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Berufsunfähigkeit: Wenn die wichtige Versicherung plötzlich drastisch teurer wird
DPA

Gegen Berufsunfähigkeit sollte jeder versichert sein. Doch die Verträge sind teuer - und gerade haben einige Anbieter die Beiträge drastisch erhöht, um bis zu 40 Prozent. Was Betroffene tun sollten.

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ansv 06.01.2018, 09:33
20.

Zitat von mat_1972
Dennoch halte ich die BUZ für eine wichtige Sache. Zumindest ab einem bestimmten Grad der Bildung/Ausbildung.
Das hängt meines Erachtens eher von der Art der Tätigkeit ab, meine ich. Ich bin Assistentin der Geschäftsführung - in mein Berufsbild gehört aber auch jede beliebige Tätigkeit als Schreibkraft, hier gibt es keine klare Definition. Selbst im Rollstuhl könnte ich diese Tätigkeit ausführen - die Versicherung berücksichtigt nicht, dass eine gewisse physische Erscheinung hier einfach zum Gesamtpaket gehört, um eine Anstellung zu finden. So geht es sicher vielen schreibtischgebundenen Tätigkeiten.

Zu einer Berufsunfähigkeit könnten dagegen Rücken- oder psychische Probleme führen - zweiteres ist in meinem Beruf überraschend verbreitet - beides ist bei jeder Versicherung ausgeschlossen.

Nach dem gründlichen Studium von 3 Versicherungsangeboten habe ich mich vor vielen Jahren gegen den Abschluss entschieden, ich sehe auch bis heute nicht, wie ich hier jemals eine Leistung erstreiten sollte.

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Ashurnasirapli 06.01.2018, 09:41
21.

Noch mal der Hinweis: Eine SPD(!)-geführte Bundesregierung hat das Problem um die Jahrtausendwende von der Solidargemeinschaft auf die private Ebene verlagert. Ein Problem, dass durch Gesetzgebung erst entstanden ist. Danke, Gerhard Schröder.

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JustinSullivan 06.01.2018, 09:42
22. Verhalten der WWK eine Frechheit

Dass die Beitragserhöhung wegen der sog. Überschussbeteiligung rechtens ist, ist die eine Sache. Dass der Kunde Ende Dezember über die Beitragserhöhung informiert, und der höhere Beitrag Anfang Januar das erste Mal abgebucht wird, ist allerdings mindestens eine Frechheit. Ich denke mal, dass so mancher Familienvater, der sich noch im Urlaub befindet, noch gar nichts von seinem "Glück" weiß, während das Geld bereits abgebucht ist.
Kleine Notiz am Rande: Nach meinen Informationen hat die WWK in Gesprächen mit den Maklern im Dezember ihre Maßnahme so begründet, dass sie sich zukünftig auf den Bereich der privaten Altersvorsorge konzentrieren will. Was das jetzt wohl mit einer 40%igen Beitragserhöhung bei einer Sparte, auf die man sich dann anscheinend nicht mehr konzentrieren möchte, zu tun hat...
Das sind Wild-West-Methoden. Alleine deshalb ist es der WWK zu wünschen, dass die Kunden nicht nur die BU, sondern auch andere für den Versicherer einkömmliche Versicherungen bei der WWK kündigen. Und dass die Methoden weiterhin groß in den Nachrichten publik gemacht werden, damit diese Versicherer es am Ende des Tages in ihrer Bilanz zu spüren bekommen.
Dafür ein Danke an Herrn Tenhagen.

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snoook 06.01.2018, 09:45
23. Die Probleme mit den privaten Versicherungen...

Ich hatte z.B. eine private Zahnzusatzversicherung, empfohlen ausdrücklich von Finanztest etc. Sie war sehr preiswert und bot viele Leistungen. Nach zwei Jahren wurden dann die Beiträge verdoppelt, explizit mit der Begründung, nun hätten doch vermehrt Kunden Leistungen in Anspruch genommen (na sowas!). Hinzu kommen noch die niedrigen Zinsen, die etliche Geschäftsmodelle in Frage stellen. Wir müssen uns ernsthaft die Frage stellen, ob a) die Niedrigzinsen uns nicht doch langsam aber sicher das Geld aus der Tasche ziehen und b) ob solche privaten Versicherungen überhaupt sinnvoll sind.

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Sandlöscher 06.01.2018, 09:46
24. Privat vor Staat wieder einmal

widerlegt. Es gibt einfach Risiken, die ein Individuum nicht selbst absichern kann. Dazu gehören Rente, Gesundheit sowie Erwerbs- und Berufsunfähigkeit. Es war ein fataler Fehler, die gesetzliche BU aus der Rentenversicherung zu tilgen. Man hätte m.E. Ggf über sinnvolle Zusatzbeiträge den Verbleib in der gesetzlichen RV absichern müssen. Im Bekanntenkreis sind mir Fälle bekannt, wo beim Eintritt des Versicherungsfalls ein Klagemarathon seitens der Versicherer eingeleitet wurde. Auf Gutachten erfolgt prompt ein Gegengutachten, der Rechtsweg wird voll ausgeschöpft, bis dem Kunden finanziell der Ruin droht. Die Prämien wurden abkassiert, um die Sozialfälle darf sich dann wieder der Staat kümmern. Gewinne privatisiert, Kosten sozialisiert. Anders läuft es beim Riester-Betrug auch nicht.

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gammoncrack 06.01.2018, 09:48
25. Herr Tenhagen, heute haben Sie sich wirklich disqualifiziert!

Sie schreiben:

"Andererseits: Neun Milliarden Euro Beitragseinnahmen haben die Versicherer im Jahr 2016 für Berufsunfähigkeitsversicherungen, Invaliditätsversicherungen und verwandte Produkte kassiert. Und nur rund 3,6 Milliarden Euro an Leistungen unmittelbar ausgezahlt."

und versuchen so den Spon-Lesern zu vermitteln, dass die BUZ für die Versicherer eine Gelddruckmaschine ist. Wahrscheinlich wollten Sie den tatsächlichen Aufwand nicht nennen und schieben hier dann, für die meisten wohl kaum verständlich, dass Wort "unmittelbar" ein.

Sie wissen doch, und warum schreiben Sie das nicht, dass zu diesen Zahlungen noch die gesetzlich vorgeschriebenen Rückstellungen für die in der Zukunft zu erwartenden Leistungen kommen.

Wenn am 1.1. 2017 jemand, nehmen wir Ihr Beispiel, mit 47 Jahren berufsunfähig wurde und monatlich 2.000.- Euro an .Leistungen erhält, sind zwar nur 24.000.- Euro an Zahlungen angefallen, aber ca. 350.000.- Euro an Rückstellungen zu bilden sind, die auch entsprechend als Aufwand bilanziert werden. Sie wissen natürlich, dass, wenn ein Versicherer das nicht macht, ihm die Zulassung entzogen werden kann.

Ob das alles in Ordnung ist, was die Vesicherer oder einzelne bei der Leistungsanerkennung machen, will ich hier garnicht bewerten. Aber an diesem Punkt haben Sie bewiesen, dass Ihnen eine objektive Berichterstatgung nicht sonderlich am Herzen liegt. Hätten Sie das Thema "Rückstellungen" verständlich aufgenommen, sähe das in der Beurteilung Ihres Artikels ganz anders aus.

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idee342 06.01.2018, 09:51
26. Wie viel Steuern und Abgaben sollen wir zahlen?

Ich verdiene nicht schlecht aber Steuern und Abgaben fressen erstmal schön die Hälfte weg. Dann noch Miete (kleine 2 Zimmer Wohnung) Standardausgaben(Strom/Internet/GEZ) und Lebensunterhalt und ich habe noch ca. 1/5 meines Bruttolohns. Solch eine teure Versicherung will bzw. kann ich mir da nicht leisten. Ich will mir ja vielleicht irgendwann auch ein eigenes Auto kaufen....mit neuen Steuern. Also mein TU-Studium lohnt sich in Deutschland nicht mehr wirklich, vielleicht sollte man doch auswandern. Und wenn ich dann noch sehe wie das Steuergeld ausgegeben wird, als ob es auf Bäumen wächst...

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ayee 06.01.2018, 09:54
27. Ein Drittel wird nur als Leistungen ausgezahlt?

Die Versicherungen lamentieren auch noch herum, obwohl sie gerade mal ein Drittel der Einnahmen auszahlen? Super Geschäftsmodell, sehr vertrauenserweckend. Das Wort Risikoversicherung erscheint so in einem völlig anderem Licht. Das Risiko liegt beim Kunden, vollständig, mit oder ohne Versicherung.

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olli0816 06.01.2018, 09:54
28. Ganz alter Hut

In meinen 20ern (80er/90er-Jahre) habe ich mir auch eine Zeitlang darüber Gedanken gemacht. Die Kosten waren damals und sind heute nicht unerheblich. Ich hatte damals einen Bürojob und auch heute arbeite ich meistens von zu Hause aus bzw. bin bei irgendwelchen Kunden oder Veranstaltungen.

Natürlich gibt es eine gewisse Chance, dass man berufsunfähig wird. Bei mir bedeutet dass, das ich wohl so ziemlich gar nichts mehr machen könnte, also nur die ganz schlimmen Sachen. Dazu die im Artikel erwähnten Mätzchen, die die Versicherungen abziehen, wenn sie nicht zahlen wollen. Das stand irgendwo in keinem Kosten-/Nutzenverhältnis.

Dann treten diese Fälle zumeist nicht mit 30 ein, sondern, 15 - 25 Jahre später. Das heißt, wie viel muss ich an Zeit überbrücken, bis ich tatsächlich in Rente gehen kann? Dazu: Bringt mir eine BU mit 1000 EURO wirklich etwas? Ich stelle mir vor: ich bin so krank, dass ich nichts mehr tun kann, brauche ärztliche Hilfe und Medikamente und soll das mit dieser Summe bestreiten? OK, ich kann für 2.000 EURO Auszahlung abschließen, aber das kostet natürlich entsprechend mehr.

Mit all den Überlegungen habe ich mich dagegen entschieden. Ich habe mich dazu entschlossen, dass eingesparte Geld selber zu sparen. Nicht nur das: Ich habe mir einfach angewöhnt, möglichst viel zu sparen was in meinen Möglichkeiten liegt. Mit 51 habe ich so viel zusammen, dass ich wohl irgendwie über die Runden komme. Das konnte ich mit 35 sicher nicht behaupten. Aber man muss einfach einsehen, dass man sich nicht gegen jedes Risiko im Leben absichern kann. Es kommt sowieso fast immer anders als man denkt.

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einaktuar 06.01.2018, 09:55
29.

Wenn Sie Ärger mit Ihrer Versicherung haben, dann wenden Sie sich an den Ombudsmann der BaFin. Das macht jede Versicherung sehr schnell sehr trappelig.

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