Forum: Wirtschaft
Berliner Mietspiegel: Atempause im Wohnungswahnsinn
imago images/Schöning / Britta Pedersen/DPA

In Berlin ist eine hitzige Debatte über Wohnkosten entbrannt. Jetzt legte Bausenatorin Lompscher neue Zahlen vor, wonach der Anstieg deutlich gebremst wurde. Zeigt die Enteignungsdebatte schon Wirkung?

Seite 1 von 9
totalausfall 13.05.2019, 20:24
1. Nein.Der Markt regelt.

Hat mit der Enteignungsdebatte gar nichts zu tun.

In anderen Städten ist er nämlich auch gesunken. Und so überraschend ist das auch nicht. Der Markt regelt.
Wohnen in deutschen Großsstädten war Jahrzehnte zu billig, das hat sich in den letzten Jahren korrigiert.

Die Schnäppchenpreise sind Geschichte, die Wertkorrektur abgeschlossen. Das Horrorszenarien der Linken, die Preise würden immer weiter steigen, ist Panikmacherei oder reines Unverständnis des Marktes.

Nun müssen die Gehälter (weiter) kräftig anziehen, damit das Verhältnis Einkommen-Wohnkosten wieder um ein paar Prozentpunkte sinkt und in den gesunden Bereich rückt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
didel-m 13.05.2019, 20:28
2. Ja na klar zeigt die Wirkung und im Himmel ist Jahrmarkt

Mein Gott wie blöd ist das denn. Der Anstiegt ist schlicht dadurch begrenzt, weil der Markt im Moment nicht mehr hergibt. Alles hat nunmal ein Ende.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kakophoniephobie 13.05.2019, 20:29
3. Der Staat als Wohnungsbauförderer und Wohnungsbauinvestor

In Frankreich sind die Motive der Gelbwesten zu demonstrieren sehr unterschiedlich. Die einen wollen mehr Lohn, die anderen klagen über zu hohe Steuern oder unhaltbare Arbeitsbedingungen, wieder andere fordern eine Besserstellung der Alleinerziehenden oder auch höhere Renten oder aber äußern ganz allgemein ihren Unmut über steigende Lebenshaltungskosten. Den Deutschen liegen drei Themen besonders am Herzen, wie ich meine: aktuell die zu hohen Immobilien- und Mietpreise in den Ballungsgebieten, zum andern Ängste in der Mittelschicht vor dem sozialen Abstieg (infolge von Globalisierung, Digitalisierung und Technisierung etc.), nicht zuletzt auch Naturzerstörung, Umweltverschmutzung und Klimawandel. Andere Themen wie Zunahme prekärer Beschäftigungs- und Lebensverhältnisse mitsamt drohender Altersarmut oder Migration und die Folgen stehen auch ganz oben auf der Problem- bzw. To-do-Liste. - - - Die hohen Mieten in den Ballungszentren können von den Arbeitgebern durch spürbare Lohn- und Gehaltserhöhungen nicht ausgeglichen werden, zumal dadurch sowohl Produkte als auch Dienstleistungen sich enorm verteuern würden, mit Auswirkungen auf den Verbraucher und nicht zuletzt auch die darunter leidende Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und generell des Wirtschaftsstandortes Deutschland. - - - Gefragt ist ein lenkender, negative Tendenzen frühzeitig erkennender und bekämpfender Staat, der seiner Rolle als Verfechter der sozialen Marktwirtschaft gerecht wird, Verwerfungen und Fehlentwicklungen der vergangenen Jahrzehnte korrigiert und dort, wo Missstände nicht zu übersehen sind und den sozialen Frieden gefährden, sofort aktiv wird, zum Beispiel auf dem Wohnungsmarkt. Gefragt ist der Staat als Wohnungsbauförderer und -investor.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
engelchen5711 13.05.2019, 20:33
4. Den Miethaien ist dennoch nicht zu trauen

Sofern sich die Diskussion wieder beruhigt hat, kommen sie aus den Löchern. Deutsche Wohnen & Co. leben nur vom Abzocken ihre Mieter. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass ihnen jedes Mittel recht ist, um ihr schmutziges Geschäft durchzuziehen. Wenn rechtliche Lücken vorhanden sind, werden sie auch gnadenlos ausgenutzt. Ob das bei falschen Abrechnungen der Betriebskosten oder bei der gern durchgeführten Gentrifizierung durch Modernisierungsmaßnahmen der Fall ist, wenn die Miethaie eine Lücke finden, schlagen Sie zu. Die Diskussion um Enteignung oder Mietendeckelung sollte daher im Raum stehen bleiben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
derauf 13.05.2019, 20:35
5. wohningswahnsinn ist unsinn

der Wahnsinn ist der Euro und die Null!! Zinspolitik!! hat es noch nie im der Menschheitsgeschichte gegeben! das Geld sucht Anlagen und findet sie in Wohnungen. so einfach ist das .der Euro muss nullzins haben weil sonst sofort die Südländer Pleite sind.
das ist alles.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Das Pferd 13.05.2019, 20:40
6.

"Zeigt die Enteignungsdebatte schon Wirkung?"

so eine blöde Frage. Drohende Enteignung verringert das Interesse am Bauen und am Erwerb, das könnte höchsten zu nachlassendem Neubau und fallenden Kaufpreisen führen, könnte mittelfristig sogar passieren. Die Mieten steigen logischerweise, wenn sich das Angebot verknappt oder der Zuwachs geringer ausfällt. Die Enteignungsdebatte wird ja völlig ideologisch geführt, wenn RRG völlig Amok läuft wird auch enteignet, wer nicht das Maximum herausgequetscht hat.
Ausserdem würde eine Enteignung zu Entschädigungen führen, deren Höhe nicht das Kasperletheater im Roten Rathaus, sondern Gerichte entscheiden. Und die Entschädigung folgt dem Schaden. Und der ist um so höher, je höher die Miete ist. Letztlich wird es eine Formel wie "10 Jahresnettokaltmieten" oder so geben.

Es gibt einen einfachen Grund für eine Abschwächung: Berlin ist schon zu lange hipp. Länger als eine Generation hält so was nicht an. Ausserdem ist die Stadt nicht mehr lebenswert. Verdichtung und immer unangenehmere Menschen, das kompensieren "angesagte Clubs" nicht auch dauer.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
muunoy 13.05.2019, 20:41
7. Komische Schlussfolgerungen

Der Anstieg der Mieten hat sich überall verlangsamt. Das hat nichts mit staatlichen Drohungen zu tun. Der Anstieg der Immobilienpreise hat sich auch verlangsamt. Aber nicht so stark. Das ist ein klares Indiz für eine Blase auf dem Immobilienmarkt, die in erster Linie durch die unverantwortliche planwirtschaftliche Geldpolitik der EU hervorgerufen wurde. Es wird noch spaßig, wenn die Blase platzt. Die Mieten dürften erst wieder stark steigen, wenn unsere Regierenden die Nachfrage durch falsche Standortpolitik oder neue millionenfache Zuwanderung anheizen. Hoffen wir mal, dass die irgendwann mal lernen, anstatt sich für Enteignungsphantasien auf die Schulter zu klopfen. Nur ein Beispiel für falsche Standortpolitik: Bei einem Kunden von mir in Süddeutschland zahlten die Mitarbeiter mit ihren Steuern die Vernichtung ihrer Arbeitsplätze. Die Steuern gingen nämlich über den unsäglichen Länderfinanzausgleich an Berlin, welches damit die Firma dermaßen subventionierte, dass die Arbeitsplätze dorthin wanderten. Da ist es dann logisch und gerecht, dass in Berlin die Mieten steigen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Strangelove 13.05.2019, 20:42
8. ... der Markt regelt aber

auf hohem Niveau. Nein es ist schlicht so, dass wer kann in Berlin gegenwätig nicht umzieht weil sonst kein Geld mehr zum Leben übrig bleibt. Dementsprechend ist der scheinbare Anstieg auch geringer. Wer eine Wohnung findet zahlt in der Regel zu viel, also für die "Lage", nur sind die meisten Lagen in Berlin keine Traumlagen. Trotzdem ist Wohnen für viele in Berlin zu teuer, denn die Einkommen sind dort meist nicht wie in Bayern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
MondVogel 13.05.2019, 20:42
9. ja ne is klar...

...weil ein paar weltfremde Deppen weinen, reagieren Vermieter innerhalb weniger Wochen und reduzieren die Mieterhöhungen? So ein Schwachsinn. Der Spiegel schießt sich mit solchen Überschriften selbst ins aus und tut so, als ob solche "Debatten" (in Anführungszeichen, weil hauptsächlich nur vom Spiegel eine Platform gegeben) Einfluss hätten, wenn in Wirklichkeit die Zahlen den Darstellungen im Artikel widersprechen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 9