Forum: Wirtschaft
Braunkohle-Tagebau: Entscheidung am Hambacher Forst
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Darf der Energiekonzern RWE am Hambacher Forst weiter Bäume für den Tagebau roden, während Deutschland über den Ausstieg aus der Kohle diskutiert? Diese Frage gefährdet die Zukunft der Kohlekommission.

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Tevje 21.08.2018, 16:56
1. Meines Wissens nach

liegt der Horizont der Braunkohleförderung im Jahr 2040, also noch etwa 22 Jahre. Dabei ist vorgesehen, die Förderung und Energieerzeugung daraus sukzessive zurück zu fahren, bis zum Abbaustopp und der Stilllegung der Kraftwerke. Diese Vereinbarungen sollten in einem Rechtsstaat wie der BR Deutschland eingehalten werden. Der Hambacher Forst ist forstlich und ökologisch nur von regionaler Bedeutung, und auch dort nicht essentiell für die Umwelt. Aus den Abbauflächen werden durch Zuleitung von Oberflächenwasser und Einstellen des Abpumpens von Grundwasser und in Folge dessen Anstieg des Grundwasserspiegels wieder ökologisch wertvolle Flächen entstehen, wobei aus den dafür zurückgestellten Beträgen Fördermaßnahmen beitragen werden. Diese entstehenden Flächen werden den temporären Verlust eines Sekundärwaldes ökologisch gesehen mehr als nur ausgleichen. Hier geht es dem BUND ausschließlich um Eigenwerbung und Durchsetzung eines Eigenwillens um des Willens willen. Nichts weiter. Der BUND muss den entstehenden wirtschaftlichen Schaden ja nicht tragen.

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ddetering 21.08.2018, 16:58
2. Danke an den Widerstand!

Fuer mich sind diese Menschen, die mit ihren Camps und Aktionen den Hambacher Forst schuetzen, echte Helden die so viel mehr tun als zum Beispiel ich hier von meinem Schreibtisch aus. Es ist total wahnsinnig, mit der Braunkohleverstromung weiterzumachen, und jeder Versuch sie zu stoppen ist heroisch egal wie don-quichotisch es manchmal anmuten mag.

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dasfred 21.08.2018, 17:06
3. Es geht hier um die dicke Kohle

Die für RWE. Da muss man schnellstmöglich noch abgreifen, was zu holen ist. Die Profiteure der Aktion interessieren sich nicht für den Hambacher Forst. Vom Gewinn können die sich ihren eigenen Wald kaufen.

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galactica01 21.08.2018, 17:24
4. So wie immer

Es wird sich nichts ändern, da die Verantwortlichen sich der Gier und dem Geld beugen werden, solange RWE mit Abbau von Arbeitsplätzen droht.
Man muss schon etwas wagen und den Leuten vertrauen die was ändern wollen.
Wer hat so ein Gewese gemacht, als in den 1990 Jahren die Porzellanindustrie in Franken zusammenbrach.
Tausende von Menschen keinen Arbeitsplatz und alle mussten neu anfangen.
Nur bei der Kohle wird so getan , als wenn zwei Bundesländern zusammenbrechen und ein großer Notstand entsteht...

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Supertramp 21.08.2018, 17:28
5. Braunkohle tagebau muss jetzt eingefroren werden

Braunkohle ist der Schmutzigste Energie Träger in Deutschland. da dürfen wenigstens nicht auch noch die Waldgebiete genau für diese Verstromung mit kaum Abwärme Nutzung für immer abgeholzt werden

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dickebank 21.08.2018, 17:39
6. Widerstand

Na, wie groß wird denn der Widerstand wohl werden, wenn zur Verfüllung des ausgelaufenen Tagebau Hambach deren Aufschlusshalde, die ja begrünt und ein beliebter Naherholungsort ist, wieder weggebaggert werden soll.

Im übrigen Abbaugebiet war der Aufschrei nicht so groß, wenn durch die "Rheinische Fruchtfolge" private Gewinne erzielt werden konnten.

Rheinische Fruchtfolge: sumpfiges Grünland, drainiertes Ackerland, Bauland. Zwischen Grünland und Ackerland lag der die bergrechtliche Enteignung und das Umlegungsverfahren, zwischen Ackerland und Bauland die Umsiedlung von Dorfgemeinschaften, die dem wandernden Tagebau weichen mussten und auf Rekultivierungsflächen neu angesiedelt worden sind.

Wer weiß, was Bergwerkseigentum ist, der kann sich schon einmal ausmalen, was es den Steuerzahler kosten wird, wenn RWE die genehmigten Abbaugrenzen nicht ausnutzen darf.

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abschoepfer 21.08.2018, 17:55
7. Der Bock zum Gärtner gemacht.

Wie soll eine Kommission ein Ergebnis erzielen, das die Energieerzeugung der nächsten 25 Jahre regelt, wenn sich daran solche Interessenvertreter befinden. Völlig zerstritten, bis vor höchste Gerichte. Außerdem drohen sie mit Ausstieg, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Die Politik wollte sich die Finger nicht verbrennen und deshalb auf diesen Weg gesetzt. Macht eure Arbeit, entscheidet im Sinne aller und steckt die Prügel der jeweiligen Lobbyisten ein. Dafür werdet ihr bezahlt.

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rathat 21.08.2018, 17:57
8. @ Tevje

Wenn Grundwasser abgepumpt wird, wie soll es dann Bitteschön zu einem Anstieg des Grundwasserspiegels kommen?

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shivas88 21.08.2018, 18:05
9. Vor Ort

@ 1. Tevje

Da ich mir die Situation persönlich vor Ort angesehen habe, um mir ein eigenes Bild zu machen, kann ich Ihnen sagen, dass das so nicht korrekt ist. Es handelt sich beim Hambacher Forst um einen Stieleichen-Hainbuchen-Mauglöckchenwald, der einzigartig in Mitteleuropa ist. Zudem leben zahlreiche seltene Arten in dem Wald, darunter eine geschützte Fledermausart (Myotis bechsteinii), die auf Höhlen in alten Bäumen angewiesen ist und daher nicht mal schnell umgesiedelt werden kann. Der Wald müsste schon längst geschützt sein, RWE hat aber offenbar genug Einfluss auf die Landesregierung, um solche Schutzbemühungen zu verhindern. Reine Ironie ist, dass Flächen von Naturschutzorganisationen enteignet und RWE zugeschustert werden unter der Begründung des "Allgemeinwohls". Meiner Meinung nach sollte ein Unternehmen, welches mit "Gemeinwohl" argumentiert, kostendeckend aber nicht gewinnorientiert wirtschaften, sonst ist es wohl eher "Eigenwohl". RWE ist auf maximalen Profit aus und somit ist der erzeugte Strom teurer als er müsste, wohingegen die ökologischen Kosten bequem auf die Allgemeinheit abgewälzt werden. Ich verstehe nicht, wie so viele Menschen sowas gutheißen können.

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