Forum: Wirtschaft
Bericht der "Washington Post": Amazon soll keine Steuern auf Multimilliarden-Gewinn g
AP

Amazon soll einem Medienbericht zufolge prozentual weniger Steuern als die ärmsten 20 Prozent der US-Amerikaner gezahlt haben. Das Unternehmen kann sich das zweite Jahr in Folge über einen negativen Steuersatz auf Gewinne freuen.

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haresu 17.02.2019, 08:11
20. Es ist nicht Amazons Schuld

Amazon hält sich an die Gesetze, Amazon nutzt die Gesetze. Schuld haben Politiker, die solche Gesetze organisieren, verteidigen oder dulden. Man kann ja sogar der Meinung sein, dass Unternehmen überhaupt keine Steuern zahlen sollten, dann sollte das aber bitte für alle gelten. Schlupflöcher nur für die börsennotierten internationalen Konzerne sind nämlich auch wettbewerbsverzerrend und damit volkswirtschaftlich gesehen falsch.

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hmoik 17.02.2019, 08:20
21. Jammert nicht, erlasst...

...andere Gesetze und regelt die Steuern neu.
Aber dazu muss man halt Politiker mit Cojones in der Büx haben, gelle?
Vielleicht mal ein Workshop mit AOC in Washington?
Als CEO und anderes Board Mitglied muss man so handeln, denn sonst kommt ein klagefreudiger AktionärIn noch auf die Idee, man habe den Untreue Tatbestand erfüllt und schon befindet man sich "in very hot water"...
Fragen sie mal diejenigen, die von den derzeitigen Regeln profitieren (und ich rede nicht von Bezos oder anderen Aktionären), was die davon halten, das anders zu regeln. Es besteht halt ein Wettbewerb unter Ländern, Bundesstaaten, Counties, teilweise sogar Nachbarn. Menlo Park hat East Palo Alto einmal ein Grundstück abgekauft und eingemeindet, weil irgendein Schlauhasi früher als alle anderen wusste, dass SUN sich dort niederlassen wollte (heute das HQ von Facebook). Und schwups waren die Gewerbesteuern weg...
Die Lösung wäre ganz einfach: eine Steuer auf den Umsatz, dort, wo dieser gemacht wird. In den USA gibt es das im Prinzip bereits, in California zahlt man auf den Einkauf eine Steuer, in Nevada halt nicht, wenn das Produkt aus einem anderen Bundesstaat versandt wird. Macht das Leben teurer, aber es zwingt einen ja niemand, zu bestellen.
Solange Politiker ihren Wählern aber immer nur den gleichen unseriösen Quatsch verkaufen, ändert sich halt nix. Beim nächsten mal das Kreuzchen halt woanders machen - der vollkommen unterschätzte Vorteil einer Demokratie. A blessing.

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Bibs1980 17.02.2019, 08:23
22. Das nenn' ich Chuzpe

"Wir haben seit...investiert"! Aber wirklich: für die aus betriebswirtschaftlicher Sicht sinnvollen/notwendigen Investitionen in die Expansion kann man ja wohl ein bisschen Dankbarkeit der Arbeiter erwarten. Gut, man hätte den Arbeitern auch anständige Löhne zahlen können und trotzdem investieren müssen, weil - psst - die Investionen eben notwendig und sinnvoll waren. Das wäre aber zu Lasten der Besitzer gegangen und das kann ja keiner wollen.

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traumglauben 17.02.2019, 08:25
23. Steuern sind wichtig

Steuern sind unabdingbar für eine funktionierende Gesellschaft. Mit den nicht bezahlten Steuern könnte man die Infrastruktur, Schulen, Spielplätze Kitas, Polizei, etc leichter finanzieren, Wer das nicht kapiert solte mal überegen, dass er seinen Garten mit dem Sprinkler bewässert und nicht mit einem Feuerwehrschlauch. Gerechte Verteilung ist notwendig. Also bitte schnellsten Steuerschlupflöcher schließen. Und auch mal überlegen, ob man dort wirklich einkaufen muss. Gerade Amazon muss hier in allen Punkten hinterfragt werden.

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wiescheid 17.02.2019, 08:33
24. Richtig so, Amazon

Ich verstehe die negative Stimmung Richtung Amazon nicht - das Problem sind doch anscheinend die lächerlichen Steuergesetze, die man sicher kritisieren kann und muss. Das aber ein Unternehmen sich dann an den rechtlichen Rahmenbedingungen orientiert und für sich optimierte Entscheidungen trifft, erwarte ich von einem Unternehmer. Auch wenn ich kein Aktionär bin - sonst aber erst Recht. Aber wahrscheinlich zahlen alle Kritiker freiwillig mehr Steuern als sie müssten und verzichten gerne auf Möglichkeiten, Dinge wie Fahrtkosten, Kinder, Spenden, etc. steuermindernd geltend zu machen...

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navitrolla 17.02.2019, 08:35
25.

Was Amazon in den USA macht könnte mir herzlich egal sein - wenn auf der anderen Seite verhindert wird, dass in der EU gemachte Gewinne unversteuert dorthin transferiert werden können.
Das vermisse ich leider im Artikel. Was zahlt Amazon hierzulande an Steuern?

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gen123 17.02.2019, 08:57
26. Wieviel Gewinn denn wirklich vor Steuern?

Am Artikelanfang steht: "Amazon hat im vergangenen Jahr auf Gewinne von 11,2 Milliarden US-Dollar offenbar keine Steuern gezahlt.". Weiter unten steht dann: "Von 2009 bis 2018 erzielte das Unternehmen seinen Angaben zufolge einen Gewinn in Höhe von rund 26,5 Milliarden US-Dollar...". Dann würden von 2009-2017 'nur' 15,3 Milliarden US-Dollar Gewinn gemacht worden sein.
Hat den Rest Herr Bezos direkt behllten?

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HartmutSchlegel 17.02.2019, 09:00
27. Steuerzahlung minimieren

Warum echauffiert man sich? Solange legal gehandelt wird , kann man niemandem einen Vorwurf machen. Gier ist einzig und alleine der Gesetzgeber gefordert. Und da hier die Lobbyisten das sagen haben, wird natürlich nichts geändert.

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touri 17.02.2019, 09:26
28.

Zitat von jj2005
"Lokale Aktivisten, Gewerkschaften und Politiker haben gegen die mehr als drei Milliarden US-Dollar Subventionen opponiert ", dann "gab das Unternehmen jedoch entnervt auf." - mir kommen die Tränen! Bin übrigens auch Amazon-Kunde - die sind einfach toll effizient, alles funktioniert. Dennoch bin ich dafür, massivst einzugreifen zugunsten des Einzelhandels, denn ich bin gegen das Sterben der Innenstädte, und selbst Amazon kann mir die fehlende Schraube nicht so augenblicklich liefern wie der Eisenwarenhändler um die Ecke. Ganz zu schweigen von dem Genuss, in einer Buchhandlung zu stöbern, und das interessante Buch dann sofort nach Hause zu tragen. Der Buchhändler wird bald zumachen, weil die Kunden nur noch zum Stöbern kommen, die Bestellung dann aber bei Amazon machen, weil's da 15% billiger ist. Wenn die Bundesregierung sich entschliessen könnte, den "Offlineverkauf" mit 10% Mehrwertsteuer zu belasten, dafür aber den Onlineriesen 25% in Rechnung zu stellen, dann wäre ein wichtiges Stück deutscher Kultur gerettet. Und einige Mammutunternehmen würden ENDLICH Steuern zahlen wie alle anderen auch.
Sie werden das Sterben der Einzelhändler nicht verhindern können, außer sie tun diese massiv subventionieren. Das Geschäftsmodell ist einfach nicht konkurrenzfähig zum Onlinehandel. Wie wäre es stattdessen sich einmal über andere Nutzungskonzepte der Innenstädte Gedanken zu machen? Ich könnte mir z.B. vorstellen Naherholungsgebiete dort einzurichten oder zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.

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vliege 17.02.2019, 09:34
29. Es war einmal...

Man stelle sich vor, die Politik in ihrer gespielten oder noch schlimmer tatsächlichen naiven Ahnungslosigkeit lässt sich in, nahezu allem Extern Beraten. Die Hauseigene Kompetenz wird somit eigentlich obsolet bzw. ergibt nicht grad ein gutes Bild von Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter. Die Externen Berater handeln ausschließlich im eigenem Interesse bzw. anderen besser zahlenden oder mächtigeren Auftraggebern. Die "Steuerschlupflöcher" werden mMn, dank externer Beratung mit vollem Wissen kreiert oder offen gelassen. Die Politik als Handlanger der Selbstbedienung von Steuervermeidung oder Phantomsteuern a la Cum Ex&Co.
Es wird sich nichts ändern. Die Politik ist ein Sammelsurium von käuflichen Karrieristen/ Lobbyisten.

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