Forum: Wirtschaft
Billigmodekette Primark: Arbeiter nähen Hilferufe in Kleidung ein
REUTERS

Eine Kundin der britischen Billigmode-Kette Primark hat in ihrer neuen Hose einen Zettel mit asiatischen Schriftzeichen gefunden - der Hilferuf einer Arbeitskraft, angeblich aus einem chinesischen Gefängnis. Es ist bereits der dritte Vorfall innerhalb weniger Tage.

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RerumNeutrum 26.06.2014, 12:26
90. Etwas differenzierter betrachten

Das eigentliche Problem liegt beim Endverbraucher. Solange wir bereit sind, bei solchen Unternehmen einzukaufen, werden weiterhin Arbeiter irgendwo auf der Welt ausgebeutet. Um das zu verhindern, ist es wichtig bereits in der Schulbildung das moralische Verständnis unserer Kinder zu schärfen. Wie auch im Geschichtsunterricht Videos von der Brutalität des NS-Regimes gezeigt werden, sollten im Fach Ethik oder Gemeinschaftskunde die Brutalität der Textilindustrie veranschaulicht werden. Ich wage zu behaupten, dass die meisten Jugendlichen, die sich solcher Textiltempel wie Primark und Co. bedienen, sehr selten Zeitungen aufschlagen, um sich mit tagespolitischen Themen auseinanderzusetzen. Also ist hier das Elternhaus und die Schulen gefragt. Des Weiteren sollte der Mittelstand entlastet werden, um ihm das Potential zu geben Produkte aus gerechter Herstellung zu kaufen. Wer 1200 Euro Netto zur Verfügung hat, der freut sich über ein T-Shirt für 3 Euro. Moral ist in unserer heutigen Gesellschaft leider ein Luxusgut geworden.

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postmaterialist2011 26.06.2014, 12:28
91. Da liegen Sie falsch !

Zitat von mwroer
Wenn das mal ginge. Nehmen Sie mich jetzt mal als Beispiel. Ich bin berufsmäßig darauf angewiesen korrekt und 'gut' angezogen zu sein. Die Qualität für Hemden im Preissegment zwischen 40 Euro und 120 Euro ist identisch. Da gibt es keine Unterschiede mehr. Besser werden die Hemden ab 120 Euro auch nur in Bezug auf den Stoff (nass aufhängen ist quasi gebügelt) aber nicht (!) mehr in Bezug auf Verarbeitung. Hemden für 20 Euro sind allerdings qualitativ kaum noch von Hemden für 40 - 60 Euro zu unterscheiden. Genau das gleiche, nur mit einer 0 mehr, gilt für Anzüge und mit einer 0 weniger für T-Shirts und anderes. Was soll der Konsument denn ächten wenn es kaum Unterschiede gibt, zumal sich die Herstellungsbedingungen in Asien kaum unterscheiden? Vielleicht darf man sich als Kunde auch einfach mal fragen warum der Außendienstler von Wilvorst oder Canali grundsätzlich nur die besseren Audis oder BMW fahren und der Außendienstler dieser komische C&A Marke wesentlich billigere Autos (mal abgesehen von der Architektur der Firmensitze). Teuer == Gut war mal.
Doch es gibt auch noch gute Hemden im 120€ Sektor, die ausschliesslich aus hochwertigster ägyptischer Baumwolle, welche in Italien gewebt und designed wurde gemacht sind. Zudem werden diese in Portugal hergestellt von Mitarbeitern die mehr als den dortigen Mindestlohn bekommen und maximal 40 Stunden die Woche arbeiten. Wenn ein Hemd nach dem Waschen nicht mehr gebügelt werden muss, dann hat dies sehr häufig mit der Ausrüstung etwas zu tun und wurde meist mit Chemikalien behandelt. Ein sehr gutes Baumwollhemd können Sie ohne Probleme in den Trockner tun, es hat relativ wenig Falten und kann auch vom Laien in 3 Minuten perfekt gebügelt werden. Es hält mindestens 75-80 Wasch- und Trocknerzyklen ohne zu verziehen oder qualitativ schlechter zu werden aus. Leider schaut der Durschschnittsverbraucher in diesem Segment auf den grossen Designernamen und nicht auf die Qualität, geben tut es diese. Da aber viele Designer einen Grossteil der Kosten für Marketing und Werbung ausgeben, bleibt für ein echtes Qualitätsprodukt in diesem Preissegment nicht mehr viel übrig.

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Celestine 26.06.2014, 12:50
92.

Zitat von hirlix
und woher weiss man, dass das alles echt ist? Ich traue Primark zwar zu, dass sie so unglaublich miese Arbeitsbedinungen haben, aber gleichzeitig traue ich so linken Aktivisten auch zu, dass sie sowas faken.
Linke Aktivisten werden in die Sweat Shops doch gar nicht hereingelassen. Wie sollen die es hinkriegen, solche Appelle an der Kleidung anzuheften? Selbst, wenn sie eine Näherin dazu anstiften, werden die Hilferufe ja rechtens sein, also was soll das? Worauf wollen Sie hinaus? Dass es dann nur halb so schlimm sei? Oder dass das Engagement von "linken Aktivisten" irgendwie verwerflich sei? Die können ja wohl kaum die Arbeitsbedingungen *faken*, und darum geht's doch, oder?

Sie können auf Youtube das Video einer arte Doku sehen: "Der Preis der Blue Jeans", damit Sie mal die Zustände plastisch dargestellt wahrnehmen können. Und btw.: So werden auch Edelmarken produziert ...

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der krumme rumpler 26.06.2014, 12:51
93. Wollt ihr was dran ändern?

Warum erwähnen denn so wenige, dass man das Problem zumindest umgehen kann, indem man Second Hand-Kleidung kauft?

Jeder kann ein bisschen was gegen diese Umstände tun: => Kauft nicht bei Primark! Primark ist noch schlimmer als die anderen Ketten.
=> Kauft gebraucht! Wahnsinnig viel Kleidung wird einfach weggeschmissen.

=> Kauft insgesamt weniger Kleidung! Ist es euch wirklich wichtiger, ausschließlich Kleidung ohne Gebrauchsspuren zu tragen und für jeden Tag des Monats ein anderes Oberteil zu haben, als anderen Menschen ein würdigeres Leben zu ermöglichen?

Jeder entscheidet mit: Der Markt richtet sich danach, was gekauft wird!
Keiner hat eine Ausrede, jeder entscheidet selbst was ihm wichtig ist. Das wisst ihr auch eigentlich.

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noepel 26.06.2014, 12:55
94.

Zitat von privado
...denken die fleissigen Primark-Käufer nun einmal darüber nach, wie ein Sommerkleidchen bei Primark nur 9,50 EUR kosten kann? Wenn man bei youtube mal nach Modeblog sucht, findet man die vielen dummen Mädchen, die stolz über ihre wöchentlichen Primark-Hauls berichten, in denen sie 25 Kleidungsstücke für insgesamt 39,- EUR erstanden haben
Da das Durchschnittsalter, von mir geschätzt, wohl bei ca 17 liegen dürfte, räume ich ihrem Anliegen nicht allzu viel Chancen ein. Oder haben sie
Hoffnung, das die überwiegende Mehrheit der Primark-Kunden sich hier
im Forum rum treibt?
Ich bezweifle dies (leider)....und es wäre ja auch ein Widerspruch, wenn
dem so wäre ;)

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spon-facebook-10000164028 26.06.2014, 12:55
95. Fragwürdig...

Dass die Produktionsbedingungen katastrophal sind, ist ja durchaus bekannt.
Dennoch sind diese Hilferufe fragwürdig. Die Analphabetenquote in Bangladesh ist besonders bei den Frauen, enorm hoch. Nur die wenigsten von ihnen können schreiben. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie die englische Sprache beherrschen, ist noch geringer. Ebenso ist dieser Job für diese Frauen dort leider lebenswichtig. So eine Handlung wäre also sehr riskant für sie.
Momentan wird eher vermutet, dass Kunden selbst diese Etiketten in die Kleidung genäht haben. Eventuell um die Menschen wach zu rütteln,was ich persönlich nicht unbedingt für eine schlechte Idee halte. Denn selbst wenn diese Etiketten ein Fake sind, die Bedingungen der Arbeiterinnen sind einfach unmenschlich!! Leider sind diese aber auch bei "Markenherstellern" meistens nicht viel besser.
Das Fabrikgebäudes in Bangladesh, welches im letzten Jahr einstürzte und über 1.100 Tote forderte, produzierte nicht nur für Primark, sondern u.a. auch für H&M, C&A, Zara und Benneton. Eine traurige Tatsache, die nicht unerwähnt bleiben sollte!

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Celestine 26.06.2014, 12:57
96.

Zitat von Greeny
Sicherlich ist es fürchterlich, was passiert, aber es ist, wie mein Vorredner schon sagt, nichts Neues! Außerdem finde ich es schon sehr merkwürdig, dass ein "Billigarbeiter" einen Hilferuf in perfektem Englisch schreiben kann und dieser Zettel dann ausgerechnet in GB auftaucht. Jeder, der sich günstige Klamotten kauft, muss sich doch darüber im klaren sein, dass diese nicht in exklusiven Fabriken genäht werden, oder?!
Die Arbeiter werden ja wohl wissen, dass die Marke aus Irland stammt.
In Asien gibt es überall Menschen, die English gelernt haben oder zumindest jemanden kennen, der ihnen helfen kann. Das ist ja wohl keine große Sache, ein paar Worte nachzuschreiben, oder.

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amidelis 26.06.2014, 12:58
97. Von wegen Konsument

Muss ja jeden Monat ein neues Outfit sein. Und wenn man das nicht bezahlen kann - dann müssen eben Häftlinge schuften, italienische lederkünstler an die Comorra zahlen und andere hässliche Dinge hinter der schönen Modewelt passieren.

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Celestine 26.06.2014, 13:07
98.

Zitat von liberalerfr
Was den gesättigten Gutmenschen immer wieder ausblenden oder wahrscheinlich wirklich nicht wissen ist, dass diese Näherinnen und Näher in ihrem Land einen vergleichsweisen guten Job haben, der auch vergleichsweise gut bezahlt wird. Wer von unseren Gutmenschen kennt die Situation vor Ort? Wer weiß wie hart das Leben dort ist, wo man um sein tägliches Brot kämpfen muss und wo das Vieh besser behandelt wird als ein Mensch? Wem die Preise zu niedrig sind, soll bitte woanders einkaufen. Aber Rufe, diesen Leuten die Arbeit wegzunehmen, indem man Mindestlöhne nach europäischen Standards einführt sind menschenverachtend.
Ach je! Und Sie waren sicher dort?

Dass die Europäer und Amerikaner, welche durch das Geschäft Milliarden verdienen, etwas an den Zuständen ändern könnten, wenn sie nur wollten, kommt Ihnen nicht in den Sinn?

Sie glauben also tatsächlich, dass es diesen Arbeitern nichts ausmacht, wenn sie unter unerträglichen Bedingungen unmenschlich schuften müssen? Dass sie sich damit trösten, dass sie einen Job haben? Da machen Sie es sich ja sehr schön einfach.

Ja, ich habe asiatische Sweat Shops gesehen. Die Chinesen, denen die gehören, sind steinreich. Noch Fragen?

Unerträglich, wie Sie hier noch auf eine unglaublich blasierte Art auf "Gutmenschen" schimpfen.

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Crazy Cat Lady 26.06.2014, 13:11
99. Fragwürdig...

Dass die Produktionsbedingungen katastrophal sind, ist ja durchaus bekannt. Dennoch sind diese Hilferufe eher fragwürdig. Die Analphabetenquote in Bangladesh ist besonders bei den Frauen, enorm hoch. Nur die wenigsten von ihnen können schreiben. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie die englische Sprache beherrschen, ist noch geringer. Ebenso ist dieser Job für diese Frauen dort leider lebenswichtig. So eine Handlung wäre also sehr riskant für sie.
Momentan wird eher vermutet, dass Kunden selbst diese Etiketten in die Kleidung genäht haben. Eventuell um die Menschen wach zu rütteln,was ich persönlich nicht unbedingt für eine schlechte Idee halte. Denn selbst wenn diese Etiketten ein Fake sind, die Bedingungen der Arbeiterinnen sind einfach unmenschlich!! Leider sind diese aber auch bei "Markenherstellern" meistens nicht viel besser.
Das Fabrikgebäudes in Bangladesh, welches im letzten Jahr einstürzte und über 1.100 Tote forderte, produzierte nicht nur für Primark, sondern u.a. auch für H&M, C&A, Zara und Benneton. Eine traurige Tatsache, die nicht unerwähnt blieben sollte!

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