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Berufsunfähigkeit: So versichern Sie sich richtig

Viele Arbeiter und Angestellte werden berufsunfähig, aber nur wenige versichern sich für den Fall der Fälle.*Das hat auch mit den Anbietern*zu tun: Die Verträge sind vielfach kompliziert, und oft bekommen*Betroffene bei Bedarf kein Geld.*Die wichtigsten*Tipps*für einen*Anti-Ärger-Tarif.

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retourenpaket 18.09.2011, 09:48
1. Hinweis Werbung vergessen

Und wieder das alljährliche Anheizen der Bevölkerung mehr Versicherungen abzuschließen und mehr und mehr Kapital aus der Wirtschaft abzuziehen und in windigen kapitalvernichtenden Fonds unterzubringen.

1. "Laut Statistik der Deutschen Rentenversicherung Bund wird aber jeder fünfte Angestellte und jeder dritte Arbeiter im Lauf seines Arbeitslebens berufsunfähig."

2. "Wer etwa mit 45 Jahren nicht mehr arbeiten kann, verliert bis zu seiner Rente mit 67 bei einem monatlichen Nettoeinkommen von rund 2000 Euro mehr als 500.000 Euro."

Die beiden Absätze werden absichtlich nah zusammengesetzt um zwei Aussagen der Untersuchungen unzulässig zu vermengen. Aussage 1 und 2 haben nichts miteinander zu tun. 33% Der Arbeiter und 20% der Angestellten werden im Laufe des Lebens mindestens einmal berufsunfähig. Die meisten aber nur für wenige Tage bis hin zu wenigen Monaten. Das Risiko bu zu werden ist dadurch nicht kleiner, jedoch das Ausmaß längst nicht so groß wie 2 suggeriert. Das kann jeder tragen, der nicht ohnehin prekär lebt.

Hohes Riskiko x max. Schaden = Angst = Versicherungsabschluss

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freiheit_wagen 18.09.2011, 09:51
2. Buz

Vorsicht, die Auszahlung Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung wird voll auf Hartz 4 angerechnet, auf das Sie im Falle der Berufsunfähigkeit ohnehin Anspruch hätten.

Sollte der Auszahlungsbetrag im Falle der Berufsunfähigkeit nicht deutlich über den Bezügen von Hartz4 (Wohnung+Regelsatz+etc) liegen, haben Sie nicht sich, sondern den Staat versichert.

500 oder 600 Euro Auzahlungbetrag aus der BUZ bringen Ihnen also keinerlei Wohlstandzugewinn im Falle der Berufsunfähigkeit.

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muehle79 18.09.2011, 10:05
3. BU-Versicherung

Eine BU-Versicherung setzt ja ein klares, eindeutiges Berufsbild voraus, das mit der Ausbildung erworben wird und eng spezialisiert ist.

Sowas gibt es ja in den wenigsten Fällen noch. Etliche Studiengänge der Geisteswissenschaften sind überhaupt nicht auf einen bestimmten Beruf spezialisiert. Viele Studiengänge der Naturwissenschaften bilden zu Generalisten heran, die auf unterschiedlichsten Gebieten eingesetzt werden können.

Und so lange ein gewisser Stephen Hawking lebt, wird es jeder körperlich zwar Invalide aber geistig noch halbwegs bewegliche Naturwissenschaftler schwer haben, Ansprüche aus einer BU-Versicherung geltend zu machen. Die wird sich immer hinstellen und sagen: Guck mal, der kann doch auch noch arbeiten. Wieso du nicht? Von daher kann ich das Geld für eine derartige Versicherung auch verbrennen, aus dem Fenster werfen oder eben selbst ausgeben oder sparen.

Wenn der, der seit seinem 16. Lebensjahr nichts anderes macht als Fenster putzen von der Leiter fällt, ist das was anderes. Dem querschnittsgelähmten Invaliden dann mit Mitte 40 zu erklären, dass er studieren soll, um nachher wenigstens noch mit dem Kopf zu schaffen, klappt wohl nicht. Der gute Mann hat nur leider nie genug Rücklagen gehabt, um sich Versicherungsbeiträge für diesen schlimmen Vorsorgungsfall leisten zu können.

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Mourinho 18.09.2011, 10:29
4. verantwortungsloser Staat

Seit mehr als einem Jahrzehnt stagniert mehr oder weniger das zur Verfügung stehende Nettojahresentgelt für die meisten Arbeitnehmer. Die Leistungen von Rentenversicherungsanstalten, Krankenversicherungen, etc. wurden z. T. drastisch gekürzt.
Der Staat fordert nun schon seit Jahren mehr private Vorsorge. Aber in dieser Form? Die Versicherungen verdienen sich eine Goldene Nase. Überlegt doch mal, was es bedeutet monatlich ca. 150 Euro netto für diese Art der Absicherung auszugeben. Eine Risikoversicherungen, die im Nichteintrittsfalle alles verdient. Ist das Gerecht und eine Lösung? Schaut doch mal in die Niederlande, wie sich der Staat dort um seine Bürger kümmert. Und unser Präsident Wulf verlangt mehr Nationalstolz von uns Deutschen. Von was denn? Sollen wir Stolz darauf sein, immer mehr abgezockt und verkauft zu werden? Also bitte. Ich komme mir vor wie einer Märchenstunde, die mit einem schlechten Albtraum enden wird.

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wutbürger21 18.09.2011, 10:29
5. Irrtum

Zitat von freiheit_wagen
Vorsicht, die Auszahlung Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung wird voll auf Hartz 4 angerechnet, auf das Sie im Falle der Berufsunfähigkeit ohnehin Anspruch hätten. Sollte der Auszahlungsbetrag im Falle der Berufsunfähigkeit nicht deutlich über den Bezügen von Hartz4 (Wohnung+Regelsatz+etc) liegen, haben Sie nicht sich, sondern den Staat versichert. 500 oder 600 Euro Auzahlungbetrag aus der BUZ bringen Ihnen also keinerlei Wohlstandzugewinn im Falle der Berufsunfähigkeit.
Sie irren in der Annahme im Falle der BU Hartz4 berechtigt zu sein. Voraussetzung dafür wäre, dem Arbeitmarkt zur Verfügung stehen zu können. Dies ict aber bei einer BU gerade nicht der Fall. Als einziges Auffangnetz kommt dann die Grundsicherung in Betracht, die sog. Sozialhilfe ! Allerdings werden dabei alle Vermögenswerte angerechnet, Haus, Auto, Versicherung über 1600Euro! Die BU-Vers. macht den Betroffenen ggü der Sozialhilfe nicht noch ärmer, sondern sichert den Lebensstandard, selbst wenn sie nur 400 beträgt, weil sie kein Aufzehren des angesparten verlangt!

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jolip 18.09.2011, 10:46
6. Bu

Zitat von muehle79
Eine BU-Versicherung setzt ja ein klares, eindeutiges Berufsbild voraus, das mit der Ausbildung erworben wird und eng spezialisiert ist. Sowas gibt es ja in den wenigsten Fällen noch. Etliche Studiengänge der Geisteswissenschaften sind überhaupt nicht auf einen bestimmten Beruf spezialisiert. Viele Studiengänge der Naturwissenschaften bilden zu Generalisten heran, die auf unterschiedlichsten Gebieten eingesetzt werden können. Und so lange ein gewisser Stephen Hawking lebt, wird es jeder körperlich zwar Invalide aber geistig noch halbwegs bewegliche Naturwissenschaftler schwer haben, Ansprüche aus einer BU-Versicherung geltend zu machen. Die wird sich immer hinstellen und sagen: Guck mal, der kann doch auch noch arbeiten. Wieso du nicht? Von daher kann ich das Geld für eine derartige Versicherung auch verbrennen, aus dem Fenster werfen oder eben selbst ausgeben oder sparen. Wenn der, der seit seinem 16. Lebensjahr nichts anderes macht als Fenster putzen von der Leiter fällt, ist das was anderes. Dem querschnittsgelähmten Invaliden dann mit Mitte 40 zu erklären, dass er studieren soll, um nachher wenigstens noch mit dem Kopf zu schaffen, klappt wohl nicht. Der gute Mann hat nur leider nie genug Rücklagen gehabt, um sich Versicherungsbeiträge für diesen schlimmen Vorsorgungsfall leisten zu können.
Ich denke, man kann davon ausgehen, dass wenn ein Arbeitnehmer der im Bereich der Geisteswissenschaften berufsunfähig wird, auch in allen anderen Berufsfeldern nicht mehr einsetzbar ist und somit erwerbsunfähig ist.

Wenn der Fensterputzer bei der Arbeit von der Leiter fällt, hat er noch sozusagen "Glück im Unglück" gehabt, weil es sich dann um einen Arbeitsunfall handelt und dann automatisch die Berufsgenossenschaft mit ihrem, der Krankenkase weit überlegenen Leistungsspektrum für die Reha zuständig ist.
MFG
jolip

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smidie01 18.09.2011, 10:57
7. Zustimmung

Zitat von retourenpaket
Und wieder das alljährliche Anheizen der Bevölkerung mehr Versicherungen abzuschließen und mehr und mehr Kapital aus der Wirtschaft abzuziehen und in windigen kapitalvernichtenden Fonds unterzubringen. 1. "Laut Statistik der Deutschen Rentenversicherung Bund wird aber jeder fünfte Angestellte und jeder dritte Arbeiter im Lauf seines Arbeitslebens berufsunfähig." 2. "Wer etwa mit 45 Jahren nicht mehr arbeiten kann, verliert bis zu seiner Rente mit 67 bei einem monatlichen Nettoeinkommen von rund 2000 Euro mehr als 500.000 Euro." Die beiden Absätze werden absichtlich nah zusammengesetzt um zwei Aussagen der Untersuchungen unzulässig zu vermengen. Aussage 1 und 2 haben nichts miteinander zu tun. 33% Der Arbeiter und 20% der Angestellten werden im Laufe des Lebens mindestens einmal berufsunfähig. Die meisten aber nur für wenige Tage bis hin zu wenigen Monaten. Das Risiko bu zu werden ist dadurch nicht kleiner, jedoch das Ausmaß längst nicht so groß wie 2 suggeriert. Das kann jeder tragen, der nicht ohnehin prekär lebt. Hohes Riskiko x max. Schaden = Angst = Versicherungsabschluss

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Tias-Berlin 18.09.2011, 10:59
8. BU nicht von der Steuer abzusetzen

Erst streicht der Staat die BU aus der DRV für nach 1961 geborene, ohne das es groß in den Medien publik wird, dann streicht er die Möglichkeit einer privaten BU Versicherung vom Einkommen abzusetzen. Die BU Versicherung entlastet auf jeden Fall die Gesellschaft bei Eintritt dieser. Wieso diese nicht Steuerlich somit abzusetzen ist ist eine Idiotie.
Aber diese Steuerliche Ungleichbehandlung ist auch bei PKV und GKV Versicherten zu finden. Der PKV Versicherte setzt seine Beiträge zur Basisversicherung voll ab und erntet damit weit mehr Leistungen seiner Versicherung. Der GKV Versicherte der sich Zusatzversichert, um auch nur annähernd an die PKV Leistungen heran zu kommen, kann dies nicht mal steuerlich absetzen.

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5Minute 18.09.2011, 11:04
9. ..

Zitat von wutbürger21
Sie irren in der Annahme im Falle der BU Hartz4 berechtigt zu sein. Voraussetzung dafür wäre, dem Arbeitmarkt zur Verfügung stehen zu können. Dies ict aber bei einer BU gerade nicht der Fall. Als einziges Auffangnetz kommt dann die Grundsicherung in Betracht, die sog. Sozialhilfe ! Allerdings werden dabei alle Vermögenswerte angerechnet, Haus, Auto, Versicherung über 1600Euro! Die BU-Vers. macht den Betroffenen ggü der Sozialhilfe nicht noch ärmer, sondern sichert den Lebensstandard, selbst wenn sie nur 400 beträgt, weil sie kein Aufzehren des angesparten verlangt!
Ich kenn mich nicht aus, was heisst über 1600 Euro? Monatlich oder Gesamtwert?

nebenbei, bei H4 oder Sozialhilfe ist man den Gängelungen des Staats ausgesetzt, bei BU bleibt man sein eigener (kleiner) Herr.
Daneben: Wie sieht die Gesetzeslage in 20 Jahren bzgl. staatlicher sozialer Absicherung aus? Eher ungünstiger!
20 Jahre in der Vergangenheit war noch soziale Hängematte, wer damals genau aus diesem Grund BU nicht gemacht hat, kann eine Fehlentscheidung getroffen haben.

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