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Berufsunfähigkeit: So versichern Sie sich richtig

Viele Arbeiter und Angestellte werden berufsunfähig, aber nur wenige versichern sich für den Fall der Fälle.*Das hat auch mit den Anbietern*zu tun: Die Verträge sind vielfach kompliziert, und oft bekommen*Betroffene bei Bedarf kein Geld.*Die wichtigsten*Tipps*für einen*Anti-Ärger-Tarif.

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smidie01 18.09.2011, 11:05
10. Zustimmung

Zitat von retourenpaket
Und wieder das alljährliche Anheizen der Bevölkerung mehr Versicherungen abzuschließen und mehr und mehr Kapital aus der Wirtschaft abzuziehen und in windigen kapitalvernichtenden Fonds unterzubringen. 1. "Laut Statistik der Deutschen Rentenversicherung Bund wird aber jeder fünfte Angestellte und jeder dritte Arbeiter im Lauf seines Arbeitslebens berufsunfähig." 2. "Wer etwa mit 45 Jahren nicht mehr arbeiten kann, verliert bis zu seiner Rente mit 67 bei einem monatlichen Nettoeinkommen von rund 2000 Euro mehr als 500.000 Euro." Die beiden Absätze werden absichtlich nah zusammengesetzt um zwei Aussagen der Untersuchungen unzulässig zu vermengen. Aussage 1 und 2 haben nichts miteinander zu tun. 33% Der Arbeiter und 20% der Angestellten werden im Laufe des Lebens mindestens einmal berufsunfähig. Die meisten aber nur für wenige Tage bis hin zu wenigen Monaten. Das Risiko bu zu werden ist dadurch nicht kleiner, jedoch das Ausmaß längst nicht so groß wie 2 suggeriert. Das kann jeder tragen, der nicht ohnehin prekär lebt. Hohes Riskiko x max. Schaden = Angst = Versicherungsabschluss


Dem kann ich nur zustimmen.
Aus meinem Bekanntenkreis und auch aus dem meiner Eltern, somit mehrere Personen auch im Vor-Renten-Alter, ist ein Fall von dauerhafter Berufsunfähigkeit bekannt.
Irgendwie stimmt hier die gefühlte Statistik nicht. Wenn es wirklich 20% der Angestellteun und 33% der Arbeiter müssten doch ein paar mehr Fälle bekannt sein.

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ThomasJ 18.09.2011, 11:08
11. Mein Rat: Finger weg von BU Versicherungen!

1. Eine Berufsunfähigkeit ist keine Erwerbsunfähigkeit, was so viel bedeutet, wenn ein Dachdecker nicht mehr auf's Dach steigen kann, dann kann er immernoch in seinem Beruf vorbereitende Arbeiten am Boden ausführen! Für die Organisation der Arbeitsabläufe ist man nicht versichert. Wenn z.B. der Arbeitgeber in einer kleinen Firma den Dachdecker trotzdem entläßt, dann bekommt der Arbeitnehmer keinen Cent von seiner BU Versicherung. Auch eine Umschulung wird in diesem Falle natürlich nicht bezahlt, weil die BU-Versicherung auf dem Standpunkt steht, dass auch mit einer körperlichen Beeinträchtigung der Beruf noch ausgeübt werden kann und eine Arbeitsmarktversicherung ist es auch nicht. Der Dachdecker zahlt natürich die monatlichen BU-Versicherungsbeiträge weiter, obwohl er arbeitslos ist und auch mit seinem körperlichen Schaden keine große Aussicht auf Wiedereinstellung hat.

2. Im Fall einer tatsächlichen BU-Zahlung, fragt der Versicherer reglmäßig nach, wovon der Versicherte lebt (einreichen der Steuererklärung). Beginnt der Versicherte einen Job der in einem anderen Tätigkeitsfeld liegt, dann stellt der Versicherer die Zahlung der BU-Rente früher oder später ein. Das ist auch der Grund für von Versicherern bezahlte Schulungen. Wer sich umschulen läßt, und trozdem keinen Job bekommt, erhält ebenfalls keine BU-Zahlungen mehr, denn für das Arbeitsmarktsmarktrisiko ist nicht die BU-Versicherung zuständig.
Es ist also die Frage, wie oft das im Artikel genannte Beispiel eines 45jährigen mit zu versichernden 500.000Euro überhaupt eintritt.

3. BU-Versicherungen sind ein sehr profitables Geschäft für die Versicherer (ein harter Wettbewerb um das Geld der Versicherten). Der Grund ist das Versagen des Gesetzgebers der es - durch intensive Lobbyarbeit des Versicheurgungsgewerbes beeinflußt - vernachläßigt hat, einen guten Verbraucherschutz auf die Beine zu stellen.
Selbst Hausfrauen können eine BU-Versicherung abschließen. Jeder kann sich selber ausmalen, was der Frau zustoßen muß, bis überhaupt der Fall eintritt, dass der Versicherer zahlt.

4. Versicherungen haben einen schlechten Ruf, weil im Schadensfall alle Hebel in Gang gesetzt werden, um nur Teilbeträge oder gar nichts auszuzahlen. Dafür schulen die Versicherer ihre Angestellten, tauschen untereinander im Konzern Daten aus, hohlen Informationen aus Zentralarchiven (z.B. alten Krankenakten), arbeiten intensiv mit Rechtsanwaltskanzleien zusammen, welche immer auf dem aktuellen Stand der Rechtssprechung sind. Es gibt klare interne Richtlinien, wie Formulierungen aus der Rechtssprechung umgedeutet werden u.s.w..
Ganz ehrlich, ich würde es genauso machen! Es geht um sehr viel Geld!

Darum wägen Sie genau ab, welche Risiken es überhaupt Wert sind versichert zu werden bzw. ob Sie Ihr sauer verdientes Geld in Versicherungspolicen mit Scheinsicherheit investieren. Sie könnten es auch in sozialen Netzen sehr gut investieren! Machen Sie sich schlau und lassen Sie sich nicht einlullen.

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garfield 18.09.2011, 11:20
12. Immer noch kein Titel

Zitat von sysop
Viele Arbeiter und Angestellte werden berufsunfähig, aber nur wenige versichern sich für den Fall der Fälle.*Das hat auch mit den Anbietern*zu tun: Die Verträge sind vielfach kompliziert, und oft bekommen*Betroffene bei Bedarf kein Geld.
Seltsame Logik. Stellen wir doch mal ein paar Aussagen direkt nebeneinander:
- Die Sorge, dass die Versicherung nicht zahlt, ist vielfach berechtigt. Das liege, laut Makler Bruger, in den Bedingungen,
- Gleichzeitig profitieren Kunden beim Abschluss von "Top-Bedingungen" - ah ja. Wenigstens hat SpOn das schon selber in Anführungszeichen gesetzt.
- Laut Makler erfüllen viele Anträge die Bedingungen für eine BU nicht,
- Gleichzeitig soll aber eine BU für mehr Leute wichtig sein, als sie selber glauben - ah ja. Das sind dann vermutlich die, deren Antrag gar nicht die BU-Bedingungen erfüllen.

Am Schluss hätte ich mir gewünscht, dass SpOn nicht nur den Test mit dem Verhältnis von Anträgen zu tatsächlichen Leistungsfällen erwähnt, sondern daraus auch mal ein paar Zahlen nennt. Aber wer kauft dann noch das ganz zufällig oben erwähnte Heft?

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johndo89 18.09.2011, 11:41
13. 10-25€ pro Monat

ich möchte die Versicherung sehen, bei der ich für diesen Betrag eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kann, wo ich mit der Auszahlung bei einem Ernstfall auch noch leben kann.

Der Witz fängt doch schon an, das diejenigen, die am wenigsten Verdienen, die gefährlichsten Arbeiten ausführen und somit auch die höchsten Einzahlungen vornehmen müssen.

ein Witz

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Spartaner 18.09.2011, 11:54
14. Licht aus !

Vielen Dank ThomasJ und retourenpaket. Gut aufgepasst.
Mein Berater wollte mir auch eine BU aufdrücken mit eben der Angstrechnung, die der Spiegel hier auch aufmacht. Auch er hat nicht erwähnt, dass BU meist nur vorrübergehend auftritt. Der Spiegel tarnt mittlerweile Werbung als normale Artikel. Eine unabhängige Prüfung findet anscheinend nicht statt.
Das zeigt mir, dass ich den Inhalten von SpOn nicht trauen darf. Wie bescheuert ist der Spiegel eigentlich, seinen mühsam erarbeiteten Ruf aufs Spiel zu setzen?
Bis jetzt dachte ich immer "der Spiegel" wäre ein Leuchtturm unabhängiger Berichterstattung... Junge junge.... dieser Leuchtturm ist soeben 9/11mäßig in einer Staubwolke untergegangen. Es leuchtet nichts mehr. Licht aus !

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jolip 18.09.2011, 11:56
15. Arbeitsunfall

Zitat von johndo89
ich möchte die Versicherung sehen, bei der ich für diesen Betrag eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kann, wo ich mit der Auszahlung bei einem Ernstfall auch noch leben kann. Der Witz fängt doch schon an, das diejenigen, die am wenigsten Verdienen, die gefährlichsten Arbeiten ausführen und somit auch die höchsten Einzahlungen vornehmen müssen. ein Witz
Was Sie da beschreiben sind Arbeitsunfälle und da sind alle Arbeitnehmer automatisch bei der Beufsgenossenschaft versichert und da wird dann im Schadensfall doch relativ gut für die Betroffenen gesorgt.
MFG
jolip

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hauptkommissartauber 18.09.2011, 12:06
16. Eine BU habe ich schon.

Das wichtigste dabei ist, dass man Kombinationen mit anderen Versicherungen unterlässt und dass man nicht so einen Quatsch mit "Prämienrückzahlung" macht. Solche Produkte sind reine Abzockerei.

Was ich geradezu ärgerlich finde, welche Schwerpunkte unsere Sozialpolitik setzt. In den letzten Jahren wurden Invalidität und Berufsunfähigkeit aus dem Katalog der gesetzlichen Sozialleistungen gestrichen, dabei stecken dahinter echte Schicksalsschläge. Die Altersrente dagegen genießt höchste Priorität, obwohl es kein Schickssalsschlag ist, das gesetzliche Renteneintrittsalter zu erreichen. Das ist ein gut planbares Ereignis. Das ist so, als ob man zwölf Monate für ein Auto spart und genauso kann man 30 Jahre lang auf eine Rente zuarbeiten. Sollte man die Rente nicht erhalten, weil man vorher stirbt, wird das Angesparte vererbt. Bei der gesetzlichen Rente bekommen die Hinterbliebenen eine Halbwaisen- bzw. Witwenrente. Wobei man Halbwaisen- und Witwenrente auch wieder kürzen will, obwohl es sich dabei wieder um Schicksalsschläge handelt und nicht um planbare Ereignisse. Niemand plant, Halbwaise zu werden.

Der Grund für diese Entwicklung ist folgender: Die Rentner stellen die gewichtigste Wählergruppe dar. Wer diese Gruppe für sich gewinnt, gewinnt die Wahl.

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Hans_Mustafa_Schimanski 18.09.2011, 12:12
17. n schönen schulzen!

ich bin pilot und habe selbstredend eine solche versicherung, denn jeder kleinste schnupfen kann das ende meiner karriere bedeuten!

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ossian 18.09.2011, 12:16
18. vor sieben Jahren

habe ich mich mit ca. 40 Jahren mal mit dem Thema befasst. Damals hatte ich noch keinen Bandscheibenvorfall wie jetzt.
Ich sollte damals für eine Absicherung von ca. 1000 Euro beim besten Anbieter 80 Euro von meinem Netto bezahlen. Wie schon erwähnt keine Möglichkeit der steuerlichen Absetzbarkeit.

Machen wir uns nichts vor...

Wer BU wird braucht deutliche mehr als 1000 Euro.
Viel mehr...

Arztkosten, Mietkosten, Lebensführungskosten, Medikamentenkosten usw. usw.. - ich denke mal mehr als wenn man arbeiten geht..

Meinen Bandscheibenvorfall habe ich auch so gut überstanden und war ca. 6 wochen krankgeschrieben. Seither - ca.5 Jahre - geht es mir wieder gut...

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Wastlhund 18.09.2011, 12:21
19. Kurzrecherche zu Das Investment.

Dahinter steht:
"Fonds & Friends Verlagsgesellschaft mbH"
Geschäftsführer sind
Peter Ehlers, Hamburg
Gerd Bennewirtz, Korschenbroich

Ehlers ist Herausgeber von "Das Investment", "Der Fonds" und von "private banking magazin"

Bennewirtz ist gf Ges. der SJB FondsSkyline OHG 1989 und war/ist Herausgeber des Rundbriefs "Das Derivat".

Riecht irgendwie nach "Synergieeffekten".

(Noch dazu stößt man bei der Recherche zu den beiden Namen auf irgendwelche "Opfer"-Seiten, die man nicht wirklich einschätzen kann. Sieht aus, als würden sich dort Anlageopfer sammeln, vor allem von Bennewirtz. Aber was da dran ist, kann man so nicht seriös beurteilen und bleibt Spekulation.)

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