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Billigmodekette Primark: Arbeiter nähen Hilferufe in Kleidung ein
REUTERS

Eine Kundin der britischen Billigmode-Kette Primark hat in ihrer neuen Hose einen Zettel mit asiatischen Schriftzeichen gefunden - der Hilferuf einer Arbeitskraft, angeblich aus einem chinesischen Gefängnis. Es ist bereits der dritte Vorfall innerhalb weniger Tage.

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bierdeckelproduzent 26.06.2014, 10:08
60. hauptsache billisch

Ich kaufe gerne billig. Wenn ich es nicht täte würden es anderen tun. Und lieber haben die Kinder Arbeit, als dass sie auf der Strasse oder noch schlimmer in der Schule rumlungern. Gäbe es nicht diese Arbeit würden die Arbeiter doch verhungern. So gesehen verrichte ich nachgeradezu Gottes Werk, danke Llyod für die Vorlage. Dass ich das ganze hochwertige Zeug nicht brauche, es zumeist ungetragen wegwerfe, möge als Indiz für meine Aufopferungs- und Spendenbereitschaft gesehen werden. Sozusagen Charity des neoliberalisierten Mittelstandes, aka Unterschicht.

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boer640 26.06.2014, 10:14
61. optional

das schlimme sit, es interessiert keinen... die leute werden da trotzdem wie bloed kaufen...

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babubbel 26.06.2014, 10:15
62. generelles Problem

Leider ist das nicht nur ein Problem bei Billigkleidung. Teurere Markenkleidung wird oft unter den selben Bedingungen hergestellt. Nur dass der Kunde für das Markenshirt 40€ zahlt und für das Billigshirt 5€.
Siehe auch den kürzlich erschienenen "Clean Clothes - Firmen Check 2014".

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Debattentiger 26.06.2014, 10:15
63. Primark, Adidas. KIK... alles eine Suppe

Zitat von sysop
Eine Kundin der britischen Billigmode-Kette Primark hat in ihrer neuen Hose einen Zettel mit asiatischen Schriftzeichen gefunden - der Hilferuf einer Arbeitskraft, angeblich aus einem chinesischen Gefängnis. Es ist bereits der dritte Vorfall innerhalb weniger Tage.
Wenn ein Großteil der Deutschen diese Läden boykottieren würde und dort nicht mehr einkaufen würde, dann gäbe es diese Läden hier nicht. Aber man braucht sich ja nicht nur die Billig-Ketten ansehen. Gerade jetzt zur Fußball WM kaufen die Deutschen wie blöde diese Adidas Shirts für ca. 70 Euro. Hier werden die Näherinnen ebenfalls ausgebeutet. Man überlege sich den Gewinn, der in die Kassen dieses dreisten Unternehmens gespült wird... Man sollte also generell darauf achten, wo die Klamotte genäht wurde, die man da gerade kaufen will. Egal ob billig, oder teuer.

http://www.extremnews.com/berichte/v...c8214d83555eb6

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georg_lm 26.06.2014, 10:16
64.

Zitat von dalir
Ich fahre täglich zur Arbeit nach Ffm und sehe täglich auf dem Heimweg strahlend Jugendliche mi ihren fett gefüllten Primarktüten, für die ist das ein Event sich 1 Stunden auf den weg zu machen um bei diesem Tempel für ihr Taschengeld eine dicke Tüte Billigware zu ergattern. Ich höre immer wieder "oh die musst du aber vorher waschen die stinken so" aber nie die Diskussion warum das Zeugs so günstig ist. Im übrigen sollte SPON mal eine Luftqualitätsmessung in dem Markt machen, ich mach schon einen Bogen um den Eingang auf der Zeil weil ich diesen Geruch von Klebstoff nicht ertragen kann der da aus dem Laden wabert. Wie kann es sein das auch die Angestellten hier vergiftet werden und wie bitte ist die Lösungsmittelkonzetration dann erst in den Herstellungsstätten?
Ohne die Herstellungsbedingungen schönreden zu wollen:

Möglicherweise ist die Atemluft dort besser (oder anders) als der
Gestank in hiesigen Klamottenläden vermuten läßt:

Überseekontainer müssen vor dem Transport vorschriftsmäßig
"begast" werden. Also Ladung rein (hier Billigklamotten), Tür zu /
Giftgas rein, dann damit ab aufs Schiff.

Die hippen, coolen Verkäufer in den Klamottenläden und die hippen,
coolen Käufer bekommen also Reste von dem Giftgas ab, mit dem
verhindert werden soll, daß z.B. Ungeziefer, Giftspinnen etc.
von Kontinent zu Kontinent verteilt werden.

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Ratzbär 26.06.2014, 10:17
65. Scheinbar

Zitat von Dr_Text
Kauft dort nicht mehr ein! Wir haben es mit unserem Kaufverhalten in der Hand. Ganz einfach und doch so schwer, da es vielen offenbar einfach egal ist, unter welchen Umständen die Menschen in Asien für unsere Klamotten arbeiten müssen.
Es scheint Ihnen offensichtlich auch recht egal zu sein, was mit diesem Menschen dort passiert, nachdem die Produktion der Textilien eingestellt wurde.

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GoaSkin 26.06.2014, 10:19
66. Ausgebeutete Asiaten für das ausgebeutete Präkariat

Leute, die kaum mehr verdienen, als den Hartz-IV Regelsatz und dafür unter mieserablen Arbeitsbedingungen in einem Callcenter oder Versandlager ausgebeutet werden, müssen sich von ihrem popeligen Gehalt solche Kleidung kaufen, weil mehr nicht drin ist.
Unsere Strukturen nötigen die Leute, solch einen Mist kaufen zu müssen.

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CG412 26.06.2014, 10:22
67. Boykott zwecklos

Wir sind als Verbraucher gar nicht in der Lage, die Situation der Arbeiter zu verbessern. Ein Boykott dieser Ketten würde man beim Produzenten in Asien gar nicht so richtig bemerken, weil man dort ja für die ganze Welt billig produziert. Fällt ein Markt kurzfristig aus - na und? Südamerika kauft weiter.... Dazu kommt ja auch noch erschwerend hinzu, dass wir als Verbraucher mittlerweile auf "billig" (nicht "günstig") getrimmt sind. Niemand, egal aus welcher Gesellschafts- oder Einkommensschicht, kommt daran vorbei. Dazu kommt dann noch die psychologische Werbekriegsführung angetuckert und sorgt dafür, dass das Label auch "absolut in" ist.
Das wissen wir alles - es wurde und wird immer wieder aufs Neue diskutiert - aber wir laufen immer wieder hin und kaufen es trotzdem. Daran wird sich nie etwas ändern und die Produzenten wissen das.
So - und wie will oder kann man dann noch die Welt oder zumindest die Situation der Arbeiter in Asien verbessern?

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HankTheVoice 26.06.2014, 10:23
68. Fair Trade muss man sich leisten können

Ich denke an Arbeitsplätze in Deutschland und Europa wo für für 4-5€ die Stude gearbeitet wird oder auch an Länder in denen Angestellte nur 200-300€ im Monat verdienen, viele die dort einkaufen sind selber Sklaven und haben keine Wahl.

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lokisflatmate 26.06.2014, 10:24
69. kik ist auch nicht besser.

Wenn ein Kleidungsstück für 4 Euro verkauft wird, und man davon ausgehen kann, dass der Handel auch noch was verdient, kann man sich doch denken, dass die Produktionsbedingungen übel sind.

So lange solche Läden Umsatz machen, wird sich daran nichts ändern.

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