Forum: Wirtschaft
Betriebsräte: "Wieso wählen Arbeiter so häufig rechts?"
DPA

Vor den Betriebsratswahlen profilieren sich explizit rechte Listen. Doch die größere Gefahr droht Gewerkschaften von innen, sagt der Soziologe Klaus Dörre - und erklärt, weshalb sie gerade deshalb wichtig sind.

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bestrosi 27.02.2018, 12:26
50. rechts, oder rechts_extrem_ ?

Die deutsche Presse kapiert es einfach nicht: RECHTS ist nicht gleich RECHTSEXTREM!
Die britischen Konservativen sind RECHTS, die British National Party ist RECHTSEXTREM.
Die französischen Republicains sind RECHTS, der Front National ist RECHTSEXTREM.
Ist doch nicht so schwer!

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C-Hochwald 27.02.2018, 12:26
51. Mitverantwortung der Gewerkschaften und Betriebsräte

Ich zitiere Herrn Dörre:
Dörre: Es gibt ein Bündel an Motiven. Ein starkes ist die Wahrnehmung von Lohnungerechtigkeit: Viele haben das Gefühl, in einer Gesellschaft, in der anscheinend ringsherum alles nur besser wird, trotz harter Arbeit selbst nicht genug vom Kuchen abzubekommen.

Hierzu ein Erlebnis, das ich 2014 auf einer Betriebsversammlung meines früheren Arbeitgebers hatte.
Der BR-Vorsitzende beschimpfte das Management, daß die leitenden und sehr oft dienstreisenden leitenden Angestellten mit Dienstwagen der A4 oder Passat-Klasse ausgestattet sind, und er als BR-Vorsitzender die 100km zum nächsten Standort mit einem Skoda-Fabia machen mußte. Was die Belegschaft nicht wußte; der Konzern hatte es abgelehnt, den BR-Vorsitzenden auch Dienstwagen zu spendieren.
Nur eines von vielen Beispielen, wo der Sozialneid in der Belegschaft geschürt wurde und in ähnlicher Form immer noch wird.
Es muß nicht verwundern, daß man mit solchen Parolen Menschen mit einer einfachen Denkweise sehr leicht manipulieren kann, und ihnen einreden kann daß sie zu den Benachteiligten gehören. Das ist aber Programm bei Gewerkschaften und Betriebsräten; so werden Mitglieder rekrutiert.
Die gleichen Parolen funktionieren auch dann, wenn sie von der AfD kommen, da eben auf der politischen Ebene.

Wenn man der Wahrheit näher kommen will, muß man die Mitverantwortung immer auch bei sich selbst suchen, anstelle auf andere zu zeigen - aber diese Fähigkeit besitzen Gewerkschaften und Betriebsräte, so meine Erfahrung aus 22 Jahren Industrie, erkennbar NICHT!

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Ezechiel 27.02.2018, 12:30
52.

Zitat von zardoz77
Ganz einfach, weil der Arbeiter das Rückgrat des Stammtisches schon immer gebildet hat und sie somit im Online-Zeitalter das perfekte Opfer sind für Internet-Propaganda. Dazu kommt häufig auch noch fehlende Bildung in den "weichen Fächern". Ein Arbeiter kann Kabel ziehen, Mauern bauen, löten und schustern, aber sobald Themen wie Politik, Soziologie, Staatskunde oder gar Geschichte angesprochen werden, wirds zappenduster.
Das ist der hirnverbrannteste Kommentar, den ich in den letzten 2 Jahren im Forum gelesen haben.

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C-Hochwald 27.02.2018, 12:32
53. Helikoptereltern

Zitat von Nordstadtbewohner
Bei uns im Unternehmen kann es keinen rechten/ linken Betriebsrat geben, da wir gerne auf einen Betriebsrat verzichten und für uns selbst sprechen können. Ich halte das ganze Betriebsrats- und Gewerkschaftswesen ohnehin für politisch aufgeblasen und unnötig. Ein mündiges Individuum kann sich selbst vertreten.
Ich stimme Ihnen 100% zu. Meine Wahrnehmung der Betriebsräte ist, daß sie wie Helikoptereltern agieren, die ihre Kinder überall hinfahren und sie mit Apps überwachen - nur daß es sich in Betrieben um Erwachsene handelt, die derart beglü(u)ckt werden. BR-und Gewerkschaftpolitik zum Selbstzweck - die Wähler und Mitglieder zur Manifestation der eigenen Macht klein und unmündig halten.
Die Mähr vom armseeligen Arbeiter und bösen Manager wird aus politischen Gründe gepflegt.

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wizzard74 27.02.2018, 12:34
54.

Zitat von vielflieger_1970
Sie dürfen ja rechts wählen, bitte hören Sie mit der Jammerei auf! Aber ja: Rechts ist eine negative Haltung. Das kommt davon, wenn man Menschen in Rassen einteilen möchte, das ist sozusagen automatisch im Rassismus verankert. Und jetzt ein paar Reden der Rechten, die ich hier nicht wiedergeben möchte, und schon wird ein Schuh daraus. Sie dürfen rechts wählen. Sie dürfen auch von der Brücke springen oder sich von Gras ernähren. Sie dürfen nur nicht jammern, wenn man Leute wie Sie kritisiert! SPON ist unseriös weil es nicht ihre rechte Meinung wiedergibt? Ein schönes Beispiel für Filterblase;-)
Rechts ist zunächst mal das Gegenteil von links. Sie maßen sie an, die Deutungshoheit über diese Begriffe zu haben und behaupten einfach mal, dass "rechts" gleichbedeutend mit "rassistisch" ist. Das ist erst mal in genau ihrer Welt so. Die interessiert aber keinen.
Was man für eine gesunde Diskussion bräuchte (und dafür ist das SPON Forum offensichtlich nicht der richtige Ort), wäre eine saubere Begriffsklärung. So schwadroniert einfach nur jeder vor sich hin und suhlt sich in seiner moralischen Überlegenheit.

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obersterhofnarr 27.02.2018, 12:36
55. Politologen und Soziologen

Vorschlag: diese Leute sollen mal tatsächlich als Arbeiter in einem Großbetrieb in der Produktion arbeiten und selber den Arbeitnehmeralltag erleben und nicht einfach nur philosophieren was sich da abspielt.
Ich arbeite in einem Großbetrieb wo es sehr viele türkische und afrikanische Kollegen gibt und ja, das was da läuft treibt die einheimischen Kollegen in der Mehrzahl nach rechts. Und by the way: viele türkische Kollegen sind entweder Kurden oder AKP-Anhänger in jedem Falle aber rechte engstirnige Rassisten gegenüber den Kollegen die von südlich der Sahara stammen.
Und ja, wenn man den Mitarbeitern ständig die durch die EU hervorgerufene schwierige Wettbewerbssituation vorhält um Zugeständnisse herauszupressen trotz Rekordergebnisse, warum soll man sich dann über die EU freuen?

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mr.freeman 27.02.2018, 12:37
56.

Zitat von Edgard
Der Gründer der AfD Prof. Lucke hat mit der Hamburger Erklärung explizit Lohnsenkungen gefordert; die Vorsitzende Weidel, dem Werdegang nach "Elite" nennt M. Thatcher ihr Vorbild - also eine Regierungschefin die Gewerkschaften und Industrie in GB nahezu vernichtet hat. Aber diese Nebelkerzen haben schon `33 funktioniert ... Nichts dazugelernt?
Die AfD ist im Gegensatz zur NSDAP aus mehreren Blickwinkeln links bzw. christlich. Eine andere Form des Christentums vertritt wiederrum die CDU, die versucht, ähnlich zur SPD, gescheiterte Systeme mit Geld anderer Menschen zu retten.

Die AfD versucht also das System eher neuzustarten, während die CDU die Konkursverwaltung spielt. Das ganze hat mit 1933 absolut nichts zu tun, geschweige denn sind die 1920er Jahre vergleichbar mit den 2000er/2010er Jahren.

Der Apell von Lucke zielte darauf ab, dass Sozialpolitik - um diese linke Struktur am Leben zu erhalten - nur durch Lohnsenkung erhaltbar ist. Er hat sich nicht zum Ziel gemacht, die Struktur zu zerstören.

Thatcher dagegen hat diese Struktur explizit angegriffen, was richtig und auch im deutschen Interesse lag. Thatcher hat jedoch ins globalisierende sowie anti-deutsche Mantra an anderer Stelle eingeschlagen, und damit auch das klassisch-englische Königshaus sabotiert, bei dem heute eine dahergelaufene Amerikanerin den Prinzen heiratet sowie London aussieht wie Pakistan.

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Max Super-Powers 27.02.2018, 12:40
57.

Zitat von podracer
Genau so sieht´s aus! Gut auf den Punkt gebracht! Funktioniert auch überall in der Welt - Dummheit siegt - so wie bei Trump in den USA oder bei unseren "Pegidas".
Wie war das noch mit der römischen Dekadenz? Mal eben alle Arbeiter in einem Schlag als dumm bezeichnen? Und sich DANN noch wundern, dass diese keine linken Parteien mehr wählen? Googeln Sie mal "Hybris". Vielleicht hilfts der Selbsterkenntnis

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vielflieger_1970 27.02.2018, 12:41
58.

Zitat von ID Fake
Moment mal. Also wenn ich das jetzt richtig verstanden habe ist Menschen in Gruppen einteilen eine negative Haltung. Wie beurteilen sie dann die linke Identitätspolitik, welche die Gesellschaft in immer kleinere Grüppchen aufteilt und ihnen einen gewissen Status zuteilt?
Zunächst würde ich mich freuen, wenn Sie genauer erklären würden, in welche Gruppen die Linke die Menschen einteilen würde und welchen Status man bekäme. Und dann sprach ich von Rassismus, nicht von Gruppeneinteilungen. Und Rassismus ist ein Kern des rechten Gedankenguts, wollen Sie das auch bestreiten? Und ich ordne Rassismus klar negativ ein. Sie dürfen das für sich ja anders einordnen. Nur werde ich Sie dann eben entsprechend kritisieren, da ich diese Haltung nicht akzeptieren möchte.

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urmedanwalt 27.02.2018, 12:42
59. "ich bin ja nicht rechts...

"Nur weil es gute Gründe gegen Zuwanderung gibt..." Wenn ich so nen Scheiß lese, wird mir schlecht. Mit diesen Vereinfachungen haben auch die Nazis gearbeitet, die sich ja auch ein "sozialistisches" Mäntelchen umgehängt hatten. Jetzt sind halt nicht mehr die Juden unser Unglück, sondern die Ausländer/Flüchtlinge/Moslems. Genau der gleiche unmenschliche gedankliche Dreck wird völlig geschichtsvergessen und frech ("das wird man doch wohl sagen dürfen") wieder abgesondert, wie vor neunzig Jahren - ekelhaft.

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