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Boomender Versandhandel: Kaum mehr zu packen
DPA

Klopapier, Zahnpasta, Hundefutter: Immer häufiger kaufen Verbraucher im Internet ein. Das bringt die Zusteller an ihre Grenzen und auf neue Einfälle - wie etwa auf Haustürzuschläge.

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Horch und Guck 29.04.2018, 11:53
1. Na sowas

"Es wird immer schwieriger, Menschen auf dem Arbeitsmarkt zu finden, die als Paketzusteller arbeiten."

Liegt das vielleicht an der miesen Bezahlung und den miesen Arbeitsbedingungen, die normalerweise allseits bekannt sind?

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KnarfKnarf 29.04.2018, 11:57
2. Bei der Bezahlung ist das kein Wunder

Die Mehrzahl dieser Paketdienste hat keine eigenen Zusteller - nur UPS, und DHL, aber die lagern inzwischen fleißig in die DHL Delivery GmbH aus und drücken so die Löhne - sondern Subunternehmer, die wiederum Angestellte haben, weil das billiger ist. Selbst wenn dieser auf dem Papier mal den Mindestlohn verdienen sollten, müssen diese täglich so viel schuften, dass sie am Ende für deutlich weniger arbeiten. Die Zustellung von Paketen ist ein Knochenjob mit einem mörderischen Akkord geworden, ein Raubbau an der eigenen Gesundheit, den keiner bei Trost lange macht, und man nicht lange folgenlos machen kann.

Bei den mörderischen Paketpreisen aber ist eine gerechte Bezahlung der Paketzusteller nicht drin. Und Amazon ist ohnehin der schlimmste Player überhaupt auf dem Markt, denn die machen so ziemlich alle bisherigen Strukturen langfristig kaputt.

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oldman2000 29.04.2018, 11:59
3.

"In einer Umfrage des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungshauses PwC erklärten 91 Prozent der befragten Online-Shopper, dass sie einen kostenfreien Versand erwarten."
Interessant wäre gewesen wie genau die Frage von PwC lautete. Ohne jemanden nahe zu treten. Aber es scheinen einige Leute nicht rechnen zu können. In dem Fall wird es seitens der Händler einfach Preisaufschläge auf die Produkte geben. Es gibt im Leben nun mal nichts kostenlos, höchstens umsonst.

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Velociped 29.04.2018, 12:01
4. Unsinn

Paketzusteller lassen sich viele finden. Allerdings nicht zu den ausbeuterischen Konditionen, Scheinselbständigkeit und Hungerlohn. Wäre also schön, wenn sich da jetzt durch diesen Druck etwas ändert.
Kritischer ist natürlich der Platz in den Städten. Das wilde Parken in dritter Reihe und auf Radwegen kann in dieser Massivität nicht mehr toleriert werden. Verboten ist es sowieso (außer für die Post). Da zeigt sich, dass die Liberalisierung der Paketdienste ein Fehler war. Würde nur ein Paketdienst die Auslieferung machen, so wären die Auswirkungen deutlich geringer. In vielen Städten wird genau das jetzt umgesetzt. Die Auslieferung wird dort von einer lokalen Einrichtung übernommen, die mit umweltfreundlichen Fahrzeugen so z.B. Elektro-Lastenräder die letzte Meile übernehmen.
Sicher wird der Versand dadurch ein paar Cent teurer - aber nur für die Versender. Aktuell subventioniert die Gesellschaft diesen Unsinn. Dass die Zustellfirmen nun selbst "haltet den Dieb" rufen, sollte nicht davon ablenken, dass sie uns sicher nicht die richtigen Lösungen vorschlagen.

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Phil2302 29.04.2018, 12:01
5. Sammelstellen? Gerne

Ich hätte kein Problem damit, wenn ich zu einer Sammelstelle in 1 km Radius fahren müsste. Weiß auch nicht wie das ansonsten in Zukunft aussehen soll, Drohnen hin oder her. Aber so lange in der Stadt die Parkplätze so rar sind und alle Autofahrer mit Tempo 30 (teilweise sogar 20) gegängelt werden versuche ich doch, meine Reisen in die Städte auf ein Minimum zu beschränken. Dafür habe ich gar nicht die Zeit.

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Berliner Nase 29.04.2018, 12:03
6. Angebot und Nachfrage

Mittelfristig werden sich die Preise für den Versand erhöhen daran führt kein Weg vorbei. Überall wo Personal verlangt wird muss man nur die Gehälter erhöhen und die Leute würden kommen aber naja einer muss halt anfangen. Mir persönlich ist es sowieso schleierhaft das es nicht viel mehr Paketstation gibt. Gerne auch eine in der alle Zusteller etwa deponieren können und dann die Frist auf zwei Tage zur Abholung setzen.

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syracusa 29.04.2018, 12:03
7. Marktwirtschaft?

Soll nicht der Markt alles regeln können? Wenn die Paketdienste keine Niediglöhner mehr finden, die zu den Hungerlöhnen arbeiten wollen, müssen sie eben mehr bezahlen. Und wenn sie dann keinen Gewinn mehr machen, müssen sie eben ihre Preise erhöhen. Wie kann es sein, dass trotz der enorm gestiegenen Nachfrage bei den Versandhändlern keine höheren Preise durchsetzbar sind?

Ich hatte für eine Hermes-Lieferung eine "Abstellgenehmigung" erteilt. Mit der muss der Zusteller eigentlich nicht mehr bei mir klingeln, sondern darf das Paket am von mir genannten Ort abstellen. Trotzdem kam zweimal hintereinander per E-Mail die Nachricht, der Zusteller habe meine Adresse nicht finden können. Beim dritten Mal hat glücklicherweise ein Nachbar den über's Gelände irrenden Zusteller gefragt, was er denn suche, und der hat mir dann das Paket persönlich übergeben. Dabei hat sich dann gezeigt, dass der Zusteller kein einziges Wort deutsch verstanden hat. Insbesondere konnte er den Hinweis auf die Abstellgenehmigung nicht lesen und den Sinn auch nicht erfassen. Sorry, Hermes, aber seither verlange ich von allen Versendern, *nicht* mit Hermes an mich zu versenden!

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Tschepalu 29.04.2018, 12:04
8. Immer dasselbe.......

dann sollen sie mal ordentliche Löhne zahlen, dann herrscht kein Arbeitskräftemangel. Ich, Dipl.-Kfm, 60, bin seit 12 Jahren arbeitslos, immer zu alt oder überqualifiziert bei den Bewerbungen auf alles mögliche. Aber, als Paketbote für 5 Euro die Stunde würde ich auch nicht arbeiten. Dass sich da niemand für den Job findet ist kein Wunder bei 10 Std AZ am Tag einschließlich Samstags, nich wahr........

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Msc 29.04.2018, 12:07
9.

"Wir können einfach keine Leute einstellen bei diesen Löhnen, erhöhen können wir aber auch nicht!"
Hm, ja, was macht man wenn die Kosten zu hoch werden? Verzweifeln? Oder doch vielleicht eher die Kosten an den Verursacher weitergeben? Wieso traut sich die Zustellerbranche nicht Amazon mehr Versandkosten bezahlen zu lassen? Wenn Amazon die dann an die Kunden weitergibt und weniger bestellt wird, dann ist doch das Ziel auch erreicht. Es wäre win-win für die Zusteller. Und die lokalen Geschäfte würden sich auch freuen, wenn Leute wieder einkaufen gehen würden.

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