Forum: Wirtschaft
Betriebsräte: "Wieso wählen Arbeiter so häufig rechts?"
DPA

Vor den Betriebsratswahlen profilieren sich explizit rechte Listen. Doch die größere Gefahr droht Gewerkschaften von innen, sagt der Soziologe Klaus Dörre - und erklärt, weshalb sie gerade deshalb wichtig sind.

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Ceebiscuit 27.02.2018, 13:28
90. Die Argumentation gegen Rechts hinkt gewaltig

und wird mit fortschreitender Zeit auch nicht mehr schlüssiger. Die Kampfbegriffe sind den Linken mittlerweile allesamt in den Händen zerborsten, seit Gewalt und Terror die Seite ganz klar nach links gewechselt hat. Man kann einfach nicht den ganzen Tag, die ganze Woche, sein ganzes Leben mit immer enger werdenden Scheuklappen oder tiefer ins gesicht gezogenem Hoodie durch die Gegend rennen und alles was moralisch auch nur einen Millimeter vom eigenen moralischen Denken, von Handeln wollen wir hier mal garnicht erst anfangen, abweicht als vollkommen unterschiedslos rechts, rechtsradikal, nazi, fremdenfeindlich oder rassistisch verteufeln. Gegen dieses fortschreitende Geisteskrankheit kann man aber nur etwas unternehmen, wenn man selber irgendwann einsieht, in welch totalitäres Fahrwasser einen die nur besten Absichten und die Verleugnung sämtlicher negativen Gedanken schon hineingeführt haben.

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Markus Dicks 27.02.2018, 13:31
91. ...es liegt an mangelndem EQ der sog. "linksintellektuellen"

Wer nicht versteht, weshalb "Arbeiter" rechts wählen, dem kann man einfach nicht mehr helfen. Die Flüchtlingskrise sorgt doch genau in dieser gesellschaftlichen Schicht dafür, daß den Leuten etwas "weggenommen" wird. Dazu muss man nicht auf die Essener Tafel verweisen, sondern sollte sich einfach mal überlegen, welche Auswirkung die Flüchtlingskrise auf Wohnungsmieten (steigen), Arbeitslohn (sinkt), soziale Sicherheit im Wohnviertel (ändert sich gegen den eigenen Willen), und dem lokal wahrgenommen Thema "Heimat" (Wohlfühlfaktor sinkt) hat.
Es ist die grosse Tragik und die Unbildung der "Linken", daß Sie einfach nicht mehr versteht, welche Auswirkung die katastrophale Flüchtlingspolitik auf die "einfachen Leute" hat.
Fahrt doch für einen direkten Anschauungsunterricht einfach mal ein paar Stunden S-Bahn in einer Grossstadt, oder seht euch an welche Bildung aufgrund hoher Migration in Kindergärten und Grundschulen noch vermittelt wird, wenn man sich eine Privatschule nicht leisten kann.
Alles Vorurteile. Nein, Verdrängung der Realität!
Wollen Sie in einem Viertel leben mit einer Migrationsquote von 80 %. Ich nicht, und die meisten "Biodeutschen" eben auch nicht. Übrigens weltweit ein ganz normaler Wert....
Die AfD ist die neue Volkspartei und das wird Sie vollkommen zu Recht, weil der EQ und IQ der Linken so unsäglich und unglaublich niedrig ist,, siehe Gabriel ("das Pack") und siehe Mass ("niemandem wird etwas weggenommen" !!!!)

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bernd.stromberg 27.02.2018, 13:32
92. Im Gegenteil

Zitat von mwroer
"Wieso wählen Arbeiter so häufig rechts?" Weil 'links' sie die letzten 20 Jahre im Stich gelassen hat?
Ich sehe eher das Gegenteil.

Der Facharbeiter beispielsweise in der Metallverarbeitenden Industrie landet heute mit Tarifvertrag, Schichtarbeit 35h Woche dann doch schon recht schnell mal bei 54.000€ Jahresbrutto - und gilt damit als Spitzensteuersatzzahler. Alle Maloche darüber hinaus lohnt sich schlicht nicht mehr, weil die Steuer- und Abgabenlast die zusätzliche Maloche nicht Wert ist.

Die Linke Gesellschaft ist über ihr Ziel hinaus geschossen.

Ich bin tatsächlich aber dankbar - ich bin aus dem Hamsterrad ausgestiegen, weil sich eben die Mehrarbeit und der Mehraufwand nicht lohnen, sobald man diese Schwelle erreicht.

Faktisch musste man vor Jahrzehnten das mehr als 10-Fache des Durchschnittslohns verdienen, um unter den Spitzensteuersatz zu zahlen.

Heute beträgt der Faktor 1,x des Durchschnittslohns um in den Spitzensteuersatz zu rutschen.

Das ist die eigentliche Lohnungerechtigkeit: selbst Facharbeiter und besonders fleißige Arbeiter die z.B. viele Überstunden machen, werden dafür "bestraft", weil sie besteuert werden wie ein Manager.

Der Spitzensteuersatz sollte höher greifen, damit die wirklichen Spitzenverdiener fair am Steueraufkommen beteiligt wird und nicht die Mittelschicht entmutigt und ausgebeutet wird.

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Grummelchen321 27.02.2018, 13:33
93.

Zitat von zardoz77
Ganz einfach, weil der Arbeiter das Rückgrat des Stammtisches schon immer gebildet hat und sie somit im Online-Zeitalter das perfekte Opfer sind für Internet-Propaganda. Dazu kommt häufig auch noch fehlende Bildung in den "weichen Fächern". Ein Arbeiter kann Kabel ziehen, Mauern bauen, löten und schustern, aber sobald Themen wie Politik, Soziologie, Staatskunde oder gar Geschichte angesprochen werden, wirds zappenduster.
Wenn es die Arbeiter nicht gäbe wäre es für Sie zappenduster.
Ohne Handwerk und produzierendes Gewerbe hätten Sie nichts.Nur das schwarze unter den Fingernägeln vom graben nach Wurzeln und Würmern.Es können ja nicht alle hohe Einkommen und/oder akademische Grade haben.

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Max Super-Powers 27.02.2018, 13:34
94.

Zitat von scoopx
Der Arbeiter lernt einfach nicht dazu und kennt seine Feinde nicht.
Sie unterschätzen (wie so viele hier) den Arbeiter völlig. Der weiß ganz genau, wo seine Feinde zu finden sind. Es sind diejenigen, die ihm Jahr für Jahr mehr Steuern abpressen, ihm immer mehr Dinge verbieten möchten, immer mehr Geld für andere, nur nicht ihn, ausgeben, die ihn beleidigen, erniedrigen, ihn als "blidungsfern" (wenn höflich) oder "dumm" (wenn unhöflich) titulieren. Die, die echte Arbeit nur vom Hörensagen kennen. Die, für die jede noch so kleine Randgruppe und Geschlechtsneurose eine größere Bedeutung hat als er und seine Familie. Die, die aus dem sozialen Netz einen hartzigen Betonboden gemacht haben und ihm jetzt erklären wollen, die AfD seien alles nur böse Rattenfänger.
Glauben Sie mir: Der Arbeiter kennt seine Feinde nur zu gut. Nur hat er jetzt erstmalig seit langer Zeit wieder die Möglichkeit, ihnen auf bundespolitischer Ebene zu begegnen.

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ilja.albrecht 27.02.2018, 13:35
95. Warum ist das eine Frage?

Der kleine Arbeiter kommt in der Berliner Politwelt nicht mehr vor. Da regieren Lobbyisten und industrielle Macher. Verkauft wird das Ganze als Politik für eine undefinierte "Mitte", also im Grunde alle, die sich einen Urlaub leisten können, der Rest zählt nicht.

Besagter Arbeiter hat keine Lobby, sondern bangt um seinen Job, während inn seinem direkten Umfeld der Verteilungskampf tobt (siehe Diskussion Essener Tafel). Und mit jedem neuen Tag erkennt er ein bisschen mehr, dass er von allem am wenigsten abbekommt, aber die gesamte soziale Last dieser Politik für die Mitte zu tragen hat.

In der SPON Diskussion um die Essener Tafel schrieb der Forist babbaschor über die (Renten-)Aussichten der Arbeiter bzw, der gesamten Unterschicht, daher zitiere ich das einfach mal:

"... In Dormagen sehe ich beinahe täglich, wie mehrheitlich Frauen mit Kopftuch bei der Tafel anstehen und anschließend mit dem Auto nach Hause gefahren werden. Wer ein Auto unterhalten kann, dem kann es so schlecht nicht gehen. Die Rentner von früher sind verschwunden und die Schlangen viermal länger als noch vor 5 Jahren.

Auf der anderen Seite der/die Rentnerin, die von ihrer mickrigen Rente kaum leben kann, zu Stolz ist um den Staat um Unterstützung zu bitten und nur dank der kostenlosen, abgelaufenen Lebensmittel einigermaßen über die Runden kommt. Der Verdrängungswettbewerb in armen Haushalten hat begonnen und das ist alles erst der Anfang. Weiter geht es bei bezahlbaren Wohnraum, schlecht bezahlten Arbeiten für gering Qualifizierte etc. Die gewaltätigen Unruhen werden früher oder später kommen..."

Wenn man also in der Berliner Beletage Angst bekommt, dann vor den Geistern, die man sleber rief und geflissentlicht ignoriert, während die Kameras laufen und in den Lounges der Chasmpagner fließt.

Das Problem ist jedoch nicht nur der rechte Rand oder die AFD. Das Problem ist, dass irgendwann einer neuer, gesellschaftlich verankerter Büchner auftauchen und "Friede den Hütten, Krieg den Palästen!" rufen wird.

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felisconcolor 27.02.2018, 13:36
96. Nein

Zitat von joomee
Klar. Und dann wählt man genau das Gegenteil anstelle die Partei Die Linke? Dann hätte man doch echte linke Politik so wie Sie sie wünschen. Man kann es sich auch noch leichter machen und zurecht legen...
sie wollen es in ihren Weltbild nur nicht wahrhaben. Es können eben viele Menschen nicht so verschwurbelt denken (und wollen es auch nicht) wie sie es tun. Diese menschen haben ein problem und wollen eine Lösung und die sollte nicht zu nochmehr Problemen führen. Und die Schlagzeilen der AfD versprechen einfache lösungen während die großen Parteien schwafeln und sagen jaaaaa aber und das ganze ist und unter Berücksichtigung von und der schwarzen Null mit dem Klimawandel und wir schaffen das schon. Sie haben den Rest des Satzes nicht verstanden? Sehen sie genauso geht es dem gemeinen Arbeiter. Das ist die einfache Antwort

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unimog_andi 27.02.2018, 13:39
97. Ich empfehle Vomex oder Nachdenken

Zitat von urmedanwalt
"Nur weil es gute Gründe gegen Zuwanderung gibt..." Wenn ich so nen Scheiß lese, wird mir schlecht.
Das mag ja sein - trotzdem gibt es sie. Zumindest gegen eine uneingeschränkte Zuwanderung.

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mapcollect 27.02.2018, 13:39
98. Zuwanderung drückt die Lohnkosten

uns zwar insbesondere bei den geringqualifizierten Arbeitern. Von den etablierten Parteien scheint das ja gewollt - zumindest erkennt man nicht, dass diese sich in den letzten Jahrzehnten großartig für steigende Reallöhne eingesetzt haben. Hinzu kommt die prekäre Situation auf dem Wohnungsmarkt. Wer 30 Jahre gearbeitet und in die Sozialsysteme eingezahlt hat, bekommt bei Jobverlust nach einer kurzen Zeit Arbeitslosengeld die gleichen Sozialleistungen wie ein anerkannter Flüchtling mit unbefristeter Aufenthaltsgenehmigung, der nie eingezahlt hat. Sollte der Erstgenannte sich Vermögen angespart haben, muss er dieses erst aufbrauchen. Und da wundert man sich, dass die Arbeiter nun den Altparteien vermehrt den Rücken zudrehen ?

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oliver61 27.02.2018, 13:41
99. Wo ist das Problem?

Eine Gewerkschaft sollte überparteilich und kein Wahlkampfverein für SPD und Linke sein. Wieso wird hier die Gesinnung der Mitglieder geprüft? Um sie auszugrenzen? Arbeitnehmerrechte nur für Linke? Es ist doch zu begrüßen, daß sich nicht nur linke Appartschiks zur Wahl stellen. Betriebsräte und Gewerkschaften sind für alle da.

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