Forum: Wirtschaft
Brandbrief des Vorstandschefs: Chaostage bei der Bahn
DPA

Mehr unpünktliche Züge, höhere Schulden, und womöglich bald die nächste Gewinnwarnung: Die Lage bei der Bahn ist so verheerend, dass Konzernchef Lutz einen Brandbrief an Vorstandskollegen schickt. Das Schreiben hat es in sich.

Seite 16 von 23
prince62 10.09.2018, 09:24
150. Der Steuerzahler zahlt ca. 12 Mrd Euro pro Jahr für den Nahverkehr

Zitat von lupus_major
In Schleswig-Holstein fallen mangs Lokführern Züge aus. Würde ordentlich bezahlt gäbs keine Probleme. Preise rauf wenns nicht reicht.
Es betrifft hier den Regional- also Nahverkehr, der wird von den Bundesländern bestellt und bezahlt, das Geld kommt jährlich vom Bundeshaushalt, derzeit ca. 12 Mrd Euro pro Jahr nur für den Regionalverkehr, das sollte eigentlich reichen umd das Personal der Unternehmen einigermaßen zu bezahlen, denn die Fahrkarteneinnahmen kommen für die Unternehmen noch dazu,

übrigens, was schätzen bekam die olle Bundesbahn bis 1994 für den Regional- und Nahverkehr, richtig gar Nichts, ganz im Gegenteil, da gesetzliche vorgegeben mußte die Bundesbahn auch solche Strecken bedienen, die nie und nimmer auch nur ansatzweise rentabel zu betreiben waren, weil eine Stillegung meist an den örtlichenPolitikern scheiterte.

Sie müssen das mit der miesen Bezahlung der "arbeitenden" Bahner so sehen, je weniger unten bezahlt wird, desto mehr können sich die oberen Etagen in die eigenen Taschen stopfen, alleine Herr Mehdorn war ja schon bei 2 Mio Euro jährlich und das war nur dasGrundgehalt, ohne die zahllosen Erfolgs- Gewinn- und Einsparprämien, die er sich noch auszahlen ließ.

Schauen Sie mal nach Österreich und der Schweiz, dort sind Probleme wie Lokführermangel nicht vorhanden, weil die dort so bezahlt werden, daß immer genug Leute das machen wollen, bei uns eben nicht.

Beitrag melden
inmado 10.09.2018, 09:28
151. Preisvergleich Bahn / PKW

Zitat von MisterD
Eine Fahrt Hamburg Nürnberg bekommen Sie für knapp 80 EUR, wenn Sie eine Woche vorher buchen, im Spartarif. Für die 600km mit dem Auto bezahlen Sie 180 EUR (30Cent/km). Wo ist nun also die Bahn unverhältnismäßig teuer?
30 Cent pro Kilometer für das Auto sind viel zu hoch! Die ergeben sich vielleicht bei einer Vollkostenrechnung für die Fahrt mit dem Auto. Der PKW kostet aber auch Geld, wenn er zu Hause stehen bleibt während man mit der Bahn reist. Will man die Reisekosten von Bahn und Auto vergleichen, muss man entweder nur die variablen Kosten des PKW betrachten, oder aber dessen Fixkosten dem Bahnticket zuschlagen, weil diese ja auch bei der Fahrt mit der Bahn anfallen.

Die variablen Kosten des PKW sind im wesentlichen Spritkosten, Parkgebühren und ggf. Mautgebühren. Beispiel: Der PKW verbraucht 8l/100km. Ich rechne mit 10l/100km und setzt einen Preis von 1,50 Euro pro Liter an, auch wenn der Sprit tatsächlich weniger kostet. Damit sei Reifenverschleiß und anteilige Werkstattkosten abgedeckt. Daraus ergeben sich realistische 15 Cent/km variable Kosten.

Meine Erfahrung mit Spartarifen: Nervig! Gibt es fast nie, wenn ich reisen will. Aber bleiben wir bei ihrem Beispiel. Ich will mit meiner Frau Freunde in Hamburg besuchen. Spartarif der Bahn: 2*80 Euro macht 160 Euro. Variable Kosten des PKW: 90 Euro. Gar nicht davon zu reden, dass der PKW uns bis vor die Haustüre meiner Freunde in der Peripherie Hamburgs bringen. Eigentlich müsste man zum Bahnticket noch die Taxifahrt zu meinen Freunden hinzu rechnen.

Und wir betrachten hier den Spartarif der Bahn! Was kostet die Fahrt regulär?!

Und da wundert man sich, das Auto gefahren wird?!?

Beitrag melden
mondragor 10.09.2018, 09:29
152. Warum wird eigentlich immer auf die Pünktlichkeit der Züge abgestellt

..., wenn ich als Passagier oder Kunde der Bahn zufrieden sein soll. Dem Zug ist es egal, ob er pünktlich ist. Wird hingegen auf die Pünktlichkeit der Kunden abgestellt, ändert sich das Bild noch einmal dramatisch. Die meisten Passagiere sind wahrscheinlich mit den unpünktlichsten Zügen im Tagesverlauf unterwegs, die pünktlichsten Züge in den Tagesrandzeiten, wenn die Züge deutlich schlechter besetzt sind.

Die Baahn beschäftigt sich halt lieber mit sich selbst, abgekoppelt von den zahlenden Kunden.

Beitrag melden
derlabbecker 10.09.2018, 09:31
153. wenn man den überflüssigen Posten...

Zitat von charly05061945
Probleme bei der Bahn? Warum setzt Herr Lutz nicht die Geheimwaffe Pofalla ein - der erklärt die Krise kurzerhand für erledigt und nicht existent!
... vom Pofalla streichen würde könnte man schon mal mit dem Geldsparen beginngn...

Beitrag melden
Bahnix 10.09.2018, 09:38
154.

Zitat von dachhase
gemeint, kann das auch nicht besser. Aufgrund der Menge der Züge und der arg übersichtlichen Fläche der Schweiz ist es deutlich einfacher, den Fahrplan einzuhalten. Wer hier lebt, hört praktisch jeden Tag Verkehrsmeldungen über Streckenstörungen.
Na ja, dann macht doch in Deutschland wieder Länderbahnen mit der Grösse der SBB. Dann ist ja alles einfacher und man kommt wieder auf eine Kundenpünktlichkeit und Anschlusspünktlichkeit von Werten, von denen die DB heute nur träumen kann. Wohlverstanden die SBB rechnet nur mit 3 Minuten Abweichung. So dass bei einem "pünktlichen Zug auf alle Fälle der Anschluss noch erreicht wird! Vier Minuten Anschlüsse bei 6 Minutenpünktlichkeit gibt hierzulande nicht.
2014 hat die SBB durchschnittlich 153 Züge pro Kilometer und Tag gefahren, die DB lediglich 84
Quelle: LITRA, Fakten_Argumente_2016_D, Seite 23
Wie erklären Sie sich den Unterschied der Betriebsqualitäten unter dem Aspekt, dass die DB im Durchschnitt lediglich, wie eine eingleisige Nebenbahn in der Schweiz belastet ist?

Beitrag melden
spon_1980133 10.09.2018, 09:39
155. Beamten ...

Zitat von jupp78
Ich weiß nicht, ob Ihnen klar ist was "Staatskonzern" bedeutet. Die Bahn ist komplett unter öffentlicher Kontrolle und jeder Euro plus oder minus kommt direkt dem Steuerzahler zu Gute bzw. eben nicht. Das Problem hier ist eher, dass Staatsbetriebe noch nie sonderlich effektiv waren, so auch die Deutsche Bahn.
Bis weit in die 90er Jahre war die Deutsche Bahn die Deutsche Bundesbahn. Ein staatlicher Beamtenbetrieb, manchmal behäbig, manchmal wenig Kundenorientiert. Aber pünktlich und zuverlässig! Slogan: «Die Bahn kommt!». Auch beachtliche technische Innovationen waren innerhalb des Beamtenbetriebes durchaus möglich: Rheingoldexpress, Interkontinentalexpress, Intercity, sogar der ICE entstand samt Infrastruktur unter der Regie der Deutschen Bundesbahn. Der beliebte InterRegio wurde dann unter dem Genie Helmut Mehdorns aufs Abstellgleis geschickt. Aber mit dieser Personalie war dann eh alles zu spät ...

Beitrag melden
RGK20 10.09.2018, 09:44
156. Man muss Realist sein

Seit den 70-er Jahren lese ich mit schöner Regelmäßigkeit in den Zeitungen und neuerdings in den Foren: mehr Güter auf die Bahn, mehr Personen in die Bahn . . . von den Grünen Bürgern und den links orientierten. Die Realität ist: Seit 40 Jahren hat sich fast nichts verbessert im Nahverkehr! Das kann doch an einer einzelnen Vorstandsperson dann auch nicht liegen. An alle die hier jammern und gute Vorschläge zum Besten geben: Ja, dann packt es doch endlich mal an, arbeitet bei der Bahn und setzt Eure formulierten Ziele auch selber um. Schlau Sprüche vom Sofa oder Schreibtisch kann jeder.

Beitrag melden
zensurgegner2017 10.09.2018, 09:48
157.

Zitat von Bahnix
Na ja, dann macht doch in Deutschland wieder Länderbahnen mit der Grösse der SBB. Dann ist ja alles einfacher und man kommt wieder auf eine Kundenpünktlichkeit und Anschlusspünktlichkeit von Werten, von denen die DB heute nur träumen kann. Wohlverstanden die SBB rechnet nur mit 3 Minuten Abweichung. So dass bei einem "pünktlichen Zug auf alle Fälle der Anschluss noch erreicht wird! Vier Minuten Anschlüsse bei 6 Minutenpünktlichkeit gibt hierzulande nicht. 2014 hat die SBB durchschnittlich 153 Züge pro Kilometer und Tag gefahren, die DB lediglich 84 Quelle: LITRA, Fakten_Argumente_2016_D, Seite 23 Wie erklären Sie sich den Unterschied der Betriebsqualitäten unter dem Aspekt, dass die DB im Durchschnitt lediglich, wie eine eingleisige Nebenbahn in der Schweiz belastet ist?
Es ist doch so simpel:

Die SSB hat 8 mal soviel Geld pro Kopf zur Verfügung im Vergleich zur DB
Da ist es doch kein Wunder, dass das Ergebnis besser ist.

Beitrag melden
Bahnix 10.09.2018, 09:48
158.

Zitat von mondragor
..., wenn ich als Passagier oder Kunde der Bahn zufrieden sein soll. Dem Zug ist es egal, ob er pünktlich ist. Wird hingegen auf die Pünktlichkeit der Kunden abgestellt, ändert sich das Bild noch einmal dramatisch. Die meisten Passagiere sind wahrscheinlich mit den unpünktlichsten Zügen im Tagesverlauf unterwegs, die pünktlichsten Züge in den Tagesrandzeiten, wenn die Züge deutlich schlechter besetzt sind.
Stellen Sie sich vor die DB würde, wie die SBB die Kundenpünktlichkeit, oder noch schlimmer, die Anschlusspünktlichkeit erfassen und publizieren!
Das wäre ja Chaos pur!

Beitrag melden
jupp78 10.09.2018, 09:49
159.

Zitat von spon_1980133
Bis weit in die 90er Jahre war die Deutsche Bahn die Deutsche Bundesbahn. Ein staatlicher Beamtenbetrieb, manchmal behäbig, manchmal wenig Kundenorientiert. Aber pünktlich und zuverlässig!
Die Pünktlichkeitsquote der Bundesbahn lag 1990 im IC/EC Verkehr bei 69,2% ... klar unter dem heutigen Wert.
Da war gar nichts pünktlicher und erst recht nichts effizienter.
Es ist nur die Verklärung der Vergangenheit, dass der Beamtenapparat besser gewesen wäre.

Beitrag melden
Seite 16 von 23
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!