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Bericht der "Washington Post": Amazon soll keine Steuern auf Multimilliarden-Gewinn g
AP

Amazon soll einem Medienbericht zufolge prozentual weniger Steuern als die ärmsten 20 Prozent der US-Amerikaner gezahlt haben. Das Unternehmen kann sich das zweite Jahr in Folge über einen negativen Steuersatz auf Gewinne freuen.

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jj2005 17.02.2019, 00:18
1. Amazon ist gut

"Lokale Aktivisten, Gewerkschaften und Politiker haben gegen die mehr als drei Milliarden US-Dollar Subventionen opponiert ", dann "gab das Unternehmen jedoch entnervt auf." - mir kommen die Tränen!

Bin übrigens auch Amazon-Kunde - die sind einfach toll effizient, alles funktioniert. Dennoch bin ich dafür, massivst einzugreifen zugunsten des Einzelhandels, denn ich bin gegen das Sterben der Innenstädte, und selbst Amazon kann mir die fehlende Schraube nicht so augenblicklich liefern wie der Eisenwarenhändler um die Ecke.

Ganz zu schweigen von dem Genuss, in einer Buchhandlung zu stöbern, und das interessante Buch dann sofort nach Hause zu tragen. Der Buchhändler wird bald zumachen, weil die Kunden nur noch zum Stöbern kommen, die Bestellung dann aber bei Amazon machen, weil's da 15% billiger ist.

Wenn die Bundesregierung sich entschliessen könnte, den "Offlineverkauf" mit 10% Mehrwertsteuer zu belasten, dafür aber den Onlineriesen 25% in Rechnung zu stellen, dann wäre ein wichtiges Stück deutscher Kultur gerettet. Und einige Mammutunternehmen würden ENDLICH Steuern zahlen wie alle anderen auch.

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Fantastic 17.02.2019, 00:18
2.

Die Ausnutzung von "Steuerschlupflöchern" ist legal, aber sozial kontraproduktiv. Der Gesetzgeber muß dafür sorgen, daß dieser Mißbrauch abgestellt wird.
Das ist nicht die Aufgabe einzelner Unternehmen. Die handeln selbstverständlich im eigenen kurzfristigen betriebswirtschaftlichen Interesse. Die Politik hat das gesamtwirtschaftliche und soziale langfristige volkswirtschaftliche Interesse zu vertreten. Wann wird das mal auch von den verantwortlichen Politikern begriffen?
Es gibt halt einen Interessenkonflikt zwischen kurzfristiger persönlicher Betrachtung und langfristiger allgemeiner Betrachtung.
Kann man in jedem Lehrbuch der Mikro/Makroökonomie nachlesen.
Soweit überhaupt Interesse besteht, was ich mittlerweile bezweifle.

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quark2@mailinator.com 17.02.2019, 00:21
3.

Kunden müssen ihre Umsatzsteuer immer gleich beim Einkauf bezahlen. Warum führt man das nicht für Unternehmen ein ? In Bulgarien gab es eine Weile ein System, da hatte die Firma immer zwei Konten parallel, das normale und das Steuerkonto. An das kam nur der Staat ran, die Kunden überwiesen formal auf das normale Konto, aber ein bestimmter Prozentsatz landete zwangsweise auf dem Steuerkonto. Natürlich rettet sowas den Staat nicht davor, daß die Firmen sich Steuergutschriften erarbeiten, aber das muß dann über Gesetze geregelt werden. Wichtig ist, daß das Geld erstmal gar nicht im Zugriff des Unternehmens ankommt, sondern der Staat es ggf. erstattet.

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gammoncrack 17.02.2019, 00:21
4. Vielleicht könnte SPON mich ja mal in die Headline bringen?

Ich gebe nämlich zu, dass ich versuche, mein Nettoeinkommen durch Nutzung aller steuerrechtlichen Möglichkeiten zu erhöhen.

Könnte es sein, dass Amazon genau das gleiche macht? Wenn man so etwas verhindern will, muss man eben die Steuergesetze entsprechend anpassen. Und der Artikel gibt ja auch her, dass Amazon nicht alleine dasteht. Das machen andere Unternehmen auch, aber wahrscheinlich pickt man sich Amazon deswegen heraus, weil dort der größte Betrag hintersteht.

Ich schaffe es wohl deswegen nicht in die Headline, weil ein paar 100.- Euro nicht der Rede wert sind.

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trustableman 17.02.2019, 02:19
5. Amazock boykotieren!

Amazock Europa vermeidet am Headquarter Luxemburg jeden Cent Körperschaftssteuer, Mitarbeiter an den Auslieferungs-Zentren schuften zu Mindestlöhnen, Produktanbieter werden gegenseitig ausgespielt, Mehrwertsteuer-Abgabevermeidung ist der Standard und Preisabsprachen sind Routine. Alexa gehört in den Hexenkessel und Amazock in den Bannstrahl von Boykotten.

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Civis_Stefan 17.02.2019, 05:11
6. Verantwortung

Das Unternehmen handelt nicht viel anders als die meisten von uns. Ich spare, wo ich kann und denke dabei erst einmal an meinen eigenen Vorteil. Die Verantwortung für die Folgen dieses Handelns sieht bei mir persönlich niemand. Ich kann es aber sehen, wenn ich durch Innenstädte gehe und leere Schaufenster sehe. Wird dies die gesellschaftliche Stabilität gefährden, in der ich lebe? Die Verantwortung liegt bei jedem von uns.

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sven2016 17.02.2019, 05:14
7. Das ist ein amerikanisches Problem,

aber auch ein europäisches. Kein Großunternehmen bezahlt die „vorgesehenen“ Steuersätze. Und sei es durch Absprachen mit Landesregierungen und Finanzämtern vor einer Investition.

Steuerregelungen, die es legal ermöglichen, so zu agieren, wie es Amazon und andere wohl getan haben, liegen in der Verantwortung der Politik und der Lobby. Nicht an den Unternehmen direkt.

Das gespielte Entsetzen soll vermutlich auf die kommenden Veröffentlichung der Steuerunterlagen von Herrn Trump vorbereiten: Er hat im Interesse seines Unternehmens gar nicht anders handeln können als Amazon und dir anderen auch.

Zu durchsichtig.

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Myrlin 17.02.2019, 05:45
8. Im einzelnen

Im einzelnen mag jedes Gesetz und Argument seine Logik haben!
Im gesamten aber stört mich:
1.) Juristik
AGB's; Firmen können sie konstruieren. Menschen nicht.
Gesetzesvorteil; Kunden bezahlen 'Rechtsabteilungen' der Firmen über den Warenpreis, die Kosten der 'Rechtsabteilung' werden hier zum 'Prozess der Waren/Dienstleistung-Produktion' addiert.
Kann der normale Bürger Rechtsanwaltskosten etc. von der Steuer absetzen?
2.) Nettolohn
Imaginäre Konstrukte wie Firmen haben eine grössere Menge an Möglichkeiten, ihren Gewinn/Nettolohn 'herunterzurechnen', der normale Bürger bekommt garnicht erst die Möglichkeit da die Steuern von seinem Lohn automatisch einbehalten werden. Hier besteht ein 'umgekehrter Tatsachenverhalt'.
Eventuell zu wenig bezahlte Steuern muss sich der Staat erst von den Firmen 'einklagen', der Bürger muss eventuell zuviel bezahlte Steuern 'zurückfordern'.
3.) Arbeitssystem
Ein Bürger ist zur Arbeit 'verpflichtet', OHNE Anspruch auf einen 'Mehrwert' in Bezug auf seine 'Existenzsicherung',
eine Firma hat 'Immer einen Anspruch' auf 'Mehrwert zur Existenzsicherung'.
4.) Balanze
Firmen und andere 'imaginäre Konstrukte' brauchen garnicht 'wählen', denn sie sind 'Systematisch' im Vorteil, der Bürger kann wählen, ist aber 'Systematisch' im Nachteil.
Dies betrifft alle Aspekte innerhalb der 'Vergleichbarkeit Bürger zu "Firmen"'.
5.) Politik
Die Politik ist in 'erster Linie' am 'Systemerhalt' interessiert, erst in 2. Linie an der Verwirklichung von 'Demokratie für den Bürger'.

Unsere 'Demokratie' ist in erster Linie ein Stabilisierungsmechanismus für das 'Kapitalistische System'.
Es 'dient dem Kapitalismus'.
Nicht umgekehrt!
Als Bürger und Demokrat gilt es für mich, diese Tatsache zu ändern, damit 'Kapitalismus' der 'Demokratie' dient.
Ansonsten akzeptiere ich mich selbst als 'Sklave des Systems' und dies widerspricht 'meiner Natur', den Menschenrechten, dem Grundgesetz und dem 'Grundgedanken von Demokratie'.

Dies ist:
A.) Mein Recht
B.) Meine Pflicht
C.) Wird von Gesetzen gefordert

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curly988 17.02.2019, 06:14
9. Legal

Ich persönlich glaube, es ist falsch sich der Illusion hinzugeben internationale Großkonzerne würden sich an irgendwelche moralischen oder ethischen Regeln gebunden fühlen. Sie wollen ihren Gewinn maximieren- und nichts anderes.

Der Staat ( und das ist in DE genauso wie in den USA) gibt Ihnen nur legal die Möglichkeit dazu es mit solchen Mitteln zu tun . Wenn ein Staat dies nicht möchte, muss er es eben strafrechtlich unterbinden. So einfach. Aber Ihnen erst die Möglichkeit bieten es legal zu tun und sich dann darüber aufzuregen ergibt schlicht und ergreifend keinen Sinn. Die Gesellschaft sollte sich darüber aufregen das dies überhaupt legal möglich ist.

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