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BGH-Urteil zu Bausparverträgen: Kann Ihr Versicherer Sie auch rauswerfen?
DPA

Der BGH hat Bausparkassen grundsätzlich erlaubt, hochverzinste Verträge zu kündigen. Als nächstes auf der Abschussliste der Finanzdienstleister: langfristige Sparverträge und Riester-Banksparpläne.

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practicus 25.02.2017, 21:39
40. Wozu das Theater?

Das Gericht hat lediglich eine Befristung von 10 Jahren für langfristige Zinsgarantien ausgesprochen - 10 Jahre sind lang genug, und da die Bauparkassen keine Gelddruckmaschine im Keller haben und ihr Schicksal Herrn Draghi relativ egal ist (sind ja keine italienischen Bausparkassen), völlig berechtigt. Die Zinszahlungen müssen nämlich von denen aufgebracht werden, die mangels Eigenkapital Bauspardarlehen in Anspruch nehmen müssen - nicht von "der Bausparkasse"
Es geht ja nicht um die "normalen" Bausparverträge, sondern um den Versuch, sich zulasten der "normalen Bausparer" zu bereichern

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StromkundeHH 25.02.2017, 21:59
41.

Zitat von hadmasufa
Wenn ich arbeitslos werde kann ich mein Darlehen auch nicht kündigen. Die Bausparkasse würde ohne Mitleid auf Fortführung der Rückzahlung mit Vehemenz pochen. Ich kann auch nicht nachvollziehen das sich viele hier als " Reichen Versteher " outen und diese gnadenlose Finanzhaie nach den Mund reden.
Das ist nicht korrekt, da kein Kreditgeber Interesse an der Verwertung des Objektes hat. Vielmehr wird gemeinsam eine Lösung angestrebt, z.B. durch Stundung o.ä.

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Sir_Batman 25.02.2017, 22:43
42. Vergesslichkeiten

Der liebe Herr Tonnagen vergisst bei seiner "Pacta Suns Servanda"-Nummer aber sehr gerne den von ihm und seinem Unternehmen so breit getretenen Widerufsjoker. Wie passt denn das eine zum anderen?

Der Verbraucher darf seine Rechte ausfechten - selbst, wenn in dem konkreten Fall für den Verbraucher überhaupt kein Schaden aus den fehlerhaften Widerrufsbelehrungen entstanden ist. Nein, da war "Pasta bunt Servanda" ganz schnell vergessen. Scheinheilig. Populistisch.

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tatsache2011 26.02.2017, 23:21
43. Ihr Irrtum

Zitat von practicus
... Die Zinszahlungen müssen nämlich von denen aufgebracht werden, die mangels Eigenkapital Bauspardarlehen in Anspruch nehmen müssen - nicht von "der Bausparkasse" Es geht ja nicht um die "normalen" Bausparverträge, sondern um den Versuch, sich zulasten der "normalen Bausparer" zu bereichern
Sie meinen, die Guthabenzinsen schulden die Bausparer, die ein Darlehen aufgenommen haben und nicht vertraglich die Bausparkasse (?).

Außerdem unterstellen Sie, die Sparer mit "normalen" Bausparverträgen mit 3% Zins bereichern sich angeblich zu Lasten der "normalen Bausparer" ab 10 Jahre nach der Zuteilung.
Demnach ist die Belastung der Bausparkasse (bzw. der Darlehensnehmer) nach Ihrer Logik vor Ablauf der 10 Jahre nicht vorhanden.

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ohne_sorge 26.02.2017, 00:13
44. Der Anfang vom Ende für Bausparkassen

Die Bausparkassen beweisen nun, dass sie das Zinsänderungsrisiko gerne auf die Kunden abwälzen und, dass sie dieses Risiko offenbar nicht gemanagt haben, obwohl sie in beide Richtungen der Zinsen (Habenzins und Sollzins) jeweils bei aktuellem Zinsniveau nicht wirklich gute Angebote liefern. Statt den Spread dann auch zur erhöhten Spread dann zur Absicherung zu verwenden, wird einfach alles in die eigene Tasche gesteckt. Das wird sich andersherum aber auch rächen. Viele Leute wussten nicht, dass es die 10 Jahre Kündigungsfrist überhaupt gibt und werden Ihre hohen Kredite auch kündigen und gegen neue Darlehen eintauschen. Die übliche Immobilienkreditwirtschaft hat immer versucht diesen "Trick" möglichst unbekannt zu lassen. Nun ist das Thema natürlich im Internet hochpräsent und wer es nun immer noch nicht kapiert, dem kann man nicht helfen. Nach dem Urteil ist auf jeden Fall eine seriöse Beratung, die MiFiD-compliant ist, nur noch in Richtung Bausparer mit Sparverpflichtung möglich, wenn der Kunde einen Kredit braucht und sonst nirgends jemanden findet, der sich zweitrangig auf die Immobilie draufsetzt. Das ist wiederum ein weiteres Risiko, das sicher wieder nicht im Kollektiv eingepreist wurde und zu Problemen des Kollektivs führen wird. Natürlich wird das lange dauern, denn ein Kollektiv geht nicht so schnell den Bach runter. Was kümmert es also das heutige Management, wenn das Kollektiv in 20 Jahren durch einen schlechten Ruf ein Problem hat.

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Stefan_G 26.02.2017, 01:13
45. zu #12

Zitat von a.meyer79
man kann auch als kleiner Mann überall etwas für sich rausschlagen. bei der Steuererklärung, beim Kindersparbuch mit höheren Zinsen für das Elterngeld, bei Schadensmeldungen an Versicherungen und und und. Es gibt dutzende Möglichkeiten, die alle legal sind. Man muss nur richtig googeln, richtig mit dem Taschenrechner umgehen oder die richtige Software nutzen. Man muss sich einfach damit beschäftigen und keinem Fuzzi von der Bank vertrauen
Es ist NICHT legal, Unfälle zu inszenieren, um an Gelder für die Schadensregulierung heranzukommen.

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Solid 26.02.2017, 07:11
46. Vertrag

Die Verträge enthielten aber gerade keine Kündigungsmöglichkeit für den Kreditgeber. Diese wurde jetzt erst mit hanebüchenen Argumenten nachträglich vom Gericht geschaffen.
Das ist vergleichbar damit, dass einer einen Kreditvertrag über 30 Jahren zu 10% abschließt und dann wenn die Zinsen fallen aus dem Vertrag aussteigen will, ohne Entschädigung zahlen zu müssen. Mit dem Argument, dss der Vertrag nicht dazu dienen darf, die Bank zu bereichern.
Kein Gericht ließe ihn damit durchkommen.

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muldvarp90 26.02.2017, 07:57
47. Wer ist der Darlehensnehmer?

Ich finde es schwer einzusehen, wieso die Bausparkassen während der Ansparungsphase Darlehensnehmer sein sollen. Es handelt sich doch trotz Anspar- und Rückzahlphase insgesamt nur um einen Vertrag, nicht um zwei verschiedene Vorgänge. Und bei diesem ist aus meiner Sicht zweifelsohne die Bausparkasse der DarlehensGEBER. Nur das Konstrukt Bausparvertrag sieht halt im Gegensatz zu anderen Baudarlehen vor, dass das Darlehen teilweise VOR der Auszahlung zurückgezahlt wird. Das macht die Bausparkasse aber nicht zum Darlehensnehmer. Alleine die Idee, dass die Rollen zwischenzeitlich wechseln ist aufgrund der völlig unbalancierten Finanzkraft auf beiden Seiten absurd.

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sputnik81 26.02.2017, 08:09
48. gleiches Recht für alle

Der Kunde schließt beispielsweise einen Kreditvertrag mit 15 Jahren Laufzeit und einem bestimmten Zins ab. Nach zehn Jahren kann er aussteigen.
Herr Tennhagen widerspricht sich direkt selbst. Es gilt gleiches Recht für alle, egal ab Großkonzern oder Kleinkunde.

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capella 26.02.2017, 08:31
49. Widerrufsbelehrung? Bearbeitungsgebühren?

Herr Tenhagen, die gleiche Ansicht hätte ich mir zum Thema fehlerhafte Widerrufsbelehrungen oder Bearbeitungsgebühren gewünscht. Solange es pro Verbraucher geht, sind Gerichtsentscheidungen richtig; jetzt fällt zum ersten Mal seit langen ein Urteil gegen den Verbrauchef und schon kommt die rechtsstaatliche Ordnung ins Wanken.

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