Forum: Wirtschaft
BGH-Urteil: Alleinerziehende müssen Vollzeit arbeiten

Muss eine Alleinerziehende nach der Scheidung ganztags arbeiten?*Ja, meint der Bundesgerichtshof, wenn das Kind betreut wird und mindestens drei Jahre alt ist. Nur bei "durchgreifenden individuellen Einzelumständen" könne es Ausnahmen geben - eine wegweisende Entscheidung?

Seite 5 von 84
Teoem 02.08.2011, 15:48
40. Dr.

Zitat von Steff-for
Deutschland wird immer schwachsinniger!!!!! Wir Lehrer (ich bin einer) haben dann diese Suppe auszulöffeln in der Form, dass die Kids vollkommen aus dem Ruder laufen, der betreuende Elternteil ebenfalls psychologische Betreuung nötig hätte und das Kind die ame Sau ist. Liebe BGH-ler..... das war wieder ein Eigentor! Warum Deutschland sich wohl selbst abschafft?
da scheinen die lehrer im ausland wohl eine andere einstellung zu ihrer tätigkeit zu haben.

in Frankreich zB. klappt das ganz wunderbar. hier werden die lieben kleinen am morgen zur schule oder in den kindergarten gebracht und werden ab 17 uhr wieder abgeholt.

die eltern arbeiten den ganzen tag und weder kinder noch die eltern benötigen psychologische betreuung.

seltsamerweise ist in Frankreich die kinder-quote durchschnittlich größer als 2.

Beitrag melden
DukeGozer 02.08.2011, 15:48
41. Also echt...!

Was hier manche verzapfen ist doch unter aller Sau, und dann auch noch von leuten, die sich auch noch Pädagogen nennen.
Himmel, in meiner Generation waren auch beide Elternteile arbeiten und wir im Kindergarten. So what?
Wir sind dennoch liebevoll erzoegen worden, auch wenn die Eltern für den Unterhalt arbeiten mussten. Auch nach der Scheidung arbeiteten Mutter und Vater und Liebe haben wir dennoch erhalten und wir sind keine Schwerkriminellen geworden.

Schwachfug, wer behauptet, das man Erziehung, Liebe und Arbeit nicht unetr einen hut bekommt!

Beitrag melden
alterknacker 02.08.2011, 15:48
42. Urteile in Verbindung mit weltfremd passt hier immer

Zitat von Imognimmer
Bin schon auf die (zukünftigen) Klagen der alleinerziehenden Männer gespannt, die es nicht schaffen werden, Vollzeitarbeit und adäquate Erziehung eines Kindes auf die Reihe zu bringen.... :-) Mich kot*** diesen weltfremden.....
Was deutsche Rechtsprechung angeht, hat inzwischen nichts mehr mit Gerechtigkeit zu tun (http://tinyurl.com/3wn2ct9) und dass ist nicht nur bei der derzeitigen Generation von Richtern so. Sie sind inzwischen sowas von abhängig von der Gesetzgebung durch Lobbyisten, dass von 'unabhängig' schon lange nicht mehr gesprochen werden kann.

Beitrag melden
Sapientia 02.08.2011, 15:49
43. Das Urteil ist problematisch

Zitat von sysop
Muss eine Alleinerziehende nach der Scheidung ganztags arbeiten?*Ja, meint der Bundesgerichtshof, wenn das Kind betreut wird und mindestens drei Jahre alt ist. Nur bei "durchgreifenden individuellen Einzelumständen" könne es Ausnahmen geben - eine wegweisende Entscheidung?
Wenn in Deutschland die Unterbringung des kleinen Kindes der vollzeittätigen Mutter bereits strukturell problematisch ist, kann die Mutter nicht obendrein dafür bestraft werden - das geht nicht und stellt eine Unzumutbarkeit dar, einerseits arbeiten zu müssen, weil der Geschiedenenunterhalt nicht mehr begründbar ist und andererseits und währenddessen den Spagat vollziehen zu sollen, das naturalunterhaltene Kind unterbringen zu können.

Arbeitgeber, die diese Konstellation begünstigen, gibt es nicht oder kaum, nun steht auch noch das recht gegen die alleinerziehende Mutter.

Wir unsicheren Deutschen blicken doch so gern ins Ausland; zB nach Frankreich, so ist das alles kein Problem, hier aber leider.

Wieder so eine vedeckte Kinderfeindlichkeit qua Rechtsprechung. Aber immerhin hat das OLG Düsseldorf seine Entscheidung um die Ohren gehauen bekommen, vielleicht kommt nun noch etwas mehr Substanz und Klarheit in die Sache.

Beitrag melden
markus_wienken 02.08.2011, 15:50
44. .

Zitat von deppvomdienst
Was für ein praxisfernes Urteil ... * Als ob die Ganztagsbetreuung im Normalfall entweder direkt um die Acke zur Wohnung oder am Arbeitsplatz stattfindet - allein die Wegezeit. * Als ob die Ganztagsbetreuung ohne regelmäßigen ......
Ich bin zwar nicht alleinerziehend sehe die Probleme aber genau so.
Und was heißt hier schon Ganztagsbetreuung?
07:30 Uhr bis 17:00 Uhr im Kindergarten?
Wenn da die Arbeitsstelle nicht gleich um die Ecke ist wirds nichts mit dem Job.
Kinder sind häufiger mal krank (kenne ich ganz gut von meinem 3jährigem Sohn), gut dass meine Frau nicht arbeiten geht und sich um das Kind kümmern kann denn Großeltern in der Nähe wohnen haben wir nicht. Müsste ich das alleine machen, mein Arbeitgeber würde das auf Dauer nicht mitmachen.

Und wie schauts aus wenn das Kind in die Schule kommt? Ganztagsschulen sind rar, also hat man den 6jährigen Nachwuchs mittags zuhause.
Ist es zumutbar einen 6- oder 7jährigen (oder wie alt auch immer, keine Ahnung wo da die Grenze liegt) alleine den Nachmittag verbringen zu lassen?

So richtig das Urteil im Grundsatz sein mag, umsetzbar in der Realtät dürfte es in den seltensten Fällen sein.

Beitrag melden
kalumeth 02.08.2011, 15:50
45. Kindererziehung nach Feierabend ist "Freizeitvergnügen wie Biertrinken"

Zitat von empire2002
Traurig das es für so ein Urteil den BGH braucht. Überall wird von Gleichberechtigung geschrieben, aber beim Fürsorgerecht (Stichwort Unterhalt),da soll schön alles bleiben wie es ist. Der Mann geht schaffen und zahlt.
Entschuldigung, doch wahrheitsgemäß sollte es (nicht selten) besser heißen: der Mann verdrückt sich ins Büro, erholt sich dort, hat seine Ruhe und einen halbwegs lauen Tag..
Dann kann er auch ruhig ein bischen die wirkliche Arbeit, nämlich Kindererziehung, anteilig mitbezahlen!
Zitat von empire2002
In der ganzen EU herscht beim Thema Fürsorgerecht Gleichberechtigung: einzige Ausnahme: Deutschland.
In Frankreich und Skandinavien ist die Gratis-Ganztagsbetreuung der Kinder -bei flexiblen Abholzeiten- längst landesweit durchgesetzt. Einzige Ausnahme: in Deutschland funktioniert das in der Praxis oft immer noch nicht!

Beitrag melden
glenforest 02.08.2011, 15:50
46. endlich

Kaum zu glauben, aber es gibt wohl doch Gleichberechtigung: der Mutter kann also durchaus zugemutet werden, richtig arbeiten zu gehen statt sich auf ihren Ex zu verlassen: etwas, was sie sich sicherlich schon angewöhnt hatte... Mit 3 kann das Kind in der KiTa von 7 bis 17 Uhr betreut werden - die Auffassung, dass es zuviel sei, kann ich nicht teilen. In der Ex-DDR gab es m.W. meistens solche Art von Betreuung, da beide Eltern normalerweise vollzeitbeschäftigt waren und es ist mir nicht bekannt, dass diese Kinder später Psychopathen oder Massenmörder geworden sind da sie nicht meistens zu Hause bei deren Müttern auf dem Schoß gesessen haben.

Beitrag melden
Spiegelfreund 02.08.2011, 15:51
47. Gleichberechtigung

Solange dem Vater im Scheidungsfall ein Kind nicht zu durchschnittlich 50% zugesprochen wird, solange ist das Urteil richtig.
Mein Stadtviertel wird tagsüber von ausgeruhten Enddreissigerinnen bevölkert, die dem gutverdienenden Papa ein Kind aus den Lenden geleiert haben und sich nun die längere Lebenerwartung erfaulenzen. Das will ich auch gerne! Nur teilt Frau selten so gern ihr erarbeitetes Geld.

Beitrag melden
Mathesar 02.08.2011, 15:53
48. ...

Zitat von elli pirelli
Was für ein tolles Urteil. Was für tolle Richter. Was für ein toller Vater. Alleinerziehend zu sein heisst ja nicht nur, anwesend zu sein, wenn das Kind zu Hause ist. Sondern auch, allein zuständig zu sein.....
Jepp, hat früher aber auch geklappt. Sogar mit zwei Kindern. Und da war das Leben noch eindeutig schwerer: Keine Papierwindeln, jeden Tag mußten 5 Stoffwindeln mit in den Kindergarten gehen. Die bekam man am abend wieder. Und das ganze dann noch mit ÖPNV. War anstrengend, ging aber alles und es ist aus allen was geworden.

Beitrag melden
Gnossos 02.08.2011, 15:53
49. Gerecht

Zitat von Steff-for
Deutschland wird immer schwachsinniger!!!!! Derart weltfremd kann eigentlich nur jemand urteilen, der noch nie ein Kind hatte (DINKI = Double Income No Kids). Dies führt nun dazu, dass jeder der Produzenten des Kindes die Verantwortung für das Kind abschieben wird, - das Kind am besten bei Ebay verkauft wird.
Na ja, faktisch hatte die bisherige Rechtslage dem Unterhaltspflichtigen in den meisten Fällen die Möglichkeit genommen, eine neue Familie zu gründen. Warum man bis zum Sankt-Nimmerleinstag für seinen geschiedenen Partner zahlen soll, erschließt sich mir auch nicht. Dies zumal viele Unterhaltsberechtigte sich in der Praxis längst in wilder Ehe mit einem neuen Partner zusammengetan haben und mit diesem dann gemeinsam den Unterhalt vom Ex ausgeben können.
Sie dürfen nicht vergessen, dass die Verpflichtung zur Zahlung von Kindesunterhalt fortbesteht und dass sich der Kindesunterhalt beim Wegfall des Ehegattenunterhalts erhöht. In den meisten Fällen wird der erziehende Teil nicht darauf angewiesen sein , tatsächlich vollschichtig zu arbeiten, weil von dem verdienten Geld nur der eigene Unterhalt gezahlt werden muss.

Beitrag melden
Seite 5 von 84
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!