Forum: Wirtschaft
Bilanz der Regierung: 14,5 Millionen Menschen lebten schon mal von Hartz IV
DPA

Hartz IV ist keine Randerscheinung, sondern ein Massenphänomen. Rund zehn Millionen Erwachsene und mehr als vier Millionen Kinder hatten bereits einschlägige Erfahrungen.

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Det_onator 03.11.2016, 09:13
1. Es ist besser die Wahrheit zu sagen, als statistisch zu lügen!

Endlich mal eine ehrliche und schonungslose Darstellung der tatsächlichen Erwerbslosigkeit in Deutschland, anstatt dieser statistisch geschönten „Erfolgsmeldungen“ der Bundesagentur für Arbeit und der Bundesregierung!
DANKE @ spon, so langsam kann man euch wieder ernst nehmen!
Hinzu kommt, wer Hartz IV bezieht hat genau wie ein Arbeitsloser in ALG 1 eine gebrochene Erwerbsbiografie. Im ALG 1 werden noch Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung von der Arbeitsagentur abgeführt, im Hartz IV Bezug nicht mehr. Somit verschlechtern sich für jeden Langzeitarbeitslosen die möglichen Altersrenten massive, ganz gleich ob vorher jahrzehntelang einbezahlt wurde. Dies ist besonders für ältere Erwerbslose bitter, die bei Jobverlust im Alter nicht nur ihre privaten Altersvorsorgen aufkündigen und verbrauchen müssen, bevor sie überhaupt Grundsicherung erhalten können, nein zudem wird ihr gesetzlicher Rentenabspruch massiv beschnitten und gekürzt.
Höhere Staatsdiener, höhere Beamte und der höhere öffentliche Dienst kassieren im Vergleich zu den Rentnern unverschämt hohe Pensionen, die in keinem Verhältnis mehr zu den Rentenbezügen des Durchschnittsrenterns stehen, welcher schon das Optimum (45 Beitragsjahre!) darstellt und in der heutigen Zeit mit Leiharbeit und befristeten Arbeitsverhältnissen so gut wie von niemandem mehr erreicht werden kann.
Studierende steigen zudem erst mit Ende 20 oder Anfang 30 ins Berufsleben ein. Die kommen dann im Schnitt gerade mal auf 35 Einzahlungsjahre, sind sie selbstständig oder Freiberufler zahlen sie überhaupt nichts in die umlagefinanzierte Rentenversicherung ein, gleiches gilt für Politiker und Beamte.
Was spricht dagegen, das zukünftig ALLE in die Rentenversicherung und in die Sozialsysteme einzahlen. Vor allem auch alle Einkommensarten und Einkünfte aus Sach- und Geldvermögen dabei berücksichtigt werden?

Die Bürger sollten sich endlich wehren und diese inakzeptablen Zustände nicht mehr länger akzeptieren
Wenn wir nicht mehr länger mitspielen, muß die Politik handeln, weil es ansonsten knallt!

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puby 03.11.2016, 09:29
2. Und ich unterstelle mal,

dass es noch mehr H4-Empfänger gäbe, wenn die Behandlung der "Kunden" durch die Jobcenter nicht so wäre wie sie ist. Es gibt wohl eine ganze Menge Menschen, die eher auf eine Krankenversicherung verzichten, als sich das an zu tun. Hartz4 ist wohl die sinnloseste, bürokratischste und teuerste Reform unseres Sozialstaates, seit seiner Gründung. Da unterstelle ich auch mal, dass unter den 14,5 Millionen kaum SPD-Wähler sind.

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xvxxx 03.11.2016, 09:33
3. @det_nator: Viel richtig, aber die Lösung ist falsch

Lieber Det_onator,
das Kernproblem ist, dass die die Einzahlen auch einen Anspruch erwerben, und das vollkommen zurecht, d.h. selbst wenn wirklich ALLE einzahlen, hilft das nur der Rentnergeneration heute hier und jetzt. D.h. die Stabilisierung heute und in den nächsten Jahren würde mit einer noch größeren Katastrophe bezahlt.
Aber gegen die Geburtenstarken Jahrgänge, die ab 2030 in Rente gehen sowie die längere Lebenserwartung ist kein Kraut gewachsen.
Eine Rente die auf Umlageverfahren basiert, d.h. "in den Tag hinein" lebt, ist unter diesen Umständen zu 100% zum scheitern verurteilt. Das hat nichts mit Politik zu tun, sondern mit Mathematik.

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hans-peter-0815 03.11.2016, 09:37
4. Wie sieht diese Statistik für Leute bis Mitte 30 aus

Ein interessanter Artikel. Wobei mich doch noch sehr viel mehr das Verhältnis interessieren würde. 14,5 Millionen, von wie vielen Erwerbsfähigen, vielleicht 40 Millionen?
Ich bin mir recht sicher das das Verhältnis bei den Jahrgängen ab 1980 sicher noch viel schlechter wäre. In meinem Bekanntenkreis gibt es viele Leute die den Weg zum Jobcenter vermeiden wollten, aber zwischen Abschlussarbeiten und Kellnerjobs, Assistenzjobs, wissenschaftlicher Hilfskraft usw. usw. usw. war doch irgendwie nahezu jeder schon mal dort.
Falls also im Gegensatz zum Spiegel jemand Zahlen nennen kann, wäre ich sehr dankbar :)

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minsk60 03.11.2016, 09:37
5. positive Meldung

Die Zahl von über 14 Millionen zeitweiligen HartzIV-Empfängern zeigt doch, daß es kein Dauerschicksal sein muß sondern daß der Mehrzahl der Betroffenen ein Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt gelingt.

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pittiken 03.11.2016, 09:38
6.

Bei der Beantwortung der Anfrage der Linken fehlen aber auch noch diejenigen, die aufgrund der Sippenhaftung ala Bedarfsgemeinschaft keinen Anspruch auf Hartz IV haben und somit aus der gesetzlichen Krankenversicherung herausfallen und sich privat versichern müssen, außer sie sind verheiratet, da greift dann die kostenlose Mitversicherung beim Ehepartner.

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helmut.alt 03.11.2016, 09:39
7. Woran liegt es,

dass so viele erwerbsfähige Hartz4-Empfänger keinen Job haben? Wollen die nicht oder können die nicht? Es muss doch möglich sein in wirtschaftlich günstigen Zeiten diese Leute zu beschäftigen und nicht nur durchzufüttern.

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inge_hammerschmitt 03.11.2016, 09:51
8. Hinzu kommen noch die Ehefrauen, die nur arbeitssuchend sind.

Hinzu kommen noch die Ehefrauen, die nur arbeitssuchend sind. Die Vermögenden, die erst ihre Vermögen vernichten müssen. Die Arbeitslosenzahlen die die Bundesregierung darstellt sind eine Unverschämtheit. Das hat nichts mit der Realität zu tun. Man hat sich da stark an Amerika orientiert. Dort sinken die Arbeitslosenzahlen, die Armut aber wächst, was darauf deutet, dass viele aus dem Arbeitslosensystem gefallen sind. Aber hauptsache der dumme Bürger wird hinters Licht geführt! Wir sollen nicht mehr denken, sondern Weihnachtslieder singen ! Gute Nacht BRD!

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christian-h 03.11.2016, 09:56
9. Angabe

Zitat von helmut.alt
dass so viele erwerbsfähige Hartz4-Empfänger keinen Job haben? Wollen die nicht oder können die nicht?
Das könnte daran liegen, das die Wirtschaft keinen weiteren Bedarf an Arbeitskräften hat.

Was meinen Sie, ob es möglich ist, das bei ca. 0,7mio offenen Stellen und ca. 3,7mio Unterbeschäftigten (darin sind nicht alle H4 Empfänger enthalten), alle in eine Beschäftigung mit auskömmlicher Bezahlung zu bringen?

Sicherlich, wenn der zukünftige AN nur 5€/h verlangt wird sich sicher ein AG erbarmen und diesen einstellen, allerdings wird das nicht ausreichen um den H4 Bezug zu verlassen.

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