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Boom am Arbeitsmarkt: Jobmaschine Deutschland - aber nicht mehr lange
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Das deutsche Jobwunder setzt sich trotz mauer Konjunktur fort. Wie kann das sein? Ökonomen stellen fest: Bald dürften weit weniger neue Arbeitsplätze entstehen - und die Arbeitnehmer werden mächtiger denn je.

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mantrid 20.05.2019, 09:44
100. Volkswirtschaftlicher Unsinn

Ein Gering-Qualifizierter hat meist eine (volkswirtschaftlich betrachtet) geringere Produktivtät als ein Hoch-Qualifizierter. Finden mehr Gering-Qualifiziete einen sozialversicherngspflichtigen Arbeitsplatz, sinkt die Durchschnitts-Produktivität. Um eine möglichst hohe Durchschnittsproduktivität zu erreichen, wäre (wieder volkswirtschaftlich betrachtet) eine möglichst hohe Arbeitslosigkeit bei Gering-Qualifizierten höchst erstrebenswert. Volkswirtschaft denkt in primitiven Modellen und liegt daher fast immer daneben. Wenn menschliche Arbeitskraft zu teuer wird oder nicht zu bekommen ist, dann wird automatisiert. Und da ist Deutschland absolut konkurrenzfähig. Mögen die Energiekosten bei uns teurer sein, dafür gibt es kaum Produktionsausfälle wegen Stromausfall, wie in vielen anderen Ländern. Dazu gibt es Rechtssicherheit, wenig Streiks, wenig Korruption oder Behörden-Willkür und die Mitarbeiter, die benötigt werden, sind gut ausgebildet.

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telarien 20.05.2019, 10:38
101. Wo denn?

Wo sind denn die vielen offenen Stellen? Paketfahrer, Lieferdienste, Callcenter. Bei den großen Konzernen mehr Leiharbeiter und Scheinselbständigkeit. Minijobs kommen dazu. Und wie viele Buchhalten deutscher Konzerne sind denn noch in Deutschland? Wie viele Inder schreiben neue Software?
Warum gibt es in Deutschland Tafeln und Suppenküchen?
Ja, uns geht es gut. Gerade weil viele Arbeitnehmer noch Verträge aus besseren Zeiten haben. Aber über den Tellerrand sollte man auch bei eigenem Wohlstand schauen können und müssen!

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fatherted98 20.05.2019, 11:04
102. Das frage ich mich auch....

Zitat von telarien
Wo sind denn die vielen offenen Stellen? Paketfahrer, Lieferdienste, Callcenter. Bei den großen Konzernen mehr Leiharbeiter und Scheinselbständigkeit. Minijobs kommen dazu. Und wie viele Buchhalten deutscher Konzerne sind denn noch in Deutschland? Wie viele Inder schreiben neue Software? Warum gibt es in Deutschland Tafeln und Suppenküchen? Ja, uns geht es gut. Gerade weil viele Arbeitnehmer noch Verträge aus besseren Zeiten haben. Aber über den Tellerrand sollte man auch bei eigenem Wohlstand schauen können und müssen!
.....die einzige freien Stellen gibt es derzeit im Handwerk....oh sorry das ich mit Mitte 50 keine Handwerkslehre mehr machen möchte....und anderswo gibt es so gut wie nichts für meine Altersklasse....weder gering qualifiziert noch höher qualifiziert. Dieses ganze Gerede vom Jobwunder ist meiner Meinung nach nur ein Riesen Fake....die Wirklichkeit ist das draußen....jeder sollte mal auf die Job-Portale schauen....die offenen Stellen sind meist von Zeitarbeitsfirmen....wenn man nachfragt gibt es die oft gar nicht...die Zeitarbeitsfirmen wollen nur Profile/Bewerber sammeln um die dann "abrufen" zu können, wenn denn wirklich mal was da ist. Meine Altersklasse bekommt von vorn herein eine Absage.....ab 50...nein Danke.

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Armutsrentner2032 20.05.2019, 11:18
103. Wenn sich dann irgentwan...

...der angebliche Facharbeiter -Kräftemangel so auswirkt wie bei uns in NRW (speziell das Ruhrgebiet) dann stellt sich mir die frage, wieso man hier über Zeitarbeitsfirmen oder Personaldienstleistern dem engegenwirken will?

Zitat: Deutschland gehen absehbar die Arbeitskräfte aus. Umso mehr dürften sie künftig umworben, gefördert, mit höheren Löhnen gelockt und durch Qualifizierung auf neue Aufgaben vorbereitet werden
Mein eindruck ist eher der, dass trotz des mangels jetzt schon kaum Unternehmen da sind, die nur einen Branchenspezifischen Mindestlohn anbieten, der nicht einmal vor Altersarmut schützt, geschweige den Vermögen bilden zu können.

Zitat: Seit Mitte der Nullerjahre läuft diese Jobmaschine scheinbar unabhängig von der Konjunktur...
Seit mitte der Nullerjahre stiegen die Reallöhne nicht mehr...das reallohnniveaus ist immer noch aktuell des jahres 1990!
Klar dass die Jobmaschiene so gut läuft....viele Jobs, aber noch mehr schlechte Löhne!
Wenn diese positive Entwicklung für die Arbeitnehmer wirklich kommen sollte, dann wird es Zeit, Zeitarbeit und Personaldienstleister abzuschaffen (was eh ein Moralisch fragwürdiges Wirtschaftsmodell ist) und Hartz 4 darf nicht mehr Straf - Sanktionierbar sein!

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krautrockfreak 20.05.2019, 16:30
104. Während Unternehmen einen Rekordgewinn nach dem anderen einfahren

und die Gewinne sich verzigfacht haben, hat der normale Arbeitnehmer quasi nicht vom Aufschwung profitiert. In anderen Ländern sieht das anders aus. Dafür bezahlen wir Millionen Menschen eine Alimentierung vom Feinsten, haben gleichzeitig aber hunderttausende oder Millionen Stellen offen in der Gastronomie, in der Landwirtschaft, in der Pflege etc etc. Alle jammern - keine Arbeitskräfte, Gaststätten müssen schließen, das Gemüse verfault auf den Feldern und die jungen H4ler sitzen daheim und sagen "für das Geld geh ich nicht arbeiten". Habe ich selbst mehrfach gehört.... Noch Fragen, was bei uns alles schief läuft???

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telarien 20.05.2019, 16:57
105. @Krautrockfan 105.

Man sollte die Empfänger von Transferleistungen schon etwas differenzieren. Sicher eine Menge wurden wegen Alter ausgemustert, bei Anderen mag es gesundheitlich bedingt sein. Dazu alleinerziehende Mütter, deren Partner sich ums Zahlen drücken. Hier finde ich das Einspringen des Staates wichtig und richtig. Ihr Einschätzung Alimentierung vom Allerfeinsten ist da auch fehl am Platz, wenn ich auch einräume, dass wir es in Deutschland hier besser haben als Anderswo.
Und klar gibt es auch Faulpelze, jedes Sozialsystem birgt das Risiko des Ausnutzens, lässt sich kaum vermeiden. Sollte aber gerade bei jungen Leuten auch sanktioniert werden.

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krautrockfreak 20.05.2019, 17:13
106. @telarien: Ja, da stimme ich voll zu, helfen, wem geholfen werden muss

aber leider wird unser System, das an sich gut ist, total ausgenutzt und viele, die arbeiten könnten, tun es nicht, da kein echter Druck ausgeübt wird (gerade bei jungen Menschen) und bezahlen müssen es die, die arbeiten gehen und rekordverdächtige Steuern und Abgaben bezahlen müssen, damit dieses System überhaupt noch zu finanzieren ist....

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mrotz 20.05.2019, 19:29
107.

RAUS AUS MÜNCHEN!!!

>das Gelände wird noch vergrößert

Ich hoffe, die Bauen Werkswohnungen.
Im ernst.

In München findet man keinen wirklich bezahlbaren Wohnraum.
Dann muss man die Miete natürlich vom Netto bezahlen.

Heißt, verdient man als Arbeitnehmer, in München 80000€ jährlich, bleiben am ende netto nach Abzug der Miete so viel, wie wenn man 50000€ verdient, dafür aber auf dem Land.
Letzteres bekommt man im ÖD bei deutlich besserer work life balance.

Arbeitet man als (Mathematik- Phyisk- und Informatik)- Lehrer bekommt man A13. Das beamtensalär in ein äquivalentes Arbeitnehmer-Netto umgerechnet sind 60000 bis 80000€. Davon lebt sichs in einer Kleinstadt oder etwas weiter draußen fürstlich.

Dann ließt man natürlich, daß Senio-Softwareentwickler in München beim DAX-Konzern mit 53000€ heimgehen. In München...!!!
Da bleibt dann etwas mehr als Hartz IV übrig.

Und Intel ist sicher superspannend, aber die werden keine 100k in München zahlen, was dann gerade mal äquivalent zu einem Lehrergehalt wäre.

mfg

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wasistlosnix 21.05.2019, 07:43
108. Studien sind die neuen Statistiken

Es gibt für alles Studien und natürlich auch die gegen Studien.
Das gefühlte Leben läßt sich oft nicht in Einklang bringen mit Studien.
Spätestens wenn man 2 unterschiedliche Studien betrachtet und diese mit dem realen Leben vergleicht.
Der Fachkräftemangel mag evtl. mitte der 20er Jahre kommen und alle tönen jetzt schon mal in das Horn und jammern im vorgeschobenem Gehorsam.

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cave68 21.05.2019, 08:49
109.

Zitat von krautrockfreak
und die Gewinne sich verzigfacht haben, hat der normale Arbeitnehmer quasi nicht vom Aufschwung profitiert. In anderen Ländern sieht das anders aus. Dafür bezahlen wir Millionen Menschen eine Alimentierung vom Feinsten, haben gleichzeitig aber hunderttausende oder Millionen Stellen offen in der Gastronomie, in der Landwirtschaft, in der Pflege etc etc. Alle jammern - keine Arbeitskräfte, Gaststätten müssen schließen, das Gemüse verfault auf den Feldern und die jungen H4ler sitzen daheim und sagen "für das Geld geh ich nicht arbeiten". Habe ich selbst mehrfach gehört.... Noch Fragen, was bei uns alles schief läuft???
ich gehe davon aus,dass die Mehrheit der Hartz4-Empfänger Leistungsverweigerer und die wenigsten wirklich gerne arbeiten würden.
Ich wohne hier auf dem Land und eigentlich müsste jeder einen Job finden.Man kann sich aber durch die Bank mit jedem Arbeitgeber über die Thematik unterhalten ...überall kommen die Beschwerden über demotivierte Bewerber,die entweder schon beim Vorstellen unmissverständlich zeigen ,dass sie keinen Bock haben oder eben in der Probezeit mehrfach mit einem Krankenschein angerannt kommen,so dass der Arbeitgeber die gar nicht behalten kann....selbiges machen die bei jeder Firma.
Ganz zu schweigen vom sogenannten "Sozialadel" der Grossstädte,die in der x-ten Generation von Stütze leben.
Dummerweise bekommen die auch noch überproportional viele Kinder,denen die die Verhaltensweise quasi weitervererben.

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