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Bilanz der Regierung: 14,5 Millionen Menschen lebten schon mal von Hartz IV
DPA

Hartz IV ist keine Randerscheinung, sondern ein Massenphänomen. Rund zehn Millionen Erwachsene und mehr als vier Millionen Kinder hatten bereits einschlägige Erfahrungen.

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ctwalt 03.11.2016, 10:01
10. H4 hätte ich gern

aber Vater Staat hat sich da bei unverheirateten Paaren etwas ganz nettes einfallen lasen. Bedarfsgemeinschaft heist das Stichwort. Meine Freundin müsste mich aus ihrem versteuerten Nettogehalt unterstützen, denn ich bekomme vom Staat GAR NICHTS ! Zöge ich aus, bekäme ich H4 UND eine Wohnung bezahlt. DAS ist einfach krank!

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amuseemanc 03.11.2016, 10:01
11. Und es wird nicht besser.

So langsam sollte man auch aufhören sich etwas vorzumachen. Es wird nicht mehr besser werden.
Demnächst stoßen viele Flüchtlinge dazu wenn sie ihre Kurse hinter sich haben und viele werden keinen Job finden. Denn anders als ja gerne dargestellt wird, kommen ja eben nicht jene die wir wirklich bräuchten.

5,9 Millionen Hartz IV Empfänger, bei einem trotzdem immer noch hohen Personalbedarf in vielen Firmen zeigt das Dilemma: Es sind Menschen, die in einer hocheffizienten, technisierten und immer spezialisierten Wirtschaft nicht die erforderlichen Qualifikationen erbringen können. Nicht weil sie nicht wollen, sondern es einfach nicht können. Selbst Branchen mit teilweise noch relativ niedrigen Anforderungen haben viele Stellen offen, die sie nicht besetzen können. Und über 14 Millionen bekamen schon mal Hart IV. Es ist davon auszugehen, dass viele von denen stets weiterhin von latenter Arbeitslosigkeit betroffen sind.

Man sollte endlich anerkennen, dass es einen Pool von Menschen gibt, die schlichtweg nicht mehr in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Und dieser Pool wird nicht kleiner werden, eher im Gegenteil. Diese Menschen zu gängeln, sie unter Generalverdacht des Missbrauchs zu stellen, ja regelrecht zu terrorisieren, ist vor dem Hintergrund schon menschenverachtend.

Ich habe selbst bei der damaligen "Bundesanstalt für Arbeit" gearbeitet und die Hartz IV Einführung noch miterlebt und kann nur eines sagen: Sie treffen dort Menschen mit total zerrütteten Lebens- und Berufsbiografien und in teilweise, physischen wie psychischen Zuständen an, wo sie ganz genau wissen, die wird kein Mensch mehr einstellen. Warum lässt man diese Menschen nicht in Ruhe, gönnt ihnen ein angemessenes bedingungsloses Grundeinkommen und gut ist?
Es gäbe so manche unter diesen Menschen die versuchen würden, sich im ehrenamtlichen Bereich oder sozial gemeinnützlichen Projekten unterzubringen. Und der Bedarf ist groß.

Man muss endlich anfangen den Menschen in seinem Verhältnis zu Gesellschaft neu zu definieren. Mit dem alten arbeitsmarkpolitischen Instrumentarium kommen wir doch nicht wirklich weiter. Und Hartz IV is der Gipfel des Ganzen. Es wirkt destruktiv uns sorgt nur für strukturale Gewalt. ist für die Gesellschaft insgesamt wenig hilfreich.

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syracusa 03.11.2016, 10:10
12.

Zitat von xvxxx
Lieber Det_onator, das Kernproblem ist, dass die die Einzahlen auch einen Anspruch erwerben, und das vollkommen zurecht, d.h. selbst wenn wirklich ALLE einzahlen, hilft das nur der Rentnergeneration heute hier und jetzt. D.h. die Stabilisierung heute und in den nächsten Jahren würde mit einer noch größeren Katastrophe bezahlt.
Nein, das gilt nur, wenn Sie die Aussage Det_onators so intrepretieren, als sollten ALLE in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Aber man kann das auch anders interpretieren, so dass sich das mit meiner Idealvorstellung deckt. Dabei ist die Rente zweigeteilt:
1. eine steuerfinanzierte Grundrente in Höhe der heutigen Sozialrente. In die müssen über ihre Steuern alle einbezahlen, die Reicheren demnach auch mehr als die Ärmeren, die Bezugshöhe aber ist für alle gleich
2. eine ***freiwillige***, z.B. im Tarifvertrag zugesicherte Einzahlung in eine staatlich organisierte RV nach dem Vorbild der heutigen GRV. Dadurch, dass diese Zahlung freiwillig ist, haben die Bürger mehr Freiheiten, ihr Leben selbst zu gestalten. Ärmere Menschen werden diese freiwerdenden Mittel (weil sie ja nicht mehr zur GRV dazu zahlen müssen) wohl eher in den Aufbau von Wohneigentum investieren.

Aber es sind auch andere Möglichkeiten denkbar, das von Ihnen geschilderte Problem zu lösen. Beispielsweise könnten die Maximalrente gedeckelt sein, der maximale Beitrag zur RV aber ungedeckelt vom Einkommen abhängig sein. Auch so würden Reiche mehr dazu bezahlen, als sie an nsprüchen erwerben.

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hevopi 03.11.2016, 10:10
13. Ich habe eine Logik nie verstanden,

wenn jemand von der sozialen Gemeinschaft Leistungen bezieht, muss er sich doch wohl auch in diese soziale Gemeinschaft einbringen. Der Bericht sollte z.B. über die vielen Milliarden Schwarzarbeit berichten, die ja wohl von irgend jemanden auch geleistet werden müssen. Frau Zimmermann sollte sich mal ein bißchen besser informieren, wie der wirkliche Ablauf aussieht, aber darüber mag ja keiner sprechen, da er sonst als "unsozial" abgestempelt wird. Ich würde die Sozialleistungen deutlich erhöhen und von jedem Empfänger verlangen, dass er dafür auch etwas im Bereich der sozialen Gemeinschaft tut. Wenn er nicht mal bereit ist, Einladungen anzunehmen, mit welchem Recht bezahlen die Steuerzahler dann die "Arbeitsunwilligen" oder "Schwarzarbeiter"?

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Patrik74 03.11.2016, 10:13
14. Interessant

"In den vergangenen Monaten hatten mehrere Verschärfungen der Regeln im Umgang mit Hartz-IV-Empfängern für Aufsehen gesorgt. So kann ihr Einkommen und Vermögen seit einigen Monaten deutlich häufiger überprüft werden."

Wenn es um Hartz IV geht, ist es dem Staat offensichtlich problemlos möglich, das Vermögen sogar monatlich zu ermitteln.

Wenn es um die Vermögenssteuer geht, ist selbst einmal im Jahr "viel zu bürokratisch". Ist klar...

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sarkasmis 03.11.2016, 10:18
15. Handhabung der Sanktionen

In Berlin gibt es migrantisch geprägte Viertel in denen die Hälfte der Menschen von Hartz 4 lebt. Ich glaube aber kaum, dass das Jobcenter dort jemandem Druck macht, der nach 20 Jahren in Deutschland die Landessprache immer noch nur gebrochen spricht. Gängelung gibt es dagegen für den biodeutschen Facharbeiter, der mit Anfang 50 betriebsbedingt entlassen wurde. Der muss jede Arbeit annehmen, sonst wird gekürzt.

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carranza 03.11.2016, 10:19
16. Lieber die eigene Buchführung stemmen,

Zitat von puby
dass es noch mehr H4-Empfänger gäbe, wenn die Behandlung der "Kunden" durch die Jobcenter nicht so wäre wie sie ist. Es gibt wohl eine ganze Menge Menschen, die eher auf eine Krankenversicherung verzichten, als sich das an zu tun. Hartz4 ist wohl die sinnloseste, bürokratischste und teuerste Reform unseres Sozialstaates, seit seiner Gründung. Da unterstelle ich auch mal, dass unter den 14,5 Millionen kaum SPD-Wähler sind.
als sich dem Papierkrieg mit der Jobagentur auszusetzen.
Jeder, dem vielleicht 100 - 200 € im Monat an der Krankenversicherung fehlen, täte gut daran die übrigen 100 € in gesündere Ernährung und im Winter einen Teil davon in das Beheizen der Wohnung zu investieren. Zumindest für die Gesunden eine langfristig bessere Aussicht auch gesund zu bleiben.
Wohl denen, die die Wahl haben!
HartzIV sollte man durch BGE plus Bildungsgutscheine ersetzen.
HartzIV Abhängige, die die SPD wahlen? - Wenn alle Wahlberechtigten von HartzIV leben müßten, dann könnte man getrost unterstellen, dass die SPD fordern würde, die 5%-Hürde abzuschaffen.

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Das Pferd 03.11.2016, 10:23
17.

Zitat von ctwalt
aber Vater Staat hat sich da bei unverheirateten Paaren etwas ganz nettes einfallen lasen. Bedarfsgemeinschaft heist das Stichwort. Meine Freundin müsste mich aus ihrem versteuerten Nettogehalt unterstützen, denn ich bekomme vom Staat GAR NICHTS ! Zöge ich aus, bekäme ich H4 UND eine Wohnung bezahlt. DAS ist einfach krank!
So kann man sich irren. Wenn Sie ausziehen, dabei aber die Bedarfsgemeinschaft erhalten bleibt, ist es nach wie vor Sache Ihrer Freundin, ihren Unterhalt zu finanzieren, auch den Luxus getrennter Wohnungen. Daß das in der Praxis kaum nachweisbar ist, ist eine andere Frage.

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Das Pferd 03.11.2016, 10:26
18.

Zitat von minsk60
Die Zahl von über 14 Millionen zeitweiligen HartzIV-Empfängern zeigt doch, daß es kein Dauerschicksal sein muß sondern daß der Mehrzahl der Betroffenen ein Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt gelingt.
sehe ich auch so. Bei alles Respekt vor dem Einzelschicksal, die stetig vorgetragene Behauptung, daß man aus H4 nicht wieder raus kommt, ist auch nicht richtig.

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grommeck 03.11.2016, 10:27
19. Haben Sie den Artikel bewußt wahrgenommen?

Zitat von minsk60
Die Zahl von über 14 Millionen zeitweiligen HartzIV-Empfängern zeigt doch, daß es kein Dauerschicksal sein muß sondern daß der Mehrzahl der Betroffenen ein Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt gelingt.
Oder sind Sie Regierungs-Bot ? H4 ist ein Verbrechen an den Bürgern, ohne wenn und aber. Die ARGE selbst verbraucht bald mehr Beiträge als den Arbeitslosen zukommt, nebst Zuwendungen an Firmen die s.g. Weiterbildungen anbieten ... usw. usw. Das System verstehen Sie scheinbar immer noch nicht.

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