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Billigmodekette Primark: Arbeiter nähen Hilferufe in Kleidung ein
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Eine Kundin der britischen Billigmode-Kette Primark hat in ihrer neuen Hose einen Zettel mit asiatischen Schriftzeichen gefunden - der Hilferuf einer Arbeitskraft, angeblich aus einem chinesischen Gefängnis. Es ist bereits der dritte Vorfall innerhalb weniger Tage.

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mr.feelgood 26.06.2014, 09:40
40.

Zitat von salmo-nelli
Ich möchte keine Kleidung tragen, die mit Blut und Tränen ausgebeuteter Textilarbeiter genäht wurde. Zwar sind die anderen Hersteller leider auch nicht soo viel besser, aber Primark ist wirklich das Letzte. Da versucht man nicht einmal, die Profitmaximierung zu kaschieren. Man muss Kleidung wieder mehr wertschätzen statt als Wegwerfartikel zu sehen, also lieber drei Shirts für je 30 Euro statt 10 Shirts für je 3. Entlastet auch den Kleiderschrank...
Das Argument des niedrigen Einkommens ist kaum mehr wegzudenken.
es bleibt Menschen mit diesem gar nichts anderes übrig, als solche Artukel zu kaufen, um überhaupt mal neue Kleidungsstücke zu erhalten.

Deswegen ist ja der Kapitalismus das globale System geworden, weil alle Menschen dadurch verbunden sind durch Produktion, Im- und Export und die Produzenten, die als global player das große Spiel schaukeln.

Perfide.

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Dr_Text 26.06.2014, 09:42
41. Problem ganz einfach zu lösen!

Kauft dort nicht mehr ein! Wir haben es mit unserem Kaufverhalten in der Hand. Ganz einfach und doch so schwer, da es vielen offenbar einfach egal ist, unter welchen Umständen die Menschen in Asien für unsere Klamotten arbeiten müssen.

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tkedm 26.06.2014, 09:47
42.

Zitat von sysop
Eine Kundin der britischen Billigmode-Kette Primark hat in ihrer neuen Hose einen Zettel mit asiatischen Schriftzeichen gefunden - der Hilferuf einer Arbeitskraft, angeblich aus einem chinesischen Gefängnis. Es ist bereits der dritte Vorfall innerhalb weniger Tage.
Primark kann man durch jeden anderen Laden in diesem Land ersetzen, es ist überall das gleiche.

Ich habe mal 2 Jahre als Verkäufer für einen Hersteller und Lizenznehmer gearbeitet. Dort wird um jeden, wirklich jeden Cent gefeilscht, aber nur solange, bis die Marge des Herstellers nicht unter 30 % - 25 % sinkt.

Die Artikelkosten bewegen sich im Cent-Bereich, ein Shirt, was für 4 Euro verkauft werden soll, kostet ca. 0,15 €. Aus Kundenbindung werden natürlich keine Frachtkosten berechnet, bzw. sie sind im Artikelpreis schon einkalkuliert und die Lieferung muss natürlich schnellstmöglich erfolgen, da wird dann auf den Fabrikanten zusätzlich Druck ausgeübt. Was das bedeutet, kann man sich denken.

Ein billiger Kik verhandelt dort genauso aggressiv wie ein Aldi, Kaufhof, NewYorker oder sonstiger Laden, die hohe Herstellungsstandards predigen. Das sieht man auch gut daran, wenn es vermeintlich hochpreisige Marken zu Discountern schaffen.

Die Standards kontrolliert niemand von diesen Firmen, auch wenn das immer behauptet wird. Die Lizenzgeber, meist renomierte Firmen mit gutem Ruf, schrecken erst auf, wenn irgendwo eine Fabrik einstürzt und fordern dann die Verlegung der Fertigung von Bangladesch nach China - aber eben auch nur, um den eigenen Ruf nicht zu beschädigen.

Tja, aber wer hat jetzt Schuld an solchen Preisspiralen? Die Fabriken müssten alle gemeinsam die Löhne und Standards hochsetzen, sonst finden nur Abwanderungen statt. Dann haben solche Läden wie Primark, Kik und Co. keine Chance und die "normalen" Läden müssten auf ein paar Prozenz mehr Marge verzichten. Meine Meinung.

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AhzekAhriman 26.06.2014, 09:47
43. ob billig oder nicht ...

Was häufig vergessen wird ist, dass fast ALLE Hersteller ihre Kleidung, Schuhe, etc. unter solchen oder ähnlichen Verhältnissen herstellen lassen. Es geht einfach um den Profit.
Eine Firma aus China (war ne Reportage im TV), die mittel teure Schuhe für eine italienische Modefirma herstellt, hat zum Beispiel die Produktion nach Äthiopien verlegt. Dort schuften die Menschen für 30,-Dollar im -Monat-, mit Überstunden kamen die auf 45,-Dollar. Arbeitsbedingungen waren wie in der Sklaverei/Gefängnis, mit Appell, Mahlzeiten die aufgegessen werden mussten, sonst wurde das vom Lohn abgezogen. Und die Chinesen haben sich hingestellt und das als tolle Aufbauhilfe hingestellt.
Es ist Moderne Sklaverei!

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mr.feelgood 26.06.2014, 09:47
44.

Zitat von privado
... Der Kapitalismus kennt eben nicht nur Gewinner (Käufer billiger Waren), sondern auch jene, die für die Zeche bezahlen müssen (Billiglöhner, die die Waren herstellen).
Vergessen Sie nicht, daß auch hierzulande oder in Great Britan sehr wohl genügend Arbeitslose und Niedriglohnempfänger auf diese billigsten Angebote angewiesen sind....
Von Gewinner kann deswegen nicht die Rede sein, sondern diese Billigproduktion woanders ist für die EU und seine Bewohner notwendig geworden. Könnten sich alle hochwertigere Kleidung leisten, gäbe es sicherlich nicht den steten Bedarf von Klamotten, die nach 2maligem Waschen unansehnlich oder gar beschädigt sind.

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zerozero123 26.06.2014, 09:48
45. Ich habe noch nie...

...und werde auch nie in diesem Laden "einkaufen". Was sich da teilweise für Szenen abspielen ist wiederlich. Horden von hysterischen Menschen rennen morgens da rein, wenig später fliegen die Sachen auf den Boden, es wird gewühlt nach bester Grabbeltisch Manier.

Die Leute die da einkaufen sind direkt für das Leid der Arbeiter verantwortlich. Ohne Wenn und Aber. Es ist offensichtlich, das solche Preise nur durch Kinderarbeit und schlechteste Bezahlung möglich sind.

Wer da kauft macht sich schuldig.

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M. Michaelis 26.06.2014, 09:48
46.

Was glauben die Kunden solcher Billig-Klamotten denn unter welchen Bedingungen solche Niedrigpreise zustandekommen.

Finger weg von solchen Anbietern. Hier kann man als Kunde leicht etwas machen.

Schwierig wird es bei den höherpreisigen Premium-Labels, denn die produzieren unter ähnlich miesen Bedingungen obwohl deren Spannen eine bessere Bezahlung ermöglichen würden.

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tkedm 26.06.2014, 09:52
47.

Zitat von mr.feelgood
Das Argument des niedrigen Einkommens ist kaum mehr wegzudenken. es bleibt Menschen mit diesem gar nichts anderes übrig, als solche Artukel zu kaufen, um überhaupt mal neue Kleidungsstücke zu erhalten. Deswegen ist ja der Kapitalismus das globale System geworden, weil alle Menschen dadurch verbunden sind durch Produktion, Im- und Export und die Produzenten, die als global player das große Spiel schaukeln. Perfide.
Wenn dort wirklich nur Leute mit niedrigem Einkommen einkaufen würden, würde ich es ja noch verstehen, aber so ist es doch nicht. Dort kaufen alle Einkommensschichten. Fragen Sie doch mal in Ihrem Bekanntenkreis, wer alles zu H&M geht oder auch mal zu Kik.

Bei Aldi, Netto, Lidl & Co. ist es genau das gleiche.

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mr.feelgood 26.06.2014, 09:54
48.

Zitat von Schweijk
wer prekär beschäftigt ist der kann sich eben keine teurere Kleidung leisten. Den Verbraucher vorzuschieben ist aber so schön einfach nicht war? Nein, der Spieß muß umgedreht werden und die Hersteller und Vertreiber von Waren müssen in die Pflicht genommen werden, nur so wird ein Schuh draus. So weit ich weiss ist hier in Deutschland immer noch das Verursacherprinzip gültig, und die Verursacher sind die Hersteller, nicht der Kunde der mit seinen wenigen Kröten guckt wie er über die Runden kommt.
So sehe ich das auch.
Demnach müssten aber die Herstellungsbedingungen in den "neuen" Industriestaaten geahndet werden, was sie aber nicht machen, weil sie nicht wollen, weil sie berechtigterweise einen Teil des Rahms abschöpfen wollen.

Demnach können nur strengste Importbedingungen regulieren.

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berlin-steffen 26.06.2014, 09:58
49. lieber liberalerfr

Ihre Aussagen sind auch sehr nebulös. Die meist Frauen betreffende Arbeit in der Bekleidungsindustrie in der dritten Welt ist KEINE sehr gut bezahlte Arbeit dort. Es ist nur eine Arbeit und für die Menschen dort besser als gar keine Arbeit. Es gibt auf arte oder anderen öffentlichen Sendern genug Reportagen darüber. Und auch das Vieh wird in den Länder da nicht gut behandelt. Im entfesselten und globalisierten Kapitalismus werden Menschen und auch Tiere nach dem Nutzen bewertet und gnadenlos ausgepresst und nach Gebrauch weggeworfen/ verwertet usw. Wir als Verbraucher hier sollten mehr nachdenken VOR dem Kauf und den bekannten Firmen ruhig auch mal den Stinkefinger zeigen. Die Modefirmen brauchen hier strenge ethische Normen und dort sind Mindeslöhne für alle angebracht, keine einzelnen Insellösungen von einigen Firmen. Damit werden keine Arbeitsplätze weggenommen, die Schneiderfirmen brauchen aber Druck aus beiden Richtungen, von den Auftraggebern und von den örtlichen Gesetzgebern.

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