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Beratung für Berufseinsteiger: Brauche ich eine Riester-Rente?
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In eine schicke Altbau-Wohnung ziehen oder ein Auto kaufen? Mit dem ersten Gehalt kann man schönere Dinge anstellen als für das Alter vorzusorgen. Was spricht für und gegen eine Riester-Rente?

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per.roentved 07.07.2014, 12:50
20. nie wieder!

Hab meinen Riestervertrag nach 9 Jahren aufgelöst.
1) tatsächlich, ich brauch das Geld jetzt, denn jetzt bin ich aktiv. Im Alter (seh es an meinem Umfeld) ist man doch häuslicher und braucht nicht mehr viel
2) hab ausgerechnet, dass ich 94 Jahre werden muß, um plus/minus 0 mit den Einzahlungen zu kommen. Sterbe ich vorher, hat die Versicherung einen Bonus, nicht ich. Und btw, 94 erscheint mir illusorisch
3) hab ich nach genauem Hingucken mal gesehen, dass ich pro Jahr ca. 180€ Bonus vom Staat bekomme, und die jährlichen Verwaltungskosten meines Vertrags auch bei ca. 180€ lagen. Was soll das denn? Diese so immens beworbenen staatlichen Zulagen bekommt 1:1 der Anbieter für Verwaltung meines Depots? Nee, Jungs, nicht mit mir.
Reine Mogelpackung...

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FrankDr 07.07.2014, 12:52
21. Pauschalurteile zeigen den Stammtischler

Wie immer kommen alle aus ihren Löchern und geben ihre Pauschalurteile ab.
Aber wenn man zB mit 2 Kindern als Geringverdiener ca. 750€ im Jahr "geschenkt" bekommt als Zulage, muss man schon sehr geschickt sein, diese Rendite bei anderen Sparformen reinzuholen mit dem wenigen Geld, dass man einbezahlt.

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Fricklerzzz 07.07.2014, 12:53
22. Eine Zusatzrente braucht man eigentlich heute

Aber keine nach den bestehenden Riestermodellen.
Ich habe mir 2 Riesterangebote machen lassen.

Unterm Strich verdient der Anbieter mehr daran, als der Kunde; ohne die staatliche Förderung würde man in den meisten Fällen Verlust machen.
Sowas kann man keinem jungen Menschen empfehlen.

Private Zusatzrente ja, aber nicht nach den bestehenden Riesterverträgen, nach meiner Meinung sind das Banken \ Versicherer - Hilfsfonds, aber keine private Vorsorge.
Da ist es günstiger bewirtschaftetes Land zu kaufen und auf die Pacht zu spekulieren.

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marthaimschnee 07.07.2014, 12:54
23.

Ich hab mir vor zwei Jahren zwei Angebote machen lassen. Ergebnis: lachhaft! Garantiert wird, daß der Versicherer fast die gesamten Staatszuschüsse als Provision abzweigt, erst im letzten Jahr (von bei mir noch 33) übersteigt das Guthaben überhaupt die eingezahlten Beiträge. Und dann garantiert auch niemand für eine Rendite, im Normalfall, bei der jetzigen miesen Wirtschaftslage kommt da 0,0% raus, sprich man bekommt exakt die Summe ausgezahlt, die man eingezahlt hat, also genau so, wenn man es auf einem Konto ohne Zinsen rumliegen läßt. Der schlimmste Fall ist das aber bei weitem nicht, denn die Krisen stehen vor unserer Tür schon Schlange und bald werden die Versicherer genau wie bei den Lebensversicherungen nach dem Staat schreien und Leistungen verschlechtern, oder eben Pleite gehen ... mit Totalverlust. Hinzu kommt bei mir (etwas über Durchschnittsverdienst), daß die dann auszuzahlende Summe mich nicht gerade vom Hocker reißt.
Alles in allem ist das sowieso eine Mogelpackung. Mit dem Vorsatz, die Rente bezahlbar zu halten, soll ich privat 40% ZUSÄTZLICH zum bisherigen Eigenanteil der gesetzlichen Rente zahlen, um die gleiche Leistung zu erhalten. Das ist doch Verarsche im Quadrat!
Außerdem weiß auch keiner, was Her und Frau Dr. Dilettanti an der Macht noch so für Pfusch planen. Inzwischen geben ja sogar die Schergen der Privatversicherung (Raffelhüschen & Co) zu, daß die Riester Rente schon nicht mehr ausreicht. Dürfen es vielleicht noch ein paar hundert Euro von meinem Netto sein?

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Plasmabruzzler 07.07.2014, 12:59
24.

Bei allen Zusatz-Renten zur staatlichen Rente gibt es für junge Leute dies zu bedenken: wer 35 Jahre lang weniger als 2.500 Euro Brutto pro Monat verdient hat (ab 2030), der erhält im Alter die Grundsicherung von derzeit 688 Euro. Da hört sich eine Zusatzrente erst einmal nicht schlecht an. Aber sobald der Rentenanspruch unter die 688 Euro fällt, so wird alles, was man an z. B. Riester-Rente erhält, auf diesen Betrag angerechnet. Sprich: hat man einen Rentenanspruch von 500 Euro und bekommt 200 Euro pro Monat aus der Riester-Rente, bekommt man unterm Strich nicht 688+200 Euro, sondern 500+200, also knapp mehr die Grundsicherung. Da kann man sich dann ernsthaft fragen, warum man überhaupt angespart hat, wenn man gerade einmal 12 Euro mehr als die Grundsicherung erhält. Und die Zahlen sind nicht unrealistisch: 500 Euro Rente bedeutet ein Netto von ca. 1.150 Euro - bei Steuerklasse I ergibt das ein Monatsbrutto von ca. 1.600 Euro. Bei relativ einfachen Berufen kann dies durchaus hinkommen.

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bbär 07.07.2014, 13:00
25.

Zitat von privado
...lassen sich auf eine staatlich beeinflussbare Altersversorgung ein. Denn: auf den Staat kann man sich nicht verlassen. Er ändert einfach irgendwann die Rahmenbedingungen und die versprochene Rendite ist futsch. Siehe aktuelles Beispiel: Kapital-Lebensversicherungen.
Danke, damit ist alles gesagt. Unsere mögliche Gesamtrendite der KLV aus den 90er Jahren wurde gerade um etwas über 10.000€ geschmälert. Ich habe zwar immer mit den garantierten Beträgen kalkuliert, aber das Geld ist jetzt GARANTIERT weg. Danke, GroKo! 20 Jahre nach Vertragsabschluss in Verträge zweier Privatparteien gesetzlich einzugreifen halte ich persönlich für recht unanständig.

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vhe 07.07.2014, 13:00
26.

Zitat von Tatarak
Eine weniger schicke Altbauwohnung kaufen [...] Die zweite Wohnung in 5 Jahren wird dann schöner und im Alter hat man dann sogar 2 weitere abgezahlte und vermietete Eigentumswohnungen aus ersparten Autokosten, hat keine Miete und kann von den Mieteinnahmen hervorragend leben.
Klar, man füttert die Banken fett, zahlt am Ende das doppelte (derzeit wohl eher das dreifache), was die Wohnungen wert sind, und wenn dann der erste Karriereknick kommt und man mobil sein sollte, klebt man in irgendeinem Kaff fest, weil die Wohnung allein durch die Vermietung ein Drittel des Wertes (d.h. des erzeugten Einkommens) verliert.

Nicht zu vergessen, wer mit 30 eine "Altbauwohnung" kauft, hat bei Renteneintritt, wenn es auf die Mieteinnahmen ankommt, eine Wohnung, die hundert Jahre oder älter ist. Also völlig unattraktiv, aber dafür jede Menge Probleme und Sanierungskosten. Rendite adé.

Wirklich spaßig wird es allerdings, wenn man, ab Mitte 50 sein erstes Hartz IV beantragen will. Dann ist das Gelächter der Tante vom Sozialamt bis zum Stadtrand zu hören. Also lebt man die nächsten 2-3 Jahre vom Erlös der Wohnungen, die natürlich bis dahin kräftig im Preis gesunken sind, und damit ist die Altersvorsorge futsch.
Leute, der Sinn der Riester-Rente ist nicht die Maximierung der Rendite, sondern dass man etwas von seiner Altersvorsorge durch die Durststrecke zwischen 55 und 67 bringen kann!

Was die Rendite angeht, 99% derer, die hier meckern, wissen vermutlich nicht, dass man genausogut mit Aktienfonds riestern kann. Also macht euch erstmal schlau.

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realewelt 07.07.2014, 13:02
27. Da soll wohl einer für den Riester werben...

Zitat von sysop
In eine schicke Altbau-Wohnung ziehen oder ein Auto kaufen? Mit dem ersten Gehalt kann man schönere Dinge anstellen als für das Alter vorzusorgen. Was spricht für und gegen eine Riester-Rente?
Wieso werden die Contra-Argumente in Pro Argumente rumgedreht? Ist da einer etwa parteiisch?
Zudem hat die Aussage: "In meinem Job wird man nie viel verdienen. Im Alter bin ich eh ein Sozialfall." nichts mit Fatalismus zu tun, sondern ist für viele traurige Realität. Für viele wird es eher schlimmer als besser...

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Edelweiß 07.07.2014, 13:05
28.

Zitat von sysop
In eine schicke Altbau-Wohnung ziehen oder ein Auto kaufen? Mit dem ersten Gehalt kann man schönere Dinge anstellen als für das Alter vorzusorgen. Was spricht für und gegen eine Riester-Rente?
Gegen Riester-Produkte spricht, dass per Verordnung ein hoher Anteil (>50%?) der Gelder von den Versicherern in Staatsanleihen angelegt werden muss. Nun wissen wir seit Längerem, dass Staatsanleihen nicht so sicher sind, wie man früher mal dachte, und seit nicht ganz so langer Zeit, aber auch schon seit einer Weile, wissen wir, dass Staatsanleihen eine so schlechte Rendite bringen, dass man's als ernsthafte Altersversorgung vergessen kann.

Gerade erst vor ein paar Tagen konnten sich unsere geschätzten Abgeordneten gar nicht wieder einkriegen vor Stolz, dass nun keine neuen Schulden mehr gemacht werden (sollen). Alle (oder fast alle) finden es ja ganz toll, wenn keine neuen Schulden gemacht werden, und manche würden es am liebsten sehen, wenn der Schuldenberg spürbar getilgt wird. Nur, wenn man das partout will, kann man nicht gleichzeitig wollen, dass alle Bürger fleißige Riester-Sparer sind. Denn wenn sie das wären, würde sich eine ordentliche Summe an neuen Ersparnissen bilden, die aber der Staat gar nicht haben will, weil er spart (Schulden abbaut). Zumindest müsste dann die Vorgabe aufgehoben werden, das soundsoviel in Staatsanleihen anzulegen ist. Aber dann kann man auch gleich sein Geld in Aktien anlegen.

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john.do 07.07.2014, 13:05
29. Kapitalgedeckte Rentenversicherungen

Zitat von sysop
In eine schicke Altbau-Wohnung ziehen oder ein Auto kaufen? Mit dem ersten Gehalt kann man schönere Dinge anstellen als für das Alter vorzusorgen. Was spricht für und gegen eine Riester-Rente?
Kapitalgedeckte Rentenversicherungssysteme für ALLE sind mathematisch zwingend logisch zum Scheitern verurteilt.
Und weil das so ist und in der Vergangenheit die kapitalgedeckten Altersversorgungen zusammenbrachen wurde die umlagefinanzierte Rente eingeführt.
Renten sind immer Anteile an dem was vom Volk aktuell erwirtschaftet wird.
https://de.wikipedia.org/wiki/Mackenroth-These
Wo soll das auch sonst her kommen?

Nur wenn "einige Wenige Teile" einer Gesellschaft kapitalgedeckte Rentensysteme nutzen, haben diese in der Zukunft (sofern die Systeme solange halten) einen Vorteil bei der Verteilung der dann erwirtschafteten Leistungen.
Sobald das "ALLE" tun ist der Vorteil egalisiert.

Einzig die Versicherungskonzerne profitieren von den eingezahlten Summen und zwar jetzt. Volkswirtschaftlich völliger Blödsinn.

Lieber jeden Monat ein paar Silber- oder Goldmünzen (real, nicht auf dem Papier) kaufen und physisch selbst sicher aufbewahren.
Das so angesparte Gut behält langfristig immer einen Wert und der Staat kann nicht so einfach darauf zugreifen.

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