Forum: Wirtschaft
Billigmodekette Primark: Arbeiter nähen Hilferufe in Kleidung ein
REUTERS

Eine Kundin der britischen Billigmode-Kette Primark hat in ihrer neuen Hose einen Zettel mit asiatischen Schriftzeichen gefunden - der Hilferuf einer Arbeitskraft, angeblich aus einem chinesischen Gefängnis. Es ist bereits der dritte Vorfall innerhalb weniger Tage.

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platin-iridium 26.06.2014, 17:13
110.

Zitat von dalir
Ich fahre täglich zur Arbeit nach Ffm und sehe täglich auf dem Heimweg strahlend Jugendliche mi ihren fett gefüllten Primarktüten, für die ist das ein Event sich 1 Stunden auf den weg zu machen um bei diesem Tempel für ihr Taschengeld eine dicke Tüte Billigware zu ergattern. ...
...und ich habe solche von Ihnen charakterisierte Jugendliche gesehen, die nach dem Einkauf an einer Bushaltstelle ersteinmal gemeinsam ihre Tüten auspackten, verglichen - die Ware betrachteten - und was offenbar untereinander nicht gefiel, wanderte ungetragen in den - Abfalleimer.

Gerade gekauft, sofort in den Müll.

Super. Ich glaube nicht, daß diese Aktion gefaked ist.

Und wenn doch, ist es eine interessante Maßnahme.

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liberalerfr 26.06.2014, 17:37
111.

Zitat von lindenbast
Na, da Sklaverei offenbar schlicht unvermeidlich ist, kann ich ja genausogut auch die Billigklamotten kaufen. Oder?
Richtig! Was Sie Sklaverei nennen, ist für die Menschen vor Ort eine wichtige und angesehene Beschäftigung.
Und wenn man bei diesen Unternehmen wie Primark kauft, kann man zumindest sicher sein, dass nicht ein Grossteil des Geldes auf den Konten der Händler landet (wie dies bei Fairtrade oder anderen Edelmarken der Fall sein kann). Mit dem gesparten Geld, kann man dann auch ein weiteres Kleidungsstück kaufen und den Leuten in den Nähereien die Arbeit sichern.

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petromax 26.06.2014, 17:47
112.

Zitat von liberalerfr
Und wenn man bei diesen Unternehmen wie Primark kauft, kann man zumindest sicher sein, dass nicht ein Grossteil des Geldes auf den Konten der Händler landet (wie dies bei Fairtrade oder anderen Edelmarken der Fall sein kann). ...
Sorry - aber das glauben Sie doch selber nicht. Von dem, was man bei Primark an Euronen über den Ladentisch schiebt - und das ist nicht viel - bleiben 90 % bei Primark selber hängen, für Ladenmiete und Infrastruktur. Wenn nicht gar noch mehr.

Fairtrade ist im Übrigen keine "Edelmarke" - sondern ein Label.

Machen Sie sich bitte erst einmal sachkundig.

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vengeance183 26.06.2014, 17:53
113. Guerilla-Aktion

Zitat von platin-iridium
Ich glaube nicht, daß diese Aktion gefaked ist.
Primark betreibt ca. 250 Filialien in Europa. Aufgetaucht sind die Zettel aber alle in Großbritannien. Sie sind in Produkten aufgetaucht, die laut Primark 2013 zuletzt im Sale waren, bzw. angeblich in einer 2011 gekauften Hose, die die Kundin erst jetzt das erste Mal anziehen wollte. Wie realistisch ist es, das eine Frau eine neue Hose erst 3 Jahre nach dem Kauf das erste Mal anziehen will und erst dann "hinein" schaut?

Die zeitliche und örtliche Korrelation dieser "Zufälle" zeigen es ganz deutlich: Es sind keine Zufälle.

Man schätzt, dass ca. 70% der Näherinnen in Bangladesch Analphabeten sind. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass deren Englisch dann so gut ist, dass sie diese Zettel derart korrekt besticken können?

In der Tat, eine gelungene Guerilla-Maßnahme - vielleicht melden sich in ein paar Tagen die Initiatoren zu Wort.

Ich werde mich hier jetzt nicht über die üblen Arbeitsbedingungen der Menschen ereifern und wie furchtbar Primark und der ganze kapitalistische Haufen doch ist. Wohl aber über die gewohnte Selbstgerechtigkeit einiger Foristen hier. Mann, Leute: Guckt erst mal auf die kleinen Zettel in euren Klamotten, bevor ihr dem Shit-Storm beitretet! Derjenige, der seine Kleider ausschließlich selbst näht, der werfe den ersten Stein...

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platin-iridium 26.06.2014, 18:07
114.

Zitat von vengeance183
... Mann, Leute: Guckt erst mal auf die kleinen Zettel in euren Klamotten, bevor ihr dem Shit-Storm beitretet! Derjenige, der seine Kleider ausschließlich selbst näht, der werfe den ersten Stein...
Es ist hinlänglich bekannt, daß kein Sportschuh-Hersteller oder die Hersteller mittelpreisiger Textilien seine Produkte in Deutschland fertigen läßt.

Ich kann Ihnen - für einige Produkte - die Herkunftsländer nennen:

Hosen - Jeans - werden häufig in der Türkei gefertigt.
T-Shirts - in Thailand oder Indonesien.
Sportschuhe - in China - und das schon seit den 1980-er Jahren.
Da gibt es keine Wahl mehr - leider.

Noch Fragen?

Das jedoch, was Primark da betreibt, das ist der Gipfel der Ausbeuterei...

Und jetzt verraten Sie mir und anderen Foristen, die Sie hier der Selbstgerechtigkeit bezichtigen, was daran - selbstgerecht ist, wenn man solche Praktiken anprangert und ggfs. ein wenig Konsumzurückhaltung empfiehlt?

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liberalerfr 26.06.2014, 18:30
115. RE: Lieber Liberalerfr

Zitat von berlin-steffen
IDie Modefirmen brauchen hier strenge ethische Normen und dort sind Mindeslöhne für alle angebracht, keine einzelnen Insellösungen von einigen Firmen. Damit werden keine Arbeitsplätze weggenommen, die Schneiderfirmen brauchen aber Druck aus beiden Richtungen, von den Auftraggebern und von den örtlichen Gesetzgebern.
Lieber Steffen,
leider ist das auch so ein Mythos, dass Mindestlöhne keine Arbeitsplätze vernichten. Wenn der Mindestlohn zu hoch ist, fallen die einfachen Arbeitsplätze weg, wie in Frankreich, wo kaum noch Waren produziert werden können. Die Leidtragenden sind die weniger Produktiven und damit die Schwächsten der Gesellschaft.

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liberalerfr 26.06.2014, 18:45
116.

Zitat von Celestine
Ach je! Und Sie waren sicher dort? Dass die Europäer und Amerikaner, welche durch das Geschäft Milliarden verdienen, etwas an den Zuständen ändern könnten, wenn sie nur wollten, kommt Ihnen nicht in den Sinn? Sie glauben also tatsächlich, dass es diesen Arbeitern nichts ausmacht, wenn sie unter unerträglichen Bedingungen unmenschlich schuften müssen? Dass sie sich damit trösten, dass sie einen Job haben? Da machen Sie es sich ja sehr schön einfach. Ja, ich habe asiatische Sweat Shops gesehen. Die Chinesen, denen die gehören, sind steinreich. Noch Fragen? Unerträglich, wie Sie hier noch auf eine unglaublich blasierte Art auf "Gutmenschen" schimpfen.
Es tut mir leid, dass ich das Wort "Gutmenschen" benutzt habe - mir fällt leider kein passenderer Sammelbegriff ein für die wohlhabenden Leute, die losgelöst von der Realität sich Dinge ausdenken, die in den weniger entwickelten Ländern alles nur noch viel schlimmer machen.
Der Handel hat Europa und Amerika zum Wohlstand verholfen. Dieses muss auch für die Länder in Not möglich sein. Natürlich muss vieles auch vor Ort geregelt werden, aber tatsächlich könnten die wohlhabenden Nationen mit einer völligen Öffnung der Grenzen vieles dazu beitragen, den Entwicklungsländern eine Chance zu geben. Die Vorschläge, die man allerdings hier liest, sind das genaue Gegenteil dessen, was notwendig ist.

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liberalerfr 26.06.2014, 18:52
117.

Zitat von petromax
Sorry - aber das glauben Sie doch selber nicht. Von dem, was man bei Primark an Euronen über den Ladentisch schiebt - und das ist nicht viel - bleiben 90 % bei Primark selber hängen, für Ladenmiete und Infrastruktur. Wenn nicht gar noch mehr. Fairtrade ist im Übrigen keine "Edelmarke" - sondern ein Label. Machen Sie sich bitte erst einmal sachkundig.
Ich will damit nur sagen, dass oftmals die Edelmarken oder "Labels" zu den gleichen Arbeitsbedingungen und Löhnen hergestellt, aber zum vierfachen Preis verkauft werden. Diese "Labels" überweisen sich sicher mehr Geld auf das eigene Konto als die Eigner von Primark.

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jeandarm 26.06.2014, 20:24
118.

Wer garantiert euch, das vermeintlich teurere Produkte nicht ebenso Blut u. Tränen besudelt sind?

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Hoffnungsträger 26.06.2014, 21:23
119. Boykottieren?

boykottieren ist a.m.S. zwar vor der miserablen Arb.Bedingungen notwendig aber längst nicht hinreichend. Man sollte aber auch an die Arbeiter dort denken, die denn nach Hause geschikt werden. Neben boykottieren könnte man z.B auch eine Patenschaft eingehen, um dem Kind, dass dort arbeitet doch noch ein Chance zu geben, eine Ausbildung abzuschließen ohne auf die Arbeit bei diesen Neo-Imperalisten arbeiten zu müssen. Es reichen also nicht nur Worte (wie z.B. in diesem Forum) sondern auch Taten.

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