Forum: Wirtschaft
Billigkonkurrenz aus der EU: Frankreichs Winzer sehen rot
AFP

Französischer Rotwein ist Genussmittel und höchstes Kulturgut zugleich. Doch die Weinbauern sehen sich von der EU nicht genügend gegen Billig-Konkurrenz aus Spanien geschützt - und gehen auf die Barrikaden.

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thorstein 07.08.2016, 16:44
90. Ich würde es...

... einfach mal mit Qualität und mit gutem Geschmack probieren. Damit kann man gegen spanische Weine punkten.

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dreamtime 07.08.2016, 16:48
91. Kosten runter

Allerorten ist zu hören, dass Wein-, Milch-, xxx- Bauern nicht mehr von den gezahlten Preisen leben können. Trotzdem ist für den Verbraucher alles teurer als vor 10 Jahren. Bevor wir Preissteigerungen für Bauern diskutieren, sollten wir also überlegen wie die Lebenshaltungskosten allgemein zu senken sind, Kosten für Miete, Pacht, Strom, Kraftstoffe, Versicherungen und insbesondere Steuern.

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Tevje 07.08.2016, 16:50
92. Ich wiederhole mich gerne,

die französischen Winzer sollten von ihren völlig überzogenen Preisen heruntergehen, die sie nicht nur für die "Großen Weine" nehmen. Französischer Wein ist gut, aber in einer Preislage zwischen 5 und 10€ bekomme ich im Weinhandel wie im Supermarkt in Deutschland bessere Rote (und Weiße) aus Spanien und Portugal (italienische nur, wenn ich mich sehr gut auskenne, da wird viel Ramsch unter aufwändigen Etiketten vertrieben). Und auch chilenische oder südafrikanische Weine haben da einiges zu bieten. Wein, der teurer ist, kaufe ich nicht für jeden Tag. Und auch die Moselwinzer können guten Wein machen; leider überwiegt hier aber, im günstigsten Fall, das Mittelmaß, begünstigt durch eine absurde Gesetzgebung, die Restzuckergehalte von >7 g/l, bei entsprechendem Säuregehalt, immer noch als "trocken" zulässt, womit -die sinkenden Exportzahlen zeigen es überdeutlich- sich die deutschen Weinerzeuger unaufhaltsam ins Abseits begeben. Schade, sie könnten bei manchem Wein zur Spitzenklasse zählen, wenn sie nicht laufend Absurditäten wie "feinherb" oder "halbtrocken" erzeugten, anstatt Wein zu machen. Aber zurück zu "den Franzosen": auch französische Freunde von mir beschweren sich seit über 10 Jahren deutlich gegen das Geschäftsgebahren der heimischen Winzer und der nachgeschalteten Weinvertriebsindustrie; wo sie viele Jahre lang neuen Wein günstig kaufen konnen, der dann daheim einige Jahre gelagert werden konnte und zu gutem Wein wurde, da treffen sie jetzt auf einen Kontingentvertrieb, der Preise wie im Endvertrieb fordert, Quoten vergibt und die gewohnte "dégustation" nicht mehr oder nur noch widerwillig betreibt. Da weichen auch die recht nationalbewußten Franzosen gern mal auf den Rioja oder die Äquivalente aus der Cuenca del Duero oder der Mancha aus. Das Beschuldigen der Spanischen Erzeuger, ihren Wein zu panschen, nimmt auch in Frankreich kaum jemand ernst. Und ohne Beweise dafür fremdes Eigentum zu vernichten, ist schlicht unakzeptabel. Die EU existiert nicht, um französischen Erzeugern Sonderrechte zu garantieren.

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frenchie3 07.08.2016, 16:51
93. @74 Ausländische Weine findet

man in F beim deutschen Fachhändler: Lidl und Aldi. Dort gibt es den Brique (Tetrapack) "aus Europa", Flaschen aus Chile, Spanien, Italien, Australien, Californien.... als mal quer über den Atlas

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Fleckensalz 07.08.2016, 16:51
94. Vergleich...haarsträubend.

Zitat von stefan.martens.75
Der müsste eigentlich auch Umsatzeinbußen hinnehmen bei dem Erfolg von Single Malt....... Hört man gar nichts von...... Was die Proteste anbelangt stimme ich in einem Punkt zu: Freier Binnenmarkt innerhalb der EU setzt auch ähnliche Qualitätsvorschriften und Standards voraus. Mir ist jedoch keine Änderung dieser Vorschriften auf den letzten Jahren bekannt..... Vielleicht hat es sich einfach rumgesprochen, dass die Spanier besser sind. Deutsche Weinbauern mit ihren Spitzenpreisen konkurrieren auch seit Jahren mit 1,49€ Wein aus dem Supermarkt......
Sie wollen doch nicht tatsächlich Whiskey in irgend einer Form mit Cognac in Verbindung bringen ??

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Claudia_D 07.08.2016, 16:53
95.

Zitat von spmc-12355639674612
italienischen Rotwein. Da gibt es viele gute Tröpfchen - auch nicht immer ganz billig, aber sehr abwechslungsreich. Am besten ist immer der in den verstaubten Flaschen ohne Etikett, den man von guten Freunden geschenkt bekommt ;-) Ich trinke praktisch nie französischen Rotwein, sehr selten spanischen, öfters deutschen (auch hier gibt es einige gute Lagen).
Damit können Sie nichts falsch machen :-).
Ich lebe im Piemont und trinke daher nur "lokal". Hier kaufen die Einheimischen ihren Wein noch in Demions und füllen ihn dann selbst in Flaschen ab.
Guter Landwein ist auch nicht teuer, guter DOC-Wein ebenfalls nicht.
1,89 die Flasche bekommt man allerdings nicht. Auch nicht den Liter. Aber um die 2 Euro passt schon.

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Liberalitärer 07.08.2016, 16:56
96. Konsumenten

Zitat von schlaueralsschlau
Ergibt für den Inhalt einer Standardflasche 24 Cent! (Ich möchte zu gerne wissen, was der chilenische Wein kostet.) Sollte der spanische Wein also doppelt so teuer sein wie der französische, dann hätten wir im Supermarkt eine Differenz von nur 0,24€. (bei diesem Beispiel!) Bei dem geringen Anteil des Rohstoffpreis am Endprodukt ist das Problem woanders zu finden.
Ist ja super gerechnet, nur doppelt so teuer. Natürlich sind 5% 5%. In absoluten Beträgen kann man nicht rechnen. Es macht einen Unterschied, ob ein Auto 30.000 oder 60.000 Mengen einer Währungseinheit kostet.
Natürlich sind in F die Löhne höher als in Spanien. Deswegen und nur deswegen kann überhaupt spanischer Wein nach F exportiert werden. Das Zeug muss irgendwer auch trinken. Das ist dann in der Tat Angebot und Nachfrage. Die Frage ist was dominiert und in der Tat, was sonst in die Preisbildung einfließt. Angebot und Nachfrage, das kann man in Kindergärten lehren.

Oder ganz im Klartext. Ohne die hohen französischen Konsumentengehälter würden die Franzosen wohl Wasser trinken. Schlecht für den spanischen Weinexport.

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vwolpert 07.08.2016, 17:03
97. Gastronomie im Allgemeinen ist in Frankreich...

völlig überteuert. Unsere letzten 10 Sommerurlaube haben wir in Frankreich verbracht und nur selten haben wir wirklich gut Essen gehen können ohne gleich 150€ oder mehr für das Mittagessen ausgeben zu müssen. Da nennen sie in Nimes in einem Restaurant mit einem Michelin-Stern ein sehnendurchzogenes Schulterstück, aussen schwarz und innen noch blutig, frech "Entrecote" und verlangen 48€ dafür. Selten so oft schlecht gegessen wie in Frankreich - leider, denn auch wir lieben Fankreich.

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bildspiegel_heute 07.08.2016, 17:03
98. Franz. Bauern

Das ist nur die Besitzstandswahrung einer bestimmten Gruppe.

An dem Weinmarkt sollen alle teilhaben, je nach Preis und Leistung. Und da die anderen Weine (aus Spanien usw.) nicht schlechter sind, verlieren die franz. Weinbauern Einkommen. Ein gutes Beispiel dafür, wie sich Reich gegen Arm verhalten, wenn es um Ihr Vermögen geht. Da wird mit allen Mitteln gekämpft, auch wenn es unlauter ist. Die Regeln sollen nur eingehalten werden, wenn sie den vermögenden Interessen dienen.

Das Verhalten ist eindeutig wiedersprüchlich.
Französische Supermärkte in der EU sind also ok (freier Markt), freie Lieferung von Agrarerzeugnissen aber nicht? Die Bürger merken das und lassen Europa scheitern.

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outsider-realist 07.08.2016, 17:07
99.

Zitat von okav
Franzosen haben von jeher ein Problem, wenn andere etwas besser, in diesem Fall gute Qualität günstiger können. Das verträgt die Seele der Grande Nation nicht.
Diese Pauschalisierungen sind so was von sinnlos. Es gibt teure spanische Weine und es gibt teure französische Weine. Von beiden gibt es auch billigere Varianten. Wie definieren SIE nun den Begriff besser ? Geschmack alleine ist subjektiv. Mich interessiert der objektive Teil. Bitte....

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