Forum: Wirtschaft
Berliner Mietspiegel: Atempause im Wohnungswahnsinn
imago images/Schöning / Britta Pedersen/DPA

In Berlin ist eine hitzige Debatte über Wohnkosten entbrannt. Jetzt legte Bausenatorin Lompscher neue Zahlen vor, wonach der Anstieg deutlich gebremst wurde. Zeigt die Enteignungsdebatte schon Wirkung?

Seite 8 von 9
apfeldroid 14.05.2019, 07:00
70.

Einfach die Anzahl möglicher Immobilien pro Kopf begrenzen! Keiner darf mehr als 5 Immobilien besitzen, dann purzeln schon die Preise

Beitrag melden Antworten / Zitieren
transsib_reisen 14.05.2019, 07:23
71. Berlin III. Welt - aus dem Artikel:

Beim Blick nach Bayern erscheinen die Berliner Verhältnisse freilich noch ziemlich paradiesisch. Liegt die durchschnittliche Nettokaltmiete in Berlin laut dem neuen Mietspiegel bei 6,72 Euro pro Quadratmeter, so sind es in München laut Zahlen des Senats 11,69 Euro. In Hamburg sind es 8,44 Euro und damit immer noch 26 Prozent mehr als in Berlin.

Jo. Und in Stuttgart soll die qm-Miete bei 9,97 liegen! Das ist schon bei Bestands-, mehr aber noch bei Neuvermietungen eine sehr leise Hoffnung...

Wer das Ganze versemmelt hat, ist Herr Draghi von der EZB mit seiner unsagbaren Nullzinspolitik.

Das Kapital flüchtet deswegen in Sachwerte und Immobilien, raus aus Lebensversicherungen und Sparguthaben, die gar nichts mehr an Rendite abwerfen.

Das Risiko, sein Kapital zu verlieren, muss entlohnt werden durch entsprechende Kauf- und Mietpreise bei Immobilien.

Die Berliner leben immer noch spottbillig und maulen trotzdem nonstop. Nicht einmal die lachhaften berliner Preise können die
Leute zahlen mangels Wirtschaftskraft. III. Welt, das ist Berlin heute.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
liberaleroekonom 14.05.2019, 07:42
72. @36 redwed11: Wie wäre es mit ein paar Fakten zu Deutsche Wohnen?

Deutsche Wohnen ist nach meinem Kenntnisstand das größte private Berliner Wohnungsunternehmen mit aktuell 111.000 Wohnungen in der Hauptstadt. Übrigens waren davon mindestens 95.000 einst Landeseigentum.
Die durchschnittlichen Mieten der Deutsche Wohnen stiegen seit 2010 von 5,38 auf 6,55 Euro kalt je Quadratmeter im dritten Quartal 2018. Lagen also zuletzt immer noch unter dem aktuellen Berliner Mietpreisspiegel in Höhe von durchschnittlich 6,72 Euro.
Wie die meisten Vermieter nutzt auch die Deutsche Wohnen die gesetzlichen Möglichkeiten und verlangt deutlich mehr bei Neuvermietungen. Dennoch liegt das Unternehmen bei den Neuvermietungen mit 8,47 Euro kalt je Quadratmeter weit unter dem Gesamt-Berliner Durchschnitt. 2017 zahlten Neumieter in der Bundeshauptstadt durchschnittlich nämlich 9,79 Euro kalt je Quadratmeter.

Und weil irgendjemand in Berlin angeblich auch Wuchermieten von 25 Euro kalt je Quadratmeter nimmt, muss jetzt nach Ihrem Verständnis die Deutsche Wohnen enteignet werden? Diese Logik müssten Sie mir noch einmal erklären. Sollte man nicht besser die tatsächlichen Miethaie in ihre Schranken weisen, ihnen ihre Grenzen aufzeigen und ggf. sanktionieren?

Oder liegt die Rechtfertigung für die Vergesellschaftung des Wohnungsbestandes bei Deutsche Wohnen ausschließlich daran, die magische Grenze von 3.000 Wohneinheiten überschritten zu haben? Macht zwar juristisch keinerlei Sinn und wäre auch verfassungsrechtlich niemals zu begründen, aber man kann es ja mal probieren.

Außerdem ist es doch für Wohnungsgesellschaften mehr als großzügig immerhin noch 3.000 Wohnungen als Eigentum besitzen zu dürfen. Herr Kühnert (SPD) hat ja bereits Vergesellschaftungsphantasien, wenn der Privatmann mehr als eine Wohnung als Eigentum besitzt und diese vermietet. Wie sagte er doch so schön entlarvend: "Ich finde nicht, dass es ein legitimes Geschäftsmodell ist, mit dem Wohnraum anderer Menschen seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. .... Konsequent zu Ende gedacht, sollte jeder maximal den Wohnraum besitzen, in dem er selbst wohnt."
Und Jetzt muss er noch sagen, was die ca. vier Millionen privaten Kleinvermieter mit ihren Wohnungen denn machen sollen. Schnell noch an große Wohnungsgesellschaften verkaufen und damit ihr anrüchiges Geschäftsmodell der Vermietung aufgeben oder doch besser warten bis sie von der Kühnert-SPD mit angemessener Entschädigung staatlich enteignet/vergesellschaftet/kollektiviert oder was auch immer werden?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spmc-12355639674612 14.05.2019, 08:26
73. Es war ja klar,

Zitat von laotse8
gehen über Besteuerung und staatliche (Zwangs-)abgaben wie EEG, Isolierungszwang und Abschaffung einfacher Heizungen über die Betriebs- und Umweltinvestitionskosten schon gut 20 Euro an den Staat. Weitere gut 30 Euro von 100 kassiert der Staat mit Einkommenssteuern, Körperschaftssteuern, Gewerbesteuern, Dividendensteuern, Grunderwerbssteuernh, Grundsteuern und und und ... ab. Bei einer bescheideneren Mieteneinnahmen und Betreibskostenbesteuerung und weniger kostspieligen Umweltschutzbedingungen könnten die Mieten schnell um 50% fallen! Die für die Strompreisexplosion Verantwortlichen sonnen sich jetzt in der "Mietpreisbremse" - und wissen genau, daß die grenzenlose Zuwanderung damit erst recht keine bezahlbaren Wohnungen für deutsche Arbeitnehmer übrig lässt. Hauptsache die deutsche Mehrheit glaubt, dass ihre Politik "für" sie eintritt.
dass wieder irgendwer daherkommt, der sich über die hohe Steuer- und Abgabenlast aufregt, den Gewinn durch Vermietung kleinzureden versucht, die "Strompreisexplosion" ins Feld führt und am Ende die Zuwanderung als Grund nennt, dass arme "deutsche Arbeitnehmer" "keine bezahlbaren Wohnungen" bekommen.
Ich weiß natürlich nicht, wie viele vermietete Wohnungen Sie persönlich besitzen. Mir selbst gehören ein paar und kann Ihnen aus eigener Anschauung sagen, dass unter dem Strich genug übrig bleibt, die Eigenkapitalrendite (durch den Hebel der darlehensbasierten Finanzierung) hoch ist und dass die Mietsteigerungen der letzten Jahre nicht an der Zuwanderung liegen, sondern indirekt an der Nullzinspolitik der EZB: Diese hat die Kaufpreise in ungeahnte Höhen getrieben und das schlägt - jedoch nicht einmal in voller Höhe - auf den Mietmarkt durch, weil das Immobiliengeschäft eines der wenigen ist, wo man als Investor die Rendite auf einfache Weise durch Mieterhöhungen selbst steigern kann. Bei Bankzinsen von 0% gibt man sich halt auch mit Renditen von 2-3% zufrieden und nimmt die Wertsteigerung (z. B. in Berlin, München, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart, Leipzig und Dresden) gerne mit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
isikat 14.05.2019, 09:02
74. Ich lach mich tot

Hat sie die Zahlen selbst gefälscht? Ich beobachte den Immobilienmarkt täglich und der Wahnsinn explodiert fröhlich weiter.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
demokrat2 14.05.2019, 09:24
75. Verbände der Wohnungsbesitzer ......

.... scheuen keine KLagen, um ihre Interessen - das heißt mehr Geld - durchzusetzen. Dann sollten sie sich nicht wundern, wenn die Mieter über Enteignungen nachdenken. Der Bericht ist in der Tendenz etwas Vermieterfreundlich ausgefallen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
liberaleroekonom 14.05.2019, 09:42
76. Wie gut, dass wir in einem Rechtsstaat mit einem BVerfG leben

Zitat von apfeldroid
Einfach die Anzahl möglicher Immobilien pro Kopf begrenzen! Keiner darf mehr als 5 Immobilien besitzen, dann purzeln schon die Preise
Könnten Sie mir bitte Ihren Rechenweg erklären. Oder geht der in etwa so: Man teile die in Berlin diskutierte Vergesellschaftungsgrenze (3.000 Wohnungen) durch Tausend addiere das Doppelte der Kühnertschen Wohnungsvorgaben (maximal 1 Wohnung zur Eigennutzung) hinzu und schon landet man bei exakt 5 Wohnungen.

Jetzt müssen Sie mit dieser Herleitung nur noch das passende Gesetz zu Artikel 14 Absatz 1 Grundgesetz schreiben, in dem der Schutz von Eigentum auf 5 Wohnungen begrenzt wird.
Und wenn dann dieses Mieten-Purzel-Gesetz tatsächlich vom Bundestag verabschiedet und vielleicht sogar vom Bundespräsidenten unterschrieben werden sollte, muss man nur noch hoffen, dass auch das Bundesverfassungsgericht damit einverstanden ist.
Wovon träumen Sie eigentlich nachts?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
liberaleroekonom 14.05.2019, 10:31
77. Auch Sie betreiben kein legitimes Geschäftsmodell

Zitat von spmc-12355639674612
dass wieder irgendwer daherkommt, der sich über die hohe Steuer- und Abgabenlast aufregt, den Gewinn durch Vermietung kleinzureden versucht, die "Strompreisexplosion" ins Feld führt und am Ende die Zuwanderung als Grund nennt, dass arme "deutsche Arbeitnehmer" "keine bezahlbaren Wohnungen" bekommen. Ich weiß natürlich nicht, wie viele vermietete Wohnungen Sie persönlich besitzen. Mir selbst gehören ein paar und kann Ihnen aus eigener Anschauung sagen, dass unter dem Strich genug übrig bleibt, die Eigenkapitalrendite (durch den Hebel der darlehensbasierten Finanzierung) hoch ist und dass die Mietsteigerungen der letzten Jahre nicht an der Zuwanderung liegen, sondern indirekt an der Nullzinspolitik der EZB: Diese hat die Kaufpreise in ungeahnte Höhen getrieben und das schlägt - jedoch nicht einmal in voller Höhe - auf den Mietmarkt durch, weil das Immobiliengeschäft eines der wenigen ist, wo man als Investor die Rendite auf einfache Weise durch Mieterhöhungen selbst steigern kann. Bei Bankzinsen von 0% gibt man sich halt auch mit Renditen von 2-3% zufrieden und nimmt die Wertsteigerung (z. B. in Berlin, München, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart, Leipzig und Dresden) gerne mit.
Sie wissen aber schon, dass Sie mit Ihrer Vermietung aus Sicht von Herrn Kühnert (SPD) kein legitimes Geschäftsmodell betreiben?
Da Sie offensichtlich mehrere Wohnungen vermieten, empfehle ich Ihnen - sofern Sie Ihre anrüchigen Vermietungen weiterhin fortsetzen wollen - die Gründung eines kleinen Wohnungsunternehmens, vorzugsweise in der Rechtsform einer GmbH. Dann droht Ihnen die Enteignung / Vergesellschaftung erst ab 3.000 Wohnungen.

Und wie Sie auf nur 2 bis 3 Prozent Rendite bei Ihren Vermietungen kommen verstehe ich nicht. Ich lese hier im Forum ständig davon, dass in Berlin 10 bis 15 Prozent Rendite üblich sind. D.h. nach einer Enteignung und Wegfall dieser hohen Renditen würden die Mietpreise sofort um diese draufgeschlagen 10 bis 15 Prozent Gewinnspanne sinken. Bei Ihnen würde sich demnach eine Enteignung überhaupt nicht lohnen. Das sollten Sie unbedingt Herrn Kühnert erzählen bevor er auf noch mehr dumme Gedanken kommt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
emil7685 14.05.2019, 10:44
78.

Zitat von mali123
man kann auch zu fairen Preisen entschädigen und nicht zu Mondpreisen.
Das wäre natürlich eine hervorragende Idee. Wenn die ganzen Leute, die wegen der Minuszinsen und des Euro-Wertvefalls für ihre Altersvorsorge und die Ausbildung ihrer Kinder anstatt wie früher in Schatzbriefe und Anleihen in Immobilien oder Anteile an Immobilienfirmen investiert haben um ihr Erspartes gebracht werden; damit ein paar tausend privilegierte Mieter weiterhin zu einem Bruchteil des Marktpreises in innenstadtlagen wohnen können; dann wäre das zwangsläufig folgende politische Erdbeben bestimmt lustig anzusehen.
Aus dem Ausland natürlich. In Deutschland würde ich dann nicht mehr wohnen wollen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
so-long 14.05.2019, 12:19
79. Diese Rechnung

Zitat von apfeldroid
Einfach die Anzahl möglicher Immobilien pro Kopf begrenzen! Keiner darf mehr als 5 Immobilien besitzen, dann purzeln schon die Preise
würde mich interessieren. Wie sollen die Preise sinken?
Zum Glück machen sich viele private Vermieter keine richtigen Gedanken darüber, welche Rendite die Immo wirklich abwirft. Und welches Investment sie sich dafür zulegen. „Klumpenrisiko“ ist fast verharmlosend.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 8 von 9