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Boom am Arbeitsmarkt: Jobmaschine Deutschland - aber nicht mehr lange
DPA

Das deutsche Jobwunder setzt sich trotz mauer Konjunktur fort. Wie kann das sein? Ökonomen stellen fest: Bald dürften weit weniger neue Arbeitsplätze entstehen - und die Arbeitnehmer werden mächtiger denn je.

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quark2@mailinator.com 15.05.2019, 19:59
90.

"Bald dürften weit weniger neue Arbeitsplätze entstehen - und die Arbeitnehmer werden mächtiger denn je" ... hört sich wie ein Widerpruch an. Aber ich frage mich, wieso hier dauernd die Wirtschaft schlechtgeschrieben wird. Welche Partei profitiert denn von sozialen Ängsten, daß man diese Meldungen jetzt dauernd bringt ?

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sybilla 16.05.2019, 00:16
91. Endet der Jobboom der nie einer war?

Vollzeitstellen die zum Beispiel im Handel zum Beispiel in Bäckereien wurden Teilzeitstellen - Jobsharing ist kein Jobboom. Midijobs sind keine Vollzeitstellen, man kann die Legende des Jobbooms solange stricken wie man möchte, die Realität der meisten Bürger ist eine andere. Midijob und Hartz IV abrackern und stempeln, der Spiegel mag das bejubeln ich nicht.

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martin58. 16.05.2019, 07:59
92. Mit Verlaub, das ist unredlich und unseriös!

Eine Studie, die den radikalen Wandel der Arbeitswelt durch weitere Digitalisierung und Automatisierung einfach aussen vor lässt, ist Unfug! Alle diesbetrefflichen Studien der letzten Jahre, weltweit, prognostizieren einen Wegfall von Arbeitsplätzen in grossem Umfang. Eine spricht sogar von bis zu 50 % (gefährdete Arbeitsplätze) für den Zeitraum der nächsten 20 Jahre. Ich habe es gerade nochmal nachgelesen ... und das Schönste, wissen sie wo das stand? Im Spiegel!

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neutron76 16.05.2019, 08:01
93. Ich sehe das ganz anders

In meinem Umfeld (Metall/Elektro) und in anderen Firmen, soweit ich das mitbekomme, wird eigentlich nur eingestellt, wenn die Welt fast untergeht. Die Arbeitskräfteknappheit hat allein mit der Demographie zu tun.

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kangootom 17.05.2019, 05:36
94. Statistik

Was für eine verwirrende Statistik. Das Wirtschaftswachstum wird pro Jahr dasgestellt und die Zunahme der Arbeitnehmer bezieht sich auf 1991. Würdean beide auf die gleiche Basis beziehen wäre der Effekt weniger dramatisch wir dargestellt.
Und zum Thema horten von Arbeitskräften: Wenn ich weiß, dass demnächst viele in Rente gehen, muss ich jetzt schon den Nachwuchs bereit haben und einarbeiten.
Also wieder ein Artikel der Kategorie: Viel Wind um nichts, wenn man nachdenkt.

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kumi-ori 17.05.2019, 09:51
95.

Zitat von derleibhaftige
Wenn es tatsächlich so einen starken Mangel an Arbeitskräften gäbe, dann müssten doch die Löhne und Gehälter entsprechend ansteigen. Das tun sie aber nicht. Die untere Hälfte der Einkommensbezieher hat sogar Einkommensverluste seit 30 Jahren. Nur mit einem Tarifvertrag oder mit viel Glück hält die Entwicklung der Gehälter mit der allgemeinen Inflation Schritt. Der Großteil der Arbeitnehmer muss mit dem doppelten Mindestlohn pro Stunde auskommen und hoch qualifizierte Fachkräfte sehen zu, dass sie das Land verlassen solange es noch geht. Einfache Berufe gibt es nicht mehr, weil man von dem Gehalt keine Existenz mehr aufbauen kann, daher kommen alle Handwerker inzwischen aus Osteuropa, wo sie nach getaner Arbeit auch wieder schnell hin verschwinden und von dem hier verdienten Geld noch halbwegs gut leben können. Der Arbeitsmarkt in D ist allerdings noch genauso kaputt wie kurz nach der Wiedervereinigung. Der Boom der Wirtschaft der letzten 10 Jahre hat mehr mit europäischer Geldmarktpolitik zu tun, als mit real erwirtschafteten Gütern oder Dienstleistungen. Dieser Bereich stagniert und geht immer weiter zurück.
Dass liegt daran, dass auf dem Arbeitsmarkt immer weniger Niedrigqualifizierte gesucht werden. Deutschland leistet es sich immer noch, dass regelmäßig 30% Hauptschulabsolventen von den höherqualifizierenden Ausbildungen ausgeschlossen werden und prekären Verhältnissen landen, wo sie dann von der Solidargemeinschaft unterstützt werden müssen. Deutschland leistet sich zudem den Luxus eines Kinderbetreuungskonzepts, das ein durchgehendes normales Arbeiten mit kleinen Kindern nicht mehr möglich ist, sondern die Eltern in sinistre Teilzeitmodelle gezwungen werden, die Arbeitnehmern wie Arbeitgebern die komplette Lebens- und Personalplanung zerschießen. Keines unserer Nachbarländer leistet sich solche alten Zöpfe. Deutschland hat deshalb im weiten Umkreis die höchsten Steuern, weil wir die Arbeitskräfte, die wir mutwillig aus dem Arbeitsmarkt drängen, danach mit Sozialhilfe unterstützen wollen.

Deutschland hat gerade eben beschlossen, 5 Milliarden Euro zusätzlich für Rüstung auszugeben. Demnach ist offenbar genug Geld da und es können auch 5 Milliarden Euro zusätzlich im Jahr für Kinderbetreuung ausgegeben werden. Das dürfte den Bedarf wohl decken und wird gewaltige Einsparungen bei Transferleistungen in der Zukunft nach sich ziehen.

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manicmecanic 17.05.2019, 11:48
96. Fake Boom

Aber die Fakten dazu muß man erstmal finden in dem Wust staatlicher Zahlen.Daß es kein echter Boom ist sieht man dann wenn man lernt daß die geleisteten Stundenzahlen seit Dekaden quasi gleich geblieben sind.

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olli0816 18.05.2019, 08:40
97. Deutschland ist der Leuchtturm in Europa

In Süddeutschland gibt es seid Jahren zu wenige Leute und Landkreise mit Vollbeschäftigung. Ich denke, daran ist nicht nur der Dienstleistungssektor beteiligt sonder auch viele Unternehmen mit Geschäftsfeldern, die immer mehr Möglichkeiten bieten. Diese Jobs werden besser bezahlt als eine Pflegerstelle und sind deswegen begehrter.

Ich war diese Woche z.B. am Campeon bei München. Ich kenne das Gelände noch als Feld. Da sind neben anderen Firmen zwei große Unternehmen wie Infineon und Intel. Es arbeiten sehr viele Leute dort, das Gelände wird noch vergrößert und da Deutschland in den Technologiefeldern bei weitem nicht alles abdecken kann, sind die dort anwesenden Leute international. Trotzdem lauter attraktive, gut bezahlte Arbeitsstellen mit Tätigkeitsfeldern, die für viele spanend sind. Nur: Die suchen Leute und finden sie nicht im ausreichenden Maße. Ich kenne es selber von einem der Firmen: Es werden so viele Sachen erfunden und entwickelt, dass man die gar nicht alle marktfähig bringen kann, weil die Manpower fehlt. Deshalb wird vieles, was meiner Meinung nach gute Chancen hätte, wieder eingestellt oder während der Entwicklung zurück gestellt. Anderes, was Anstrengung erfordert, nach Markteinführung wegen zu wenig qualifizierten Mitarbeitern leise auslaufen lassen.

Ich denke, dass die Vielzahl von Erfindungen und immer mehr daraus resultierenden Möglichkeiten und Produkten ein wesentlicher Antrieb für das Wachstum an benötigten Mitarbeitern ist. Die Industrie 4.0, vor der sich so viele fürchten, schafft zumindest gegenwärtig Arbeitsplätze und könnte sogar noch mehr davon schaffen. Und ja, daraus ergeben sich viele neue Dienstleistungsplätze. Auf dem Gelände befinden sich mehrere Kantinen, Restaurants und Bäckereien. Hausmeister, Reinigungskräfte und Logistik nicht zu vergessen. Das Problem an der ganzen Sache ist, dass es nur gewisse Standorte gibt, wo sich solche Zentren ansiedeln. Theoretisch wäre das auch in Bochum möglich, aber dieser Standort scheint nicht so attraktiv zu sein. Das gleiche gilt für viele Länder in Europa, die hohe Jugendarbeitslosigkeit haben. Aber ich schätze, dass bei zu wenig Kräften in Deutschland es sich weiter verteilen wird. Warum nicht so ein schickes Gelände in Italien, Spanien oder Portugal aufbauen? Nur: Dort müssten dann auch solche Arbeitskräfte ausgebildet werden, dass es sich lohnt. Geben würde es sie, es herrscht dort überall hohe Jugendarbeitslosigkeit.

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jjkoeln 19.05.2019, 01:27
98. Wolkenkuckucksheim

Cool, schlecht bezahlte Jobs mit schlechten Arbeitsbedingungen sind also die große Hoffnung.
Die letzten Jahre ist der Aufschwung an der Hälfte der Menschen vorbei gegangen.
Diverse Unternehmen setzen vierstellige Zahlen von Menschen auf die Straße, die anderen versuchen alles, um die Löhne zu drücken.
Wir rechnen mit deutlicher Erhöhung der Produktivität um 30% und mehr durch die Digitalisierung in den nächsten q0 Jahren. Das heißt, dass ein Drittel der qualifiziertrn Arbeitsplätze in der Industrie entfällt.
Sollen wir uns zukünftig zum Mindestlohn gegenseitig die Haare schneiden?

All das findet in der Studie keine Berücksichtigung.
Es wird eine Wolkenkuckucksheimatmosphäre verbreitet, indem alte Annahmen fortgeschrieben werden.
Solche schlechten Studien sind mehr Propagande denn Wissenschaft.
Auf welchen Drittmitteln basiert sie denn?

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PRAN1974 19.05.2019, 09:12
99.

Die Unternehmen wären ja schön blöd, wegen einem Jahr Wirtschaftskrise die Hälfte ihrer Belegschaft zu entlassen.
Dass verstärkte Fachkräftezuwanderung den Bedarf nicht ausgleichen kann, halte ich für eine unbewiesene Behauptung. Weitere Flüchtlinge für einfache Tätigkeiten ins Land zu lassen, dürfte kaum Schwierigkeiten bereiten. Als Fachkräfte kann man diese aber nicht bezeichnen.
Momentan sehe ich noch sehr wenig Anstrengungen, tatsächliche Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben. Teilweise werden aktiv Kranken- und Altenpfleger im Ausland gesucht, aber angesichts der großen Berichterstattung in der Presse scheinen das eher Einzelfälle zu sein. Das Potential, das es in den ärmeren EU-Ländern oder auch außerhalb Europas an hochgebildeten Fachkräften gibt, wird noch lange nicht ausgenutzt. Natürlich haben die oft kaum Deutschkenntnisse und die Praxiserfahrungen im Ausland sind nicht mit Deutschland vergleichbar, aber wenn es wirklichen Fachkräftemangel gäbe, wäre das überhaupt kein Hindernis. Es gibt Millionen Menschen mit Hochschulabschluss, für die die Arbeitsbedingungen in Deutschland ein Traum sind!

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