Forum: Wirtschaft
BGH-Urteil: Wie sich Bausparer ihre Gebühren zurückholen
DPA

Der Bundesgerichtshof hat Kreditgebühren von Bausparkassen für illegal erklärt. Nun können sich viele Kunden ihr Geld zurückholen - wenn sie richtig vorgehen.

Seite 1 von 3
herrknut 12.11.2016, 08:37
1. Unterschied

So wenig Sympathie ich für die Banken hege, verstehe ich eine Sache nicht.

"Vielmehr lasse sich die Kasse hier für eine notwendige Dienstleistung vom Kunden bezahlen..."

Wo ist hier der Unterschied zwischen diesen Gebühren und den "einmaligen Anschlussgebühren" bei Telefon/Mobilfunk/Internetverträgen oder andere Arten von Aufnahmegebühren?

Die Darlehensprüfung und Genehmigung erzeugt in der Tat konkrete Aufwände (zugegeben, nicht immer) und ja, ein wenig sollten die Bausparkassen wirklich auch verdienen, mit den Zinsen alleine reicht es nicht, um die eigenen Mitarbeiter zu bezahlen.

Und warum ist es okay, wenn man die Gebühr Agio nennt?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nicmare 12.11.2016, 08:54
2. Abschlussgebühr = Darlehensgebühren?

Ist das gleichzusetzen? In meinem Bausparvertrag der Badenia habe ich in 2015 eine prozentuale Abschlussgebühr gezahlt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Tschegger 12.11.2016, 09:04
3. Cui bono?

Herr Tenhagen und die obersten Gerichte scheinen keinen Gedanken daran zu verschwenden, was solche Urteile in der Geschäftswelt und in der Gesellschaft anrichten.

Wenn also grundsätzlich Heerscharen von Juristen überall "rechtssichere" Vertäge ausarbeiten, kann meines Erachtens nur die Vielfalt und die Spontaneität darunter leiden. Abgesehen davon, dass zwangsläufig eine Konzentration und Marktbereinigung eintreten muss, denn die Gehälter der Juristen müssen ja erwirtschaftet werden. Für mich ist es keine Frage, wer dies letztendlich (indirekt) bezahlen wird.

Schon merkwürdig: Vor unseren Gerichten, ist es extrem schwierig, dass ein Betrüger strafrechtlich belangt werden kann. Weil man ihm die Absicht schwer nachweisen kann. In dubio pro reo. Zivilechtlich freilich sind wir auf einem ganz anderen Weg.

Leute wehrt euch, lasst euch eure Lebensgestaltung nicht von Rechtsanwälten bis ins Kleinste vorschreiben!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dirsch 12.11.2016, 09:05
4.

Wenn ich das richtig verstehe, haben einige Kassen quasi 3fach Gebühren erhoben. Bei Vertragsabschluss des BSV die Abschlussgebühr, dann die nuedrigen Zinsen während der Ansparphase und dann, wenn der Kredit fällig war nochmsl eine Gebühr.

Das wäre, als würde der Telefonanbieter 3mal Abschlussgebühr verlangen, für den Anschluss, die Nummer und dann, sass man auch telefonieren kann.

Letztlich sind niedrige Sparzinsen bei langen Laufzeiten aber verständlich. Man weiss ja nicht, wie sich die Zinsenentwicklung verhält. Zudem "erkauft" man sich beim BSV damit schon Jahre im Voraus garantierte Darlehenszinsen, die sonst auch unkalkulierbar sind.
Im Grunde werden die Zahlungen von den Kassen jetzt wohl nur umbenannt und anders versteckt, für neue Kunden wird sich dadurch eher wenig ändern, vermute ich. einige alte Kunden bekommen was wieder.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Mindbender 12.11.2016, 10:15
5. ...

Zum Beitrag http://www.spiegel.de/video/donald-trump-comic-weisses-haus-im-januar-2017-video-1719676.html

Nicht vom dem wird passieren. Die Presse hat schon einmal grandiois daneben gegriffen, darum dürfen wir ihr nicht mehr glauben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
paul_werner 12.11.2016, 10:26
6. Ungebührlich

"Gebühr" ist sowieso der falsche Begriff, den Tenhage hier exzessiv verwendet, obwohl er's eigentlich besser wissen müsste. Banken oder Telefonfirmen oder Energieversorger sind da nicht nur begrifflich längst weiter. Banken verlangen sowenig "Gebühren" wie sie auch keine "Abgaben" oder "Steuern" einziehen. "Entgelt" wäre eine der korrekten Bezeichnungen. Übrigens arbeiten in der Bank auch keine "Bankbeamten".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
the_speaker 12.11.2016, 10:41
7. totaler Witz

mal angenommen, Sie würden plötzlich ein Schreiben erhalten, dass Sie vor 5 Jahren auf der Autobahn zu schnell unterwegs waren. Allerdings gab es damals noch gar keine Geschwindigkeitsbegrenzung an dieser Stelle, erst jetzt wurde die eingeführt. Was? Akzeptieren Sie nicht? Völlige Willkür der Behörden? Sie haben Recht. Und exakt das gleiche passiert hier mit der Gebühr für Bauspardarlehen und vor 2 Jahren mit der Bearbeitungsgebühr für Kredite. Das diese für rechtswidrig erklärt wurden, in Ordnung. Aber rückwirkend? In meinen Augen ist das eine Sauerei und ich bin sicher kein Fan von Bausparkassen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Realist111 12.11.2016, 10:48
8. Die Bausparkassen verdienen nicht nur

Zitat von herrknut
Die Darlehensprüfung und Genehmigung erzeugt in der Tat konkrete Aufwände (zugegeben, nicht immer) und ja, ein wenig sollten die Bausparkassen wirklich auch verdienen, mit den Zinsen alleine reicht es nicht, um die eigenen Mitarbeiter zu bezahlen.
... sondern ihnen geht's nach eigenen Aussagen offensichtlich ganz gut:

"Das Geschäftsjahr 2015 verlief für die Bausparkasse Schwäbisch Hall erfreulich: Erstmals erzielten wir eine Gesamtvertriebsleistung von mehr als 50 Milliarden Euro. Im Bausparen erreichten wir mit einem Volumen von 35 Milliarden Euro den zweitbesten Wert
unserer Unternehmensgeschichte – ein deutlicher Beleg dafür, dass das Produkt unverändert attraktiv für alle Bevölkerungsschichten ist.
"

https://www.schwaebisch-hall.de/content/dam/dambsh/unternehmen/dokumente/geschaeftsbericht/Finanzbericht nach IFRS_2015.pdf

Also nur nicht zu viel "Mitleid" mit denen, die sich jahrelang rechtsmissbräuchlich bereichert haben und dies in anderen Bereichen immer noch tun ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Realist111 12.11.2016, 11:03
9. Tja, Herr Werner, ...

Zitat von paul_werner
"Gebühr" ist sowieso der falsche Begriff, den Tenhage hier exzessiv verwendet, obwohl er's eigentlich besser wissen müsste. Banken oder Telefonfirmen oder Energieversorger sind da nicht nur begrifflich längst weiter. Banken verlangen sowenig "Gebühren" wie sie auch keine "Abgaben" oder "Steuern" einziehen. "Entgelt" wäre eine der korrekten Bezeichnungen. Übrigens arbeiten in der Bank auch keine "Bankbeamten".
... Banken verlangen also keine "Gebühren"???

Wie wär's denn mal mit einem Blick in die Allgemeinen Bausparbedingungen diverser dieser Institute? Beispiel gefällig?

"Mit Abschluß des Bausparvertrages wird eine Abschlußgebühr
von 1 Prozent der Bausparsumme fällig.
"
§ 1 Abs. 2 ABB der BHW Bausparkasse

Dass immer wieder Leute mitreden wollen, ohne sich vorher kundig zu machen, ist schon sehr ärgerlich ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3