Forum: Wirtschaft
Belastung für Besserverdiener: Scholz erwägt Spitzensteuersatz von 45 Prozent
ADAM BERRY/EPA-EFE/REX

Finanzminister Scholz kann sich offenbar eine Anhebung des Spitzensteuersatzes vorstellen. Dabei wollte die GroKo eigentlich auf Steuererhöhungen verzichten.

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qwertz1234554321 30.01.2019, 18:49
30. Das nennt man dann wohl Populismus!?

Erhöhen Sie dann auch den Betrag AB dem man den Spitzensteuersatz entrichten muss Kaufkräfte reinigt auf den, der zu Zeiten Helmut Kohls galt Herr Scholz?

Die Wahrheit sieht nämlich so aus:

1960: DURCHSCHNITTSEINKOMMEN = 3.119 Euro / Eingangssteuer ab 859 Euro mit
20% / Spitzensteuer ab 56.263 Euro mit 53%.
D.h.: Der Spitzensteuersatz wurde für Einkommen erhoben die das 18-fache des
Durchschnittsverdienstes und das 65-fache des Grundfreibetrages betrugen.

2017: DURCHSCHNITTSEINKOMMEN = 37.103 Euro / Eingangssteuer ab 8.820 Euro mit
14% / Spitzensteuer ab 54.950 Euro mit 42%.
D.h.: Der Spitzensteuersatz wird für Einkommen erhoben die LEDIGLICH das
1,5-fache des Durchschnittsverdienstes und das 6,2-fache des
Grundfreibetrages betragen.

Das bedeutet, dass der Staat heute behauptet, wer gerade einmal 50% mehr verdient als der Durchschnitt ist ein "Spitzenverdiener"! Beim
Grenzbetrag zur Spitzensteuer wurden rund 57 Jahre Inflation ausgeblendet!
Das ist unfassbar - auch wenn der Spitzensteuersatz von 53% auf 42%
abgesenkt wurde, sieht man an dieser Aufstellung wunderbar, wie der gierige
Staat immer tiefer in die Taschen der Normalverdiener greift.

Der Grundfreibetrag wird einigermaßen regelmäßig der Inflationsentwicklung
angepasst. Absolut regelmäßig geschieht dies mit den Obergrenzen zur
Sozialversicherung. Die werden jedes Jahr angepasst.
Nur beim Zugang zum Spitzensteuersatz tut man MIT VOLLER ABSICHT seit
Jahrzehnten nichts! Meines Erachtens nach ist dies nicht verfassungskonform
- zumindest aber ein absolut unhaltbarer Zustand - oder das "Gerede" von
Leistung muss sich lohnen ist einfach nur "Quatsch"!

In weiteren 57 Jahren wird jeder Auszubildende im ersten Lehrjahr
Spitzensteuer entrichten müssen, wenn sich nichts ändert (und warum sollte
es, wenn schon jetzt seit 57 Jahren nichts passiert ist?) - und mir ist bei
diesem Vergleich nicht wirklich zum Lachen zumute!

Und noch eine Anmerkung: 1960 waren noch immer erheblich Aufwände zu bewältigen, um die Kriegsfolgen zu beseitigen. Wohnraum war noch immer viel zu wenig da und weite Teile der Infrastruktur befand sich noch im Aufbau.
Trotzdem reichte dem deutschen Staat seinerzeit das Geld - wieso heute nicht mehr?

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marcaurel1957 30.01.2019, 18:49
31.

Grundätzlich hat Scholz recht, eine moderate Erhöhung des Spitzenesteuersatzes auf 45 % ist ok.

Wichtiger aber wär die Einführung eines zusätzlichen Satzes von 75% für alle Beträge jenseits der 500.000 p.a um obszöne Milllionengehälter zu erfassen.

Dies hat weniger zum Ziel Einnahmen zu erzielen, sondern den gesllschaftlichen Frieden herzustellen.....

Wintekom mit seinen 17 Mio pro Jahr hätte dann immer noch ( 275.000 +4,125 Mio) = 4,4 Mio netto.

Ich denke das langt!

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jackberlin 30.01.2019, 18:50
32.

Zitat von Kommentarschreiber
[...] Sollte Herr Scholz auf die Idee kommen, diesen bereits ab einem zu versteuerndem Einkommen von 55.961 Euro (aktuelle Grenze für den "Spitzensteuersatz" von 42%) anwenden wollen, würde er also bereits einen Großteil der qualifizierten Arbeitnehmer zu "Reichen" erklären, denen er etwas wegnehmen möchte. [...]
Das entspricht dem vier bis fünffachen eines Mindestlohn Empfängers. Alles eine Frage der Perspektive. Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Aber ich möchte SIe beruhigen: die SPD hat beim Thema soziale Gerechtigkeit sowieso nur leere Ankündigungen drauf. Nachdem sie den Spitzensteuersatz auf den historischen Tiefstand gesetzt haben, werden sie auch weiterhin zum Wohle der Besserverdiener handeln. Noch etwas zum Nachdenken: Wenn nicht ein Großteil der Arbeiter für einen Lohn auf Existenzminimum arbeiten müssten, würden die auch Steuern und Versicherungsbeiträge zahlen. Dann könnten die Vielverdiener auch mehr vom Brutto behalten. Das haben wir übrigens auch der SPD zu verdanken.

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drstrolch 30.01.2019, 18:50
33. Na prima.

Die 45% sind ja nur eine Sache, die wesentlich brisantere ist ja das Einkommen, ab der sie greifen. Wenn hier von 3 Mio Menschen ausgegangen wird, dann ist das ein beträchtlicher Teil der arbeitenden Bevölkerung, da kann die Schwelle nicht so hoch sein. Das ist das Problem, es trifft wieder mal viel zu viele.

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eule_neu 30.01.2019, 18:52
34. Die staatliche Finanzüpolitik des Gegenfinanzieren

Eine seltsame Politik, der Staat will nicht auf Einnahmen verzichten und findet seltsame Wege, diese aufrecht zu erhalten. Anscheinend stört sich niemand, weil dieses Spiel seit Jahren betrieben wird und schon dem Jungvolk der Parteien eingetrichtert wird. Sozialpolitik auf krummen Pfaden, um den Mehrbedarf von Finanzmitteln für Zwecke ausgegeben werden, die nicht in der Sozialpolitik einschließen. Niemand regt sich auf, weil die meisten Bürger das nicht richtig wahrnehmen oder wie hier, weil es nach dem Neidprinzip gegen "die Reichen" in diesem Falle geht. Wir sind ja ein Staat, dem es sehr gut geht - nach Meinung der Regierenden - und da muss man ja nicht wirklich sparen. Überall hat der Staat gespart (wo ist das Geld hieraus geblieben) und es klemmt in der öffentlichen Verwaltung für die Bürger und auch im öffentlichen Eisenbahnverkehr, in der Reparatur von Brücken und anderer Infrastruktur etc. Dazu braucht man Steuermittel, aber der Steuereimer muss ein Loch haben ...
Nur man sollte ehrlich bleiben, denn wenn man die wirklich reichen Leuten zur Kasse bitten will, muss man wieder die Vermögenssteuer einführen und nicht dauernd an den Einkommen-Steuerformeln drehen.
Aber was soll man von einem ehemaligen Bürgermeister erwarten, dem die Steuersysteme unseres Landes eigentlich fremd geblieben sind. Anstatt endlich mal eine richtige Steuerreform durchzuführen, drücken sich die regioerungen darum, vielleicht haben die Beraterfirmen, dieses Thema noch nicht entdeckt. Über das Internet kann sich jede/jeder bestens über die jährlichen Einnahme - uns Ausgabeergebnisse informieren. In Deutschland werden wir von der Regierung ganz schön "beglückt".
Wenn unsere Regierung so weiterhandelt, muss sie auch irgendwann mit "Gelbwesten" rechnen.
Also eine transparente Finanzpolitik ohne Gegenfinanzierungen, damit endlich eine vernünftige Finanzpolitik betrieben wird. Neidbefriedigungen brauchen wir nicht. Die meisten sehr Reichen sind höheren Abgaben nicht abgeneigt, wie im TV öfter zu sehen war. Das Geld muss nur ordentlich ausgegeben werden und nicht mit der Gießkanne (in aller Welt) verteilt werden. Auch im Inland warten eine Menge Probleme der Lösung und dazu der Finanzminister Gelder besorgen, wohl durch Sparen und bewusster Haushaltsführung. Auch eine Regierung muss das Geldausgeben lernen ...

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tinnytim 30.01.2019, 18:52
35.

Zitat von curiosus_
...lag bei 42%. Komischerweise genau zu Zeiten einer SPD-Regierung, von1998 bis 2005. Schröder ganz vorneweg. Irgendwie muss sich der Genosse der Bosse (und damit die SPD) seinen (Ihren) Ruf ja verdient haben. 56% betrug der Spitzensteuersatz von 1975 bis 1989. Davor und danach (bis 1999) 53%. Der Mittelwert von 1958 bis heute liegt bei 51,5%. Die aktuell 45% sind historisch niedrig. Vor einem dreiviertel Jahr habe ich dazu noch geschrieben "Und die SPD wundert sich warum sie inzwischen bei 20% rumkrebst?" Na ja, inzwischen sind's eher 15%.
Naja, dass damals der Spitzensteuersatz zum ankurbeln der Wirtschaft herabgesetzt wurde hatte schon seine Bewandtnis, auch wenn sich die Ökonomen uneins sind, ob so eine Maßnahme wirklich etwas hilft.
Das Problem war allerdings, dass die nachfolgenden Regierungen diesen Steuersatz nicht mehr antasteten, weil es nicht mehr unbedingt nötig war - durch die Eurokrise war der Zinsdienst ja um Größenordnungen günstiger geworden.

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zweiblum66 30.01.2019, 18:53
36. Absolut OK!!!

vor 20 Jahren war der noch über 50% und mehr Konsum gibt es in diesen Einkommensregionen kaum. Ich bin übrigens selbst betroffen.
PS die Kommentare zu den sich Arm rechenden Selbständigen - wenn du so qualifiziert bist, mach dich doch selbständig - dann wirst du allerdings feststellen, dass der Fiskus schon lange nicht mehr alles für selbständige anerkennt.

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53er 30.01.2019, 18:54
37. Jetzt wäre noch

interessant, ab welcher Gehaltshöhe Scholz und seine Partei die Toprverdiener verortet. Damit steht oder fällt das Vorhaben und vielleicht auch der Stimmenateil der SPD wenn er die Erhöhung tatsächlich durchsetzen kann, das wage ich aber zu bezweifeln. Das ist eher eine Wahlkampfhilfe für die kommenden Wahlen im Osten und gegen näherrückenden Wahldesaster der SPD.

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postman pat 30.01.2019, 18:56
38. Vermögenssteuer einführen

Auf diese Weise werden die (in der Regel) Leistungträger und Produktivkräfte der Gesellschaft bzw. Wirtschaft bestraft. Sinnvoller wäre es endlich einmal eine angemessene Vermögenssteuer einzuführen, die teilweise lediglich durch Erbschaft bereichert werden ohne jeglichen gesellschaftlichen bzw. wirtschaftlichen Beitrag zu leisten.

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minimax9 30.01.2019, 18:56
39. Und das ist auch gut so

Unter Kohl hatten wir ähnliche Steuersätze, wer viel verdient kann auch höhere Steuern bezahlen. Musste ich auch schon mal. Glauben sie mir, man kann es gut überleben.

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