Forum: Wirtschaft
Betriebsräte: "Wieso wählen Arbeiter so häufig rechts?"
DPA

Vor den Betriebsratswahlen profilieren sich explizit rechte Listen. Doch die größere Gefahr droht Gewerkschaften von innen, sagt der Soziologe Klaus Dörre - und erklärt, weshalb sie gerade deshalb wichtig sind.

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mwroer 27.02.2018, 11:16
1.

"Wieso wählen Arbeiter so häufig rechts?"

Weil 'links' sie die letzten 20 Jahre im Stich gelassen hat?

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zardoz77 27.02.2018, 11:26
2. Ganz einfach

Ganz einfach, weil der Arbeiter das Rückgrat des Stammtisches schon immer gebildet hat und sie somit im Online-Zeitalter das perfekte Opfer sind für Internet-Propaganda. Dazu kommt häufig auch noch fehlende Bildung in den "weichen Fächern". Ein Arbeiter kann Kabel ziehen, Mauern bauen, löten und schustern, aber sobald Themen wie Politik, Soziologie, Staatskunde oder gar Geschichte angesprochen werden, wirds zappenduster.

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Marhaus 27.02.2018, 11:27
3. Da habt Ihr wohl was falsch gemacht

Seit 1980 ist die Kaufkraft des deutschen Arbeitnehmer (die den Grossteil der Gewerkschaftsmitglieder stellen) nicht mehr gestiegen.

Hingegen erfreuen sich die Gewerkschaftsbonzen erhebliche "Erb"- Sinekuren und viel haben sich über die "Mitbestimmung" von den Arbeitgebern kaufen lassen. Da ergab eine Art von "Feudalismus" in den Gewerkschaften.

Das musste irgendwann knallen.

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84erstudent 27.02.2018, 11:30
4.

Arbeiter wählen meiner Ansicht nach häufig rechts da die Linken Parteien inklusive SPD schon seit mehreren Jahren versäumen, auf die wirklichen Probleme der Arbeiter einzugehen. Vereinfacht gesagt, was interessiert den Kumpel in der Zeche im Ruhrpott der Familiennachzug für Flüchtlinge? Der hat ganz andere Probleme, die werden aber von den linken Parteien nicht thematisiert.

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**Kiki** 27.02.2018, 11:32
5. Merkwürdige Frage.

"Wieso wählen ausgerechnet Arbeiter so häufig rechtspopulistisch?"

Wen sollten sie denn sonst wählen? Die SPD hat sie verraten. Die Linkspartei hat keine Wurzeln in der Arbeiterschaft im Westen und im Osten die falschen. Die Grünen sind eine Beamten- und Akademikerpartei und verachtet Arbeiter ganz unverhohlen. Und die CDU, tja, von der weiß niemand, wofür sie eigentlich steht, aber das "C" im Parteinamen zieht jedenfalls auch nicht mehr.

Ich habe schon 2005 oder 2006 - irgendwo hier im Forum - geschrieben, die erste Partei, die sich traut, sich im Untertitel "Die Unterschichtenpartei" zu nennen, bekäme unbesehen meine Stimme, weil die Verachtung und die Arroganz, die offen oder unterschwellig in ALLEN Parteien für jeden, der sich bei der Arbeit dreckig macht, zu spüren war, mich empört, aber auch beängstigt hat. Niemand verachtet eine so große Bevölkerungsgruppe über anderthalb Jahrzehnte hinweg, ohne damit rechnen zu müssen, daß sich das rächt.

Wer also noch im Jahre 2018 solche treudoofen Fragen stellt, von dem erwarte ich nicht, daß er irgendwie zur Lösungsfindung beitragen kann.

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observerlbg 27.02.2018, 11:33
6. Interessantes Bild:

"Arbeiter wird man, wenn man nicht studieren konnte oder einen Bürojob fand". Es ist auch die traditionelle mangelnde Wertschätzung in der Gesellschaft, die dem Arbeiter glauben lässt, er wäre nicht mehr Bestandteil dieser Gesellschaft. Die Werte dieser Gesellschaft sind dann nicht mehr seine Werte. Und ja, die sPD hat ihre ursprüngliche Zielgruppe aus den Augen, ja, aus dem Sinn verloren. Da scheint eher noch die CSU aktiv zu sein (scheint!). Das konnte vor knapp 100 Jahren schon mal eine andere "patriotische" sozialistische Partei ausnutzen. Warum sollten die neuen Rechten da nicht ansetzen? Aber es gibt für unsere aktuelle Atministration ja viel wichtigere Probleme zu lösen, wie Innenstadtverbot für Diesel, Kitas und Nahverkehr für Alle kostenlos und die Mautungerechtigkeit muss geklärt werden......

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rm9 27.02.2018, 11:38
7.

Ganz einfach, weil Gewerkschaften sich ideologisch vom Arbeiter entkoppelt haben. Auf der einen Seite die akademische Elite, der es scheinbar wichtiger ist jede Mitteilung des DGB auf die korrekte Verwendung von Gendersternchen zu prüfen. Und dann natürlich der "Arbeiter" (wobei auch dieser Begriff problematisch ist, wer soll das eigentlich genau sein?), welcher ehr sorgenvoll in die Zukunft blickt auf Themen wie Flüchtlingspolitik, Eurokrise, Demografie usw...
Im Prinzip hat Sarah Wagenknecht die Problematik erkannt, und dafür vom eigenen Lager eine Torte ins Gesicht gezimmert bekommen.

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Nordstadtbewohner 27.02.2018, 11:43
8. Kein Betriebsrat = Keine rechte/ linke Politik

Bei uns im Unternehmen kann es keinen rechten/ linken Betriebsrat geben, da wir gerne auf einen Betriebsrat verzichten und für uns selbst sprechen können.

Ich halte das ganze Betriebsrats- und Gewerkschaftswesen ohnehin für politisch aufgeblasen und unnötig. Ein mündiges Individuum kann sich selbst vertreten.

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dr.eldontyrell 27.02.2018, 11:43
9.

Zitat von mwroer
"Wieso wählen Arbeiter so häufig rechts?" Weil 'links' sie die letzten 20 Jahre im Stich gelassen hat?
Genau DAS ist der große Denkfehler des heutigen Proletariats - die SPD war in den letzten 20 Jahren niemals links.
Tja, waren 2003 wohl zu viele davon mit DSDS oder Big Brother beschäftigt, anstatt sich damit zu befassen, was die Seeheimer vor hatten. Aber gut, unter Denkbefreiten hat man ja einen Sündenbock gefunden, läuft.

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