Forum: Wirtschaft
BGH-Urteil: Der teure Sieg der Bausparkassen
DPA

Die massenhafte Kündigung gut verzinster Bausparverträge ist rechtens, sagt der Bundesgerichtshof. Die Bausparkassen mögen juristisch gewonnen haben - viel Grund zur Freude haben sie dennoch nicht. Was das Urteil bedeutet.

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BeatDaddy 22.02.2017, 07:02
130. Ich persönlich

habe keinerlei Mitleid mit den "armen" Bausparern, deren Verträge bereits erfüllt sind...Wo ist das Problem? Es geht wie immer nur um die Abzocker. Erst Hochzinsen einsacken und sich dann beschweren, dass der ehemalige Vertragspartner den Vertrag dann auch wirklich beendet. Bei unserem Bausparvertrag wurde nach Absprache mit der Sparkasse der Zinssatz an die Marktlage angepasst, so daß ich davon ausgehe, dass alle Kläger sich damals geweigert haben, den Zinsatz in gemeinsamer Absprache mit dem Kreditgeber anzupassen.
@ansv: So funktioniert nun eben einmal unser System. Banken und Sparkassen verwalten das gesamte Kapital unseres Landes und wenn die pleite gehen, haben wir griechische Verhältnisse. Wollen Sie dies?

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Premiumbernd 22.02.2017, 07:14
131. Versteht dieses Urteil jemand im Forum?

Ich glaube nicht. Und damit meine ich nicht, dass dieses Urteil unrecht wäre. Nein, auch wenn ich selbst davon betroffen bin, es ist gerecht. Es ist halt nicht nur gerecht, was mir nutzt. Aber das sehen die meisten Foristen wohl anders. Ich habe auch einen Altvertrag. Habe in jungen Jahren immer mal Geld davon genommen, in aber nie aufgelöst. Und plötzlich hatte ich einen Sparvertrag mit 2% Verzinsung. Nicht beabsichtigt, ist aber so gekommen. Seitdem die Zinsen so niedrig sind spare ich wie doof darauf ein. Und trotzdem empfinde ich das Urteil als gerecht, denn das widerspricht tatsächlich den eigentlichen Sinn eines Bausparvertrages. Aber ich gehöre ja auch nicht zu den Deppen die immer noch meinen sie müssten den Klassenkampf ausrufen und wahlweise das pöhse Kapital (wer ist eigentlich dieser Herr Kapital?), die pöhsen Banken (alle?) oder die pöhse Industrie beschimpfen. Also Menschen mit einem eher beschränkten Wissen- und Erkenntnishorizont.

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hj.binder@t-online.de 22.02.2017, 07:18
132. Wer soll schon bausparen ?

Von den Jungen niemand. Selbst bei noch so guter Ausbildung gibt es nur Dauerbefristungen ohne Betriebsrente, Ehe ist nur mit 2 Jobs möglich - Kinder nicht.
Die enthemmte Mitte erbt steuerfrei, höchste Ausgaben der PS-strake Bolide-Schrott ("Dienstwagen") im Rahmen einer nächtlichen Raserei. Die erben nicht nur viel Geld sondern auch viel Wohnung.

Also wer soll bausparen, eigentlich keiner. Das BGH-Urteil ist ein Abgesang auf eine Zeit, in der Planung, auch Lebensplanung möglich war, weil auch die Arbeitgeber konsensbereit waren und der Staat auf Recht und Gerechtigkeit achtete und auch Mittel hatte dies durchzusetzen.

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Andreas J. 22.02.2017, 07:20
133. Urteil ist für mich OK

Im Moment sind keine hohen Zinsen möglich. Das kann jeder leicht erkennen. Und der Sinn eines Bausparvertrages war und ist es, auch Bürgern mit weniger Geld zu einem Haus zu verhelfen. Man bekam von Anfang an eine Zusicherung eines Darlehenszinses. Das war bis vor einigen Jahren sehr wichtig, weil man langfristig kalkulieren konnte, ohne sehr hohe Zinsen zu bezahlen. Da heute aber selbst Baudarlehen mit 25-jähriger Laufzeit mit relativ kleinem Festzins zu haben sind, ist das Bausparmodell weniger attraktiv. Alle diejenigen aber, die eine knappe Finanzierung haben und nur einen Festzins für 5 oder 10 Jahre, werden sich nach Ablauf der Zinsbindung vielleicht fragen, wie sie ihr Eigentum weiter halten können.

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DagoDuck 22.02.2017, 07:23
134. Nur gerecht

Na ja der Kunde hat ja auch die Chance zu kündigen wenn die Marktsituation sich so verändert das der vereinbarte Zinssatz unattraktiv ist, von daher muss das auch der Bausparkasse zu gestanden werden....

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Premiumbernd 22.02.2017, 07:25
135. Ok, sie haben es verstanden

Zitat von pittiken
Bausparen ist eine gute Sache, wenn die Hypozinsen höher als die Zinsen des Bausparlehens sind. Und das Urteil ist doch human. Zuteilungsreif wird der Bausparvertrag, wenn man die vertragliche Ansparsumme angespart hat. Wer von seinem Recht, jetzt das Darlehen in Anspruch zu nehmen, kein Gebrauch macht innerhalb von 10 Jahren nach Zuteilungsreife, meine Güte, soll jetzt nicht jammern.
Aber die meisten hier halt nicht. Denen ist wohl das Konstrukt Bausparen zu hoch und blöken lieber über die bösen Kapitalisten. Wobei ich gerne wüsste, wen die damit genau meinen, ab welches Einkommen, ab welches Vermögen, ab welcher wirtschaftlichen Tätigkeit ist man Kapitalist? Oder ist bei denen eine Bausparkasse der "Kapitalist"?

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Bolligru 22.02.2017, 07:26
136. Es gab schon immer

die Möglichkeit, renditeorientierte Bauspartarife abzuschließen, der nicht an die Abnahme eines Darlehens gekoppelt war. solche Verträge sind nicht betroffen. Auch VErträge, die einen Bonus bei Nichtabnahme des Darlehens vorsehen, sollten nicht betroffen sein. Wer aber das Konstrukt gezielt für ein langfristig kalkulierbares Darlehen nutzen wollte, soll jetzt nicht jammern. Er hat immer noch lange genug von hohen Zinsen profitiert: Ca. 10 Jahre Ansparfrist und nochmal 10 Jahre nach Zuteilungsreife. Nehmt das Geld und nutzt die derzeit günstigen Bankdarlehen. Wo ist das Problem? Ich war noch nie ein Freund von Bausparverträgen, aber das Urteil ist für mich vollkommen in Ordnung. Was hier an Beiträgen zu lesen ist, zeigt in den meisten Fällen wieder einmal die vollkommene Ahnungslosigkeit der Verbraucher, die sich nun furchtbar über die Ungerechtigkeit der Welt und das Elend des Kapitalismus aufregen.

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marcaurel1957 22.02.2017, 07:40
137.

Zitat von mirdochwurscht
Weder den Banken und Versicherungen zu trauen, noch den Gerichten im Umgang mit der Rechtsprechung bezüglich Kapital vs. Bürger. Letztendlich geht es immer nur darum die Investoren zu schützen und den Sparer für dumm zu verkaufen. Leider wird der deutsche Michel nun zu einer anderen Institution laufen in der Hoffnung dort ein paar Cent abgreifen zu können. Er lernt einfach nichts dazu. Sei es im Umgang mit den Versicherungen , insbesondere Riester, oder beim Autokauf , Stichwort VW, oder aber bei der Wahl seiner Politiker , die in vielen Fällen nur ihre Karriere im Anschluss an die Politik im Sinn haben. Solange es jedoch Brot und Spiele, bzw. Fußball und billige Lebensmittel und vier fürs Volk gibt bleiben die Bürger ruhiggestellt.
Welch ein Glück für uns, das es so Weise und Wissende wie Sie gibt....die uns, gestützt auf ihrer albernen Klassenkampfideologie aufklären.
Hier isr es aber anders, als Sie es darstellen, Bausparverträge dienen dazu, nach Zuteilungsreife auch zu bauen. Als langfristige Geldanlage sind sie hingegen nie gedacht worden.

Deshalb ist eine Kündigung nach 10 Jahren völlig in Ordnung und in übereinstimmung mit dem BGB

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porlox 22.02.2017, 07:44
138. Sie beweisen es jeden Tag, ...

die Banken, der Staat, ... .
Bausparverträge nix mehr wert, Lebensversicherungen nix mehr wert, Kleinvermögen nix mehr wert und Rente gibt es bald auch keine mehr. Also ich würde vorschlagen, wir holen zunächst mal alle das eigene Geld von der Bank. Ob es nun da zinslos rumliegt und sogar Gebühren kostet oder Zuhause geparkt ist. Fakt ist: Die, die uns kurz halten, werden sich schnell melden um den Trend zu stoppen. Diese beiden Volksgruppen können nicht ohne unser hart verdientes Geld. Verstand? Nee? Ich weiß. Macht mal weiter so.

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marcaurel1957 22.02.2017, 07:45
139.

Zitat von Premiumbernd
Ich glaube nicht. Und damit meine ich nicht, dass dieses Urteil unrecht wäre. Nein, auch wenn ich selbst davon betroffen bin, es ist gerecht. Es ist halt nicht nur gerecht, was mir nutzt. Aber das sehen die meisten Foristen wohl anders. Ich habe auch einen Altvertrag. Habe in jungen Jahren immer mal Geld davon genommen, in aber nie aufgelöst. Und ,,,,.
Besser kann man es nicht sagen...ich freue mich, das es noch vernünftige Menschen wie Sie gibt, die trotz eigener Betroffenheit, den Blick fürs Ganze nicht verloren haben.

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