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Begehrtes Modell: Mehr als eine Million Anträge auf Rente mit 63
DPA

Mit 63 Jahren abschlagsfrei in den Ruhestand - das Modell ist beliebter als erwartet. Seit der Einführung 2014 haben einem Bericht zufolge mehr als eine Million Menschen das Angebot beantragt.

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schuggerleo 24.05.2018, 12:23
50. Sofort abschaffen

Wunderbares "Wahlgeschenk". Hat der SPD bei der letzten BTW ja in Scharen die Wähler zugetrieben. Haha.
Ich weiß nicht, warum es eine besondere Leistung sein soll, 45 Jahre gearbeitet zu haben. Das sagt in keiner Weise etwas über die Qualität und den "Wert" der geleisteten Arbeit aus. Jeder sollte einfach den Anteil aus der Rentenkasse ausgezahlt bekommen, den er eingezahlt hat, Punkt. Gesellschaftlich sinnvolle Leistungen (z.B. Erziehungszeiten) sollten aus allgemeinen Steuermitteln gezahlt werden. Alles andere, z.B. Rente mit 63, kann ersatzlos gestrichen werden.

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uezegei 24.05.2018, 12:25
51.

Zitat von doitwithsed
Die 1,3 Milliarden Euro im Monat dürften nur die direkten Kosten sein. Hinzu muss man die fehlende Lohnsteuer und Sozialabgaben der nun nicht mehr sozialversicherungpflichtig Arbeitenden hinzurechnen. Ein schönes Steuergeschenk an die eigene Wahlklientel. Auf Kosten der nachfolgenden Generationen.
die "nachfolgenden" Generationen hätten ja die Möglichkeit durch extrem starke Selbstvermehrung von den üppigen Sozialleistungen wie Kindergeld, kostenloser Bildung und Studiengängen, Erziehungsgeld (Herdprämie) und nun auch Geldgeschenke für den Immobilienerwerb zu profitieren und darüber hinaus noch fleissig nachrückende Beitragszahler zu generieren.

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Spiegelleserin57 24.05.2018, 12:29
52. ohoh,

Zitat von kayakclc
Dieses Wahlgeschenk der SPD geht natürlich zu Lasten den Beitragszahler, d.h zu Lasten zukünfiger Generationen. Gerade die Bedürfigen, die mit gebrochener Erwerbsbiografie, profitieren davon nicht. Aber dafür viele im öffentlichen Dienst, die schon immer unkündbare Stellen hatte, und schon als Lehrlinge eingestiegen sind, erfüllen mit 63 locker die Bedingungen von 45 jahren. Diese Welle war doch zu erwarten. Ich wundert die Naivität jetzt so "überrascht" zu tun. In 5-10 Jahren werden wir die Quittung haben, und alle sich wundern, warum die Renten weiter sinken müssen. Wenn ein Kuchen auf mehr Leute verteilt werden muss, gibt es eben kleiner Stücke. Das ist bei einem Umlageverfahren leider so, wo nicht angespart wird.
wer eine Lehre im öffentlichen Dienst macht bekommt auch keine hohe Rente denn diese Job werden in der Regel im ÖD schlecht bezahlt. Schon heute ist die Rente deutlich abgesenkt worden und auch "gut" Verdienende dort sind auf zusätzliche Jobs angewiesen um überleben zu können.
Wer kann denn von den sinkenden Renten noch leben? Wer dann die Grundsicherung erhält fällt auf andere Weise wieder dem Staat zur Last und somit auch den Steuerzahlern. Das Problem wird also nur verschoben und nicht behoben!
Es wrid dann auch keine kleineren Stücke geben da der Steuerzahler dann eben auch wieder zahlen darf.
Es gibt keine Quittung, nur die Folgen der Rentenpolitik die schon lange hätte geändert werden müssen, nämlich weg von dem Generationenmodell!
Nebenbei sollte auch erwähnt werden dass ein Arbeitnehmer erst die lange Zeit von 45 !! Jahren ohne Arbeitslosigkeit arbeiten muss.
Das schafft man nicht so einfach wie einen Spaziergang.
Viele erleben diese Rentner erst gar nicht.
Man sollte mal nachschauen wie die so laut verkündeten Lebenserwartungen berechnet werden und was der Grund dafür ist: nämlich steigende Beiträge zu den Lebensversicherung die sich mit der errechneten Lebenserwartung gut begründen lassen!

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pittiken 24.05.2018, 12:29
53.

Zitat von Zaunsfeld
Woher wollen Sie wissen, dass die Regelung mit 63 nicht mehr in Kraft ist, wenn SIe mal in Rente gehen? Werden Sie denn mit 63 schon die 45 Arbeitsjahre voll haben? Die Regelung mit 63 gilt nämlich nur, wenn derjenige VOLLE 45 Jahre eingezahlt hat. Viele haben mit 16 oder spätestens 18 angefangen, sich auf dem Bau oder sonstwo buchstäblich die Knochen kaputt zu arbeiten, während Akademiker erst ewig noch die Schulbank drückten, dann noch ein mehrjähriges Studium abgefeiert haben und erst mit Ende 20 angefangen haben, überhaupt mal was in die Sozialkassen und damit auch in die Rentenkassen einzuzahlen. Wenn Sie zur ersteren Gruppe gehören und schon mit 16 oder 18 angefangen haben, einzuzahlen, dann haben auch Sie es verdient, mit 63 und 45 vollen Arbeitsjahren in Rente zu gehen. Wenn Sie zur zweiten Gruppe gehören, dann haben Sie es auch verdient, eben länger arbeiten zu müssen. Wenn man ehrlich ist, wäre es sogar gerechter, wenn jeder 45 Jahre einzahlen müsste, bevor er in Rente gehen darf. Wenn jemand halt erst im Alter von 25 oder 27 Jahren nach dem Studium anfängt, in die Rentenkasse einzuzahlen und noch 45 Jahre arbeiten muss, wie der 16jährige Maurerlehrling das auch macht, dann kann der Akademiker dann halt erst mit 70 oder 72 Jahren in Rente gehen, wenn er erst dann seine 45 Jahre abgearbeitet hat. Das fände ich wirklich fair. Und ich gehöre übrigens auch zur zweiten Gruppe. Wieso soll jemand, der mit 16 angefangen hat zu arbeiten und einzuzahlen sich bis 65 fast 50 Jahre den Buckel krumm schuften, damit ich, der ich erst mit 25 Jahren nach dem Studium angefangen habe einzuzahlen, schon nach 40 Arbeitsjahren auch mit 65 in Rente gehen kann?
Weil es die Rente mit 63 nur bis zum Jahrgang 1953 gibt. Es gilt die Rente 63 plus.

Beispiel, Jahrgang 1964, dann gilt die bisherige Regelung 45 Beitragsjahre,, Alter 65, keine Arbeitslosenhilfe und auch kein Hartz IV, und in den letzten beiden Jahren auch kein Bezug von ALG I außer der Arbeitgeber hat seine Geschäftigkeit aufgegeben oder ist pleite gegangen.

Sonst Zustimmung, wer 45 Beitragsjahre vorweisen kann, darf ohne Abschläge in Rente gehen.

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Das dazu 24.05.2018, 12:30
54. Was für eine Neid-Debatte

Da wird Menschen, die 45 Jahre eingezahlt haben, es nicht gegönnt, 2 Jahre eher die Füße hoch zu legen, so sie möchten.
Rein aus finanziellen egoistischen Motiven.
Keiner berücksichtigt, das dabei wieder Stellen frei werden, die von jüngeren Menschen besetzt werden.
Es gibt nämlich tatsächlich noch Arbeitslose in diesem Land!
Wenn die Älteren auf den Stellen kleben, wie sollen Jüngere dann in Lohn und Brot kommen?
Neue Vollzeitstellen entstehen zwar, aber eben nicht genügend und wenn, dann immer nur im Niedriglohnsektor siehe Pflege.
Eine Gesellschaft, die so neidisch ist, das solche Diskussionen stattfinden, braucht sich über den desolaten Zustand vieler Bereiche des Lebens nicht wundern und hat dann auch nichts besseres verdient.
Und ganz ehrlich, solche Diskussionen gibt es nur in Deutschland.

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spon-facebook-10000012354 24.05.2018, 12:34
55. Facharbeiter

Dem Personenkreis sei es gegönnt, wenn sie noch etwas von ihrer Rente haben. Allerdings handelt es sich meistens um schwer ersetzbare Facharbeiter: Seit gut zweieinhalb Jahren dürfen Arbeitnehmer ohne finanzielle Nachteile schon mit 63 Jahren in Rente gehen, wenn sie nur lange genug in die Rentenkasse eingezahlt haben. Wie hat sich diese Neuregelung für die Unternehmen ausgewirkt?
Die Frage stellte das Münchener Ifo-Institut rund 1000 Managern mit Personalverantwortung. Die Ergebnisse zeigen, welche Probleme die Firmen haben.
In den allermeisten Unternehmen gibt es schon Kollegen, die mit 63 in Rente gegangen sind. 97 Prozent der Personalchefs wollen die Stellen im Großen und Ganzen wiederbesetzen. 44 Prozent der Unternehmen möchten die Vakanzen sogar wieder in alter Stärke füllen. Fast drei Viertel wollen dabei das Tätigkeitsprofil unverändert lassen.
Für die Firmen ist die Rentenregelung durchaus problematisch. Offenbar gestaltet es sich schwierig, die frei werdenden Stellen nachzubesetzen - das sagen 65 Prozent der Unternehmen. Gerade im verarbeitenden Gewerbe klagen die Personalverantwortlichen über die Mühen, neue Facharbeiter zu finden.
Von der Rente mit 63 machen vor allem Facharbeiter Gebrauch (in 64 Prozent der Unternehmen), aber auch Angestellte (60 Prozent). Dagegen ist die Zahl der frühen Rentner bei Führungskräften und Hilfsarbeitern gering (14 und 15 Prozent).
Da überrascht es m.E. nicht, dass 43 Prozent der Befragten angeben, sich mit Maßnahmen zu beschäftigen, wie man die Mitarbeiter länger an das Unternehmen binden könnte. Das können etwa flexible Arbeitszeitmodelle sein, Altersteilzeit, Maßnahmen zur Gesundheitsförderung oder passende Weiterbildungen.
Andererseits geben 63 Prozent an, bereits Mitarbeiter zu beschäftigen, die neben dem Job schon Rente beziehen - das deutet auf funktionierende Arrangements mit den älteren Arbeitnehmern hin. Die meisten davon beschäftigen Rentner in Minijobs (73 Prozent), als Teilzeitkräfte (29 Prozent) oder als freie Mitarbeiter (8 Prozent). Die Befragung des Ifo-Instituts ist Teil der vierteljährlichen Flexindex-Erhebung. Dabei fragen Ifo und der Personaldienstleister Randstad, wie sich der Einsatz von Instrumenten zur flexiblen Gestaltung von Arbeit entwickelt, zum Beispiel Überstunden, Arbeitszeitkonten, Fristverträge, Minijobs oder Zeitarbeit. Die Befragung wurde im vierten Quartal 2016 durchgeführt.
http://www.spiegel.de/karriere/rente-mit-63-nachbesetzung-fuer-unternehmen-schwierig-a-1137023.html

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Spiegelleserin57 24.05.2018, 12:37
56. das ist die Realität!

Zitat von ayberger
nur eine geringere Lebenserwartung haben als Frauen, sei es ihnen herzlich gegönnt, in meinem Firmenumfeld sind viele Männer mit 67/68 J. gestorben, die hatten nicht viel von ihrem "wohlverdienten Ruhestand" ...
viele erreichen das Alter gar nicht, vor allem nicht wenn sie körperlich schwere Arbeit geleistet haben.
Im Fernsehen habe ich kürzlich einen Bericht darüber gesehen warum die Lebenserwartung so hoch gesetzt wird...steigende Beiträge in der Lebensversicherung, Kranken-und Pflegeversicherung.
Ein lukratives Geschäft wird da mit angeblich statistisch ermittelten Zahlen begründet. Wer sich aber in seinem Umfeld umschaut erlebt sehr oft das Gegenteil der hohen Lebenserwartung.
Außerdem sei an dieser Stelle auch erwähnt dass sehr viele Unternehmen die älteren Mitarbeiter ganz schnell loswerden wollen da sie teurer sind als die jungen unerfahrenen und auch Stellen einsparen können.
Die Wirtschaft arbeitet da ganz entgegensetzt der Politik und auch auf Kosten der jüngeren Generation da diese mit wesentlich geringeren Gehältern leben muss und eben nicht für die Rente vorsorgen kann.

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viceman 24.05.2018, 12:40
57. der "deutsche mann"

Zitat von interessierter Laie
für jeden davon gibt es andere, die deutlich älter als 79 werden. Der Durchschnitt liegt inzwischen bei 79 Jahren, also 16 Jahre, über die Rente mit 63 durchschnittlich gezahlt wird. Obendrein wächst die Lebenserwartung weiter. Grundsätzlich soll niemandem etwas missgönnt werden, aber dfür die Jungen ist das eine enorme Zusatzbelastung. Damit trifft es eine Generation, die im Alter wohl auf die Grundsicherung fallen wird, wenn sie nicht privat vorsorgt oder bis zum Umfallen arbeitet.
stirbt aktuell mit 77 jahren - durchschnittlich, das ist die hochrechnung aus den realen zahlen. die "lebenserwartung" , die ja angeblich stetig steigen soll , ist da etwas anderes... fakt ist 45 jahren einzahlungen in die rentenversicherung sollten mindestens 10-15 jahre sichere auszahlungen erlauben., 45 beitragsjahre sind genug. das trifft auch und gerade für die folgegenerationen zu. etwas anderes ist es mit der pfarresfrau oder zahnarztfrau, die über "die mütterrente" quersubventioniert werden...

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ingofischer 24.05.2018, 12:40
58. Fachkräftemangel aber Frühverrentung - das passt nicht zusammen

Hier wird vorrangig von den Kosten einer Frühverrentung gesprochen, aber was in Zeiten des Fachkräftemangels genauso schwer wiegen dürfte, sind dann einfach die fehlenden erfahrenen Arbeitskräfte. Derzeit werden Leute eingestellt, welche man vor ein paar Jahren aufgrund unzureichender Bildung und fehlendem Ergeiz usw. nicht einmal zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen hätte. Nun sind viele Firmen froh, wenn sie überhaupt noch einen einigermaßen geeigneten Arbeitnehmer "abbekommen". Dass man zur selben zeit den älteren Arbeitnehmern (die meist durchaus noch fit genug für ihren Job sind) die Frührente mit Geldgeschenken schmackhaft macht, finde ich ein Unding.

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pittiken 24.05.2018, 12:40
59.

Zitat von Freifrau von Hase
Klingt auf den ersten Blick plausibel, aber dann sprechen vor allem 2 Dinge dagegen: 1.) Sind viele Akademiker - vor allem in den Geisteswissenschaften - nach dem Studium noch lange nicht in einem festen Job. Nach dem Abschluss kommen jahrelange Praktika, Klinkenputzen, befristet für wenig Geld angestellt sein. 2.) Derjenige, der eine Ausbildung macht, muss zwar eher für die Rente einzahlen - er verdient dann aber auch schon Geld. Der Akademiker verdient bis Mitte 20 erstmal nichts sondern hat nur Ausgaben, dann greift Punkt 1. Und die Gehälter sind bei vielen Akademikern heute auch nicht mehr so dass man sagt "Das fängt der später auf". Das war vielleicht in den 70ern mal so. Unterm Strich lohnt sich dann ein Studium schlicht nicht mehr. Geh mit 18 in die Verwaltung einer Krankenkasse oder zur Gemeinde, dann hast du am Erwerbslebensende mehr verdient.
Beitragsjahre 45 Jahre = abschlagsfreier Renteneintritt, alles andere kann mit Abschlägen gehen, Es gibt doch Alternativen:

Zu Ihrem Punk 1, Augen auf bei der Berufswahl.

Und es gibt auch das duale Studium. Tja, Nachteil, man muss schon mal ranklotzen, weil der Arbeitgeber Leistungen sehen will.

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