Forum: Wirtschaft
Beschwerde bei Merkel: Länder kritisieren Standort für Batterieforschung
DPA

Deutschland will vom Batteriezellenboom profitieren. Ein teures Forschungsprogramm soll ausgerechnet nahe des Wahlkreises von Ministerin Karliczek starten. Dabei waren in der Auswahlkommission offenbar viele dagegen.

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fht 02.07.2019, 11:53
60. Sorry, Forschung ist nun mal international

Wer möchte es verantworten, die Forschungseinrichtung für Batterieforschung z.B nach Wismar zu geben? Ein Gastwissenschaftler (evtl. sogar noch jemand mit etwas dunklerer Haut), der dann z.B. in den gut 10 km entfernten Ort Jamel zieht, hätte nicht nur ein Problem.

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hman2 02.07.2019, 11:53
61.

Zitat von MisterD
Genauso gut könnte man versuchen mit 500 Millionen EUR Haupt- oder Grafikprozessoren auf Spitzenniveau zu entwickeln und damit die Abhängigkeit von den USA in diesem Bereich anzugreifen...
Darf ich Sie daran erinnern, dass Deutschland nach der Jahrtausendwende einer der Standorte für die weltweite Fertigung von AMD gerade für CPUs gewesen ist? Millionen von Computern aus asiatischer Fertigung hatten eine CPU "Made in Dresden" statt Intel inside...

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von_oz 02.07.2019, 12:13
62. Bis kürzlich...

Frau Karliczek habe sich "BIS zuletzt" aus der Diskussion um die Standortwahl herausgehalten. Aber "zuletzt" dann eben nicht mehr. Vielleicht muss man ihre Worte nur richtig deuten...

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quark2@mailinator.com 02.07.2019, 12:32
63.

In der trostlosen Gegend zwischen Cottbus und Dresden gab es ja schon Akkufertigung von Daimler und es war avisiert, daß dort 1..2 solche Fabriken gebaut werden sollen. Als dann noch die Diskussion um das Ende der Kohle kam, wurde groß über den Strukturwandel gesprochen und wiederum wurde berichtet, daß dort die Akkus der deutschen Autohersteller gefertigt werden sollen. Naja, bis dann vor wenigen Wochen plötzlich die Meldung kam, daß diese Fertigung nun doch am Rhein stehen wird, u.a. weil die dortigen Landesregierungen halt Geld gegeben haben. Geld, welches Brandenburg bzw. Sachsen halt nicht bieten können. So läuft das mit dem Strukturwandel ins Nichts.

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escherischiacoli 02.07.2019, 12:35
64. zu Beitrag #4

kann ich nur zustimmen. Letztlich wird es einen Mix aus Batterie und Brennstoffzelle geben müssen, den Batterien allein wären der Overkill für die Umwelt, neben der zu erwartenden Aufbruchstimmung bei allen Sklavenhaltern der Welt, die noch nicht beim Rohstoffabbau für Lithium etc dabei sind. Ausserdem kann man die Erzeugung von Wasserstoff und Sauerstoff gut mit Windenergie koppeln (Stichwort Energie speichern statt bei Überangebot vom Netz nehmen). Wir werden bei der bekannten Akkutechnologie niemals wirtschaftlich mit den Dumpingpreis-Ländern konkurrieren können, niemand kauft was teureres lehrt die Erfahrung. Warum wird nichts in Brennstoffzellen investiert? Hier könnten wir noch Weltspitze sein. Und auch gern im Osten investieren. Eine komplett falsche Weichenstellung, fürchte ich

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apst 02.07.2019, 13:08
65. Nur ein Problem...

Mit dem Osten... Da will keiner hin. Was soll ein Forschungsinstitut dort, wenn keine Forscher dort sind bzw. Keiner hintraut, weil Fremde "nicht gern gesehen sind".

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elcaron 02.07.2019, 13:21
66. Die Ministerin versucht sich gerne in Selbstvermarktung

Die jährliche "Highlights der Physik"-Show letztes Jahr wirkte im Vergleich zu vorhergehenden Jahren auch eher wie der Versuch einer Karliczek-Show.

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Neandiausdemtal 02.07.2019, 13:22
67. Na ja,

Zitat von mmpuck
ist eine Katastrophe. Der Föderalismus wird immer mehr zum Hemmschuh der Entwicklung. Das schlimmste Beispiel ist doch die von allen Ländern unterschiedlich betriebene Schulpolitik. Aber alle in den Länderverwaltungen gut versorgten Beamten und Angestellten wollen sich natürlich nicht selbst abschaffen. Und so beweisen sie denn ihre Daseinsberechtigung ständig, indem sie untereinander die Kuchenverteilung streitig machen. Deutschland ist erkennbar auf dem absterbenden Ast.
....der Föderalismus ist schon sehr lange von Vorteil. Wir haben keinen Moloch wie Paris oder London. Selbst die Kleinstaaterei vor 150 Jahren und mehr hat Deutschland zum Land der Dichter und Denker gemacht. Das hatte was mit Wettbewerb unter eitlen Fürsten zu tun.

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syracusa 02.07.2019, 14:09
68.

Zitat von varlex
Ganz einfach, der Gesamtwirkungsgrad vom Wasserstoffkreislauf (Energie-->Wasser-->Wasserstoff-->Brennstoffzelle-->Wasser/Energie) ist derart miserabel, dass es sich nur lohnt, wenn Energie im Überfluss vorhanden ist.
Nein, denn erstens ist Energie im Überfluss vorhanden, und zweitens ist saubere Energie aus Wind und Sonne auch noch extrem billig. Bei uns liegen die Gestehungskosten je kWh PV-Strom schon unter 4 Cent, in Nordafrika sogar unter 1,5 Cent.

Die relevanten Kosten sind also heute nicht mehr die Energiekosten, um Strom für Wasserstoffelektrolyse oder P2G/P2L bereit zu stellen, sondern die Kosten der Anlagen dafür und für den Vertrieb. An den H2-Tankstellen kostet das kg Wasserstoff heute 9,50 Euro. Darin sind nur etwa 1,50 Euro Energiekosten enthalten. Synthetische Treibstoffe, die über das heutige Tankstellennetz vertrieben werden können, würden nur einen Bruchteil davon kosten.

Die Brennstoffzelle hat also schon aus diesem Grund keine Chance. Wenn sich das akkubetriebene E-Auto nicht durchsetzt, dann lautet die Alternative nicht Brennstoffzellenauto, sondern Verbrennungsmotor mit P2G/P2L.

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ohjeee 02.07.2019, 14:10
69. 1

Zitat von dr.w
der Vorwurf kommt, daß die Standortentscheidung nach strukturpolitischen Erwägungen getroffen worden sei, spricht viel dafür, daß es eine richtige Entscheidungen gewesen ist. Bayern ist das Bundesland, welches am egoistischsten seinen Interessen durchsetzt - auch aus strukturpolitischen Erwägungen.
Was soll der unqualifizierte Einwand?
Es haben sich Ministerpräsidenten jeglicher Couleur beschwert! Ein Grüner, ein roter und ein schwarzer Ministerpräsident und das einzige, was Ihnen dazu einfällt ist Bayern-Bashing!?

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