Forum: Wirtschaft
Bremer Schuldendesaster: "Wir sind auf den Knochen angelangt"

Sein Land hält einen traurigen Schuldenrekord, nun muss er ein hartes Sparprogramm durchsetzen: Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen spricht im Interview über Parallelen zu Griechenland und die Ursachen für den Schuldenberg.

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VorwaertsImmer 25.07.2011, 16:50
20. Nein - der Fisch stinkt also nicht vom Kopf her....

Nach München, Frankfurt, Stuttgart pendelt also niemand zum arbeiten - und zahlt seine Einkommenststeuer im Vorort, dort wo er wohnt.

Das ist also der Grund warum Bremen pleite ist!

Ach so ja, der Vorort muss ja auch keine Kindergärten, Schulen etc finanzieren.
nd strukturellen Wandel musste auch keiner ausserhalb von Bremen gestallten, z.B. weg vom Agrarstaat oder einer DDR Wirtschaft zu einer modernen Gesellschaft.... (heul)
Es liegt nun wirklich nicht an der Bremer Regierung!

Schön das sich die Wähler immer so einlullen lassen:
In der Demokratie bekommt das Volk die Regierung, die es verdient! (W. Churchill)

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meslier 25.07.2011, 16:53
21. ...

Zitat von Olaf
Eine gerne benutztes, aber falsches Argument. Die Gewerbesteuer fällt am Standort der Firma an, die Lohnsteuern der Arbeiter und Angestellten am Wohnort. Denn von irgend etwas müssen die Wohnortgemeinden ja ihre Schulen, Kindergärten und Straßen(ja, auch die bauen welche) finanzieren. Und diese Kosten entstehen da, wo die Menschen wohnen. Diese Aufteilung macht also Sinn. Bremen ist unfähig mit den Einnahmen auszukommen, das ist alles. Man leistet sich immer noch den höchsten Pro-Kopf Satz in der Sozialhilfe in Deutschland, marode Werften wurden wider besseres Wissen mit Milliarden subventioniert. Das alles führt zum Kollaps.
...aber das macht doch keiner... die Schuld bei sich suchen.

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timpia 25.07.2011, 16:55
22. Ohne Aussage zu der Misere

Das Interview ist ein Spiegel der Situation in Deutschland! Spitzenpolitiker können nicht angemessen auf einfachste Fragen der Journalisten antworten. Es funktioniert nicht einmal mit wohlgemeinten Hinweisen in den Fragen. Es ist eine Schande! Das Politiker überhaupt Schulden machen dürfen, sollte den Bürgern stark zu denken geben. Wie wird da eigentlich mit Bürgermitteln/steuern umgegangen? Motto: Wenn die Mittel nicht reichen, macht ja nix, wir machen einfach Schulden! Wer hat das erlaubt? Eine Frechheit eigentlich - nur leider so normal, dass es gar nicht mehr auffällt!!! Und der Bürger wählt die gleichen ja auch gerne immer wieder und freut sich über "Steuergeschenke".

Der ach so einfache Weg des schnellen Kreditnehmens seitens der Politiker sollte ein für allemal ausgeschlossen werden. Wir alle müssen lernen, das auch staatliche Institutionen ihre Grenzen haben und ökonomisch arbeiten müssen. Wir müssten uns für höhere Steuern oder mehr Privatisierung entscheiden! Sollten Finanzierungen erforderlich sein, dann nur über daran gekoppelte Steuererhöhungen. Nur so können Steuerzahler / Bürger das spüren. Und es könnte auch gerne mal ein Überschuss etwa für bevorstehende Investitionen oder für schlechte Zeiten, generiert werden. Wer Überschüsse generiert ist ein guter Politiker, denn er arbeitet in seinen gesteckten Möglichkeiten. Nimmt ein Politiker einen Kredit auf, sollte klar sein, das die Schere weit auf geht. Die Zeche zahlen wir in jedem Falle über unsere Steuern, jedoch verdienen die Besitzer von Staatsanleihen eine schöne Rendite. Eine "bürgerfreundliche" Umverteilung von unten nach oben!

Wenn aber die Schulden so aberwitzig hoch sind, wie in Bremen, dann sollte man doch auch in wenigen Sätzen dieses begründen können und außer Geschwafel über ""Sparen"" auch endlich mal einen konkreten Vorschlag darlegen können.

Aber möglicherweise war da schon jemand in der Sommerpause!

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jws 25.07.2011, 16:59
23. Dann mal los

Personaleinsparungen treffen wieder nur die Angestellten. Beamte kann man ja nicht entlassen.
Aber die sind das Problem mit ihren übertriebenen Einkommen und Pensionen, für die sie immer noch keinen nennenswerten Beitrag leisten.
Hier brauchen wir griechische Einsichten.

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Pinin 25.07.2011, 17:00
24. Aaaaber ....

Zitat von iron mace
Logischer weise darf man die Stadtsaaten nicht fragen wenn man die Bundesländer zusammenlegen will. Alle Stadtstaaten sind de facto Pleite, und nur noch durch den Länderfinanzausgleich noch nicht aufgelöst. Berlin nach Brandenburg, Bremen nach Niedersachsen, Hamburg nach Schleswig-Holstein. Da kann es nicht nach dem "wollen" gehen.
... dann fallen doch so viele schöne Posten für verdiente Parteigenossen weg!

Und überhaupt, im Bundesrat kanz toll mitentscheiden zu können und sich richtig wichgig zu fühlen - darauf will man halt nicht verzichten.

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Ekkehart 25.07.2011, 17:01
25. Niemand ist Schuld

Das Übliche: Hannover obwohl kein Stadtstaat ist ebenfalls mehr oder weniger pleite, beklagt sich der derzeitige Oberbürgermeister,der in seiner vorigen Position Stadtkämmerer war. Wo? In Hannover.

Sein Vorgänger hat die EXPO verbrochen.

Ich möchte mal erleben, dass in diesem Staat ein Berufs- oder Wahlbeamter für Misswirtschaft nicht nur vor dem Kadi steht sondern deswegen auch a) seine Pensionsansprüche verlieft und b) eingeknastet wird. Aber hier wird ja immer alles per Nachtragshaushalt geregelt, egal um welchen Faktor die öffentlichen Ausgaben steigen.

Die Bremer haben natürlich die Regierung, die sie verdienen.

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meslier 25.07.2011, 17:01
26. Berlin nach Bayern?

Zitat von hansausberlin
Vielleicht sollte man alle Bundesländer abschaffen. Dann würden auch Entscheidungen schneller und einheitlicher umgesetzt werden können. Zumindest sollte man Länder, die nicht wirtschaften können (insbes. Bremen und Berlin) mit anderen Ländern fusionieren (Niedersachsen , Brandenburg). Das spart Kosten.
Da fällt mir gerade ein, dass Brandenburg finanziell zwar besser als Berlin aber auch nicht besonders gut dasteht. Kann man Berlin nicht den Bayern andrehen?

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artorix 25.07.2011, 17:01
27. "... mit Milliarden finanziert."

Zitat von Olaf
... marode Werften wurden wider besseres Wissen mit Milliarden subventioniert. Das alles führt zum Kollaps.
Frei erfunden, es wurden nie Werften aus Landesmitteln mit Milliarden finanziert, das hat allein die EU für die Ostwerften in Rostock usw. getan. Bremen hat nur geringe Mittel aufgewendet für die Werften, mehr war schon aus Wettbewerbsgründen und europarechtlich nicht zulässig.

Im Gegenteil: Die Großwerften des Landes Bremen sind schon vor fünfzehn (Bremer Vulkan) bzw. dreißig Jahren (AG Weser) fallen gelassen worden, sind geschlossen und zu 90 % verschwunden. Während z. B. in Hamburg (Blohm & Vosss) eine Werft immer noch vor sich hin krepiert, aber nicht sterben darf, obwohl seit 20 Jahren nicht mehr überlebensfähig. Aber Hamburg bzw. die Eigner der Werft müssen sich oder können sich das leisten.

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wowal 25.07.2011, 17:08
28. gutes interview

die diskussionen um die griechenland-hilfen sind ein guter anlass, sich erneut und nachhaltig mit unserem eigenen förderalen finanzsystem zu beschäftigen.
die "elastischen" antworten des bremer bürgermeisters weisen ihn als routinierten schuldenmacher aus, der von seinen wählern zu recht als strammer verteidiger ihrer besitztümer angesehen ist.
es wird ab 2016 wohl kein weg daran vorbei führen, z.b. bremen, saarland, berlin im rahmen eines insolvenzverfahrens die finanzautonomie zu entziehen und bestimmte länderneuregelungen endlich zu konkretisieren.

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Porgy 25.07.2011, 17:12
29. Bremen ist nicht Griechenland

Zitat von sysop
Sein Land hält einen traurigen Schuldenrekord, nun muss er ein hartes Sparprogramm durchsetzen: Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen spricht im Interview über Parallelen zu Griechenland und die Ursachen für den Schuldenberg.
Es ist natürlich ein Unterschied, ob man im eigenen Land sich um verschuldete Bundesländer kümmert oder ob man die Schulden anderer europäischer Länder übernehmen soll.

Denn sonst müsste man auch die Frage stellen: Warum soll Deutschland für die Schulden Griechenlands mehr Verantwortung haben als für die Schulden Somalias, Äthiopiens, der USA überhaupt des Restes der Welt?

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