Forum: Wirtschaft
Billigmodekette Primark: Arbeiter nähen Hilferufe in Kleidung ein
REUTERS

Eine Kundin der britischen Billigmode-Kette Primark hat in ihrer neuen Hose einen Zettel mit asiatischen Schriftzeichen gefunden - der Hilferuf einer Arbeitskraft, angeblich aus einem chinesischen Gefängnis. Es ist bereits der dritte Vorfall innerhalb weniger Tage.

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imZweifel-richtig 26.06.2014, 13:37
100. Naiv?

Zitat von Celestine
Linke Aktivisten werden in die Sweat Shops doch gar nicht hereingelassen. Wie sollen die es hinkriegen, solche Appelle an der Kleidung anzuheften? Selbst, wenn sie eine Näherin dazu anstiften, werden die Hilferufe ja rechtens sein, also was soll das? Worauf wollen Sie hinaus? Dass es dann nur halb so schlimm sei? Oder dass das Engagement von "linken Aktivisten" irgendwie verwerflich sei? Die können ja wohl kaum die Arbeitsbedingungen *faken*, und darum geht's doch, oder? Sie können auf Youtube das Video einer arte Doku sehen: "Der Preis der Blue Jeans", damit Sie mal die Zustände plastisch dargestellt wahrnehmen können. Und btw.: So werden auch Edelmarken produziert ...
Es muss doch niemand am Produktionsort tätig werden. Etiketten könnten beim Transport oder erst am Verkaufsort eingenäht werden. Zum Beispiel, wenn jemand ausgestellte Ware austauscht. Ach es gibt so viele Möglichkeiten, endend beim Totalfake: der angebliche Auffunder ist der Erzeuger. Kennt noch jemand "Chopper", den Geist in der Zahnarztpraxis?
Und: es ist nicht egal, ob die Etiketten echt oder falsch sind. Selbst bei -nach unseren Massstäben- schlechten Arbeitsbedingungen sollten wir mit Umsicht vorgehen. Vielleicht kann es sich die ausgebeutete Näherin nicht leisten, den Job zu verlieren und steht dann noch schlechter da. Das alte Spiel von "gut gemeint" und "gut".

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donatellab 26.06.2014, 13:43
101. Wollen wir das wissen?

Zitat von sysop
Eine Kundin der britischen Billigmode-Kette Primark hat in ihrer neuen Hose einen Zettel mit asiatischen Schriftzeichen gefunden - der Hilferuf einer Arbeitskraft, angeblich aus einem chinesischen Gefängnis. Es ist bereits der dritte Vorfall innerhalb weniger Tage.
Nein, das wollen wir nicht wissen. Wir wollen möglichst billige Klamotten. Warum auch immer. Diese Zustände können nur entstehen, wenn die Nachfrage nach solchen Produkten vorhanden ist.
In meinem Umfeld regen sich die Damen und Herren sehr laut über die Verhältnisse dort auf. Am Wochenende kaufen sie Billigschrott bei H+M oder Primark. Darum sind die Länder immer schön voll und die Taschen so prall gefüllt. Also kann ich das scheinheilige Geschimpfe auf die Zustände an diversen Produktionsstätten in Fernost nicht mehr hören.

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Ratzbär 26.06.2014, 13:45
102. Nicht ganz

Zitat von herr.schaften
@mod: Wenn es was hilft, lasse ich jetzt auch Zettel in Kleider einnähen, Wortlaut: "Meine Beiträge im SpOn-Forum werden immer wieder zensiert".... In Anbetracht der oft miesen Qualität (darauf wird immer wieder explizit hingewiesen, selbst von den Käufern!) ist die Haltbarkeit so gering, daß diese Produkte eigentlich sehr teuer sind. Billig muß man sich erst mal leisten können! Mir siehr es eher aus, als ob beim waschkorbweisen rausschleppen sowie bei der Befolgung des saisonalen Modediktates nicht Bedarfs- sondern Bedürfnisbefriedigung dahinter steckt. Insofern ist die Ursache nicht beim Zwang des geringen Einkommens zu suchen
Da gehe ich leider nicht mit Ihnen konform, zumindest nicht vollkommen. Sie haben Recht wenn Sie schreiben, dass billig in Wahrheit sehr teuer ist. Das hilft manchen Menschen aber nicht, wenn sie momentan neue Kleidung benötigen, jedoch schlicht nicht ausreichend Geld in der Tasche. Da kann das nur wenig hochpreisigere Kleidungsstuck gerne auch 4 x länger halten: Wenn sie es jetzt brauchen und das Geld nicht haben, dann wird es nichts mit dem Kauf. Der von Ihnen erwähnte "waschkorbweise Einkauf" ist damit natürlich nicht gemeint, sondern tatsächlich nur der/die Bedürftige.


Zitat von herr.schaften
Ich würde sagen, da kann ein Verbraucher doch bestens die "Marktwirtschaft" für sich arbeiten lassen, sofern der Wille nach Ethik überhaupt ernst gemeint ist: Ein Unternehmer will verkaufen, deshalb ist es in seinem Sinn, jemanden für sich arbeiten zu lassen. Und genau wie der Einkäufer einer Kette den Preis nach unten treiben kann, kann er genauso gut für einen festgesetzten Preis X das bestmögliche Angebot der Unternehmer einholen. Das Angebot muß eben Dinge wie Arbeitssicherheit, Lohn, Behandlung etc beinhalten. Der am meisten bietet, "darf" produzieren. Selbstredend muß das überwacht werden, aber sowas läßt sich ohne Weiteres arrangieren.
Dafür ist die Marktmacht der Einkäufer zu groß - noch.

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jakam 26.06.2014, 14:00
103. optional

Es gibt nur einen Weg, diese Sklaventreiberei unter Druck zu setzen:
Kauft diesen Schundmist nicht!! Dann hat man halt nur ein T-Shirt statt zwei..na und? Sind wir nicht gesättigt genug hier, daß man sich so etwas Mieses verkneifen kann?

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naklar? 26.06.2014, 14:21
104. Dann schmeisst mal alle euer Smartphone oder Tablet in die Mülltonne ...

... und verkeift euch jeden Gang zum Aldi oder Lidl. schon mal den Namen Foxconn gehört. Da lassen Apple und andere teuere Anbieter (und eben nicht nur Billiganbieter) ihre Hardware fertigen. Dort gibt es Gitter vor den Fenstern der einkasernierten ArbeiterInnen. Damit die nicht Selbstmord begehen. Auch bei uns werden wahrscheinlich schon bald Arbeiter mit Knarren (wie regelmäßig in den USA) durch die Gegend ballern. Da heißt es dann wieder in den Nachrichten: Das Motiv für den Amoklauf konnte noch nicht ermittelt werden. Man vermutet private Hintergründe.

Ich vermute mal C&A und andere Modeketten haben die Schlacht eröffnet. Ähnlich wie der Kampf der momentan zwischen den großen deutschen Handelsketten und Amazon stattfindet. Um den Verbraucher geht es da meiner Meinung nach weniger.

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uezegei 26.06.2014, 14:57
105.

Zitat von jakam
Es gibt nur einen Weg, diese Sklaventreiberei unter Druck zu setzen: Kauft diesen Schundmist nicht!! Dann hat man halt nur ein T-Shirt statt zwei..na und? Sind wir nicht gesättigt genug hier, daß man sich so etwas Mieses verkneifen kann?
Was wer wann kauft ist immer noch jedem selbst überlassen.
Und nein: WIR sind teilweise gesättigt, es gibt aber genügend, und leider immer mehr Personen, die das nicht sind, zugunsten einer Elite, die überübersättigt ist.

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nilaterne 26.06.2014, 15:26
106. Das ist leicht gesagt:Kauft dort nicht mehr ein...

Zitat von Dr_Text
Kauft dort nicht mehr ein! Wir haben es mit unserem Kaufverhalten in der Hand. Ganz einfach und doch so schwer, da es vielen offenbar einfach egal ist, unter welchen Umständen die Menschen in Asien für unsere Klamotten arbeiten müssen.
Wer mit Hartz4 zurecht kommen muß, oder mit Sozialhilfe, der Kauft Kleidung dort ein wo sie billig ist. Und bei Primark ist es am billigsten, wobei die Klamotten viel besser aussehen, als bei KIK. Diejenigen, die hier am Lautesten schreien, daß KiK, Primark oder H&M boykotiert werden sollten, haben keine Ahnung mit wie wenig Geld manche auskommen müssen.
Auch Menschen die in prekären Arbeitsverhältnissen stecken, leisten sich keine teure Kleider, Alleinerziehende ebenso.
Davon abgesehen, hat mit Sicherheit keine Näherin den Hilferuf in das Kleidungsstück fabriziert, das wird alles heftigst kontrolliert, sondern jemand anderer, wenn es nicht sogar ein Hoax ist.
Warum?
Weil wir uns dann wieder ein schlechtes Gewissen machen sollen, beim Einkaufen von Kleidung und...
viel schlimmer: Es ist Werbung für Primark. Nie war die Marke mehr in aller Munde als jetzt. Und das kostenlos.

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tkedm 26.06.2014, 15:59
107.

Zitat von nilaterne
Wer mit Hartz4 zurecht kommen muß, oder mit Sozialhilfe, der Kauft Kleidung dort ein wo sie billig ist. Und bei Primark ist es am billigsten, wobei die Klamotten viel besser aussehen, als bei KIK. Diejenigen, die hier am Lautesten schreien, daß KiK, Primark oder H&M boykotiert werden sollten, haben keine Ahnung mit wie wenig Geld manche auskommen müssen. Auch Menschen die in prekären Arbeitsverhältnissen stecken, leisten sich keine teure Kleider, Alleinerziehende ebenso.
Ich bin mir sehr sicher, dass dort genau so viele oder gar mehr Menschen einkaufen, die "gut verdienen". Dort gibt es halt modischen, aktuellen Kram für kleines Geld. Das Lustige ist, dass man denkt, bei C&A, P&C, NewYorker, Hollister, OTTO und wie die teureren Läden alle heißen, "fairere" Kleidung verkaufen. Die wenigsten, auch "gut verdienenden" Menschen, kaufen doch beim Herren-/Damenausstatter oder in der Edelboutique. Selbst die inhabergeführten Modeläden machen doch der Reihe nach dicht. Das liegt doch nicht daran, dass die Menschen plötzlich kein Geld mehr dafür haben.

Nur mit geringverdienenden Menschen lässt sich nicht so ein Umsatz machen.

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mr.feelgood 26.06.2014, 16:05
108.

Zitat von tkedm
Wenn dort wirklich nur Leute mit niedrigem Einkommen einkaufen würden, würde ich es ja noch verstehen, aber so ist es doch nicht. Dort kaufen alle Einkommensschichten. Fragen Sie doch mal in Ihrem Bekanntenkreis, wer alles zu H&M geht oder auch mal zu Kik. Bei Aldi, Netto, Lidl & Co. ist es genau das gleiche.
Nein. Direkt vergleichen lassen sich Lebensmitteldiscounter nicht mit Textil- Discountern, weil qualitative Unzulänglichkeiten Besserverdienende davon abhalten, dort zu kaufen.
Zumal sind Produkte aus diesen Ketten optisch identifizierbar, zumindest für diejenigen, die bessere Verarbeitungen und Textilien kennen und gewohnt sind.

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ingenör79 26.06.2014, 16:22
109. engineered in germany, made in china

Auch wenn man teure Ware kauft z. B. von Wellensteyn
wird die in China hergestellt. Das Material und Design ist sicherlich besser als bei billig Ware. Aber ob die Arbeisbedingung besser sind, vor allem bei Zulieferen.
Wer weiß das schon. Deshalb ist es egal ob man billige Klamotten kauft oder teure. Ändern können die Arbeitsbedingen nur die Verantwortlichen in der Herstellländern

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