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Beihilfe zur Steuerhinterziehung: Schweizer Großbank UBS zahlt Rekordstrafe an Deutsc
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Die UBS muss der Staatsanwaltschaft Bochum rund 300 Millionen Euro zahlen. Die Schweizer Bank hatte wohlhabenden Kunden geholfen, Milliarden vor dem deutschen Fiskus zu verstecken.

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pepe_sargnagel 29.07.2014, 08:40
10.

Zitat von sysop
Die UBS muss der Staatsanwaltschaft Bochum rund 300 Millionen Euro zahlen. Die Schweizer Bank hatte wohlhabenden Kunden geholfen, Milliarden vor dem deutschen Fiskus zu verstecken. Zürich - Geldsegen für den deutschen Fiskus: Die Schweizer Großbank UBS hat mit den deutschen Steuerbehörden eine Zahlung von 300 Millionen Euro ausgehandelt, um einen Streit wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung beizulegen. Das gab das Institut am Dienstag anlässlich der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen bekannt. Es ist die bislang höchste Strafe für ein Schweizer Geldhaus in Deutschland.
Wenn ich diese beiden Absätze mal kurz zusammenfassen darf:
- Die Schweizer Bank hatte wohlhabenden Kunden geholfen, Milliarden vor dem deutschen Fiskus zu verstecken.
- Die Schweizer Großbank UBS hat mit den deutschen Steuerbehörden eine Zahlung von 300 Millionen Euro ausgehandelt

Wäre es nicht nun auch bedeutsam zu erfahren, ob der Schaden, der dem Steuerzahler entstand nicht größer war als die 300 Mio Euro? Erst dann kann man von einem warmen Geldregen sprechen - und die Bank lacht sich sowieso kaputt, wenn die 300 Mio Euro weniger als ihre eigene Provision gewesen wäre. Dann nämlich würde immer noch der Steuerzahler einen Teil für die Steuerhinterziehungs-Amnestie der Bank bezahlen, die dann also noch nicht mal eine Strafe erhalten, sondern unterm Strich einen Gewinn erzielt hat.

Und wieso handelt ein privates Unternehmen eine Strafe in einem Rechtsstaat aus? Ist ja auch in anderen Rechtsstaaten üblich - aber das rechtfertigt doch nicht, dass der Ankläger und der Angeklagte Deals abschließen, nur damit nicht das Gesetz zur Anwendung kommt. Mir ist das befremdlich! Und wenn ein Ladendieb, ein Mörder, ein Betrüger oder Sozialschmarotzer auch einen Deal machen will? Wie kann man es ihm denn dann verweigern?

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happy2010 29.07.2014, 08:44
11.

Steueroasen, also die Staaten, die ganz bewusst Gesetze erlassen, die zu Steuerflucht anstiften, sind in den letzten 3 Jahrzehnten zu der allergrößten Bedrohung der zivilisierten Welt geworden

Steueroasen schaffen rechtsfreie Räume für die Ausnutzer
Steueroasen entziehen der Welt etwa 1/3 der Steuererträge aus dem Wirtschaftskreislauf
Steuerosen fürdern und sorgen für Dumpinglohn
Steueroasen fördern millionenfach Arbeitslose und prekäre Situationen

Es gibt NICHTS, rein gar NICHTS, was an Schadenswirkung auch nur im Ansatz Steueroasen das Wasser reichen kann.

Und es geht nur in zweiter Linie um illegales (fast nicht prüfbares) Geldverstecken, sondern nahezu ausschließlich um das anlocken von Auslandsumsatz, der dann nicht besteuert wird


Steueroasen sorgen zum Bsp dafür, das fast 30% des deutschen Onlinehandels 2013 dem deutschen Fiskus wenger Steuerertrag einbrachte, wie ein regionaler kleinerer Mittelständler an Steuern bezahlt

Steueroasen entzogen der EU-je nach Schätzung-nur in 2012 mehr Steuersubstrat, als die Eurorettung Deutschland bisher insgesamt gekostet hat

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vogelskipper 29.07.2014, 08:45
12. Peanuts

300 Millionen, wow! Für die UBS sind das Peanuts, weshalb sich die Betrügerei doppelt und dreifach gelohnt hat.
In den USA wäre die Strafe sicherlich um den Faktor 10 höher gewesen und die UBS hätte es ohne zu murren gezahlt, weil sie wissen, dass die Amis nicht mit sich spaßen lassen.
Ob Abhörskandal, Steuerbetrügerei oder sonstiges, beim deutschen Staat habe ich immer den Eindruck, dass er alles mit sich machen lässt. Kein Wunder, dass die Anderen dann eben auch genau all das mit einem machen. In der Kindererziehung läuft das analog auch nicht anders, wer keine Grenzen setzt und durchsetzt, em wird auf dem Kopf herum getanzt.

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pepe_sargnagel 29.07.2014, 08:51
13.

Zitat von sysop
Die UBS muss der Staatsanwaltschaft Bochum rund 300 Millionen Euro zahlen. Die Schweizer Bank hatte wohlhabenden Kunden geholfen, Milliarden vor dem deutschen Fiskus zu verstecken. Zürich - Geldsegen für den deutschen Fiskus: Die Schweizer Großbank UBS hat mit den deutschen Steuerbehörden eine Zahlung von 300 Millionen Euro ausgehandelt, um einen Streit wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung beizulegen. Das gab das Institut am Dienstag anlässlich der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen bekannt. Es ist die bislang höchste Strafe für ein Schweizer Geldhaus in Deutschland.
Wenn ich diese beiden Absätze mal kurz zusammenfassen darf:
- Die Schweizer Bank hatte wohlhabenden Kunden geholfen, Milliarden vor dem deutschen Fiskus zu verstecken.
- Die Schweizer Großbank UBS hat mit den deutschen Steuerbehörden eine Zahlung von 300 Millionen Euro ausgehandelt

Wäre es nicht nun auch bedeutsam zu erfahren, ob der Schaden, der dem Steuerzahler entstand nicht größer war als die 300 Mio Euro? Erst dann kann man von einem warmen Geldregen sprechen - und die Bank lacht sich sowieso kaputt, wenn die 300 Mio Euro weniger als ihre eigene Provision gewesen wäre. Dann nämlich würde immer noch der Steuerzahler einen Teil für die Steuerhinterziehungs-Amnestie der Bank bezahlen, die dann also noch nicht mal eine Strafe erhalten, sondern unterm Strich einen Gewinn erzielt hat.

Und wieso handelt ein privates Unternehmen eine Strafe in einem Rechtsstaat aus? Ist ja auch in anderen Rechtsstaaten üblich - aber das rechtfertigt doch nicht, dass der Ankläger und der Angeklagte Deals abschließen, nur damit nicht das Gesetz zur Anwendung kommt. Mir ist das befremdlich! Und wenn ein Ladendieb, ein Mörder, ein Betrüger oder Sozialschmarotzer auch einen Deal machen will? Wie kann man es ihm denn dann verweigern?

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torquemada13 29.07.2014, 08:52
14. Der Praktikant!

Zitat von sysop
Die UBS muss der Staatsanwaltschaft Bochum rund 300 Millionen Euro zahlen. Die Schweizer Bank hatte wohlhabenden Kunden geholfen, Milliarden vor dem deutschen Fiskus zu verstecken.
Also da hat unser Herr Staatsanwalt aber noch viel zu lernen. Unser Herr und Meister in Washington bewegt sich doch schon in deutlich höheren Regionen bei den Strafzahlungen. Hier tastet man sich doch schon an die zweistelligen Milliardenbeträge heran. Siehe jüngstes Beispiel der BNP Paribas mit der Zahlung von insgesamt USD 9 Milliarden, also 9.000 Millionen. Das wären doch einmal nette Sümmchen für den Deutschen Fiskus. Dagegen sind 300 Milliönchen doch ein Pappenstiel. - Oder vielleicht können wir ja dem US Staatsanwalt, Eric Holder, einen Beratervertrag anbieten. Wenn der dann unsere Deutschen Staatsanwälte unter seine Fittiche nimmt, können wir da sicher noch einmal mehr Geld für den Deutschen Fiskus rausschlagen. Das ist ein profitables Geschäft. Die USA machen das "par excellence" vor.

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andre_garreis 29.07.2014, 08:52
15. ich bin wütend...

Lieber SpiegelOnline,
Veränderungen fangen immer im Kopf Und im Wort an;
solange in ihren Artikeln zum Thema Steuerhinterziehung der Begriff
des Steuersünders auftaucht, wird sich in der Gesellschaft nichts
ändern, es bleibt ein Kavaliersdelikt, blöd ist der, der sich erwischen läßt.
Ich möchte diesen Begriff bei Ihnen nicht mehr lesen !!!

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hobbyleser 29.07.2014, 08:56
16. Luft nach oben

Das tut doch Banken nicht weh. Da ist noch deutlich Luft nach oben und die sollte genutzt werden. Die USA machen es vor.

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knutka 29.07.2014, 08:58
17. Verantwortung

Die Beihilfe zur Steuerhinterziehung ist ein Straftatbestand von dem sich die Schweizer Bank jetzt freikauft. Eigentlich ist in einem Unternehmen der Geschäftsführer für die Handlungen des Unternehmens verantwortlich und muss sich hierfür gegebenenfalls auch juristisch verantworten. Welche Interessen Banken, Steuervermeidungsstrategen und Steuerfahnder umtreiben wird in dem Kriminalroman „Sonne am Westufer“, den ich vor einiger Zeit gelesen habe, sehr schön dargestellt. Letztendlich sind Menschen für ihr Handeln verantwortlich und nicht die Organisationen dahinter.

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wissebach 29.07.2014, 09:00
18. Ausgehandel?

Beihilfe zur Steuerhinterziehung in diesem Ausmaß?
Da steckt höchste kriminelle Energie dahinter und ein Unternehmen kann sich freikaufen. Was für eine Schande!

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sputnik_09 29.07.2014, 09:03
19. Geldsegen für den Fiskus...

...nach dem Milliarden hinterzogen wurden. Oh yeah, baby! Bring da peanuts!

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