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Bertelsmann-Studie: Euro-Aus in Südeuropa könnte 17 Billionen kosten
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Ein Austritt von Griechenland und Portugal wäre verkraftbar. Doch wehe, wenn auch Spanien oder Italien die Euro-Zone verlassen. Eine neue Studie, die SPIEGEL ONLINE vorab vorliegt, sagt für diesen Fall massive Verluste vorher. Der mit Abstand größte Verlierer wäre Frankreich.

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clearmind 17.10.2012, 09:40
80.

Zitat von sysop
Ein Austritt von Griechenland und Portugal wäre verkraftbar. Doch wehe, wenn auch Spanien oder Italien die Euro-Zone verlassen. Eine neue Studie, die SPIEGEL ONLINE vorab vorliegt, sagt für diesen Fall massive Verluste vorher. Der mit Abstand größte Verlierer wäre Frankreich.
Die übliche Angstmacherei, um den schwachsinnigen Kurs der EU unterstützen.

Ich glaube ja schon Politikern gar nichts mehr, aber Bertelsmann noch weniger. "Bertelsmann-Stiftung" klingt so neutral, ehrbar und seriös, ist sie aber ganz und gar nicht. Hier werden knallhart Bertelsmann-Interessen und die Interessen der Großindustrie bzw. der Großfinanz vertreten. Das erste Mal ist mir das bei der Rechtschreibreform bewußt geworden. Hier hat Bertelsmann mit Millionengeldern und falschen Argumenten die -- wie man heutzutage leicht erkennen kann -- völlig mißratene Reform unsterstützt, um das Dudenmonopol zu brechen (was letztendlich jedoch ein Pyrrhus-Sieg war). Mit diesem Wissen ist das "Gutachten" etwas für die Rundablage.

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Spiegelkritikus 17.10.2012, 09:41
81. Studie von interessierter Seite

Zitat von sysop
Ein Austritt von Griechenland und Portugal wäre verkraftbar. Doch wehe, wenn auch Spanien oder Italien die Euro-Zone verlassen. Eine neue Studie, die SPIEGEL ONLINE vorab vorliegt, sagt für diesen Fall massive Verluste vorher. Der mit Abstand größte Verlierer wäre Frankreich.
Zunächst einmal ist eine von Bertelsmann finanzierte Studie zur Eurokrise mit Vorsicht zu genießen, weil da bekanntlich einschlägige, US-dominierte Interessen vertreten werden. Die Horrorzahl von 17,2 Billionen Verluste kommt in erster Linie durch reduzierte Nachfrage in Südeuropa und abgeschwächt der restlichen Eurozone zustande, wenn alle Club Med-Staaten wieder eigene Währungen einführen.
Daß für China diw Hälfte seiner gesamten Exporte wegfallen sollen und bei den USA ein Viertel, erscheint freilich ziemlich hochgegriffen, weil die Länder natürlich sofort umsteuern und auf andere Absatzmärkte ausweichen würden. Ähnliches gilt für andere Exportländer.

Zudem bleibt unerwähnt, womit denn schon heute die Südländer ihre extensiven Importe bezahlen: zu einem gutenTeil mit Schulden, die sich im Target2-System der Eurozone als (uneinbringliche) Forderungen niederschlagen. Im Klartext: Deutschland und andere Exportländer zahlen ihre in den Süden gelieferten Produkte zu einem erheblichen Teil selber: allein für Deutschland kommen dergestalt jeden Monat gut 40 Millarden an offenen Rechnungen dazu. Aber das interessiert Bertelsmann natürlich nicht.
Südeuropa kann auch bei außereuropäschen Ländern nur auf Pump kaufen, wenn vor allem Deutschland dafür in Mithaftung steht, ansonsten fällt alles wie ein Kartenhaus zusammen. Deshalb soll Deutschland im Interesse der Südländer, aber auch der anglo-amerikanischen, chinesischen Industrien und anderer in die vollumfängliche Schulden- und Transferunion gedrückt werden.

Die Studie geht mit Fleiß von einem worst case aus, der sich freilich durchaus verhindern ließe: so wäre es natürlich sinnvoll, wenn der Süden im alten Euro verbleibt, während der Norden eine stabile neue Währung einführt. Allein dadurch könnten die Folgen einer Restrukturierung dieser Zone deutlich abgemildert werden. Aber auch dieses Szenario wird in der Studie schlicht ausgeblendet, weil nicht "zielführend" im Sinne Schrecken zu verbreiten.

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Markus M. 17.10.2012, 09:43
82.

Zitat von daskänguru
Kosten für Deutschland sind mit 1,7 Billionen angegeben, Kosten für alle Staaten sind mit 17 Billionen angegeben. Was geht mich der Verlust anderer Staaten an.
Ok, dann sollten Sie aber diese Grafik verlinken:
Grafikstrecke: Die Folgen eines Euro-Austritts in Südeuropa - SPIEGEL ONLINE - Wirtschaft

Ob dort schon die 0,7 Billionen EUR Target-2-Salden der Deutschen Bundesbank inkludiert sind?
Target2 Salden » Querschuesse

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habnichviel 17.10.2012, 09:45
83. Und noch etwas..........

alle müssen leiden, denn ein erheblicher Teil der Außenstände müßte abgeschrieben werden. Denn bis zum letzten Arbeiter haben alle schon ihr Geld bekommen. Das hieße, alle haben die Zukunft schon verspeist und versoffen. Und wer will sich dann beschweren. Auch Schuldige suchen wie hier im Forum, wäre dann lächerlich. Dann würden halt Jaques Delor und Helmut Kohl als größte Blindgänger in die Weltgeschichte eingehen. Wer will das denn? Also aus die Maus,keiner tritt aus.

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regensommer 17.10.2012, 09:46
84.

"Ein vereintes Europa ist nur von Vorteil. Eine gemeinsame Währung macht das Kaffeetrinken in Europa leichter. Keine Schranken beim reisen. Deshalb liebes Volk braucht ihr darüber nicht abstimmen. Wir haben das alles im Griff."

So oder so ungefähr war ein Teil der Versprechen. Bekommen haben wir Probleme die wir ausbaden müssen. In der Hauptsache natürlich der kleine Mann, vor allem der kleine Mann der noch nie irgendwo hin fahren konnte um irgendwo Kaffee zu trinken.

"Der Euro trägt dazu bei dass es der deutschen Exportwirtschaft gut geht" Seit dem Euro nimmt in Deutschland der Wohlstand ab, nicht zu. Wieso sollte also Interesse vorhanden sein, dass es der deutschen Exportwirtschaft gut geht. Uns allen ging es vorher besser.

Die Idee Europa mag gut sein, die handwerkliche Umsetzung ist wie immer, wenn eine bestimmte Sorte Politiker daran beteiligt sind, grottenschlecht.

Vielleicht ist Europa mal von der Entwicklungshilfe Afrikas abhängig. Wenn die genauso vorgehen wie wir Europäer dann leben wir nur von Versprechungen.

So, das waren meine Worte zu Europa. Lasst Europa am besten zu Grunde gehen. Je früher desto besser. Es wird immer teurer.

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greenwater 17.10.2012, 09:46
85. Wer will noch mal,

wer hat noch nicht: Eine Studie zum Erou veröffentlicht? Fast alle haben fast alles gesagt. Es gibt zum Thema Euro nichts Neues unter er Sonne, nur die ständige Wiederkehr der ewig gleichen Argumente.

Wie bekommt man noch Aufmerksamkeit? Mit Zahlen! Aber groß müssen sie sein. Lausige Bertelsmänner, armer SPON, nur 17 Billionen!

Mir liegt exklusiv eine Studie vor, nach der kostet die Aufrechterhaltung des Euro-Regimes zunächst die Demokratie und dann alles. Einfach alles. Und das gilt für alle Staaten, die dem Euro-Regime unterworfen sind. Wer stärker betroffen ist oder weniger, was spielt das bei 'Alles' noch für eine Rolle?

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anton_otto 17.10.2012, 09:47
86. Kaffeesatz, Glaskugel, ökonomische Prognosen...

Was von solchen Studien zu halten ist, sieht man daran, wer diese Studien bezahlt.

Im Übrigen kommen ökomische Prognosen, auf deren Basis Politik gemacht wird, selten über wissenschaftlich formulierte Kaffeesatzleserei hinaus. Welcher der ökonomischen Experten hat denn die Bankenkrise oder die Staatsschuldenkrise in Südeuropa seriös vorausgesagt?

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unkenrufer 17.10.2012, 09:47
87. Propaganda?

17 Billionen? Sehr wahrscheinlich eine maßlose Übertreibung, um mal wieder die Alternativlosigkeit der EU-Krisenpolitik zu begründen. Propaganda auf Klippschulen-Niveau!

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Klopsdrops 17.10.2012, 09:49
88.

Zitat von okokberlin
100% aufgewertet-im vergleich wozu?
Im Vergleich zum jetzigen Euro und damit auch zu den anderen wesentlichen Währungen der Welt, d.h. insbesondere dem Dollar, dem Yen, dem Yuan und zu den meisten europäischen Währungen.

Zitat von okokberlin
im übrigen hat D auch mit einer starken DM herausragende exporterfolge gefeiert und das unterschlagen leute wie sie gerne,
Das waren aber immer nur kleine Aufwertungsschritte von 5 oder maximal 10%, verteilt über viele Jahre.
Die deutschen Exporte in den 70er und 80er Jahren betrugen etwa 1/4 oder 1/5 von dem, was Deutschland heute exportiert. Mit einem Absinken auf dieses Niveau müssten Sie rechnen. Wenn Sie sich damit zufriedengeben können, dass Deutschlands Exportindustrie nur noch 1/4 der heutigen Aufträge aus dem Ausland bekommt, sei Ihnen das unbenommen.

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fix85 17.10.2012, 09:49
89. Klopsdrops

hat ausnahmslos recht, man muss nicht vwl studiert haben um zu wissen, dass ein Euro Austritt Deutschlands und das Einführen einer nationalen Währung das mit Abstand Dümmste ist was man machen kann...

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