Forum: Wirtschaft
Berufsunfähigkeit: Glücklich, wer versichert ist
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Die Berufsunfähigkeitsversicherung gilt als Muss. Doch eine abzuschließen ist schwierig: Ellenlang sind die Fragebögen zur Gesundheit, Zipperlein können zur Ablehnung führen, lügen ist ein Risiko. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten müssen.

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gefaehrlicheshalbwissen 11.04.2015, 17:05
60. extrem und risikosportarten..

Zitat von maxroos
... Sohn bei der Flugsicherung, kerngesund, regelmäßiger Triathlon-Teilnehmer...
tja.. er nimmt also an Radrennen teil? das will keiner versichern! das sage ich Ihnen als Mountainbiker - mich will auch keiner...

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blaublaublaublau 11.04.2015, 17:10
61. Ein Unding!

Ich kann das genau so bestätigen. Als ich als Berufsanfänger eine BU abschließen wollte habe ich massive Probleme gehabt wg einmaligen Rückenschmerzen die damals vom Arzt einfach mal als Bandscheibenvorfall deklariert wurden um mir Massagen zu verschreiben. Ein Versicherer hat mich dann doch genommen mit vorläufigem Ausschluss des Rückens. 4 Jahr später durfte ich dann diese Ausschlussklausel entfernen lassen durch Anfertigung eines MRT und weiterer Röntgenbilder obwohl mehrere Ärzte bestätigt hatten dass ich keinen Bandscheibenvorfall habe. Völliger Wahnsinn!

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berlinerunkraut 11.04.2015, 17:17
62. ich dachte ich brauch die eh nicht...

... hab vor vielen Jahren eine abgeschlossen und die police ganz unten in die Schublade gelegt. aus guten gründen gekoppelt mit einer Rentenversicherung...

2013 ist es dann doch passiert. ein Gutachter der Krankenversicherung hat nach 10 minütigen Gespräch Berufsunfähigkeit festgestellt. Leistungen wurden sofort eingestellt. (dank an die DKV!)

nicht einmal einen Monat später hat die Berufsunfähigkeitsversicherung die vereinbarte Rente überwiesen (deutlich mehr als die hier postulierten 1 oder 2000 Euro...).

mir gehts gesundheitlich immer noch schlecht, aber ich kann wenigstens im Bett in meiner Wohnung liegen, mein auto in der Garage wissen, könnte Urlaub machen und so ziemlich alles kaufen was ich wollte...

aber eigentlich würde ich am liebsten arbeiten können und normal leben. es geht nämlich nicht nur ums Geld. die Freude und Lebenszufriedenheit, die eine erfüllende Arbeit verschafft, kann keine noch so gute Berufsunfähigkeitsversicherung ausgleichen. (übrigens steigt die Rente seit eintritt des leistungsfalls jährlich um ca. 5 Prozent. somit kann nicht einmal Euro buster draghi mir noch Angst machen)

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Hans Bergma 11.04.2015, 17:24
63. Ja, wollen wir.

Zitat von aa2
...Die Versicherer zahlen bei BU-Renten über 1000€ nie. ...Wollen wir das Betrug nennen...?
Es gibt auch ein Wort dafür: Versicherungsbetrug.
Versicherungsbetrug ist der Abschluss eines Versicherungsvertrages durch ein Versicherungsunternehmen.

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flo_bargfeld 11.04.2015, 17:24
64. Berufsunfähigkeit: Glücklich, wer nicht nur auf obigen Artikel vertraut

Wirklich relevante Kennzahlen wie Prozess- oder Leistungsquote der jeweiligen Versicherer werden verschwiegen. Wer als Mann eine BU anzuschließen beabsichtigt, sei darauf hingewiesen, dass der Versicherer bei einem strittigen Leistungsfall bei der Prozessvorbereitung mitunter sogar rückwirkend Einsicht in die Musterungsunterlagen des Versicherten nimmt, um verschwiegene Erkrankungen nachzuweisen, selbst dann, wenn der Wehrdienst schon drei oder vier Jahrzehnte zurückliegt. Entsprechende Vereinbarungen bestehen zwischen der Assekuranz und der Bundeswehr.

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maxroos 11.04.2015, 17:32
65.

Zitat von Robert Mitchum
Ausgaben zur Berufsunfähigkeitsversicherung sind NICHT steuerlich absetzbar. Es sei denn, diese wird mit einer Rürup-Rente gekoppelt. Was bedeutet: Um wenigstens die Steuer auf das Paket zu bekommen (immerhin 45% Spitze künftig) muss man einen eigentlich unrentablen Rürup-Vertrag unterschreiben, den man ohne diesen Steuervorteil schlichtweg nicht abschließen würde. Wenn der Staat statt komplexer Produkte wie Reister/Rürup steuerfreie Einzahlungen auf ein Konto bei der Bundesschuldenverwaltung gestatten würde (steuerpflichtig ab Auszahlung, automatische Meldungen zum Finanzamt), wären 90% aller Versicherungsvertreter überflüssig. Was die an "Provisionen" und "Verwaltungskosten" einbehalten, geht in der Masse auf keine Kuhhaut. Ich hab einen uralten Riester Vertrag, bei dem von 2100€ Beitrag über 10 Jahre fast 500€ im Jahr an Vertriebs- und Verwaltungskosten abgezogen wurden. Vollkommen sinnlos, die Bundesschuldenverwaltung hätte die gleiche "Sicherheit" bei vernachlässigbaren Kosten geboten. Und nach allen Abzügen sicherlich besserer Rendite.
Es ist übnerhaupt eine Riesenschweinerei, dass man nicht ALLE Versicherungsbeiträge von der Steuer anerkannt bekommt.

Ähnliches läuft ja auch bei privaten Schuldzinsen: Die wurden etwa 1970 "vorübergehend" aus der steuerlichen Abzugsfähigkeit ausgeklammert wegen des klammen Staates. Ich warte noch heute auf die Wiedereinführtung!
Bei Firmen sind das einfach Betriebskosten, beim Privatmann halt "privates Vergnügen".

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tulius-rex 11.04.2015, 17:34
66. Versicherungsmathematik

Eine Versicherung kann nur überleben, wenn sich Einnahmen (Prämien der Versicherungsnehmer abzüglich der Verwaltungskosten) und Versicherungsleistungen (Risiko) in etwa die Waage halten. Da wir in Deutschland in einem Land der notorischen Versicherungserschleicher leben, sind leider die Prämien hoch und die Leistungen im Einzelfall schlecht. Darüber macht sich mancher, der über Versicherungen meckert, selten Gedanken. Die -etwas dümmliche- Einstellung ist eher: was ich einzahle will ich auch wieder herausholen.

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papageienmusik 11.04.2015, 17:37
67. Glücklich? Die zahlen nur nach Prozess!

Diese Art der Versicherung ist extrem teuer und sollte unbedingt immer mit einer guten Rechtsschutzversicherung (möglichst bei der Konkurrenz) abgeschlossen werden. Denn diese Berufsunfähigkeitsversicherungen zahlen in der Regel nur nach einem Gerichtsprozess oder versuchen Sie vorher mit einem Bruchteil der Rente herauszukaufen. Vorher machen sie Ihnen das Leben zu Hölle: Atteste, noch mehr Atteste, Gutachten, Unterstellungen, Falschbehauptungen - die ganze Versicherungsklaviatur wird hier gespielt. Also dreimal überlegen!

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karl-felix 11.04.2015, 17:38
68. Das

Zitat von hotgorn
Wie war es denn früher wer z.B. im frühen Erwachesenenalter krank wurde bekam vom Staat fast nichts da ist die BU eine starke verbesserung. Aber der Ratschlag eines anderen mitforisten einfach auf sich aufzupassen ist natülich nett, nur wenn eine Deppression oder Psychose ausbricht oder man einen Autounfall oder Schlaganfall uswusf. hat kann man das nicht vorbeugen auch wenn das Schwätzer behaupten ganz darauf zu verzichten finde ich deshalb genausoschlecht wie das Glücksspiel von Rot/Grün/Gelb/Schwarz die Menschen die z.B. durch eine Krankheit arbeitslos werden noch mit Hartz 4 Sanktionen zumüllen das begreifen die neoliberalen Schreihälse wiederum nicht die gegen ein Sanktionsfreies und Menschenwürdiges Hartz 4 sind.
ist- bei aller Zustimmung - nach meiner Erinnerung nicht ganz richtig.
Ich hatte den Fall meines Steuerberaters, der war in einem Büro angestellt und wurde dann aufgrund Parkinson berufsunfähig. Da er aber die 60 Beitragsmonate in der gesetzliche Rentenversicherung voll hatte, bekam er Berufsunfähigkeitsrente durfte sich aber im Bekanntenkreis noch ein paar Mark hinzuverdienen indem er z.B. mir die Steuern machte.

Dessen Problem war ja nicht, dass er das intellektuell nicht mehr schaffte, sondern nicht mehr mit fremden Menschen kommunizieren konnte. Unter Freunden ging es . So hat der sich und seine Familie noch Jahrzehnte durchgebracht. Bescheiden, fleissig- ein erfülltes Leben.

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knutcasio 11.04.2015, 17:40
69. überproportional viel Unsinn im Forum

kaum zu glauben wieviele Fachleute hier ihr "Wissen" zum Besten geben. Selbst Ärzte die "aus Erfahrung" schreiben, dass BU-Versicherer nie zahlen. Ich ziehe den Hut vor so viel Expertise!
Von dem Artikel mag man ja halten was man will. Was das Regulierungsverhalten von Versicherern betrifft wird hier ganz fraglos eine Menge Quatsch behauptet. Ich empfehle mal einen Blick auf die offiziellen Leistungsstatistiken zu werfen, die zeichnen ein anderes Bild. Ich arbeite selber bei einem BU-Versicherer und sehe jeden Tag, wie meine Kolleginnen und Kollegen Menschen helfen, die ihre BU-Versicherung in Anspruch nehmen müssen. Und selbstverständlich nicht "alles ablehnen". Im Gegenteil. Hingegen bemängeln kann man zu recht, dass die Leistungsprüfung manchmal zeitaufwendig ist. Das liegt aber an vielen Faktoren, z.B. auch Ärzten (im Übrigen die der Kunden) die man gelegentlich monatelang daran erinnern muss, ihre Stellungnahme abzugeben. Und nicht selten ist die dann nicht mal eindeutig, oder verschiedene Ärzte widersprechen sich gegenseitig. Kurz: so einfach (und eindimensional) wie hier von vielen behauptet wird ist es im echten Leben Gottseidank nicht.

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