Forum: Wirtschaft
Börsengang des "Taxikillers": Uber sackt an der Wall Street weiter ab
AFP

Uberschätzt? Jahrelang warteten Investoren auf den Börsengang des Fahrdienstleisters Uber, doch die Aktie hat auch am zweiten Börsentag weiter verloren. Sie notiert bereits rund 17 Prozent unter dem Ausgabepreis.

ChrisTeuber 14.05.2019, 10:15
1. Die kleinen Sünden (es sind eher Große) straft der liebe Gott sofort

Und hoffentlich wird bald dieses unsinnige Geschäftsgebaren - Profite auf Kosten von Beschäftigten und Arbeitsstellen etablierter (und ehrlich wirtschaftender) Unternehmen - abgebrochen.
Jeder, der ehrlich rechnen kann, weiß doch, dass Preisdumping und Bezahlung unter dem Mindestlohn, etwas für charakterlich weniger gefestigte Naturen ist. Da wo Geld mehr zählt als Anstand und Fairness. Da wo Geld über dem Schicksal von Menschen steht.
Aus diesem Grund gibt es in Deutschland, Schutzgesetze, Mindestlohnverordnungen und Tarifverträge. Schade, dass ein UBER sich weltweit darüber hinwegsetzen kann. Und hoffe daher, dass sich die Vernunft und Anstand durchsetzt.

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scoopx 14.05.2019, 11:19
2. Die sog. digitale Transformation...

...ist ins Stocken geraten. Das ist auch der wahre Grund für den Kursverfall. Irgendwann sind auch die Anleger der ewigen Ankündigungen müde. Schon vor zehn Jahren sind die ersten selbstfahrenden Google-Autos in Mountain View getestet worden. Heute wird immer noch getestet, und von Fahrzeugen ohne Lenkrad und Pedale ist man wieder abgekommen.

Allmählich schwindet auch der Nimbus des "Disruptiven", der der digitalen Welt immer angedichtet wurde. Die Anleger merken, daß sie es eigentlich mit aufgehübschter alter Technik zu tun haben, noch dazu eine, die von der Alltagstauglichkeit noch weit entfernt ist. Und so langsam wird man ungeduldig. Es gibt nach wie vor keine "Smart Cities" und noch nicht mal einen smarten Kühlschrank. Das mit den Paketlieferdrohnen wird auch nichts werden, so wie es aussieht.

Stattdessen verbirgt sich, wie bei Uber, hinter der digitale Fassade doch wieder nur eine neue Form kapitalistischer Ausbeutung.

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Gedanke 14.05.2019, 13:04
3. Disruption vs. Bilanz

Zitat von scoopx
...ist ins Stocken geraten. Das ist auch der wahre Grund für den Kursverfall. Irgendwann sind auch die Anleger der ewigen Ankündigungen müde. Schon vor zehn Jahren sind die ersten selbstfahrenden Google-Autos in Mountain View getestet worden. Heute wird immer noch getestet, und von Fahrzeugen ohne Lenkrad und Pedale ist man wieder abgekommen. Allmählich schwindet auch der Nimbus des "Disruptiven", der der digitalen Welt immer angedichtet wurde. Die Anleger merken, daß sie es eigentlich mit aufgehübschter alter Technik zu tun haben, noch dazu eine, die von der Alltagstauglichkeit noch weit entfernt ist. Und so langsam wird man ungeduldig. Es gibt nach wie vor keine "Smart Cities" und noch nicht mal einen smarten Kühlschrank. Das mit den Paketlieferdrohnen wird auch nichts werden, so wie es aussieht. Stattdessen verbirgt sich, wie bei Uber, hinter der digitale Fassade doch wieder nur eine neue Form kapitalistischer Ausbeutung.
Schaue ich in die Bilanzen der etablierten Tech-Konzerne ist von "schwindendem Nimbus" wenig zu spüren, eher das Gegenteil ist der Fall.

Die fehlende Disruption ist auch sehr relativ zu betrachten. Dass jetzt in 2 Jahren das autonome Fahren nicht marktreif wird sollte jedem klar sein, dass bedeutet aber nicht, dass die Fortschritte die dort gemacht werden nicht erheblich sind.

Weiter ist die Frage, wie sähe die Entwicklung von autonomen Fahren oder den Elektroautos ohne etwa Google, Tesla, Uber, etc. aus? Ich behaupte: ohne den Druck aus Übersee / Fernost würde sich hier wenig bis gar nichts bewegen. Deutschland ist gefühlt an vielen Stellen zu verkrustet und darauf bedacht den Status-Quo zu erhalten statt an der Zukunftsfront aktiv mitzugestalten.

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labellen 14.05.2019, 13:16
4. jeder halbwegs vernünftige Fach-Ingenieur könnte

Uber sagen, das die Idee des selbstfahrenden Taxis kompletter SF-Quatsch ist.
Die Strategie, Fahrer-Entlohnungen zu senken um diese unsinnigen Versuche weiter zu finanzieren, kann nur schiefgehen.

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freigeistiger 14.05.2019, 14:07
5. Uber ist nur Vermittler

Uber ist nur Vermittler der von Provisionen lebt. Die Fahrer sind Selbstständige, keine Arbeitnehmer. Also legitime Selbstausbeutung, durch Umgehung von Regeln und arbeitschutzgesetzen. Der Autoverkehr in den Städten steigt dadurch. Von den Medien als moderne Arbeitswelt in einer modernen Gesellschaft gefeiert, weil Uber mit Regelverletzungen arbeitet und mit Servern. Das Taxigewerbe hat es mit seiner Besitzstandsverteitigung wahrscheinlich übertrieben, dann kommen drastische Gegenreaktionen.

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scoopx 14.05.2019, 16:04
6. "Tech-Konzerne"

Zitat von Gedanke
Schaue ich in die Bilanzen der etablierten Tech-Konzerne ist von "schwindendem Nimbus" wenig zu spüren, eher das Gegenteil ist der Fall. Die fehlende Disruption ist auch sehr relativ zu betrachten. Dass jetzt in 2 Jahren das autonome Fahren nicht marktreif wird sollte jedem klar sein, dass bedeutet aber nicht, dass die Fortschritte die dort gemacht werden nicht erheblich sind. Weiter ist die Frage, wie sähe die Entwicklung von autonomen Fahren oder den Elektroautos ohne etwa Google, Tesla, Uber, etc. aus? Ich behaupte: ohne den Druck aus Übersee / Fernost würde sich hier wenig bis gar nichts bewegen. Deutschland ist gefühlt an vielen Stellen zu verkrustet und darauf bedacht den Status-Quo zu erhalten statt an der Zukunftsfront aktiv mitzugestalten.
Welche "etablierten Tech-Konzerne" meinen Sie? Uber jedenfalls ist kein "Tech-Konzern". Sein Bezug zur Digitaltechnik ist die eines Käufers und Anwenders. Uber ist ein Fahrdienst-Vermittler. Amazon ist ein Handelskonzern. Facebook ist ein Dienstleister für soziale Netzwerke. Alles keine "Tech-Konzerne"

Was ist das Gegenteil von "disruptiv"? Es ist "inkrementell". Software-Entwicklung ist immer inkrementell und gerade nicht disruptiv. Es gab in der ganzen digitalen Welt nur höchst selten etwas Disruptives. Meinstens war es andersherum. 3d-Drucker haben sich (sehr zögerlich) aus CAD-Systemen entwickelt, die selbstlernenden Nervengeflechte sind mimetisch, d.h. durch Nachahmung, aus den Modellen menschlicher Nervengeflechte entstanden. Touchscreens wurden gebaut weil man es leid war, außen angebrachte Tasten zu verwenden.

Der Begriff "disruptiv" soll nur verschleiern, daß alles furchtbar langsam geht in der digitalen Entwicklung. Es hat z.B. Jahrzehnte gedauert bis aus Dateien funktionierende Datenbanken wurden. Die einzige Ausnahme ist die Speicher- und Prozessortechnik. Wären Speicherplatz und Prozessorgeschwindigkeit nicht exponentiell gestiegen, dann hätten wir noch Lochkarten in der IT.

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ChrisTeuber 14.05.2019, 17:00
7. Disruptiv ist es sehr wohl

Denn durch Milliarden vagabundierenden Geldes, welches mangels Alternativen nicht sinnvoll investiert werden kann, werden bestehende Branchen aufs Korn genommen, Gesetzes -teils recht bewusst - umgangen (mit der fadenscheinigen und nur teilweise stimmenden Festlegung, diese seien "überkommen", und meint eigentlich "Diese stören unsere neuen Ideen und Geschäfte!") und bisherige normal rechnende Anbieter (ohne Milliarden an freiem Investment-Money) bewusst unter Selbstkostenpreis unterboten und so aus dem Markt gedrängt.
DAS ist disruptiv! Und dieses aggressive Verhalten (keineswegs zum Wohle des Verbrauchers und der Menschen) ist auch damit gemeint.

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geotie1 14.05.2019, 23:58
8.

Vor nicht allzu langer Zeit konnte man mit einem kleinen Rabatt Benzin tanken das aus Mais oder Getreide hergestellt wurde. Habe ich grundsätzlich abgelehnt, denn so lange es Menschen gibt die Hungern, werde ich mein Auto nicht mit umgewandelten Lebensmitteln betanken! Und genauso wenig werde ich ein Uber-Taxi nehmen, da diese Fahrer unter aller Sau bezahlt werden und den einheimischen Taxifahrern den Verdienst schmälern!
PS. Ich lebe in Brasilien und dort gibt es Uber-Taxis!

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