Forum: Wirtschaft
Bilanz 2017: Krankenkassen monierten jede zweite Klinik-Abrechnung
Uwe Anspach/DPA

Die Krankenkassen sind äußert unzufrieden mit den Kliniken - weil im Jahr 2017 jede zweite Rechnung überhöht gewesen sein soll. Nun ist eine schwarze Liste im Gespräch.

Seite 6 von 6
estark 03.05.2019, 09:31
50. Diese Sau wird jedes Jahr

erneut durchs Dorf getrieben. Zunächst wird von den Kassen der Eindruck erweckt, es handelt sich um das Ergebnis einer stichprobenhaften Kontrolle. Richtig ist, dass mit EDV Rasterfandung gezielt Fälle herausgesucht werden, bei denen durch Streichen eines Tages Geld zu holen ist. Wird z.B. ein älterer Mensch nicht am Montag in ein Pflegeheim in 200 km Entfernung entlassen sondern am Mittwoch in ein Heim in der näheren Umgebung so waren 2 Tage medizinisch nicht notwendig und müssen von der Kasse nicht bezahlt werden. Die Kosten für die 2 Tage werden aber zunächst automatisch in Rechnung gestellt, da Aufnahme- und Entlassdatum ja mitgeteilt werden müssen. Im übrigen dürfen die Kassen eigentlich nicht systematisch sondern nur stichprpbenhaft überprüfen. Dieser Verstoß gegen die Regel ist für das einzelne Krankenhaus nicht beweisbar und wird von der Politik einfach hingenommen.
Dass sich die Krankenkassen nicht im Geringsten dafür interessieren, dass ihre Versicherten gut versorgt werden zeigt sich an der Auseinandersetzung über die Abrechnung der Schlaganfallbehandlung, die bis zum Bundessozilalgericht ging. Hier hat die größte gesetzliche Krankenkasse einen Extremfall bis zum BSG durchgeklagt und das Urteil auf tausende anderer Fälle umgesetzt. Dass damit nicht nur die Schlaganfallbehandlung in ländlichen Regionen gefährdet und die Sozialgerichtsbarkeit zum Kollaps gebracht worden wäre hat die Kassen nicht im geringsten interssiert. Das ganze wurde nur durch eine Intervention des Gesundheitsministeriums verhindert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
k70-ingo 03.05.2019, 10:10
51.

Zitat von rudi_ralala
Das Gesundheitssystem ist ein Selbstbedienungsladen erster Ordnung für Ärzte, Apotheker, Krankenhäuser, Pharmaindustrie und Hersteller med. tech. Geräte. Da geht es vermutlich nicht nur um ein paar popelige Milliarden sondern um ganz andere Summen. Wenn nicht bald effektive Kontrollen eingeführt werden, werden uns die Kosten über den Kopf wachsen. Die Kontrollen müssten schon durch Patienten beginnen, indem jeder eine detallierte Rechnung bekommt, wie die Privatpatienten. Den Patienten muss nur die Einsicht vermittelt werden, dass sie es sind die am Ende alles bezahlen müssen. Nur daran ist leider niemand interessiert, weder die Abstauber im System noch de Politik. Wie in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen, muss der Druck von unten kommen, sonst passiert nichts.
So ist es. Ich habe früher mal in der Abrechnungsabteilung einer privaten Krankenversicherung gearbeitet.
Die Verhältnisse im Abrechnungssystem -bei PKV spielen die Geldempfänger noch verrückter als bei der GKV- haben mich derart angekotzt, daß ich in die Sachversicherung gewechselt habe.

Am Schlimmsten waren Krankenhäuser und deren Chefärzte. Je Koryphäe, deso maßloser.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rudi_ralala 03.05.2019, 10:35
52.

Zitat von gesundheitsexperte
...Einen Notarzt zu rufen kostet die Gemeinschaft ca. 700 €....
Warum eigentlich?
Im Übrigen hatte ich nicht nur das BIP als Verleich herangezogen sondern die zweithöchsten Kosten pro Einwohner in der EU.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 6 von 6