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Börsengang von Ferrari: Italiens Trauer kommt zu spät
AP/dpa

Die Wirtschaft jubelt: Ferrari, Aushängeschild des Fiat-Chrysler-Konzerns, geht an die Börse. Viele Italiener trauern: Wieder wird eine Kultmarke von Ausländern übernommen. Dabei war die Firma schon lange nicht mehr richtig italienisch.

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boingdil 30.10.2014, 06:51
1. Daimler-Chrysler hat auch mal gut angefangen

Es gab Zeiten (wenn auch nicht lange) in denen Chrysler auch Geld in die DC Konzernkasse gespült hat, sprich der Konzern seine Freude an der amerikanischen Tochter und mehr Sorge um die deutsche Tochter hatte. Chrysler ist nach wie vor sehr auf dem amerikanischen Markt fixiert, auf dem halt eher die technische Steinzeit mit großen, schweren Autos herrscht. Wird zuviel FIAT-Technik eingebaut, werden die Autos für die Amis uninteressant. In Europa werden die Autos ein Nischendasein fristen. Beides gleichzeitig und kostengünstig zu bedienen ist die Quadratur des Kreisen, die auch Daimler nicht gelungen ist.

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anderermeinung 30.10.2014, 07:04
2. Wenn Ferrari an die Börse geht,

haben die Börsianer es nicht mehr so weit.

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zauselfritz 30.10.2014, 08:14
3. Egal

Ferrari baut eh schon länger keine Autos mehr die mein Blut in Wallung bringen - besonders optisch sind sie Querschläger die mehr an japanische Boliden als an eine bella macchina aus Maranello erinnern.

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andreasschillmann 30.10.2014, 08:55
4. Marchionne, der Zocker!

Diese Ferrari-"Lösung" war absehbar, schon lange... Seit einigen Jahren machen Fachzeitschriften der Autobranche darauf aufmerksam, dass der italo-kanadische Finanzakrobat Sergio Marchionne zwar sehr geschickt im Erfinden von Börsen- und PR-Geschichten ist und Kostenmanagement versteht, aber vom Automobilgeschä#ft leider wenig versteht. Die Agnelli-Erben haben sich für diese Vorzüge schon lange entschieden und wickeln dabei die Fiat-Gruppe langfristig ab! Durch die Marchionne-"Manöver" ist Fiat zwar kein erfolgreicher Autohersteller, dafür aber ein profitables Finanzgeschäft geworden. Schon 2008 wiesen Branchenzeitschriften (u.a. Auto, Motor und Sport http://www.auto-motor-und-sport.de/news/ex-fiat-deutschland-chef-klaus-fricke-marchionne-pokert-hoch-1355519.html und andere) darauf hin, dass es Fiat/Marchionne an Strategie und Konzept fehle, das Produktportfolio, die Qualität, die Margen und Vertriebsnetze erfolgreich zu entwickeln. Stattdessen konnten durch Marchionnes "PR-Geschichten" informierte Kreise an den oft heftig positiven Aktienkurs-Aufschlägen gut verdienen. Solche Margen liefert der Autokonzern auch mit neuem Namen am neuen Standort nicht! Ferrari ist als zu verkaufendes Tafelsilber nur die logische Konsequenz und läutet die "Endphase" ein. Bezahlen werden am Ende die verbleibenden Aktionäre...

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dwbrook 30.10.2014, 09:02
5.

Zitat von zauselfritz
Ferrari baut eh schon länger keine Autos mehr die mein Blut in Wallung bringen - besonders optisch sind sie Querschläger die mehr an japanische Boliden als an eine bella macchina aus Maranello erinnern.
Ferrari hat seine eigene Formensprache und aus Japan gibt es schon lange keine Boliden à la Honda NSX, Toyota Supra oder Nissan 30ZX TT mehr. Was Nissan im Moment abliefert mag technisch in Ordnung sein ... sehen lassen geht mit diesen plumpen Dingern aber aber gar nicht

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warum-du-so? 30.10.2014, 09:10
6. ...

Dauert nicht lange bis VW oder Chinesen Ferrari kaufen... Italiener als Autoland, das war mal...

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davidrohde 30.10.2014, 09:25
7. Achtung, Zahlen vergleichen!

Seit dem Amtsantritt von S. Marchionne vor zehn Jahren ist die Verschuldung von Fiat um ca. 7 Mrd. Euro (von 3 auf 10 Mrd. Euro) gestiegen! Dagegen ist die Anzahl der Modelle (trotz "schöner Alfa-Romeo-Geschichten") in Produktion und Vertrieb insgesamt gefallen, die Marke Lancia ist tot, die Ergebnisse waren rückläufig und nur machmal haben reine Finanz-Ergebnisse einen schlechteren Verlauf verhindert. Die Markenwerte sind rapide gesunken und die Vertriebswege sind ausgedünnt. Einen konstruktiven Beitrag zur Weiterentwicklung der Autoindustrie hat Fiat leider schon lange nicht mehr geliefert! Der Börsengang von Ferrari ist nochmals der Versuch, Geld "einzusammeln", die Fiat-Erben Elkann verdienen ihre Zukunft mit anderen Investitionen!

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üpoiu 30.10.2014, 09:29
8.

Zitat von andreasschillmann
Schon 2008 wiesen Branchenzeitschriften (u.a. Auto, Motor und Sport http://www.auto-motor-und-sport.de/news/ex-fiat-deutschland-chef-klaus-fricke-marchionne-pokert-hoch-1355519.html und andere) darauf hin, dass es Fiat/Marchionne an Strategie und Konzept fehle, das Produktportfolio, die Qualität, die Margen und Vertriebsnetze erfolgreich zu entwickeln.
Ihre ganze Argumentation basiert auf Artikel aus dem jahr 2008? Ist das ihr Ernst? Nach der Fast-Pleite von FIAT (die nur durch Ziehen der Pull-Option an GM und deren Freikaufen abgewendet werden konnte). Vor der Bankenkrise, vor der Chrysler Übernahme. Was soll dieser sechs Jahre alte Meinungsartikel aussagen?

Übrigens ist Daimler mit Chrysler gescheitert, weil sie denen die einnahmen entzogen haben und nichts in die Produkte gesteckt haben.

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Pless1 30.10.2014, 09:46
9. So ist die Welt eben

England war frühre auch mal ein Autoland. Bis auf ein paar winzige Luxusautohersteller in ebenfalls ausländischer Hand (Bentley, RR, Aston Martin...) ist davon nichts mehr geblieben. Tradition ist schön, aber Tradition alleine reicht nicht. Nicht in England, nicht in Italien, nicht in Deutschland.

Mich würde in der Tat nicht wundern, wenn Piech bei Ferrari einsteigt. Die Chinesen haben zwar mehr Geld dafür, aber für sie ist das eventuell nicht so ein "must-have" wie für den "Fugen-Ferdi".

Sinnvoller wäre es aber, die restliche Fiat-Autogruppe zu kaufen - aber zunächst außerhalb des Konzerns über eine Finanzholding. Dann mit ganz harten Schnitten die Fiat-Werke zu sanieren bzw. abzuwickeln und das dann radikal gesundgeschrumpfte Fiat mit Seat zu einem Low-Budget Hersteller zu verschmelzen, dann im VW-Konzern. Chrysler-Jeep wird der Anker auf dem US-Markt, VW und Skoda bedienen den gehobenen Volumenmarkt und Audi und die kleinen Luxustöchter den Premiumbereich.

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