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Brexit-Angst: Ausland hat Investitionen in britische Autoindustrie "praktisch gestopp
DPA/BMW AG

Der bevorstehende Brexit stürzt die britische Autobranche in eine schwere Krise. Die Produktion sinkt, Investitionen aus dem Ausland gehen dramatisch zurück. Ein Industrievertreter spricht von "Furcht".

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rennflosse 01.08.2019, 10:25
240. Handelsware

Sämtliche Fahrzeuge, die auf englischem Boden hergestellt werden, gehören zu indischen, chinesischen, französischen oder deutschen Konzernen. Insoweit gibt es keine britische Autoindustrie mehr.

Eine Ausnahme könnten vielleicht noch Nischenhersteller wie Bristol oder Morgan sein, soweit sie überhaupt noch existieren. Ist aber unbedeutend.

Aber auch wenn es in GB nur noch Produktionsstätten gibt, so gelten die dort hergestellten Fahrzeuge doch rechtlich als "britische Handelsware", wenn ich das mal so formulieren darf. Und als solche unterliegen sie allen Ein- und Ausfuhrbeschränkungen, die für britische Produkte nach dem Brexit gelten. Daher kommt ja die Unsicherheit der Eigentümer.

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k70-ingo 01.08.2019, 11:03
241.

Zitat von ramuz
In der Regel ist es für die Montagestrasse kein Problem. Für den Zulieferer schon. Beispiel 1: Armaturenbrett kunststoffgeschäumt. Kann man nicht Spiegeln ohne neuen, teueren Formenbau. Überlegt man sich zweimal... Beispiel 2: Mittelkonsole zu Fahrer orientiert... siehe oben Beispiel 3: Kabelbaum ... wenn nicht mit Verlängerungen gepfriemelt werden soll, müssen Sie den auf dem Aufspanntableau ebenfalls Spiegeln und alle Nadeln neu setzen... Beispiel 4: Bedienelemente-Träger in der Türverkleidung (Scheiben, Spiegel, Sitzmemory ... ) . Li oder Re? Also für die Zulieferer ist es kein Klacks....
Da irren Sie etwas.
Die Variationsbreite so gut wie jeden Bauteils ist so groß, daß es auf die paar rechts-links-Unterschiede nicht ankommt.

Das ist nicht wie damals zu Käferzeiten, als jedes VW-Modell irgendwie auf dem Käfer basierte und viele Teile kreuz und quer übernommen wurden.
Es hieß doch mal, daß es allein 17 verschiedene Lenkräder nur für eine Golf-Generation (Golf IV m.W.) geben würde.

P.S. Der erste Porsche 924 ist übrigens eines der Gleichteile-Extrembeispiele. Dort finden sich Teile aus der gesamten VW/Audi-Modellpalette der frühen 70er Jahre.

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k70-ingo 01.08.2019, 11:17
242.

Zitat von Wertheo
So tragisch ist das nicht. Ich schätze, dass mindestens die Hälfte der 900.000 Beschäftigten in Deutschland sehr gerne aufgenommen werden, bei unserm Fachkräftemangel aktuell. Außerdem könnten die englischstämmigen Mitarbeiter dann die Wohltaten der Sozialstandards der EU weiterhin genießen, die ja in der ehemaligen Heimat garantiert abgesenkt werden.
Nein, diese Hoffnung trügt.
Die britischen Autowerke sind reine Montagebetriebe mit einer geringen Fertigungstiefe. Da werden nur -meist woanders produzierte- fertige Teile zusammengeschraubt.
Dafür braucht man keine Fachkräfte, das kann man überall mit Angelernten machen (wird ja auch gemacht).

Die wahren Fachkräfte und Spezialisten sitzen in den Stammwerken und in der eigentlichen Herstellung, nicht in der Montage.

Deswegen ist in den britischen Autofabriken die Zahl der Spezialisten begrenzt. Es gibt sie, etwa den Herrn, der exklusiv damit befaßt ist, den Kühlergrill mit der Emily zu fertigen und einzupassen - es sind im Verhältnis aber nur wenige.

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