Forum: Wirtschaft
Brandbrief des Vorstandschefs: Chaostage bei der Bahn
DPA

Mehr unpünktliche Züge, höhere Schulden, und womöglich bald die nächste Gewinnwarnung: Die Lage bei der Bahn ist so verheerend, dass Konzernchef Lutz einen Brandbrief an Vorstandskollegen schickt. Das Schreiben hat es in sich.

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SisterofMercy 09.09.2018, 21:21
60. Erfahrunsbericht

BahnCard 100 2er Klasse
BahnCard 50 1er Klasse
BahnCard 24 1er Klasse
PKW
Es ging einfach nicht mehr. Mit dem Auto war ich immer schneller und dank google maps pünktlicher. Die Bahn war zuletzt nur noch eine Katastrophe.

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WarumDenn 09.09.2018, 21:29
61. warum denn das?

Zitat von tomdabassman
Ihrem Namen zufolge sind ja nicht so weit von Stuttgart weg. Wenn Sie ein gigantisches Projekt wie dieses nun abbrechen, haben Sie garantiert mehr Geld versenkt als gespart. Das wäre etwa so intelligent, wie aus BER einen Truppenübungsplatz zu machen, nachdem die ganze Kohle eh schon weg ist. Auch wenn es weh tut, fertigbauen ist günstiger.
Das wurde schon längst ausgerechnet, dass ein Abbruch kostengünstiger ist, als ein Weiterbau. Aber dann müsste ja einige Personen zu ihren Fehler stehen.

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kezia_BT 09.09.2018, 21:33
62. Wer dem Kapitalismus glaubt.....

Bahn und Post mußten ja privatisiert werden - damit sie wirtschaftlicher arbeiten würden, hieß es, und der Kunde / die Kundin einen besseren Service für weniger Geld bekomme. Nachdem nun in beiden Fällen diese Postulate deutlich und mehrfach widerlegt wurden, und in etlichen Nachbarländern die staatseigenen Betriebe um Klassen bessere Dienste leisten, schlage ich vor, zum alten System zurückzukehren. Die Bahn wird wieder zur Bundesbahn, die mit der Bundespost eng zusammenarbeitet, und dieses ganze Transportsystem für Personen- und Warentransport gehört dem Staat. Der Effizienzgewinn wird die Steuergelder, die das kosten wird, mehr als wettmachen.

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Minster 09.09.2018, 21:41
63.

Da ist nix mehr zu retten. Man kann entspannt zuschauen wie die Deutsche Bahn zu Grunde geht. Die Frage lautet nur wieviele Jahre das andauern wird - und wie schmerzvoll es für die Bevölkerung wird.

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tomdabassman 09.09.2018, 21:49
64. @61 WarumDenn

Kommt natürlich drauf an, wer das wann ausgerechnet hat. Das Ergebnis fällt auffallend unterschiedlich aus, von fast unglaublich günstig bis milliardenteuer. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kosten_und_Finanzierung_von_Stuttgart_21 Seltsam, daß der ROI über Jahrzehnte hinweg anscheinend gar nicht berücksichtigt wird.

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Relativo 09.09.2018, 21:50
65. .schon lange schlimme Zustände..

..aber hohe Ticketpreise. Wie oft musste unsere Tochter auf Züge lange warten oder sie kamen überhaupt, als sie noch zur Schule ging. Alltag bei der DB. Letzte Nacht viel wieder der Nachtzug aus und eine Gruppe von 40 Leuten standen im Kölner HBF und mussten bis zum ersten Frühzug warten müssen oder haben eine private Lösung gefunden. Alltag bei der DB. Wie heruntergekommen ist dieser Konzern. Aber Manager kommen und gehen mit hohen Abfindungen.
Jeder Bürger wird immer zur Kasse gebeten, aber DB oder Berliner Flughafen ist eine Steuergeldvernichtungsmaschine. Die gehören genauso in den Knast wie Hoeneß.

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Idinger 09.09.2018, 21:51
66. Ja natürlich

Zitat von largetalk
Das Problem der Bahn ist, dass sie immer als ganzer Konzern betrachtet wird der Profit erwirtschaften muss um zu überleben. Genauer betrachtet steht sie jedoch in direkter Konkurrenz mit anderer Verkehrsinfrastruktur in Deutschland (Die meisten Schienen werden von der DB betrieben). Sieht man in der Bundesregierung die Autobahnen auch als Konzern der Profit erwirtschaften muss?
wird in der Bundesregierung auf "Profit" bei den Autobahnen gesetzt.

Schauen Sie sich doch mal diese (leider etwas ältere) Zahlen an:
a) Bei der Strasse finanziert der Bund aus dem Mineralölsteueraufkommen von rd. 40 Mrd € (2012) nur Investitionen von rd. 5 Mrd € (2012).
b) Bei der Schiene finanziert der Bund aus deren Mineralölsteuer-/Energiesteueraufkommen von rd. 0,5 Mrd € (2013; lt. DB-Wettbewerbsbericht 2014, Seite 37) Investitionen von rd. 4 Mrd € (2012).

Ich bin sicher, dass aktuellere Zahlen an diesem Mißverhältnis nichts signifikant ändern

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indianrose 09.09.2018, 21:51
67. Bahn-Chaos

Es sagt schon viel aus, wenn der Vorstandsvorsitzende einen Brief an seine Kollegen im Vorstand schreibt. Die sitzen doch alle im Tower am Potsdamer Platz in Berlin. In meiner Firma würde ich die Damen und Herren im Vorstand sofort am nächsten Morgen um 5 Uhr in mein Büro bitten, ihnen die Leviten lesen und alles protokollieren lassen. Da hätte sich auch Herr Pofalla mal aus seinem Bürostuhl erheben müssen. Der Herr ist doch zuständig für die Infrastruktur, aber bisher hat er nichts gemacht, ausser in Kameras zu grinsen. Von dem redet aber keiner, vielleicht wegen seiner Verbindungen zur Regierung. Bei Prozentzahlen der Verspätungen rechnet die Bahn oder der Vorstand aber auch die von ihr betriebenen S-Bahnen un NV-Züge mit ein. Die Statistik für den Fernverkehr würde ganz anders ausschauen. Ich denke unter 40% der IC oder ICE Verbindungen waren im Juli und August pünktlich. Das kann man einfach herausfinden, wenn man sich z.B. auf bahn.de die Ankunftstafel für Frankfurt anschaut. Ich habe in den letzten 6 Wochen 8x meine Anschlüsse verpasst.

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kitteling 09.09.2018, 21:52
68. BWLer

Zitat von burlei
... besteht heute aus etwas über 700 einzelnen Firmen. Seit der Bahnreform jagt eine Umstrukturierung die nächste. Der Zusammenschluss von Deutscher Bundesbahn und Deutscher Reichsbahn hat ja noch einigermaßen funktioniert, weil auf beiden Seiten gelernte Eisenbahner in den Führungspositionen waren. Die haben in der Zwischenzeit aber die Altersgrenze erreicht oder haben die erstbeste Gelegenheit ergriffen und haben den Bettel hingeworfen. Geblieben und vor allem inflationsmäßig vermehrt haben sich jedoch die BWLler. Nichts gegen die Betriebswirtschaftler, sie sind unbedingt notwendig, aber wenn diese wie bei der Bahn das alleinige Sagen und die letztendliche Entscheidung in allem treffen, wird ein gewisses Defizit zwischen Wunsch und Wirklichkeit sichtbar. Werkstattkapazitäten wurden mehr als halbiert; Pläne, Wartungen von außerbetrieblichen Firmen durchführen zu lassen begonnen, eigenes Personal abgebaut oder normale Personalfluktuationen nicht ausgeglichen, anschließend die Pläne wieder gestrichen, ohne Defizite auszugleichen. Wartungsintervalle an Zügen trotz Warnungen teilweise verdoppelt. Die Kommunikation zwischen Mitarbeiter verschiedener "Firmen" weitestgehend unterbunden. Wagenmeister (DB Cargo, Hagen) und Fahrdienstleiter (DB Netz, Hamm) sprechen nicht mehr miteinander, weil sie nicht mehr miteinander telefonieren können. Die Kommunikation läuft jetzt über wacklige Computerverbindungen, falls der Wagenmeister (jetzt grade in Warendorf) im 150 Kilometer entfernten Paderborn ein Computerterminal von DB Cargo findet. Sonst bleibt der Zug in Warendorf eben noch eine Stunde stehen, bis der Wagenmeister in Bielefeld ist und dort einen anderen Zug untersucht hat. Vor der Reform hatte die Bundesbahn E-Werkstätten, in denen Fahrzeuge für die Instandhaltung der Oberleitung stationiert waren. Jede Werkstätte deckte einen Radius von 50 Kilometern ab und konnte innerhalb von zwei Stunden jede Störung im Ol-Netz in ihrem Bereich beheben. Heute gibt es in ganz NRW noch ein halbes Dutzend dieser Fahrzeuge, verteilt auf drei oder vier Werkstätten. Wie lange man heute braucht, um nach einem Sturm die Strecken wieder befahrbar zu bekommen, kann man den Medien entnehmen. Sicher, der Vorstand der DB kann von der Politik noch ein paar mehr Milliarden verlangen. An der Hauptmisere der Bahn (fehlendes Personal, schlecht und überhastet ausgebildeter Nachwuchs, hunderte Firmen, deren Kommunikation gekappt wurde usw) wird das nichts ändern. Aber es gibt eine Lösung: Wir fangen noch mal ganz von vorne an, am 07. Dezember 1835
und da kommen dann wieder die BWLer ins Spiel, die vorrechnen, daß das Vorhalten von Personal und den Spezialzügen 365 Tage im Jahr zu teur ist, weil es ja nur 3 Tage Sturm gibt. Also weg damit, reduzieren auf nötigste und das Aufräumen nach Sturmtagen dauert eben 2 Tage länger. Egal. Der Kunde schimpft so oder so. Dafür sitzen die Leute nicht 360 Tage im Jahr ohne Sturm nur rum.

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wilfriedbenn@t-online.de 09.09.2018, 21:55
69. Desaster

Trotz regelmäßiger Fahrpreiserhöhungen im Dezember hat die Bahn immer Defizit, es sollten die freie Fahrt für die Bundestagsabgeordneten abgeschafft werden, ebenso viel zu aufwendige Bahnhofssanierungen mit teuren oft nicht funktionierenden Aufzügen. Die DB ist ein aufgeblähter Staatsapparat wie üblich bei Behörden und Staatlichen Organen mit schlechter Effizienz das liegt hauptsächlich am Kündigungsschutz, unfähige Mitarbeiter werden immer weiter beschäftigt, somit kann es keine Verbesserung geben! Die Bahn sollte komplett privatisiert werden.

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