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Branchenkrise: Bundesländer im Norden bitten Merkel wegen Windenergie um Hilfe
Patrick Pleul / DPA

Die Windkraftbranche in Deutschland steckt in einer tiefen Krise. Das trifft vor allem die norddeutschen Bundesländer hart. Jetzt haben die Regierungschefs konkrete Forderungen an die Bundesregierung gestellt.

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MaikKretschmer 29.11.2019, 16:10
1. Kleine Beispielrechnung zur Windenergie

Kleine Beispielrechnung zur Windenergie am Beispiel des Windparks "Wikinger" vor Ruegen.

Baukosten: 1,4 Milliarden Euro (https://de.wikipedia.org/wiki/Offshore-Windpark_Wikinger)

Brutto-Leistung: 350 MW (https://de.wikipedia.org/wiki/Offshore-Windpark_Wikinger)

Laufzeit: 25 Jahre (https://de.wikipedia.org/wiki/Offshore-Windpark#Eingesetzte_Windkraftanlagen)

Kapazitaetsfaktor: 40% (http://energynumbers.info/uk-offshore-wind-capacity-factors)

Preis pro MWh: 37.11 EUR (https://www.eex.com/de/)

Rechnung:

350 MW * 0.4 * 25 Jahre * 37.11 EUR/MWh * 24 h/Tag * 365 Tage/Jahr - 1 400 000 000 EUR = 262 000 000 EUR Verlust

D.h., die Anlage wird **niemals** Gewinne erwirtschaften und ist von Anfang an ein Verlustgeschaeft. Betriebs- und Wartungskosten sind dabei noch nicht einmal mit eingerechnet.

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nobronski 29.11.2019, 16:10
2. Und auch hier wieder.....

....., "Duschen ohne nass zu werden".
"Ja, wir (Bürger) wollen die Energiewende, aber bitte kein Windrad in der Nähe meines Hauses".
"Ja klar wollen wir eine größere Netzabdeckung, aber doch bitte keinen Sendemast in 100 Meter Abstand zum eigenen Garten".
"Ja, selbstverständlich wollen wir, dass die Polizei erfolgreicher in der Ermittlungsarbeit gegen Kriminelle ist, aber doch bitte keine unangekündigten Abhöraktionen (Datenschutz!)."
"Ja, natürlich bin ich gegen Kinderarbeit - aber ich will doch keine EUR 30,- für ein T-Shirt bezahlen."
"Ja, unbedingt müssen wir Insektenschutz betreiben - aber in meinen Vorgarten will ich weiterhin Kieselsteine statt Blumen haben".
"Ja, sicher benötigen wir mehr Bahnstrecken, aber es sollen doch für die Trassen keine Bäume abgeholzt werden".

Beim Energiethema bleibt weiterhin das Thema, wie man die gewonnene Energie
- speichert
- weiterleitet.

Wir werden noch in 30 Jahren darüber diskutieren, wie denn Millionen von E-Autos schnell, flächendeckend und vor allem verlässlich mit Strom versorgt werden sollen.

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shotaro_kaneda 29.11.2019, 16:33
3.

Zitat: "...zudem solle der Bund ... den Ausbau der Windenergie vom Netzausbau entkoppeln." Warum sollte er das? Die Windenergiebetreiber sollen dort mit zuzahlen, wo die Netze jetzt schon überlastet sind. Was nützt ein Windrad, wenn es bei Wind abgeschaltet werden muss? Liebe Windkraftindustrie, nicht nur kassieren, sondern auch mal investieren. Alternativ besteht natürlich die Möglichkeit als Voraussetzung Speicheranlagen zu errichten. Wäre für euch wohl aber nochtm teurer. Die 1000 m Abstandsregel sind ein guter Kompromiss. Die Landesregelungen gehen heut schon teilweise darüber hinaus. Und wenn ein Land meint, dass sei zu weit, kann es den Abstand ja selbst verkürzen. Und welche Lösungen erwartet man sich den bitte beim Artenschutz, außer den Artenschutz zu lockern? Und die Begründung mit den verpassten Chancen auf den Weltmärkten spielen in anderen Wirtschaftsbereichen auch schon lang keine Rolle (mehr).

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einerkeiner 29.11.2019, 16:37
4.

Zitat von MaikKretschmer
Kleine Beispielrechnung zur Windenergie am Beispiel des Windparks "Wikinger" vor Ruegen. Baukosten: 1,4 Milliarden Euro (https://de.wikipedia.org/wiki/Offshore-Windpark_Wikinger) Brutto-Leistung: 350 MW (https://de.wikipedia.org/wiki/Offshore-Windpark_Wikinger) Laufzeit: 25 Jahre (https://de.wikipedia.org/wiki/Offshore-Windpark#Eingesetzte_Windkraftanlagen) Kapazitaetsfaktor: 40% (http://energynumbers.info/uk-offshore-wind-capacity-factors) Preis pro MWh: 37.11 EUR (https://www.eex.com/de/) Rechnung: 350 MW * 0.4 * 25 Jahre * 37.11 EUR/MWh * 24 h/Tag * 365 Tage/Jahr - 1 400 000 000 EUR = 262 000 000 EUR Verlust D.h., die Anlage wird **niemals** Gewinne erwirtschaften und ist von Anfang an ein Verlustgeschaeft. Betriebs- und Wartungskosten sind dabei noch nicht einmal mit eingerechnet.
Sie haben also 3,7ct pro Kilowattstunde ausgerechnet. Rechnen wir nochmal 4ct für Redox-Flow-Langzeitspeicherung dazu, und 4ct für Netzausbau, dann haben wir einen absolute saubere Stromversorgung für 12ct pro kWh. Hört sich doch eigentlich super an. Mit vernünftigen politischen Vorgaben wäre das möglich. Aber Leute wie Sie wollen wohl lieber weiter ganze Landstriche für Braunkohle ausheben, oder Atomkraftwerke bauen, bei denen eine seriöse Berechnung der Gesamtkosten überhaupt nicht möglich ist.

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quark4@mailinator.com 29.11.2019, 16:38
5.

Moment mal - Wenn es um die Märkte im Ausland geht, warum geht man denn da nicht jetzt hin ? Das Know-How ist doch da und im Ausland gibt es auch jede Menge freie Flächen. Ich denke mir mal, das liegt daran, daß es im Ausland kein EEG gibt, d.h. die Sache nicht so subventioniert wird, wie in DE. Jedenfalls sehe ich nicht, warum man hier ausbauen müßte, wenn es ums Ausland geht. Aber darum geht es ja auch nicht wirklich. Vielmehr haben wir durch unsere Förderung dafür gesorgt, daß wir in wenigen Jahren das halbe Land vollgestellt haben. Und diese Produktionskapazität sucht nun Fläche und findet keine mehr. Selbst wenn die Politik jetzt die andere Hälfte auch noch freigäbe, hätten wir in 1..2 Jahren wieder die gleiche Situation. Die Kapazitäten müssen von Aufbau auf Erhaltung zurückgebaut werden, entweder jetzt, oder binnen Kurzem. Und ich bin dafür, daß jeder Betreiber von EE eine anteilige Grundlastsicherung nachweisen und aus seiner Förderung teilfinanzieren muß, so daß sich ein gesunder Mix ergibt, der preislich und von der Stabilität her gut ist.

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karl-felix 29.11.2019, 16:39
6. Na,ja

Zitat von MaikKretschmer
Kleine Beispielrechnung zur Windenergie am Beispiel des Windparks "Wikinger" vor Ruegen. Baukosten: 1,4 Milliarden Euro (https://de.wikipedia.org/wiki/Offshore-Windpark_Wikinger) Brutto-Leistung: 350 MW (https://de.wikipedia.org/wiki/Offshore-Windpark_Wikinger) Laufzeit: 25 Jahre (https://de.wikipedia.org/wiki/Offshore-Windpark#Eingesetzte_Windkraftanlagen) Kapazitaetsfaktor: 40% (http://energynumbers.info/uk-offshore-wind-capacity-factors) Preis pro MWh: 37.11 EUR (https://www.eex.com/de/) Rechnung: 350 MW * 0.4 * 25 Jahre * 37.11 EUR/MWh * 24 h/Tag * 365 Tage/Jahr - 1 400 000 000 EUR = 262 000 000 EUR Verlust D.h., die Anlage wird **niemals** Gewinne erwirtschaften und ist von Anfang an ein Verlustgeschaeft. Betriebs- und Wartungskosten sind dabei noch nicht einmal mit eingerechnet.
Mit 3,70 Cent/kWh macht kein Kraftwerk dieser Welt , mit Ausnahme der Fotovoltaik in begünstigten Lagen einen Gewinn.

Für den Bürger bedeutet dieser billige Windstrom eine saubere, unendliche, umwelt/klimaschonende Stromversorgung in der Zeit , wenn Atom- und Kohlestrom nicht mehr verfügbar/ unbezahlbar sind.

Zum Vergleich : Atomstrom aus neuem AKW kostet heute bereits über 12 Cent/kWh . Bei diesen Preisen ist jede WEA konkurrenzfähig .

Aber das Problem liegt m.E. ganz woanders. In den nächsten Jahren gehen in Deutschland ca. 55 GW Atom/Kohlestrom vom Netz . Entweder gehen also die Lichter aus oder die Regierung kommt langsam in die Puschen und behindert den EE Ausbau nicht weiterhin.
Wenn der Bürger auf Sicherheit gehen will gibt es nur einen Weg :
Wählt sie ab , die können und die wollen es nicht.

86% der Bürger sind der Meinung, dass diese Regierung nicht genug für den EE Ausbau tut obwohl 95% der Bürger keinen Kohle - und 93% der Bürger keinen Atomstrom mehr wollen .
Also: Wählt sie ab .

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Frank Meiner 29.11.2019, 16:50
7.

Zitat von MaikKretschmer
Kleine Beispielrechnung zur Windenergie am Beispiel des Windparks "Wikinger" vor Ruegen. Baukosten: 1,4 Milliarden Euro (https://de.wikipedia.org/wiki/Offshore-Windpark_Wikinger) Brutto-Leistung: 350 MW (https://de.wikipedia.org/wiki/Offshore-Windpark_Wikinger) Laufzeit: 25 Jahre (https://de.wikipedia.org/wiki/Offshore-Windpark#Eingesetzte_Windkraftanlagen) Kapazitaetsfaktor: 40% (http://energynumbers.info/uk-offshore-wind-capacity-factors) Preis pro MWh: 37.11 EUR (https://www.eex.com/de/) Rechnung: 350 MW * 0.4 * 25 Jahre * 37.11 EUR/MWh * 24 h/Tag * 365 Tage/Jahr - 1 400 000 000 EUR = 262 000 000 EUR Verlust D.h., die Anlage wird **niemals** Gewinne erwirtschaften und ist von Anfang an ein Verlustgeschaeft. Betriebs- und Wartungskosten sind dabei noch nicht einmal mit eingerechnet.
Und sind die Schadstoffe durch Herstellung, Transport und Aufbau sowie Betrieb und Reparaturen noch nicht einmal mit eingerechnet.

Aber was Sie da schreiben ist eine analytische und sachliche Betrachtung der Windenergie und das ist hierzulande nicht gefragt.
Windenergie gut, Solarenergie gut, Kohle und Atom ganz böse, darf man nicht drüber sprechen.

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prologo 29.11.2019, 16:55
8. Mit Erneuerbaren Energien das Land ruinieren

Wir schaffen das. Anstatt dass wir die sichersten AKW weiter laufen lassen, und die größten CO 2 Schleuder Kohlekraftwerke schnellstens abschalten, quälen wir die Bürger mit CO 2 Abgaben, Windkraft Werken, und Fahrverboten.

Frankreich hat einen leicht höheren Primärenergieumsatz pro Kopf (7370 kWh) als Deutschland (7140 kWh). Und erzeugt dabei nur halb so viel CO2 pro Kopf als Deutschland (4,38 t zu 8,88 t). Woran das wohl liegt? Sicher nicht an den regenerativen Energien (Frankreich, Strommix: Unter 20% / Deutschland: Über 40%), wohl eher daran, dass Frankreich 72% seines Stromes mittels Atomkraft erzeugt.

Fazit: Mit einem Strommix wie in Frankreich hätten wir unseren CO2-Ausstoß mehr als halbiert. Und damit das CO2-Ziel für 2030 erreicht.

Für Windenergie ist die Fläche von Deutschland viel zu klein. Dafür müssten alle 8 km im Quadrat ganz Deutschland mit Windkraft Werken zu gepflastert werden.

Zugleich bekommen wir aber mit E-Autos über eine Mio Arbeitslose aus der KFZ Industrie dazu. Das ist Politik Deutschland, wir schaffen das.

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leo19 29.11.2019, 16:57
9. Der Mindestabstand ist sicher nicht wirklich das Problem

sondern eher die subventionsbedingten Fehlplanungen. Genau wie die Elektroautos, die nicht wirklich nachhaltig sind und Umweltschäden hauptsächlich im Ausland entstehen lassen. Wenn die Groko handelt, dann gerne mal wenig durchdacht und sicher nicht nachhaltig. Aber eben mit grossen Gewinnchancen für einzelne Absahner. Windstrom ohne Speicher und ohne Leitungen zum Bedarf nützt eben nicht viel. Solarstrom bei schlechtem Wetter auch nicht.

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