Forum: Wirtschaft
Brandbrief des Vorstandschefs: Chaostage bei der Bahn
DPA

Mehr unpünktliche Züge, höhere Schulden, und womöglich bald die nächste Gewinnwarnung: Die Lage bei der Bahn ist so verheerend, dass Konzernchef Lutz einen Brandbrief an Vorstandskollegen schickt. Das Schreiben hat es in sich.

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chrisjago 10.09.2018, 14:33
190. Die Bahn ist zu billig!

Kein Wunder, dass die nur Verlust machen.

Kürzlich zu viert (2 Erw, 2 Kinder) zum Flughafen Frankfurt gefahren.

Kostete 20 Euro im ICE. Ein Erwachsener mit Sparpreis, 2 Kinder gratis, da ein Kind behindert der 2. Erw. als kostenlose Begleitperson.

Mit eigenem Auto hätte die Fahrt ungefähr 120 Euro gekostet plus Parkgebühren. Ein Mietwagen um die 150.

Selbst wenn der 2. Erw. Vollzahler gewesen wäre, immer noch viel günstiger als mit Auto. Entspannter außerdem.

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cbhb 10.09.2018, 14:34
191. Darauf läuft's hinaus!

Zitat von see_baer
Die Bahn wurde von Politik und Vorstand an die Wand gefahren - auf dem Weg zum nie erreichbarem Börsengang kaputgespart
Zu Mehdorn-Zeiten wurde "um jeden Preis gespart". Vielleicht zunächst durch Effizienzverbesserungen, aber dann ganz offensichtlich auch im nicht mehr nachhaltigen Bereich: vernachlässigter Unterhalt, Abbau von Sicherheitsreserven etc. etc. Dafür bezahlt die heutige Bahn die Rechnung!

Die einzige Lösung ist, sich von den rein ideologischen Börsenträumen zu verabschieden und die Bahn einfach wieder als das zu sehen was sie ist: das potentiell effizienteste Verkehrsmittel für Personen und Güter und als solches im öffentlichen Interesse zu unterstützen - wie man's bei Strassen, Wasserleitungen und anderem ja ebenfalls tut!

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giostamm11 10.09.2018, 14:43
192. zensurgegner - Italien - Deutschland

das sie ja bekanntlich hervorragend kennen. Bevor sie mir Populismus und Stammtisch nach werfen sollten sie sich msl mit dem Land auseinandersetzen und nicht nur fiktive Quellen zitieren zu denen sie nicht mal Zugang haben. Fakt ist: Die Agglomerationen von 20 Grossstädten sind durch die HG ohne Umsteigen direkt verbunden. Damit werden heute 20 von 60 mio Einwohner direkt in ihren Städten bedient, andere durch Zubringer. Und natürlich sind die grössten Städte Turin, Mailand, Bologna, Florenz, Rom Neapel mit komplett neuem Netz bedient, weitere mit Zubringer. Wer die Topografie auch nur etwas kennt des Landes, weiss auch, dass es das gebirgigste ist europas. Trotzdem wird die zweitschnellste Reisezeit der Welt erreicht. Ob dann das Gebirgszüglein ins Hinterland im Appennin etwas langsam fährt ist wohl kaum so wichtig aber dass man auf den grossen Achsen schnell vorwärtskommt. Strecken wie München Berlin also Mailand Rom....werden 30% schneller gefahren bei wesentlich schwierigerer Topografie mit besserem Material und günstiger bei gleichen Löhnen. Bevor sie arrogant Stammtisch austeilen, sollten sie halt mal Freccia1000 fahren. Und ja man soll das auch nicht vergleichen, da es in Deutschland schlicht nichts vergleichbares gibt. Wie man unterirdische Bahnhöfe baut können Deutsche Ingenieure gleich auch in Bologna lernen, dort gibt es das seit Jahren, unter dem grossen Durchgangsbahnhof, aber wie gesagt das alles kennen sie nicht. Wer also null Ahnung hat und einfach etwas nachplappert was vor ein paar Jahren zu lesen war....sollte mit Stammtisch etwas vorsichtig sein. Ich werde allerdings mit ihnen nicht mehr über Italien sprechen. Wer nicht einmal in der Lage ist eine geografische Ausdehnung zu berechnen ist kein Gesprächspartner diesbezüglich. Diese Mentalität ist es allerdings, die Deutschland nicht weiter bringt.

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Idinger 10.09.2018, 14:44
193. Das sehe ich auch so!

Zitat von halfbrain
... von Herrn Lutz an seine Vorstandskollegen richtig interpretiere, so liegt das Kernproblem der Bahn (neben allem Technischen) vor allen Dingen in der mangelnden Zusammenarbeit des gesamten Führungspersonals. Das wiederum liegt mit grosser Wahrscheinlichkeit daran, dann die Politik laufend in das Geschäft eingreift, die Personalie Profalla ist da sicher nur die Spitze des Eisbergs. Der Hauptaktionär BUND sollte Herrn Lutz freie Hand für eine durchgreifende Re-Organisation geben, sich solidarisch hinter ihnstellen und dann auch die personell nötigen Schritte - ohne wenn und aber - mittragen! Und die Hände von der Bahn lassen, das Unternehmen als Auffangbeckern für Altgediente (wem?) zu missbrauchen. Es ist ja für einen Aussenstehenden schon fast lächerlich zu erfahren, dass Herr Lutz als Chef seinen 'Kollegen' Bitte-Bitte sagen muss - schlimmer gehts für ein Unternehmen nimmer!
Der Brief von Herrn Lutz ist wohl eher ein "Hilfeschrei" gegen die wachsende Politisierung in Vorstand und Aufsichtsrat der Bahn. Er zeigt eigentlich nur, dass der Vorstandsvorsitzende nicht in der Lage ist, Probleme mit hochrangigen Managern unternehmensintern in seinem Sinne zu beeinflussen, geschweige denn zu lösen.

Die Verantwortung für diesen Mißstand sehe ich eher beim Kanzleramt, das - jedenfalls in der Vergangenheit - die Manager Gohlke, Dürr, Ludewig, Mehdorn gestützt (und geschützt) hat. Die (wechselnden) Verkehrsminister "kümmerten" sich daher lieber um andere Verkehrsbereiche und die (wechselnden) Finanzminister wehrten sich mit mehr oder weniger Erfolg gegen die wachsenden Geldforderungen der Bahn. Der aktuelle Finanzminister Scholz hat ja jetzt schon mit einer neuen Bahnsubvenion seinen Einstand gegeben: Mit der politisch gewollten Senkung der Trassenpreise wird zwar beim Fahrweg ein finanzielles Loch verursacht, aber der Fernverkehr auf diesem billigeren Fahrweg wird - jedenfalls auf dem Papier - rentabler (sicher nicht zum Nachteil für die Boni der zuständigen Manager).

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olivergarch 10.09.2018, 15:26
194. Die Organisation...

... der Bahn ist viel zu verworren und auf Stillstand ausgelegt. Merkt jeder, der auf eine Zugfreigabe wartet. Da wird telefoniert, gewartet, gewartet, gewartet. Und nichts passiert. Eine Viertelstunde ist verstrichen, keine Antwort, keine Durchsage, keine Entscheidung. Könnte auch in einer Minute gehen, wenn die Motivation und die Strukturen dafür da wären. Beides fehlt der Bahn zu 100%.

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prince62 10.09.2018, 15:43
195. Sie vergleichen Dinge, die nie vergleichbar sind

Zitat von Direwolf
Güterverkehrsleistung der Bundesbahn 1993: 64,9 Mrd. tkm Güterverkehrsleistung der Bahnen 2016: 116, 2 Mrd. tkm Ergibt +79% Beförderte Personen der Bundesbahn 1993: 1,579 Mrd Beförderte Personen der Bahnen 2016: 2,83 Mrd Ergibt +79% Personenverkehrsleistung der Bundesbahn 1993: 58,7 Mrd. pkm Personenverkehrsleistung der Bahnen 2016: 95,8 Mrd. pkm Ergibt +63% Quelle: Verkehr in Zahlen Ja Schwachfug ist eine gute Umschreibung
Ja wirklich, was Sie schreiben ist kompletter Unsinn, weil Zahlen miteinander verglichen werden, die es so nicht geben kann,

mal zum Vergleich, Güterverkehr bei der Bundesbahn und Güterverkehr bei der Bahn AG, der Anteil der Bahn AG - um die geht es - liegt bei knapp über 50% und die Personenleistung ist mit dem subventionierten Regionalverkehr - 12 Mrd Euro pro Jahr - absolut nicht "kompatibel",

der beste Vergleich ist noch der anteilige Verkehr der Bahn beim Gesamttransport, Personen- und Güterverkehr und da sieht der Vergleich 1994 und 2017 mehr als blamabel für die Bahn AG aus,

übrigens gab es bei der Bundesbahn gar nicht die STatistik Güterverkehr in Tonnenkilometern, ist eine Erfindung der privatisierten Bahn AG, um ihre Mißerfolge beim Güterverkehrsaufkommen zu kaschieren, leider fallen viel zuviele darauf herein, der einzige Maßstab ist übrigens das, was Geldmäßg hereinkommt, oder glauben Sie, daß die Bahn ihre Mitarbeiter statt mit Euro einfach mit Tonnenkilometern bezahlt und wie ist dann der Umrechnungskurs beim Bäcker?

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radnabe 10.09.2018, 17:08
196. Mehdorn hatte Recht

Ich bin wirklich kein Fan von ihm. Aber er ist der einzige Deutsche Bahn oder Bundesbahn-Chef, der sehr deutlich die Ungleichbehandlung der Bahn angesprochen hat. Ein Diesel-Triebzug zahlt Mineralölsteuer wie ein Auto. Das Flugzeug ist davon befreit. Das Auto und der Flixbus bekommen das Straßennetz kostenlos inklusive Autobahn. Der LKW zahlt eine geringfügige Gebühr. Der Schienenbus hingegen zahlt Aber witzige 4-8 Euro für jeden Kilometer. Selbst wenn die Strecke halb vergammelt ist und er mit 50 km/h von Dorf zu Dorf schleicht.

Lösung: Netz abtrennen, evtl. verstaatlichen und Trasse Preise um 90% senken. Dann würden viele Bahnen fahren und die Bahn wäre eine echte Stütze

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KaraBenFasel 10.09.2018, 18:15
197. Subventiornierter Regionalverkehr?

Zitat von prince62
mit dem subventionierten Regionalverkehr - 12 Mrd Euro pro Jahr - absolut nicht "kompatibel",
Stimmt das (stecke nicht im Thema), aber ich dachte mehrfach gelesen zu haben, dass der Fernverkehr defizitär, der Regionalverkehr aber der Goldesel der DB sei?

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radnabe 10.09.2018, 18:59
198. @KaraBenFasel

Subventionierter Regionalverkehr
Es ist so, dass der Regionalverkehr vom Bundesland bestellt wird. Die ersten Jahre haben die Bundesländer die Verträge entgegen dem Europarecht nicht ausgeschrieben, sondern direkt an die DB vergeben. Angebote anderer Verkehrsunternehmen, wurden ignoriert. Somit konnte die DB die Preise frei festlegen und verdient an diesen Verträgen sehr gut.
Soweit ich beobachtet habe, haben viele der beteiligten Verkehrsminister der Länder dafür später schöne Beraterposten bei der DB bekommen.

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lothar_schneider 10.09.2018, 21:10
199. Prestigebauten und Billigtickets

Wenn die Kosten schneller steigen als die Einnahmen, gibt es nur eine Lösung: Effizienter werden.
Die DB hat Probleme auf der Kostenseite z.B. durch Prestigebauten wie Stuttgart 21 und München – Berlin. Die Probleme bei den Erträgen werden durch Billigtickets verursacht, die nötig sind, um z.B. die Schnellstrecke München – Berlin auszulasten. Würde die Bahn alle ihre Prestigebauten kostendeckend betreiben, dann wären überhaupt nicht mehr wettbewerbsfähig.

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