Forum: Wirtschaft
Besuch in Athen: Schäuble stemmt sich gegen Schuldenschnitt für Griechenland
DPA

Der Finanzminister gibt sich unnachgiebig: Ein weiterer Schuldenschnitt für Griechenland komme nicht in Frage, sagte Wolfgang Schäuble vor seiner Reise nach Athen. Experten halten einen erneuten Verzicht der Gläubiger jedoch für unvermeidbar.

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ohlala! 18.07.2013, 10:59
80. Also nun mal langsam...

Deutschland wäre gut beraten, Griechenland einen Teil der Schulden zu erlassen und diese mit den Reparationszahlungen an Griechenland zu verrechnen. Dass Deutschland enorme Schulden hat, ist ja unstrittig. Lediglich der Umstand, dass der 2+4-Vertrag kein offizieller Friedensvertrag ist, sondern ausdrücklich anstelle eines Friedensvertrags geschlossen wurde, verschafft Deutschland die Möglichkeit, unter fragwürdigen rechtlichen Konstruktionen die Zahlungsverpflichtung abzulehnen. Dabei darf man nicht vergessen, dass Deutschland niemals da wäre wo es steht, wenn nicht die Alliierten Anfang der 50-er auf ihre berechtigten Forderungen teilweise verzichtet bzw. diese gestundet hätten - ZINSFREI! Deutschland wäre jetzt da wo Griechenland steht. Es hätte nur im Gegensatz zu Griechenland in der gesamten Geschichte nicht eine einzige soziale Wohltat gegeben - und wir würden immer noch zahlen...
Also: mal gaaanz langsam und die Vorteile bedacht, die ein Schuldenerlass auch für Deutschland bringen könnte. Vielleicht lässt sich ja in dieser Situation ein bisschen handeln...?

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guggulu 18.07.2013, 11:00
81. 22.9. Btw

Er muss bis nach der Wahl warten. Es ist schon ungeheuerlich wie dieser Mann lügt und trickst!!! Das noch vorhandene Vertrauen in die parlamentarische Demokratie wird weiterhin erschüttert.

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mukkesucker 18.07.2013, 11:01
82. Aufatmen: vor Oktober gibts keinen Schuldenschnitt!

danach geht alles weiter wie bisher: die Griechen beschließen Maßnahmen, nix wird umgesetzt, die Troika mahnt und gibt dann munter die nächste Tranche frei.
Solidarität - unsere Einbahnstraße zur völligen Selbstaufgabe ;)

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seltenwichtig 18.07.2013, 11:02
83. Gleiches Recht für alle

Zitat von sysop
Der Finanzminister gibt sich unnachgiebig: Ein weiterer Schuldenschnitt für Griechenland komme nicht in Frage, sagte Wolfgang Schäuble vor seiner Reise nach Athen. Experten halten einen erneuten Verzicht der Gläubiger jedoch für unvermeidbar.
Im "Zeitzeichen" des WDR wurde jetzt daran erinnert, dass uns 1956 die Hälfte der Schulden erlassen wurde, um wieder auf die Beine zu kommen. Die Griechen strengen sich schon an. So kostet eine Tasse Kaffee nicht mehr 2,50, sondern 1 Euro. Der Tourismus boomt u.a., weil die Preise um ein Drittel reduziert werden. D. h., die Griechen sind dort angekommen wo wir schon sind: Einem Billiglohnland.

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elwu 18.07.2013, 11:02
84. Fakten?

Zitat von sysop
"Es redet niemand, der ein bisschen was von der Sache versteht, im Ernst von einem weiteren Schuldenschnitt für die privaten Gläubiger"
Jo, davon gibt es auch kaum noch welche, denn die Gläubiger sind durch die von Schäuble und Co. ermöglichte Entlastung der privaten inzwischen mit großer Mehrheit Staaten und der IMF. Also Steuerzahler.

Man darf getrost davon ausgehen dass Schäuble kurz nach der Wahl den dann kommenden Schuldenschnitt kommentieren wird "Ich habe stets ausdrücklich von einem weiteren Schuldenschnitt der privaten Gläubiger gesprochen, nicht der öffentlichen"
Zitat von sysop
Bislang ist noch kein Cent aus dem Bundeshaushalt nach Athen geflossen - Deutschland hat lediglich Bürgschaften für Kredite an Griechenland übernommen und erwartet, dass diese mitsamt Zinsen zurückgezahlt werden
Flhcsa, wie oft denn noch? Über die Eigentümerschaft/Beteiligung des Bundes an FMS Wertmanagement, Commerzbank und Landesbanken sind bereits 14,8 Milliarden Euro verschwunden, eben durch den ersten Schuldenschnitt dieser 'privaten' Gläubiger.

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afxtwin 18.07.2013, 11:04
85. optional

noch stemmt sich herr Schäuble. nach den wahlen wird es anders aussehen. wetten?

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Stefnix 18.07.2013, 11:05
86. Mann, Mann, Mann

Welch ein verlogenes Politikerpack! Jeder weiß, daß dieses ganze Geschwätz spätestens am Abend der Bundestagswahl Makulatur ist! Und das wars dann auch mit der ach so tollen Konsolidierung des Bundeshaushalts!!
Bin gespannt, wann zusätzlich zum Soli noch ein "Europa-Soli" eingeführt wird und das Geld direkt vom Gehalt einbehalten und nach Griechenland, Portugal, wohin-auch-immer überwiesen wird.

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Maya2003 18.07.2013, 11:06
87.

Zitat von Klaus100
...der Schuldenschnitt.Schäuble spielt wie immer auf Zeit. Vielleicht ist das auch gut so. Wenn die Griechen den Eindruck haben, dass es auch einfach geht, tun sie überhaupt nichts.
Machen sie sowieso - nichts.
Sie wissen doch genau, daß der Schuldenschnitt schon beschlossen ist und nur wegen der BT-Wahl bis Oktober verschoben wurde.
Schäuble wirft die üblichen Nebelgranaten um den deutschen Rückzug zu verschleiern - wahrscheinlich erfolgreich; die Wähler vertrauen ihm und seiner Chefin ja (angeblich).

Ab Herbst greift Angie dann wieder an, mit ihrem neuen Schoßhund SPD an ihrer Seite kann ja nichts mehr schiefgehen; was gibt es schöneres als eine Groko :)
Bis Ende 2014 steht dann die Transferunion inklusive Bankenunion; nun muß nur noch ein frischer, optimistischer Name dafür her, Europa Zukunfts Pakt - EZP oder so was in der Art.

Unser Optimismus ist grenzenlos (!) und unser Vertrauen in schwarzgelbrotgrün wächst jeden Tag mehr. Wieder einmal führen uns Politiker goldenen Zeiten entgegen.

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kuschl 18.07.2013, 11:06
88. Wann sieht man denn endlich ein

daß Griechenland in der Eurozone nicht überleben kann? Eine Volkswirtschaft, die der eines Entwicklunglandes wie etwa Kenia gleicht, kann im Währungskorsett und der planwirtschaftlichen Finanzpolitik, nichts anderes wird hier betrieben, niemals auf die Beine kommen. Zudem haben die unfähigen Eliten Fördergelder nie zu Strukturverbesserungen verwendet,sondern sie zur Unterhaltung des aufgeblasenen Staatsapparates verbraten. Die Griechen werden sich an einen Lebensstandard gewöhnen müssen, wie er vor EU Beitritt war.

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struebind 18.07.2013, 11:06
89. Die griechische Tragikomödie

In Griechenland wird alle drei Monate eine antike Tragödie aufgeführt, angesichts derer Sophokles vor Neid erblassen würde. Sie heißt entweder "Wasch mich, aber mach mich nicht nass!", "Das Trojanische Pferd" oder "Ödipus", übersetzt: "Merkels öde Pussy". Der Handlungsablauf verläuft stets ähnlich: Ein parteienübergreifendes politisches Betrugskartell - eine Art verarmter griechischer Adel - kündet auf Druck der "Troika" dramatische Kürzungen des öffentlichen "Haushalts" an, die gegen den massiven Protest der Bevölkerung mit knappster Mehrheit und immer kurz vor Mitternacht durch das Parlament beschlossen werden. Schuld ist eine Verschwörung der Troika-Bösewichte mit den apokalyptischen Nazi-Deutschen. Beide wollen nicht begreifen, dass Korruption nach dem Selbstverständnis vieler Griechen die höchste Form der Demokratie darstellt. Und dass der Begriff "Politiker" im Griechischen ein Synonym für "Komplize" ist. Der Beweis ist ganz einfach: Gemeinsamer Zweck dieser "Entente infernale" aus Plebs und Komplizen ist von jeher die kollektive Ausplünderung des eigenen Staates und - nach dessen sichtbarem Ruin - der Europäischen Union mit anschließender Verteilung der Beute.
Das Recht zu dieser politischen Philosophie der Beraubung, mit dem man sich durch stets frisierte Zahlen erfolgreich die Teilnahme am Bezahlsystem Euro erschlichen hat, ist nicht schwer auszumachen: Immerhin ist Griechenland ja die "Mutter der Demokratie" und muss ja wissen, wie sie funktioniert.
Der letzte Akt des Dramas besteht stets darin, dass das jeweilige Steuer- oder Spar-Gesetz nach der Beschlussfassung einfach nicht umgesetzt wird. Für die Nicht-Umsetzung von Parlamentsbeschlüssen gibt es einen aufwändigen und überparteilichen Beamtenapparat. Dieser sorgt für das Happy End und auch dafür, dass das Stück schlussendlich immer tragikomische Züge erhält: Die Komplizen lachen sich schlapp, trinken jede Menge Ouzo und planen flugs die Fortsetzung. Der stets etwas burleske Prolog ist schon geschrieben und lautet immer gleich: "Die Ankunft der Troika!"

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