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Berufsunfähigkeit: Worauf Sie bei der Versicherung achten sollten
DPA

Was passiert, wenn Sie nicht mehr arbeiten können? Gegen Berufsunfähigkeit sollte jeder versichert sein. Doch die Verträge sind teuer - und haben große Tücken. Was für Kunden wichtig ist.

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sonnekind 29.10.2017, 12:06
40.

kleiner tipp am rande, unbedingt bei abschluss einer bu auch eine rechtschutzversicherung abschliessen.. auch wenn es in meinem fall bisher nicht geholfen hat.

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fillthegap 29.10.2017, 12:12
41.

lobbyforum jetzt beim spiegel? an alle jüngeren: nur die aller nötigsten versicherungen, kohle in aktien und eigentum zum wohnen stecken. die eigene bude aber nach wirtschaftlichen gesichtpunkten und nicht nach schöner wohnen kaufen. die bu greift bei den meisten bösen fällen im leben sowieso nicht.

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kleinsteminderheit 29.10.2017, 12:31
42. Öffentlichkeit herstellen

Ein erster Schritt könnte sein, dass die Versicherer die Anzahl der gemeldeten Schadensfälle, der bewilligten Leistungen, der Gerichtsverfahren und der Ablehnungen veröffentlichen müssten. Wäre vielleicht auch eine sinnvolle Aufgabe für das statistische Bundesamt.
Ich habe viele Bekannte mit UV und/oder BU. Einige hatten nach Unfällen oder Krankheit erhebliche Einschränkungen. Bei keinem ist die Regulierung problemlos gelaufen von drei BU Fällen wurde nur einer nach Rechtsstreit und mehreren Gutachten anerkannt.

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RolandGutsch 29.10.2017, 12:44
43. Herr Tenhagen

...ärgert mich (ich bin Fachmakler u.a. für BU-Versicherungen). Seine Sprache ist nicht sachlich sondern tendenziös (der Bergiff Inquisition ist einfach daneben) und damit dem wichtigen Thema nicht angemessen. Interessant: In der Zeit als Herr Tenhagen noch Chefredakteur der Zeitschrift "FinanzTest" war, hat er mehrere Tests von BU-Versicherungen verantwortet. Die wurden von Fachleuten als äußerst oberflächlich und sogar für Verbraucher in die Irre führend bewertet. Das Absurde: Er (bzw. FinanzTest) hat bei ca. 75% der Angebote für BU die Schulnote "SEHR GUT" verteilt - was sachliich nicht nachzuvollziehen war und viele entscheidende Unterschiede unbeachtet ließ. Finanztest verkauft den gut bewerteten Versicherern für teures Geld "Logo-Lizenzen", mit denen diese dann in der Werbung auftreten dürfen. Natürlich kauft ein Versicherer nur eine Logo-Lizenz, wenn er auch "SEHR GUT" bewertet wird ...
Nun - in neuer Funktion - werden die "SEHR GUT" bewerteten Produkte niedergemacht?
Auch die allgemeine Kapitalismuskritik in den meisten Kommentaren kann ich nur teilweise nachvollziehen. Richtig ist, dass es die Aufgabe des Staates sein sollte, existenzielle Risiken seine Bürger abzusichern. Da dies aber nicht (mehr) der Fall ist, stellt sich die Frage nach der Alternative. Da bleibt nur die Absicherung über eine private Versicherungspolice.
Richtig ist auch, dass häufig diejenigen, die es am nötigsten hätten, diesen Schutz nicht bekommen (weil der Beruf oder Vorerkrankungen als hohes Risiko eingeschätzt werden). Die Schlussfolgerung kann aber nicht sein, das die BU-Versicherung im Bausch und Bogen verteufelt wird.
Der Rat kann nur sein: Beratung bei Fachleuten suchen - Absicherung in jungen Jahren abschließen - Gesundheitsangaben akribisch recherchieren (Arztakten und Daten vom Versicherer und kassenärztlicher Vereinigung anfordern).
Und noch etwas zu den Zahlen: Wenn 80% der BU-Renten ausgezahlt werden, könnten ja auch (etwas provokativ formuliert) die restlichen 20% unberechtigt gefordert worden sein - was bei einem Teil übrigens auch stimmt.
Es handelt sich um ein PRodukt der Privatwirtschft - es herrscht Vertragsfreiheit; d.h. wenn ein Versicherter etwas fordert, was nicht versichert ist, ist es richtig, dass er es nicht erhält.
Ich konzidiere allerdings, dass es schwierig ist, Vertragsbedingungen der BU-Versicherung zu lesen und zu verstehen und dass es Interpretationsspielraum gibt. Rechtliche Hilfe im Leistungsfall zu holen, ist sicher nicht falsch.

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RolandGutsch 29.10.2017, 13:33
44. Kennen Sie den Kaberrettisten Volker Pispers?

Zitat von steingärtner
Für mich heisst das, die Versicherungen kassieren von zwanzig Prozent ihrer BU-Kunden leistungslos Beiträge.
...der hat mal treffend formuliert: Der Durchschnittbürger versteht die Funktion einer Haftpflichtversicherung nicht. "Da zahl ich Jahr für Jahr 50.- € --- und es passiert einfach nix!!" (Da muss man schon mal zum Teppichmesser greifen und das Sofa selber aufschlitzen!)

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geschwafelablehner 29.10.2017, 13:36
45.

Zitat von RolandGutsch
...Der Rat kann nur sein: Beratung bei Fachleuten suchen - Absicherung in jungen Jahren abschließen - Gesundheitsangaben akribisch recherchieren (Arztakten und Daten vom Versicherer und kassenärztlicher Vereinigung anfordern). ...
Der Rat mit dem Abschließen in jungen Jahren hilft nicht viel, wenn ein Gesetz verabschiedet wird, in dem die Mittelalten (Jahrgang 1960 vor 15 Jahren war Alter bis 40) ihren gesetzlichen Versicherungsschutz verlieren, und gleichzeitig von den Privaten wegen erhöhtem Risiko entweder keinen, einen eingeschränkten oder einen teuren Vertrag erhalten. Mit 40 kann man auf dem Bau schon einen kaputten Rücken, als Fliesenleger kaputte Knie oder als Lehrer die ersten Burnout-Symptome haben.

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so-long 29.10.2017, 15:00
46. Bu

Wenn alle von der BU reden, muß etwas `dran sein.
Man (bes. Junge) darf sich keiner Illusion hingeben: eine "üppige BU" ist nicht finanzierbar. bzw. bindet zuviel frei verfügbares Geld. Als Berufsanfänger darf in den ersten 15-20 Jahren einfach nicht viel gesundheitlich passieren, sonst sieht`s einfach mau aus. Dessen sollte man sich bewußt werden. Das Leben ist nun einmal nicht risikofrei.
Alternativ: auf seine Gesundheit -wenigstens in groben Zügen (was auch immer das heißt: Suchtverhalten, Essen, Bewegung, Psychohygiene, etc)- achten und selber Kapital bilden.

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Hartmut Tschofen 29.10.2017, 20:49
47. Als Fachmann mach ich mir mal Luft...

In den Kommentaren lese ich viel Richtiges. Berufsunfähigkeitsversicherungen bei Selbständigen ist per se ein heikles Thema. Grund ist die Prüfung auf Umorganisationsfähigkeit bei der Selbständige oftmals das Nachsehen gaben. Weiche Formulierungen wie "wir wahren die Angemessenheit usw." nutzen nicht viel. Für Selbständige gibt es da bessere Möglichkeiten, die zudem auch noch bezahlbar sind.
Bei allen Berufsgruppen beginnt das Übel aber oft schon in der Beratung. Wenn da nur Preise verglichen werden oder der Berater in Wahrheit nur ein Verkäufer ist, dann wird es im Ernstfall schwierig.
Das gilt vor allem dann, wenn ein laxer Umgang mit der Gesundheitsprüfung zu bemerken ist. Spätestens dann sollte ein Kunde das Gespräch abbrechen.
Tipp: Bieten Sie dem Versicherer immer schirftlich an, dass sie bereit sind sich einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen. Erhalten Sie schriftlich die Antwort, dass das nicht nötig ist haben Sie im Ernstfall einen Vorteil.
Wenn eine BU-Versicherung zu teuer ist, sollte man auf eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung PLUS abschließen oder über eine Grundfähigkeitsversicherung nachdenken.
Ohne ein eingehendes Lesen der Versicherungsbedingungen sollte man definitiv nie eine dieser Versicherungen abschließen. Nun sind Versicherungsbedingungen selten mal so geschrieben, dass die gut verständlich sind.
Dort beginnt die eigentliche Beratung! Ein Berater sollte in der Lage sein die Bedingungen verständlich zu erklären. Wenn er das nicht kann, dann nennt er sich vielleicht Berater; ist aber der Bezeichnung nach keiner.
Seit fast 30 Jahren bin ich auf den Bereich spezialisiert. Bislang haben Leistungsfälle sauber funktioniert. Im Leistungsfall muss der Kunde aber betreut werden, weil er in aller Regel voll mit anderen Sorgen ist und die teilweise komplexen Bearbeitungsvorgänge nicht allein schafft.
Krankengeld und Berufsunfähigkeitsrenten: Die Krankenkassen wollen immer wissen, ob man eine BU-Rente erhält, weil die Krankenkasse dann den Krankengeldanspruch mindern darf. Wenn Krankengeld gemindert wird ohne dass die exakte Statusfeststellung vorliegt, die Ihnen Berufsunfähigkeit bescheinigt ist das unlauter und man kann das sehr einfach aushebeln. Zustzlich zur BU-Bescheinigung muss auch ein Leistungsbescheid einer Berufsunfähigkeitsversicherung vorliegen. Kürzt ein Krankenversicherer Krankengeld ohne diese sachlichen Grundlagen ist er im Unrecht. Dennoch versuchen das Krankenversicherungen durchaus mal.
Tipp: Geben Sie im Fragebogen zum Krankengeld erst dann Angaben zu Ihrer BU-Versicherung preis, wenn a) der Status BU bescheinigt ist und b) Ein Leistungsbescheid, der eine Auszahlung avisiert vorliegt.

Das Meiste ist sehr logisch. Das Problem ist, dass Menschen in dieser Situation mit den Dingen allein gelassen werden und fachlich gute Betreuung zu selten geleistet wird.

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eckhardborchardt 30.10.2017, 11:37
48. Tenhagen's Kraftausdrücke sind unangebracht

Schade, dass Herr Tenhagen beim Thema Versicherungen nicht ohne Kraftausdrücke auskommt. Die Unfallversicherung bezeichnete er als "Teil des Raubzuges im Osten" und als "Goldesel der Assekuranz", zur BU-Versicherung äußerte er sich in der Sendung Stern TV: "[...] dann sollen die, meine Hacke, aber auch zahlen". Hier nun: Gesundheitsfragen = Inquisition? Aber: Wie sollte der Versichere ohne Gesundheitsfragen das Risiko einschätzen? Die Fragen sind keine Inquisition, sondern ein Recht des Versicherers, dass sich u.a. auch aus dem Gesetz ergibt, siehe § 19 VVG: "Der Versicherungsnehmer hat bis zur Abgabe seiner Vertragserklärung die ihm bekannten Gefahrumstände, die für den Entschluss des Versicherers, den Vertrag mit dem vereinbarten Inhalt zu schließen, erheblich sind und nach denen der Versicherer in Textform gefragt hat, dem Versicherer anzuzeigen." Ein wenig mehr Sachlichkeit täte gut, gerade im SPIEGEL, der sich doch als Qualitätsmedium versteht.

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eckhardborchardt 30.10.2017, 11:38
49. Tenhagen's Kraftausdrücke sind unangebracht

Schade, dass Herr Tenhagen beim Thema Versicherungen nicht ohne Kraftausdrücke auskommt. Die Unfallversicherung bezeichnete er als "Teil des Raubzuges im Osten" und als "Goldesel der Assekuranz", zur BU-Versicherung äußerte er sich in der Sendung Stern TV: "[...] dann sollen die, meine Hacke, aber auch zahlen". Hier nun: Gesundheitsfragen = Inquisition? Aber: Wie sollte der Versichere ohne Gesundheitsfragen das Risiko einschätzen? Die Fragen sind keine Inquisition, sondern ein Recht des Versicherers, dass sich u.a. auch aus dem Gesetz ergibt, siehe § 19 VVG: "Der Versicherungsnehmer hat bis zur Abgabe seiner Vertragserklärung die ihm bekannten Gefahrumstände, die für den Entschluss des Versicherers, den Vertrag mit dem vereinbarten Inhalt zu schließen, erheblich sind und nach denen der Versicherer in Textform gefragt hat, dem Versicherer anzuzeigen." Ein wenig mehr Sachlichkeit täte gut, gerade im SPIEGEL, der sich doch als Qualitätsmedium versteht.

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