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Berliner Mietendeckel: Was Mieter und Vermieter jetzt tun sollten
DPA

Höchstens 9.80 pro Quadratmeter? Was der geplante Mietendeckel in Berlin für Mieter und Vermieter bedeutet - der Überblick.

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Shiva25 31.08.2019, 17:17
1. Es wird weh tun....

Das ganze System muss zurück auf Bezahlbarkeit für Durchschnittsmenschen fahren in Sachen Grundbedürfnisse. Dazu gehören gesunde Nahrung, akzeptables Wohnen, Bildung, Kultur, Natur, Kleidung, Transport und Gesundheit. Jeder für alle und alle für jeden ...." Lieber jetzt anfangen als auf den großen Knall warten.

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derspiegeldesspiegel 31.08.2019, 17:21
2. Diskussion ist immer noch Mist

Es gibt mehr als genug Wohnfläche. Warum will jeder in die Stadt? Rentner wegen den Ärzten, Junge wegen der Arbeit. Keine junge Familie bei Verstand zieht nach Berlin wenn nutzbare Alternativen auf den Land möglich wären. Da wurden Ärzte, gute Schulen, Betreuungsmöglichkeiten der Kinder eben nicht aufgebaut sondern durch das deutsche System vernichtet. Da ist das Versagen der Politik. Meistens gut gemeinter beschissen umgesetzte linke Politik. Genau wie dieser Deckel.

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thomas1506 31.08.2019, 17:58
3. Blinder Aktionismus ohne Sinn und Verstand

Eines dürfte wohl allen klar sein: Wenn die Stadt Berlin nicht in eigener Regie in sehr großem Stil neue Wohnungen baut, wird die Wohnungsnot in Berlin in 5 Jahren um ein Vielfaches größer sein. Niemand der noch halbwegs bei Verstand ist, wird aktuell einen Neubau in Auftrag geben, auch Sanierungen und Modernisierungen von Bestandsimmobilien werden sich nicht mehr rechnen. Aber die Berliner kennen das ja schon aus eigener Erfahrung wie eine Stadt aussieht, wenn sich keine S** mehr um die Häuser kümmert. Irgendwann wird der Mietpreis dann gerechtfertigt sein.

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gvz 31.08.2019, 18:00
4. Wem es wohl nützt?

Wie Herr Tenhagen schon schreibt: Privat Mietwohnungen bauen in Berlin ist damit erst einmal Geschichte. Neuwohnen in Berlin: Das wird jetzt wohl ein Privileg der Wohlhabenderen, die sich entweder eine Wohnung kaufen können, oder aber dem Vermieter glaubhaft machen können, einen weiten und gefestigten Abstand zu den 30% vom Einkommen zu haben. Oder dem Vermieter auf die Hand was zustecken, womit dann auch der Staat in die Röhre schaut. Was natürlich am besten im geschlossenen Bekanntenkreis funktioniert.

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ayee 31.08.2019, 18:00
5. Keine Familien in Berlin

Zitat von derspiegeldesspiegel
Es gibt mehr als genug Wohnfläche. Warum will jeder in die Stadt? Rentner wegen den Ärzten, Junge wegen der Arbeit. Keine junge Familie bei Verstand zieht nach Berlin wenn nutzbare Alternativen auf den Land möglich wären. Da wurden Ärzte, gute Schulen, Betreuungsmöglichkeiten der Kinder eben nicht aufgebaut sondern durch das deutsche System vernichtet. Da ist das Versagen der Politik. Meistens gut gemeinter beschissen umgesetzte linke Politik. Genau wie dieser Deckel.
Familien bleiben in Berlin aus den gleichen Gründen, weshalb andere junge Leute nach Berlin gehen. Und nicht das "deutsche System", was auch immer das sein soll, hat Möglichkeiten auf dem Land "vernichtet", sondern die Nachfrage. Bei mehr Single Haushalten und der Anziehungskraft der Stadt auf junge Leute, braucht es nunmal weniger Kinderbetreuungsangebote und Schulen auf dem Land, denn die jungen Leute bekommen nunmal die Kinder und Singles eben gar keine. Ich selbst wohne zwar in einer Stadt, aber in keiner Großstadt. Ich käme nicht auf die Idee, auf's Land zu ziehen. Die Pendelzeiten zu Job und Freizeitangeboten stünden in absolut keinem Verhältnis zu den positiven Aspekten auf den Land. So sehen das auch eine Menge anderer Menschen, weshalb sich die Politik an diesem Bedarf orientieren muss und nicht an der Wunschvorstellung eines idyllischen Landlebens.

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vicbrother 31.08.2019, 18:07
6.

Der Mietendeckel ist das herumdoktern an einem Indikator, nicht am Syndrom! Lage und Ausstattung der Wohnung sowie die Marktsituation finden sich im individuellen Kaufpreis wieder. Da hilft keine Gleichschaltung, sondern von staatlicher Seite a) Erbbaurecht und Bauauflagen bei der Lage, b) Kompromisse bei Auflagen zur Ausstattung wie Dämmung und ähnlichem bei der Ausstattung und c) der Bau von neuen Wohnungen. Den Punkt c wird aber kaum eine Kommune ernsthaft erwägen, leider wird es nur nie diskutiert: 1. Kann man Baugrund gerade schön an private Investoren verkaufen und damit eine Einnahme haben und 2. Ziehen in den sozialen Wohnungsbau sozialschwache, d.h. im schlimmsten Fall Hartz IV-Empfänger, die von den Kommunen Geld erhalten, einen kostenlosen ÖPNV und Freibäder fordern, nie das Theater nutzen und keinen Cent für einen Kita-Platz zahlen. Daher möchten die Kommunen gerne solvente Mieter in privaten Wohnungen sehen, die nutzen nicht nur das Theater, sondern zahlen auch mehrere hundert Euro für einen Kitaplatz im Monat. Das ist die Ursache für das jetzige Problem, nicht der Preis einer Wohnung. Der zeigt wie ein Indikator nur an, dass die sozialen Probleme in den Kommunen bald überkochen.

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Igelnatz 31.08.2019, 18:11
7. falsche Regelung

Es gibt kein Recht, günstig im Szeneviertel zu wohnen. Und wie im Artikel gesagt - es gibt für Privatvermieter so wenig Anreiz zu modernisieren. Ich bin eher dafür woanders anzusetzen. Universitäten und Arbeitgeber in begehrten Städten müssen einen Miet-Wohnzuschuss zahlen. Das macht Arbeit und Universitäten in begehrten Städten teurer und in nicht begehrten Städten etwas attraktiver. Weiterhin kann z.B. der teuer in Arbeitsplatznähe wohnt die Differenz zur günstigeren Umlandmiete steuerlich ähnlich Pendlerpauschale ansetzen. Hier könnte ein allgemeiner Katalog erarbeitet werden. Ansonsten - Preis ist Preis - hier finanziert die Allgemeinheit und auch der Staat durch Verzicht auf Steuern durch Mieteinnahmen irgendwelchen privilegierten Mietern das günstige Wohnen in begehrter Lage. Das kann es doch irgendwie auch nicht sein. Ich würde als Vermieter in Berlin auch nur noch das Allernötigste investieren - weniger Umsatz auch für das Handwerk...

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isar56 31.08.2019, 18:13
8.

Zitat von derspiegeldesspiegel
Es gibt mehr als genug Wohnfläche. Warum will jeder in die Stadt? Rentner wegen den Ärzten, Junge wegen der Arbeit. Keine junge Familie bei Verstand zieht nach Berlin wenn nutzbare Alternativen auf den Land möglich wären. Da wurden Ärzte, gute Schulen, Betreuungsmöglichkeiten der Kinder eben nicht aufgebaut sondern durch das deutsche System vernichtet. Da ist das Versagen der Politik. Meistens gut gemeinter beschissen umgesetzte linke Politik. Genau wie dieser Deckel.
Ja, WENN .... nutzbare Alternativen.......
Da fallen so ziemlich alle Schwerbehinderten schon mal aus dem ländlichen Nest, was Arbeitsplätze betrifft. Meine Verwandten in Berlin werden gar nichts tun und weiter ihre Miete bei gut 10 Euro/qm bezahlen. In einem hübschen 2 Familienhaus, im obersten Norden Berlins, mit Garten und Terrasse. Die stille Übereinkunft mit dem Hausbesitzer lautet: er bekommt pünktlich seine Miete und läßt den Mietern ihre Ruhe, die Mieter halten die Wohnung in Schuss, was nach dem Einzug mit viel Arbeit verbunden war. Glück gehabt.
Ansonsten halte ich diese Umsetzung genial erscheinender Lösungen auch für verzichtbar, weil Symptombekämpfung.

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Pensionskassen 31.08.2019, 18:24
9. Besonderheit Berlin

Berlin hat immer eine Sonderstellunng egal ob BRD oder DDR. Diese vermeintliche Hauptstadt wurde und wird immer Noch subventioniert. Vor der Wende gab es für den Wohnungsbau im Westen das Berlin-Föderungsgesetz und nach der Wiedervereinigung die Sonderabschreibung im Beitrittsgebiet einschließlich West-Berlin. Es gilt der Grundsatz wenn ein Deutscher Steuern sparen kann setzt bei ihm der Geist aus. Dieser Grundsatz gilt auch für die Politik.

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