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Boomende Digitalwährung: JPMorgan-Chef bezeichnet Bitcoin als Betrug
AFP

"Das wird nicht gut enden" - mit dieser Aussage hat der Chef der US-Großbank JPMorgan den Kurs von Bitcoin auf Talfahrt geschickt. Die Kritik an der Digitalwährung wächst.

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TS_Alien 13.09.2017, 11:20
60.

Zitat von timo_müller
Der Untergang der Banken rührt nicht von einer neuen Währung, sondern von einer Technologie, die Banken teilweise überflüssig macht. Bitcoin selbst ist nicht der Punkt, sondern die zugrundeliegende Blockchain Technologie. Wobei Untergang natürlich übertrieben ist, Veränderung wäre richtiger. Aber eine Bank, die in den nächsten 20 Jahren nicht mit Blockchain arbeitet, die wird tatsächlich vor dem Untergang stehen
Die Blockchain-Technologie ist für Währungssysteme nicht geeignet (fehlende Skalierbarkeit, lange dauernde Verifizierung, ...). Das ist der springende Punkt. Den versteht man aber nur, wenn man den Kern solcher Systeme betrachtet. Die meisten lassen sich von nebensächlichen Aspekten leiten.

Man stelle sich einmal vor, ein Blockchain-System würde als flächendeckender Ersatz für Bargeld genommen, etwa bei Bezahlungen mit dem Smartphone. Wie viele Minuten soll man auf eine Transaktionsbestätigung warten? Oder sind es Stunden?
Das kann nicht funktionieren.

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doc_150479 13.09.2017, 11:23
61.

Aus meiner Sicht richtet sich Dimons Kritik speziell gegen Bitcoin und weniger gegen Cryprowährungen auf Basis von Blockchains selber. Letzteres wird von den Finanzmärkten schon durchaus länger intensiv mit großem Interesse beobachtet.
Bitcoin wird weiterhin primär ein Spekulationsobjekt bleiben - als seriöse Währung hingegen müsste sich der BTC-Kurs erst einmal stabilisieren. Hinter dem "klassischen" Fiat-Geld steht immerhin noch die entsprechende Wirtschaftsleistung der entsprechenden Länder. Zwar gibt es keine feste Kopplung mehr, dennoch ist die Sicherheit und damit seine Stabilität zumindest in Teilen gegeben.

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helmut.alt 13.09.2017, 11:25
62. Wenn sich ein Kurs innerhalb eines Jahres verfünffacht,

dann frägt man sich schon wieso, wo ist der Gegenwert? Wenn man diese Frage überzeugend beantworten kann, dann ist die Welt in Ordnung, ansonsten sind bitcoins pure Spekulation.

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Kurt-C. Hose 13.09.2017, 11:27
63.

Mehrere Denkfehler:
Die Kryptographie dahinter, also das Blockchainverfahren, stellt (vielleicht) sicher, dass die Währung nicht beliebig reproduziert werden kann. Fälschungssicherheit ist ein relevantes, aber nicht mal ein besonders wichtiges, geschweige denn zeingend notwendiges Merkmal einer funktionierenden Leitwährung. Der Dollar ist relativ leicht zu fälschen und das schadet seiner Funktion als als Leitwährung überhaupt nicht.

Die Tulpenzwiebelblase ist ein durchaus passabler Vergleich. Denn wie bei den Tulpenzwiebeln steht beim Bitcoin kein WErt dahinter, sondern er ist selbst das Spekulationsobjekt und an sich relativ wertlos, weil praktisch als Zahlungsmittel irrelevant.

Die komplexe Kryptographie macht den Bitcoin (vielleicht) sicher, aber gleichzeitig als Währung in der Praxis komplett untauglich, weil die Berechnung der Blockchainalgorithmen nicht mehr als zwei oder drei Transaktionen pro Sekunde erlaubt. Für jeden Börsenplatz ist das untauglich.

Für den alltäglichen Zahlungsverkehr ist es absolut unpraktisch, einen Kaffe mit 0,00012 Bitcoin zu bezahlen. Das sich das als Währung durchsetzt, scheint mir unrealistisch.

Die spekulationsgetriebene Wertsteigerung des Bitcoin macht ihn als Währung gerade besonders uninteressant, weil der Wert einer echten und brauchbaren Währung eben darin liegt, ein relativ verläßlicher (und eben nicht stark schwankender) Tauschwert zu sein. Kein Mensch finanziert sein Auto, seinen Betrieb oder gar sein Haus in einer Währung, die Ihren Wert innerhalb eines Jahres um das Fünffache ändert.

Wenn die Zentralbanken ein eigenes Digitalwährungssystem entwickelt haben, wird das vielleicht interresant - Bitcoins sind dagegen wirklich nicht mehr als Tulpenzwiebeln, nur was für Spekulanten, nicht für Unternehmen, Banken, Staaten, Versicherungen, Institutionen, Konsumenten.

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vandenplas 13.09.2017, 11:27
64. Fiat-Inflation oder Crypto-Hysterie?

Rein aus dem Bauchgefühl heraus denke ich, dass man den explosionsartigen Anstieg der Crypto- bzw. Blockchain Währungen tatsächlich, zumindest zu einem guten Teil, mit einer zurzeit herrschenden Goldgräberstimmung oder Hysterie erklären kann. Da aber die maximale Menge von Bitcoins gedeckelt ist, gibt es im Kursverhältnis zu klassischen (ungedeckelten) Fiat-Währungen theoretisch kein Limit. Wer also behauptet, dass der aktuelle Kurs von 4000 USD gemessen am globalen BSP noch sehr tief ist, könnte richtig liegen. Das hängt eben ganz davon ab wie schnell der Markt diese oder jene Cryptowährung als Handelswährung weitflächig annimt. Danach richtet sich die Nachfrage. Übrigens Kurs 4000: Bitcoin (BTC) lag noch im Januar dieses Jahres bei 1000 USD!!
Andererseits scheinen Kryptowährungen im Gegensatz zu Edelmetallen weniger anfällig für Kursmanipulationen zu sein da sich diese Systeme beinahe vollkommen dem Einfluss der Finanzkartelle entziehen. Bitcoin und Ethereum können deshalb ein besserer Indikator für die aktuelle Lage (Inflation) der Fiatwährungen sein als es Edelmetalle je können werden.
Die grundlegende Frage die sich also stellt ist, wieviel hat die Crypto-Hysterie und wieviel die Inflation von Fiat-Währungen zum aktuellen Kursanstieg der führenden Blockchain-Währungen beigetragen? Die Zukunft wird es zeigen...
Der steigende Vertrauensverlust gegenüber Fiat-Money in Teilen der Bevölkerung ist jedoch nachvollziehbar: Es gibt ja genügend Ökonomen die schon seit Jahren mit Vorträgen und Büchern die teils absurde Mechanik von Giralgeld kritisieren (z.B. "Das Ende des Geldes", Prof. Dr. Franz Hörmann).
In Vorbereitung auf einen möglichen Crash gehören meiner Ansicht nach Cryptowährungen genauso in ein Anlageportfolio, wie Edelmetalle und Wertpapiere. Schon deshalb, da die Lagerung des eigenen Crypto-Guthabens im Einflussbereich des, wie man liest, angeschlagenen Bankensystems ausgeschlossen ist und man im Fall der Fälle somit weitgehend vor einem Domino-Effekt geschützt ist - vorausgesetzt das Internet bricht nicht zusammen.

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Denkt mal selber nach 13.09.2017, 11:29
65. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, ...

... auch wenn er dann die Wahrheit spricht.

Wenn sich Betrüger über andere Betrüger beschweren, dann sollte man dennoch hellhörig werden. Offenbar hat man in den Denkfabriken die Kryptowährungen zur Kenntnis genommen, anders ist der Drang sich reihenweise dazu öffentlich zu äußern nicht zu erklären. Nur scheint noch nicht ganz klar, ob alle das System verstanden haben.

Eines immerhin machen die Cryto-Dollars nochmal deutlich. Heutige Geldsystem sind nichts weiter als eine Bereicherungsmaschine für diejenigen, welche sie kontrollieren.
Dieses Problem betrifft auch Bitcoin & Co, nur dass die noch ganz andere Probleme haben.

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grueneyana 13.09.2017, 11:35
66. JP Morgan investiert in Blockchain-Technologie

Mal abgesehen davon, dass das Fiat-Geld wahrscheinlich die größte Blase ist, die die Menschheit je hervorgebracht hat, investiert JP Morgan genau in die Technologie auf der alle Cryptowährungen (Bitcoin, Ethereum, etc.) basieren:
https://www.jpmorgan.com/global/Quorum
Ist schon echt ein witziger Typ, dieser Jamie Dimon.

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thequickeningishappening 13.09.2017, 11:58
67. # 26 touri

Weil Sie Es nicht unendlich vermehren können! Jemals gefoerderte Menge ca 200.000t !

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Stefan_G 13.09.2017, 12:00
68. zu #47

Zitat von bluescreen70
Dimon wird sicherlich zu recht kritisiert für das Geschäftsgebaren seiner Bank. Aber er versteht was von Geld. Und er versteht, dass weit mehr nötig ist als eine vermeintlich überlegene Technologie um ein nachhaltiges Geld zu schaffen. Nämlich breite, wirklich breite Akzeptanz und Vertrauen. Bitcoin & Co. sind und bleiben die Spielwiese von Nerds und Zockern. Die überwiegende Zahl Menschen werden sich dem nicht nähern, weil sie nicht dran glauben, weil sie es auch nicht verstehen. Damit sind die Kryptowährungen als Geld gescheitert und bleiben was sie sind: Spekulationsobjekte, die in einer Liga mit Ü-Ei-Sammelfiguren spielen.
... oder mit Telefonkarten.
Der eine oder andere weiß vielleicht noch, was das war, ansonsten
https://de.wikipedia.org/wiki/Telefonkarte_(Deutschland)

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Stefan_G 13.09.2017, 12:19
69. zu #64

Zitat von vandenplas
Da aber die maximale Menge von Bitcoins gedeckelt ist, gibt es im Kursverhältnis zu klassischen (ungedeckelten) Fiat-Währungen theoretisch kein Limit.
Die maximale Menge Bitcoins ist auch nicht gedeckelt, siehe die Abspaltung von "Bitcoin Cash" im August 2017. Da wurden mal so eben die Randbedingungen für das "Mining" geändert, was jederzeit bei allen Kryptowährungen passieren kann.

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