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Boom am Arbeitsmarkt: Jobmaschine Deutschland - aber nicht mehr lange
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Das deutsche Jobwunder setzt sich trotz mauer Konjunktur fort. Wie kann das sein? Ökonomen stellen fest: Bald dürften weit weniger neue Arbeitsplätze entstehen - und die Arbeitnehmer werden mächtiger denn je.

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_derhenne 14.05.2019, 13:04
10.

Um Himmels willen, rette sich wer kann! Bestimmt kommt bald die große Depression. Wenn nicht 2019, dann doch im nächstem Jahr, oder dem nächsten Jahrzehnt, oder Jahrhundert... Wir müssen den großen Knall nur lange genug herbeischreiben.

Es ist wirklich lange her, dass man dieses Medium mit Genuss konsumieren konnte.

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xkn68158 14.05.2019, 13:09
11.

Das ein Umdenken in der Wirtschaft passiert kann ich ganz klar nicht bestätigen. Es findet keinerlei entgegenkommen seitens der AG statt.
Ich bin Elektrotechnik-Ingenieur mit 6 Jahren Industrieerfahrung und durfte mir neulich beim Bewerbungsgespräch bei der Deutschen Bahn anhören, dass Beschäftigung mit Teilzeit (Stelle war für Teilzeit und Vollzeit ausgeschrieben) nicht gerne gesehen wird. Man legte mir nahe entweder Vollzeit zu arbeiten oder keine Chance trotz einschlägiger Berufserfahrung zu haben.

Grundsätzlich bin ich der Meinung das die Schmerzgrenze bei vielen Firmen (sowie öffentlichen Dienst) noch nicht erreicht ist um auf die AN zu zugehen. Im öffentlichen Dienst (sowie sämtlicher Forschungseinrichtungen) findet desweiteren eine Kettenbefristung vom aller feinsten statt. Was mich auch daran zweifeln lässt das hier die AN umworben werden.
Ich glaube es müssen erst einige Firmen massive Personalprobleme und damit einhergehende Umsatzeinbrüche bekommen ehe ein wirkliches Umdenken stattfindet

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derleibhaftige 14.05.2019, 13:10
12. Billiglohnland

Wenn es tatsächlich so einen starken Mangel an Arbeitskräften gäbe, dann müssten doch die Löhne und Gehälter entsprechend ansteigen. Das tun sie aber nicht. Die untere Hälfte der Einkommensbezieher hat sogar Einkommensverluste seit 30 Jahren. Nur mit einem Tarifvertrag oder mit viel Glück hält die Entwicklung der Gehälter mit der allgemeinen Inflation Schritt. Der Großteil der Arbeitnehmer muss mit dem doppelten Mindestlohn pro Stunde auskommen und hoch qualifizierte Fachkräfte sehen zu, dass sie das Land verlassen solange es noch geht.

Einfache Berufe gibt es nicht mehr, weil man von dem Gehalt keine Existenz mehr aufbauen kann, daher kommen alle Handwerker inzwischen aus Osteuropa, wo sie nach getaner Arbeit auch wieder schnell hin verschwinden und von dem hier verdienten Geld noch halbwegs gut leben können.

Der Arbeitsmarkt in D ist allerdings noch genauso kaputt wie kurz nach der Wiedervereinigung. Der Boom der Wirtschaft der letzten 10 Jahre hat mehr mit europäischer Geldmarktpolitik zu tun, als mit real erwirtschafteten Gütern oder Dienstleistungen. Dieser Bereich stagniert und geht immer weiter zurück.

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Franziskus 14.05.2019, 13:10
13. Statistisches Jobwunder

Auch die DDR stellte jedes Jahr neue Wirtschaftsrekorde auf, zumindest statistisch. Die Anzahl der Arbeitsplätze sagt überhaupt nichts über die wirtschaftliche Entwicklung aus. Aussagefähiger wäre eine Statistik nach Lohn- und Gehaltsstufen. Wie viele Jobs gibt es bis 1000, 1100, 1200 Euro usw. Auch die Anzahl der offenen Stellen ist mit Vorsicht zu genießen. Was nützt es einem Bäcker in Flensburg, dass es in Oberstdorf eine offene Stelle gibt. Soll er mit Sack und Pack umziehen um eine befristete Stelle anzunehmen oder seine Frau ist in Oberstdorf arbeitslos, weil es dort keinen Fachhandel für Krabbenfang gibt? Ganzheitlich Denken hilft.

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Galluss 14.05.2019, 13:16
14. Bei 2,229 Millionen Arbeitslosen muss man vom Versagen sprechen.

Es gibt weiterhin 6.6. Mio. Menschen ohne Beschäftigung im Lande, die arbeitsfähig sind, aber nicht arbeiten. Das ist immer noch höher als die Arbeitslosenzahlen von 1932.

Man kann sich seine schöne, neue Welt auch zusammen schreiben.

P.S
Arbeitslose 1931 4.459.000;
Arbeitslose 1932 5.570.000;
Arbeitslose 1933 4.700.000.
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Arbeitslose 2003 4.380.000;
Arbeitslose 2004 4.350.000;
Arbeitslose 2005 4.850.000;
Arbeitslose 2006 4.490.000.
------------------------------------------------------

1950: Im Nachkriegsdeutschland-West sind Anfang 1950 fast 2,3 Millionen Erwerbslose registriert.

1962: Wirtschaftswunder und Wiederaufbau lassen die Arbeitslosenzahl im Sommer auf unter 100.000 sinken. Die Quote erreicht mit 0,4 Prozent den historischen Tiefstand.

1973/74: Erste Ölkrise. Das NIP schrumpft um 4,7 %. Die Arbeitslosenquote steigt von 1,6 % im Januar 1973 auf 2,7 % (582.000).

Januar 1975: wieder mehr als eine Million Menschen arbeitslos.

Was haben die Politiker des Wirtschaftswunders besser gemacht als die heutigen?

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peter-11 14.05.2019, 13:17
15. gut

Das sind doch erstmal gute Nachrichten. Im Prinzip kann sich jeder gesunde Mensch im arbeitsfähigen Alter einen Arbeitsplatz ergattern. Wenn er will und sich eben auch fortbildet. Klar werden jetzt die Berufskritiker auf den Plan treten und mal wieder alles schlecht reden. Aber die Fakten sind nun mal so, aber Mann muss auch wollen. Dieser Wille fehlt bei nicht wenigen Arbeitslosen, aber dann müssen sie auch die Konsequenzen tragen und nicht immer die Allgemeinheit.

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hpampel 14.05.2019, 13:19
16. Lachhaft

Die AN werden mächtiger denn je? Abgesehen davon, dass AN in DE noch nie mächtig waren, ist diese Behauptung doch völlig lächerlich. Niemals würde die deutsche Industrie auch nur eine im Ansatz mächtige AN Vertretung oder gar mächtige AN selbst zulassen. Das gab es in DE noch nie und wird es in DE auch niemals geben. Sollten die Arbeitskosten tatsächlich so weit steigen, dass die Produkte aus DE teurer werden und sich nicht mehr mittels politischem Druck in der EU verkaufen ließen, werden die Industrieunternehmen abgewickelt oder an Chinesische Investoren verkauft. Ist doch ganz einfach.

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der_rookie 14.05.2019, 13:24
17. Hm

Wenn der Artikel stimmt, dann haben 3 Millionen Menschen nur deshalb Arbeit, weil deren Arbeitgeber sie horten (aber eigentlich gar nicht brauchen). Dann sollten wir dringend die Abschwung Unternehmenspsychologisch begleiten. Ansonsten haben wir ploetzlich 3 Millionen Arbeitslose mehr.

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Schartin Mulz 14.05.2019, 13:27
18. Beim nächsten Artikel

über die KI wird uns dann wieder erzählt, dass es zu massivem Stellenabbau kommt und bald gar keiner mehr arbeitet. Das ist ja auch das Hauptargument für das BGE. Hier lesen wir wieder vom Fachkräftemangel.
In Beiträgen zum Klimawandel wird Wirtschaftswachstum gerne als Hauptproblem angesehen. Hier bringt jetzt schon ein verlangsamtes Wachstum Panik.
Ich glaube, unser Problem ist, dass wir alle Aspekte immer einzeln betrachten, statt sie in Zusammenhang zu setzen. Alles, was an der einen Stelle getan wird, hat auch Auswirkungen auf die anderen Bereiche.

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Homer7 14.05.2019, 13:29
19. wie bei Hartz 4

"Der Jobboom der vergangenen Jahre, so belegen auch Weber und Klinger, hat die Arbeitsproduktivität deutlich geschwächt: Die Wirtschaftsleistung pro Arbeitnehmer ist in Deutschland heute niedriger als vor der Finanzkrise. Ab einem bestimmten Punkt könnten deutsche Unternehmen im globalen Wettbewerb schlicht nicht mehr mithalten."
Na da sind wir ja schon wieder exakt bei der Argumentation wie bei der Einführung von Hartz 4. Und da mann heutzutage in Berlin in einem sozialversicherten Job schon fast 400,- € mehr verdient als würde man Hartz 4 + Wohngeld kassieren, wäre es eigentlich die ideale Zeit für die SPD Hartz 4 V2.0 einzuführen, runter mit den Löhnen und runter mit den Regelsätzen. Und das am Besten wieder in den unteren Einkommensschichten, die können sich wegen Überarbeitung mit 2 oder 3 Jobs eh nicht wehren geschweige denn einen Anwalt bezahlen.

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