde, fallen da kaum ins Gewicht.
Meine Frau und ich (keine Kinder!) haben vor einiger Zeit ein ganz schlichtes 4-Zimmer-Einfamilien-Fertighaus gebaut. Größe: ca. 130 Quadratmeter - mit Blick darauf, dass wir es im Alter auch an eine Familie verkaufen können. Aber mit 4 Personen wär's schon eng... Das ist nunmal so heutzutage.
Hinzu kommt, dass das Baukindergeld bei den Grundstückspreisen im städtischen Bereich erst recht ein Witz ist. Da ist es ein Tropfen auf dem heißen Stein. Letztlich werden nur ohnehin wohlhabende Familien im ländlichen Bereich gefördert. Da herrscht aber keine Wohnungsnot...
Viel sinnvoller wäre es gewesen, das Geld in den sozialen Wohnungsbau zu inverstieren, damit Familien in der Stadt bezahlbaren (Miet-)Wohnraum bekommen.

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WeissAuchAllesBesser 24.06.2018, 01:58
5. Bitte ein bisschen weiter denken...

Das Baukindergeld ist sicher kein Geniestreich, aber das ändert nichts daran, dass wir in Deutschland eine fahrlässig niedrige Wohneigentumsqouote haben.

Am Ende ist es eine immens wichtige Frage ob die (untere) Mittelschicht monatlich die Miete an den Vermieter überweist, oder den Kindern Wohneigentum vererbt. Wer das Baukibndergeld kritisiert, sollte daher zumindest einen Gegenvorschlag zur Förderung von Wohneigentum parat haben...

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J.Corey 24.06.2018, 03:16
6.

Das ist ein völlig unsinniges Projekt! Die Mittel sollten in Ganztags-Betreuungseinrichtungen, Schulen, Kindergärten, Schülertickets und ähnliches investiert werden, dann kommen sie bei allen Familien an und waren eine ebenso sinnvolle wie auch nachhaltige Förderung, anstatt die nicht einzusehende Manifestierung bzw. Mehrung von persönlichem Vermögen der ohnehin schon Bessergestellten! Die unteren Einkommen denken schon lange nicht mehr über Baufeld nach, würden aber von günstigen oder kostenfreien qualitativ brauchbaren Tagesbetreuungen sehr wohl einen Nutzen haben. Mithin stellt sich die Aktion wieder einmal als verkapptes Förderprogramm für Wählerzielgruppen dar.

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Pela1961 24.06.2018, 07:51
7. "Es profitieren allenfalls die Falschen von der Maßnahme"

Allerdings bleibt offen, wer denn dann "die Richtigen" wären - zumindest nach Ansicht des Autors. Ist es wirklich die falsche Zielgruppe, wenn Familien mit zwei Kindern quasi ein Zuschuß zu einem Haus oder Wohnung in einer realistischen Größe gezahlt wird? 120 qm sind sooo klein nun wirklich nicht. Vielleicht kommen ja manche Architekten doch wieder dahinter, dass man nicht unbedingt ein WZ von knapp 40 qm braucht, so dass für den gesamten Rest nur noch relativ wenig Platz vorhanden ist. 120 qm sind eine Größe, von der viele Familien mit zwei Kindern träumen - auch wenn sich der Autor das vielleicht nicht vorstellen kann. Dann noch ein kleines Gärtchen dabei und eine Menge Leute können sich einen Lebenstraum erfüllen. Und zwar einen Lebenstraum, der auch im Alter dann nicht extrem zu groß geraten ist.

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liberaleroekonom 24.06.2018, 08:25
8. Damit wird das unsinnige Baukindergeld endgültig zum Bürokratiemonster

Damit macht die GroKo das Baukindergeld endgültig zum Bürokratiemonster mit unerwünschten Nebenwirkungen. Eine Familie, die sich dann z.B. einen alten Bauernhof, den sie renovieren will, mit 130 qm erwirbt, geht also dann leer aus und der Erbauer/Erwerber einer kleineren Penthouse-Wohnung im Ballungsgebiet bekommt die Förderung.

Ich stelle mir dabei sowieso die Frage: Warum muss man dem Bürger erst durch die Grunderwerbsteuer das Geld aus der Tasche ziehen, um es dann über komplizierte und ungerechte Spielregeln einer ganz bestimmten Klientel (Familien mit Kindern, mit bestimmten Einkommensverhältnissen und bestimmten Wohnflächenansprüchen) wieder teilweise zurückzugeben?

Die öffentliche Hand ist derzeit mit der Grunderwerbsteuer, die in manchen Bundesländern inzwischen sogar 6,5 % erreicht, selbst einer der größten Preistreiber bei Wohnimmobilien.
Wie wäre es pro Person einfach einen Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer von z.B. 250.000 Euro einzuführen? Dann kann jede (potenzielle) Familie (auch die, die NOCH keine Kinder hat), die sich z.B. ein Häuschen in NRW zum Kaufpreis von 500.000 Euro erwirbt, theoretisch auf Anhieb satte 32.500 Euro sparen. Vorausgesetzt das Land gewährt die Möglichkeit einen derartigen Freibetrag entsprechend zu nutzen. Als Anreiz für die Länder dies so zu handhaben könnte der Bund den Ländern die für das Baukindergeld vorgesehenen zwei Milliarden Euro einfach so als Maßnahme zur Förderung des Wohnungsbaus zur Verfügung stellen, und müsste sich nicht mit der ausufernden Bürokratie des Baukindergeldes herumschlagen.

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murksdoc 24.06.2018, 08:58
9. Arme 3+x Kinder

Ist das nicht so gemeint: 20 Quadratmeter ab für Küche, Bad, die Eltern ein schönes Schlaf- und ein schönes Wohnzimmer (50 qm), dann bleiben Kevin und Chantal je 25 Quadratmeter überdachte Kinderauslauffläche. Käme noch ein André dazu, dann hätte jeder (60/3) 20 Quadratmeter. Bei 100 Kindern hätte man 1030 Quadratmeter für Kinderzimmer zur Verfügung, pro kleine Person und Kindernase wäen das 10,3 Quadratmeter, immer noch mehr, als in Ihrer Rechnung. Und weil Helikoptereltern mit 100 Kindern sowieso nicht schlafen (und hoffentlich auch sonst nichts mehr im Schlafzimmer tun), geben die ihr Schlafzimmer und wenn sie schon dabei sind, auch ihr Wohnzimmer mit ab (sie übernachten in dem Kässbohrer SETRA, den sie zum 100. Kind geschenkt bekommen haben) und schon hat jeder Balg jetzt 10,8 Quadratmeter. Da kann man ja schon den Kauf von 100 Goldhamstern in Erwägung ziehen (gibt's bei Abnahme von 100 Stück im Sonderangebot).

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