Forum: Wirtschaft
Belastung für Besserverdiener: Scholz erwägt Spitzensteuersatz von 45 Prozent
ADAM BERRY/EPA-EFE/REX

Finanzminister Scholz kann sich offenbar eine Anhebung des Spitzensteuersatzes vorstellen. Dabei wollte die GroKo eigentlich auf Steuererhöhungen verzichten.

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Diskussionsteilnehmer 30.01.2019, 19:19
60. Gerecht???

Was ist daran gerecht, wenn ich plötzlich mehr Steuern zahlen muss? Ich muss zu den Beamten rüber gucken um zu wissen, dass ich als Angestellter die Melkkuh der Politik bin. Während die Besodlung nur eine Richtung kennt, geht meine Alterversorgung nur in die andere Richtung, und mein Einkommen dann wohl demnächst auch. Danke, Genosse Scholz. Das ist dann die Strafe dafür, dass man in der Wirtschaft arbeitet. Wenn der Staat so dringend Kohle braucht, dann können bitte auch die Besoldungsstufen mal ein paar Jahre so bleiben, wie sie sind. Das wäre gerecht und die Beamten dürfen ohnehin nicht streiken. Das ist der Deal. den sie mit Ernennung auf Lebenszeit eingegangen sind. Reich bin ich übrigens auch nicht und mein Traum vom Eigenheim kann ich da wo ich wohne auch vergessen. Aber um zu erklären, wieso jemand in einer deutschen Großstadt mit Spitzensteuersatz sich kein Eigenheim leisten kann ohne ein sehr großes Risiko einzugehen, das bekommt die SPD eh nicht hin und was dran ändern geht dann erst recht nicht also

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TimmJD 30.01.2019, 19:19
61. Super Idee! Ganz grandiose

Um den Spitzensteuersatz zahlen zu dürfen, benötigt es ein jährliches Einkommen von 55.961€ für Single, 111.922 € für Paare. In diesen Bereich kommt man sehr schnell mit einer akademischen Ausbildung - und das ganze noch innerhalb eines Tarifvertrages. Wenn man sein Leben wie ein student lebt, schafft man es vielleicht gerade so zur Rente Millionär zu werden. In der Realität reicht es aber eher um sich in Frankfurt Main eine Wohnung (kein Haus) zu kaufen und diese dann bis zur Rente abzubezahlen!
Wenn ich Chef einer SPD wäre, würde ich mir vielleicht mittelfristig Überlegen den Fokus als meine Wähler auf Arbeiter & Angestellte zu legen - sprich alles was nach Tarif bezahlt wird - dann so lässt sich auch die Grenze ganz einfach anhand der Tariftabelle ziehen!

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Bobbele_MR 30.01.2019, 19:20
62. Sozialdemokraten?

Herr Scholz, wir haben verstanden dass ein "Gutverdiener" mittlerweile schon ein gut qualifizierter Facharbeiter ist, Inflation und Lohnentwicklung sei es gedankt. Ob das gerecht, sozial angemessen, ausgewogen ist diese auch noch zu schöpfen? Ist das etwas negatives, dank Ausbildung und Einsatz "gut" zu verdienen? Sollte man das nicht eher fördern, gar in Ausbildung, Infrastruktur und Förderung der Schwachen investieren. Haben wir nicht sowieso schon einen gigantischen Steuerüberschuss? Ich glaube Sie setzen falsche Prioritäten, zum Glück gibt es Ihre Partei bald nicht mehr...

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Pixopax 30.01.2019, 19:20
63.

Zitat von curiosus_
...lag bei 42%. Komischerweise genau zu Zeiten einer SPD-Regierung, von1998 bis 2005. Schröder ganz vorneweg. Irgendwie muss sich der Genosse der Bosse (und damit die SPD) seinen (Ihren) Ruf ja verdient haben. 56% betrug der Spitzensteuersatz von 1975 bis 1989. Davor und danach (bis 1999) 53%. Der Mittelwert von 1958 bis heute liegt bei 51,5%. Die aktuell 45% sind historisch niedrig. Vor einem dreiviertel Jahr habe ich dazu noch geschrieben "Und die SPD wundert sich warum sie inzwischen bei 20% rumkrebst?" Na ja, inzwischen sind's eher 15%.
Sie müssen aber sehen wieviel Prozent der Arbeitnehmer heutzutage den Spitzensteuersatz zahlen und wieviele das damals waren.

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robeuten 30.01.2019, 19:23
64. Verbreitet Herr Scholz

fake news? Der echte Spitzensteuersatz - ideologisch aufgeladen "Reichensteuer" beträgt ja schon 45%. Darauf "on top" ja noch der "Soli" von 5,5% der Einkommens- resp. Körperschaftssteuer. Der Vergleich mit den 56% "echtem" Spitzensteuersatz unter Kohl ist auch dreist; zu Kohls Zeiten war nicht bereits ein gut verdienender alleinstehender und kinderloser Facharbeiter "Spitzensteuerzahler".
Naja, in Bayern kratzen sie schon an der 5%-Hürde... weiter so, Genossen - vorwärts immer, rückwärts nimmer!

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curiosus_ 30.01.2019, 19:23
65. Ankurbeln der Wirtschaft?

Zitat von tinnytim
Naja, dass damals der Spitzensteuersatz zum ankurbeln der Wirtschaft herabgesetzt wurde hatte schon seine Bewandtnis, auch wenn sich die Ökonomen uneins sind, ob so eine Maßnahme wirklich etwas hilft. Das Problem war allerdings, dass die nachfolgenden Regierungen diesen Steuersatz nicht mehr antasteten, weil es nicht mehr unbedingt nötig war - durch die Eurokrise war der Zinsdienst ja um Größenordnungen günstiger geworden.
Hier mal das jährliche BIP-Wachstum in D:

1992: 7,3%
1993: 3,1%
1994: 4,7%
1995: 3,7%
1996: 1,4%
1997: 2,1%
1998: 2,6%
1999: 2,3%
2000: 2,5%
2001: 3%
2002: 1,4%
2003: 0,5%
2004: 2,3%
2005: 1,3%
2006: 4%
2007: 5%
2008: 1,9%
2009: -4%
2010: 4,9%

Was soll da 1998 angekurbelt werden? Schröder Anhänger der Reaganomics nach Laffer? Das erscheint mir doch eher eine billige Ausrede zu sein, zumindest nichts was der SPD würdig ist.

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mirage122 30.01.2019, 19:24
66. Pures Unverständnis

Wenn ich hier die Beiträge im Forum lese, dann kann ich daraus nur schließen, dass die meisten Herrschaften schlicht und einfach zuviel verdienen. Und dann wird lamentiert und den Sozen maximal 5% bei den nächsten Wahlen prognostiziert. Ein Neid-Faktor spielt bei mir absolut keine Rolle. Was ich aber an dieser Diskussion toll finde, ist ganz einfach, dass unser guter Olaf einen Vorschlag gegen die gemeinsamen GroKo-Vereinbarungen trifft, Endlich mal Widerstand! Das ist für mich ein lobenswerter Vorstoß. Die schlaflosen Nächte wird nicht er haben, sondern eher unsere Madame Merkel mit ihrer zukünftigen Nachfolgerin AKK. Ich kann mir jedenfalls sehr gut vorstellen, dass Herr Merz sich ebenfalls eins ins Fäustchen lacht!

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tinnytim 30.01.2019, 19:26
67. Der damalige Spitzensteuersatz heißt jetzt Reichensteuer

Zitat von Zuversicht
In den 60er Jahren betrug der Spitzensteuersatz 53 Prozent und wurde erst bei 110.000 DM fällig, dem mehr als Zehnfachen eines Mittelschichtseinkommens. Ans Wachstum der Gehälter wurde die Schwelle nie angepasst, nicht mal an die Inflation!! Nimmt man den heutigen dt. Durchschnittslohn liegt der bei knapp 40.000 Euro p.a. Der Spitzensteuersatz dürfte also erst ab knapp 400.000 Euro greifen. Und das ist nach dem dt. Durchschnittslohn gerechnet, noch nicht mal nach dem durchschnittlichen Mittelschichteneinkommen. Um hier endlich mal ein gerechtes System einzuführen, sollte der Spitzensteuersatz frühestens ab 200.000 Euro greifen, kombiniert mit einer automatischen Anpassung an die Inflations- /Deflationsrate. Dafür Wegfall der Bemessungsrundlage für Rente und Sozialleistungen. Vor der Regierung, die so etwas oder ähnliches einführt ziehe ich meinen Hut. Denke aber das wird nie kommen.
Sie wissen schon, dass ab 200.000 der Reichensteuersatz von 45% greift (müsste dann natürlich konsequenter weise auch mit angehoben werden), der dem damaligen Spitzensteuersatz entspricht? Zugegeben immer noch nicht wirklich viel, wenn man bedenkt, dass man dank Beitragsbemessungsgrenze die Krankenversicherung für wesentlich günstiger bekommt.

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Cephalotus 30.01.2019, 19:28
68. Zahlen sollen immer die anderen

Ich stimme dem mal zu obwohl ich zu denen gehöre die in die 42% Kategorie fallen. Dann eben die Progression schon früher auf 45% steigen lassen. Erwischt mich auch, was solls.

Dafür aber den Soli ganz weg ohne wenn und aber.

Hat den Vorteil das künftige Anpassungen dann wieder "alle" treffen.
Ein Soli für 10% führt nur dazu dass Wähler leicht zu begeistern sind diese 10% zu melken.

Zahlen sollen ja die anderen...

Ich will Fairness. Steuern sollen alle betreffen und Anpassungen nach oben und unten auch alle.

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Xiuhcoatl 30.01.2019, 19:29
69. Das einzig Wahre: (irgendeine Variation von) Flat Tax / Einheitssteuer

Nu damit es in der Diskussion mit auftaucht: Das einzig Wahre [TM] ist/wäre natürlich (irgendeine Variation von) Flat Tax / Einheitssteuer.

Da jedoch in der Schule bekanntermaßen die überwiegenden Leute genau bei der Prozentrechnung in der Mathematik auszusteigen beginnen, lassen wir uns halt mit dem unplausiblen Progressionsheckmeck fortgesetzt überwiegend unbemerkt über's Ohr hauen.

Dass möglicherwiese im Spiegelforum der anteilige Prozentsatz der angesprochenen Leute noch etwas überwiegender ist als schon im genannten Gesamtbestand der Leute, würde ich ... schon so einschätzen. -- Sonst hätte die Hinweisung hier früher gekommen sein müssen.

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