Forum: Wirtschaft
Bessere Förderung: Die Misere mit den Langzeitarbeitslosen
DPA

Mehr als eine Million Menschen in Deutschland sind ein Jahr oder länger ohne Job. Zu viel, sagen die Sozialverbände und fordern Ministerin Nahles auf, wirksam gegen die Langzeitarbeitslosigkeit vorzugehen. Die SPD-Politikerin stellt ihre Pläne jetzt vor.

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friedrich_eckard 05.11.2014, 09:03
30.

Der "öffentlich geförderten Arbeitsmarkt mit Tariflohn und sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen", den Frau Mascher vollig zu Recht fordert, soll ja in Thüringen jedenfalls pilotprojektsweise eingerichtet werden, wobei ich mich jetzt schon diebisch auf die langen Gesichter der Sozialrassistenfraktion freue, wenn die vorgesehenen 2.500 Stellen sich als weitaus nicht ausreichend erweisen werden, dem Andrang von sich bewerbenden "Hartz-IV-Schmarotzern und -Nichtstuern" zu genügen... Frau Nahles wäre ohne jede Ironie zu raten, den Verlauf dieses Experimentes abzuwarten und das Konzept im erwartbaren Erfolgsfalle schlicht zu übernehmen.

Es ist ja doch eigentlich ganz einfach. Der Anteil der Bevölkerung, der zur Herstellung von Aktiendividenden und Managerboni nicht benötigt wird, wird tendenziell immer weiter wachsen - das Nähere siehe unter Jeremy Rifkin - diese Menschen werden so oder so alimentiert werden müssen, und es stellt sich nur die Frage "BGE oder öffentlich geförderter Beschäftigungssektor." Wenn die vorliegenden Konzepte zum BGE nicht zu überzeugen vermögen aus Gründen, die hier im einzelnen auseinanderzudröseln zu weit führen würde - die Frage der Finanzierung ist dabei nicht der schwerstwiegende Einwand! - dann bleibt eben nur der öffentlich geförderte Beschäftigungssektor.

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nexus32 05.11.2014, 09:11
31. Unternehmerpflicht

Es ist nicht Aufgabe des Staates Lohnkosten für Unternehmer zu zahlen die den Rahm abschöpfen und die Beschäftigten dann nach dem auslaufen der Maßnahme wieder entlassen. Wir brauchen wieder Unternehmer die einen soziale Verantwortung gegenüber ihren Beschäftigten empfinden und diese auch wahrnehmen. DAS ist der Paradigmenwechsel den dieses Land braucht. Dann können wir auch diejenigen verkraften die unsere Sozialsyssteme mißbrauchen. Denn die gibt es auch.

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wermoe 05.11.2014, 09:16
32. Es gibt in Deutschland eine Diskriminierung

älterer Arbeitnehmer ! Wer, der Generation 50+
angehörend, seines Jobs verlustig wird, ist auf dem Arbeitsmarkt nahezu chancenlos ! Dazu kommt noch, gerade angeblich so nachgefragte, hochqualifizierte Arbeitnehmer, werden gerne "nachhaltig" in Hartz IV "entsorg" ! Ihnen bleiben oft nur Drogen oder der Suizid als Erlösung !

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wo_st 05.11.2014, 09:18
33. Grundsicherung für ALLE?

Die SPD wird immer unwählbarer, wenn sie jetzt schon Unternehmer Geld gibt (indirekt) damit sie Arbeitsplätze generieren. Das hätte ich von der ehemaligen FDP oder von einer früheren CDU erwartet.

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chrutchfield 05.11.2014, 09:21
34. Vorschlag...

...zur Änderung: einfach die Statistikmethode ändern. Wird doch sonst auch bei jeder Gelegenheit gemacht, wenn die Regierung besser aussehen möchte.

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grover01 05.11.2014, 09:22
35.

Ist das nicht dieselbe, die sich vor kurzem für das Verbot eingesetzt hat, seine Arbeitskraft für weniger als einen von der Politik festgesetzten Betrag zu verkaufen? Und jetzt will sie wohl die selbst geschaffenen Probleme lösen. Ich habe so den Verdacht dass es dadurch nur schlimmer wird...

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spon_2538350 05.11.2014, 09:22
36. ja, man merkt's deutlich!

bereits seit einiger Zeit werden Langzeitlose massiv und zwangsweise in völlig sinnfreie Coaching-Maßnahmen aus der Statistik herausgedruckt. Steuergelder werden damit verplempert, dass 60jährigen dort erklärt wird, wie sie sich durch Ernährung und Kleidung für Vorstellungsgespräche jünger machen können. Dass die Betreiber dieser Coachingagenturen mit den entsprechenden Entscheidungsträgern der Agenturen verbandelt sind, darf vermutet werden. Nach einer Untersuchung des Focus betrügen mindestens 30% von Ihnen die Agentur.
Qualifizierungsmaßnahmen dagegen werden abgelehnt, eigentlich geht es nur darum, eine schöne Statistik zu haben. Dass bundesweit ca. 1 Mio. Arbeitslose in 'Maßnahmen' und ca 1,4 Mio in Aufstockungsmodelle weggeparkt sind und dann nicht mehr zählen, interessiert dann niemanden mehr

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zuagroaster 05.11.2014, 09:22
37. Ein Coach zur Seite?

Klingt nach neuen Repressalien bzw. einem persönlichen Bewacher. Ich habe das Glück in Arbeit zu sein aber habe die Gängeleien des Amts schon live erlebt. Wirklich das letzte. Ich glaube kaum, dass man da wirklich einen Coach zur Seite bekommt der wirklich hilft. Eher einen Wachhund, der Druck machen soll.

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Diskutierender 05.11.2014, 09:24
38. Vorurteile der Arbeitgeber

Solagen Sie die Vorurteile der Arbeitgeber gegenüber Menschen, die arbeitslos sind, oder älteren Arbeitnehmer nicht abbauen, haben sie hier keine Chance. Nirgendwo gibt es üblere Vorurteile als bei Deutschen Arbeitgebern gegenüber Bewerbern.

Arbeitgeber jammern immer, dass sie keine geeigneten Leute finden (das heisst dann Fachkräftemangel). Der Wunschbewerber - das stand schon in etlichen Berichten - ist dann ein mit seinem Jo Mensch, den man von einem bisherigen Arbeitsplatz bei einer anderen Firma abgeworben hat. Inzwischen sind schon Leute, die sich aus einer Position von selbst wegbewerben, nicht mehr erste Wahl. Und ein Arbeitsloser gilt als Schrott. Wenn dieser Arbeitslose dann schon über 40 ist, dann kann dieser gleich Hartz 4 beantragen.

Lieber wird dann nach Ausländern geschrien, als die eigene asoziale Einstellung zu überdenken.

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darvalo 05.11.2014, 09:30
39. Paradigmenwechsel in der Politik?? oh WOW !!!

besser wäre ein solcher Wechsel in der Wirtschaft.
ich erlebe es aus erster Hand:

46 Jahre alt, Langzeitarbeitsloser, erfolgreiche Umschulung zum Technischen Produktdesigner (Techn. Zeichner Maschinenbau) vor 4 Monaten mit IHK-Abschluss und sehr guter Abschlussarbeit, trotzdem nur Absagen, auch von Zeitarbeits- und Vermittlungsbörsen, meist in einer Geschwindigkeit, die mich zweifeln lässt, dass meine Bewerbung sorgfältig gelesen wurde. "Alter? Berufseinsteiger? - Nein danke."

auch wenn dies niemand sagt, schließlich könnte ich nach dem Gleichstellungsgesetzt ja dagegen klagen - mir drängt sich dieser Eindruck auf.

wenn selbst eine Firma, die sich auf Initiativbewerbungen für den Arbeitssuchenden spezialisiert hat und genau für diesen Dienst bezahlt wird (Vermittlungsgutschein oder 1 Brutto-Monatsgehalt des künftigen Arbeitsplatzes) mich ablehnt, obwohl ein Vermittlungsgutschein vorlag - was soll ich denn davon halten?

nicht vermittelbar.

Fachkräfte werden gesucht? männlich, 25 Jahre alt, 20 Jahre Berufserfahrung …

Frau Nahles kann ja viel beschließen und fördern, die Sozialverbände viel fordern (was ich an sich gut finde), wenn jedoch "die Wirtschaft", d. h. die Manager und Firmenbosse, die "Menschen in der Wirtschaft" nicht mitmachen, werden alle politischen Versuche verpuffen.

Wiedereingliederungshilfen vom jobcenter? wirken doch schon jetzt nicht als Lockmittel.

"Auf Grundlage der uns vorliegenden Unterlagen sehen wir derzeit keine Möglichkeit, Ihnen eine Position innerhalb unserer Niederlassung in dem von Ihnen gewünschten Aufgabenbereich anzubieten.
…
Für das uns entgegengebrachte Vertrauen bedanken wir uns herzlich und wünschen Ihnen für Ihren weiteren beruflichen Weg alles Gute und viel Erfolg!"

da klingt der letzte Satz dann wie Hohn. viel Erfolg auf Ihrem beruflichen Weg - nur nicht bei uns.

bisher haben das alle so gesagt … … …

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